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Düren |
Offener Brief an
Bürgermeister Paul Larue zum Flug einer städtischen Delegation in die Republik
Elfenbeinküste v. 08.04.-15.04.2006
Sehr geehrter Herr Larue,
heute war der kommunalen Presse zu entnehmen, dass die Kosten (2.000 Euro) für
die Flugreise der vier städtischen Delegationsteilnehmer von einem Sponsor
übernommen werden sollen.
Hier stellt sich für uns die Frage, wer ist dieser Sponsor? Welches Interesse
hat der Sponsor, dass diese Delegation fliegt? Stecken womöglich wirtschaftliche
Interessen dahinter? Handelt es sich möglicherweise um einen Bierverleger aus
der Stadt Düren?
Unserer Meinung nach riecht dies gewaltig nach einer Vorteilsnahme gewählter
Volksvertreter. Kann man dann überhaupt noch von einer Dienstreise sprechen?
Vorteilsnahme ist bekanntlich ein Fall mit dem sich i. d. R. die
Staatsanwaltschaft beschäftigt.
Was die übrigen Mitreisenden betrifft, so heißt es in der Presse, diese würden
ihre Reise selbst bezahlen. Wie ist das zu verstehen? Handelt es sich hier etwa
doch um eine Vergnügungsreise?
Wenn nicht, wie wird diese Dienstreise abgerechnet? Etwa über das jeweilige
kommunale Unternehmen (GWS, Krankenhaus Düren, Rurtalbahn, CityMa)? Dann sind es
ja letztendlich doch wieder die Einwohner Dürens, die diese Flugreise
finanzieren.
Nach unserer Erkenntnis und Betrachtung, können wir Ihnen nur von dieser Reise
abraten. Für uns ist das schon jetzt ein Skandal.
Presseerklärung
zum Grünen Pfeil
In der Ratssitzung vom 26.05.2004 hatte das Ratsmitglied der PDS Offene Liste,
Lothar Böling, den Antrag gestellt
auch in Düren den Grünen Pfeil einzuführen. Im Antrag heißt es: „Der
Stadtrat beschließt die Einführung des Grünen Pfeils im Dürener Stadtgebiet.
Schrittweise und nach eingehender Überprüfung der jeweiligen Verkehrssituation
wird an den Ampelanlagen ein Grüner Pfeil für Rechtsabbieger angebracht.“
Über eine Mitteilungsvorlage (2004-0220) hat die Stadt Düren in der Sitzung
des Verkehrs- und Bauausschusses vom 29.06.2004 nun erklärt alle
Ampelanlagen im Stadtgebiet zu untersuchen. Sinn und Zweck der Untersuchung ist
es festzustellen, an welchen Ampeln das Anbringen eines Grünen Pfeils den
Verkehrsfluss verbessert, ohne dass der erreichte Verkehrssicherheitsstandard in
seinem Niveau sinkt. Die PDS Offene Liste begrüßt die Zusage der Stadt
und hofft, dass wie in Köln, Aachen und Euskirchen, auch in Düren Schilder mit
dem Grünen Pfeil die Wartezeiten vor Ampeln verkürzen, den Schadstoffausstoß
verringern, und den Verkehrsfluss verbessern werden. Es ist nicht nachvollziehbar,
warum dieses effiziente Verkehrszeichen bisher den Dürener Verkehrsteilnehmern
vorenthalten wurde. Alleine in Köln gibt es inzwischen 156 Grüne Pfeile. Und
zwar linksrheinisch 113 an 86
Ampeln und rechtsrheinisch 43 an 31 Ampeln. Sogar an der Einmündung der
Hauptzufahrtsstraße vom Forschungszentrum Jülich auf die L 235 profitieren seit
Jahren täglich viele Hunderte Verkehrsteilnehmer von dem kleinen Schild mit dem Grünen
Pfeil. Dies könnte auch an vielen Stellen in der Stadt Düren möglich werden.
Kaiserplatz:
Fahrgäste stehen im Regen
Seit Jahren stehen die Fahrgäste der Dürener Kreisbahn auf dem
Kaiserplatz bei Wind und Wetter im Regen. Aus diesem Grund stellte die
PDS/Offene Liste bereits am 23.05.2000
einen Antrag an den Dürener Stadtrat die Bushaltestellen auf dem Kaiserplatz so
zu gestalten, dass sie von den Fahrgästen auch bei jedem Wetter sinnvoll
genutzt werden können. In einer Stellungnahme der Stadtverwaltung v. 08.08.2000
hieß es dazu: „Aus den in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen steht
fest, dass die beiden vorhandenen Dächer, keinen ausreichenden Wetterschutz für
die Busnutzer am Kaiserplatz bieten.“ Damals hatte die Verwaltung zugesichert,
dass sie zunächst Vorschläge und Angebote zur Erstellung individueller
Wartehallen mit ausreichenden Sitzgelegenheiten einholen wolle. Anschließend
wolle man dann eine Beschlussvorlage fertigen. Bei dieser Erklärung ist es bis
heute geblieben. Passiert ist nichts. Der PDS-Ratsvertreter Lothar Böling erklärte
dazu anlässlich einer erneuten Antragstellung des Seniorenrates in der
Ratssitzung im Mai: „Würden wir jetzt einen Blick nach draußen werfen, könnten
wir sehen, was aus dieser wundervollen Erklärung geworden ist. Nämlich nichts.
Nach wie vor stehen die Fahrgäste der Dürener Kreisbahn bei Wind und Wetter im
Regen. Wie der „Paul-Larue-Parkplatz“ an Schloss Burgau beweist, hat es an
Geld nicht gemangelt. Ich finde, es wäre besser gewesen, wenn man die 210.000
Euro für diesen Parkplatz in wettergeschützte Unterstellmöglichkeiten auf dem
Kaiserplatz investiert hätte.“ Kommentar der PDS/Offenen Liste dazu: Hier
zeigt sich was Paul Larue unter „Bürgernähe“ versteht. Nur weil der Antrag von einem Ratsvertreter der PDS Offenen
Liste kam, lies er die Fahrgäste im Regen stehen
Grünen
Pfeil beantragt
Die PDS-Offene Liste, hat inzwischen in Rat und Kreistag die Einführung
des Grünen Pfeils gefordert. In
der Begründung heißt es dazu: Der Grüne Pfeil, ist keine neue Erfindung.
Seinen Ursprung hat er in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Auch nach
der Wiedervereinigung blieb er fester Bestandteil zur Regulierung des
Verkehrsflusses in den neuen Bundesländern. Zunehmend entdeckt man nun auch in
den alten Bundesländern die Vorteile des Grünen Pfeils. In vielen anderen Städten
wie z.B. Hamburg, München usw. wurde der Grüne Pfeil längst eingeführt. Da
es sich hierbei um ein preiswertes und höchst effizientes Hilfsmittel zur Förderung
des Verkehrsflusses handelt, dürfte selbst die leere Kasse der Stadt Düren
kein ernsthaftes Hindernis für die Einführung dieser verkehrsregulierenden Maßnahme
darstellen. Der Grüne Pfeil verbessert bekanntlich den Verkehrsfluss,
verringert die Wartezeiten und den Schadstoffausstoß. Zudem fördert der Grüne
Pfeil ähnlich wie die Rechts-vor-Links-Regelung das Mitdenken im öffentlichen
Straßenverkehr. Da es einer gewissen Zeit der Eingewöhnung bedarf, sollte der
Grüne Pfeil nach entsprechender öffentlicher Bekanntmachung schrittweise
eingeführt werden.“ Wie die PDS-Offene Liste in Erfahrung gebracht hat,
gibt es den Grünen Pfeil in Köln schon seit 1995. Zwischenzeitlich sind
156 Pfeile, linksrheinisch 113 und rechtsrheinisch 43. Auch in Aachen und
Euskirchen gibt es ihn. Ob er auf Antrag der PDS-Offenen Liste demnächst auch
in Stadt und Kreis Düren zum Straßenbild gehört, wird sich zeigen.
Wohlverhalten oder agreement?
Nicht nur in Köln, Bonn und Aachen gibt es Politiker, für die Käuflichkeit
selbstverständlich ist. Nein auch in Düren. Dies musste das Ratsmitglied
Lothar Böling schon kurz nach der Kommunalwahl 1999 erfahren. In einem
Fraktionsvorsitzendengespräch, unter der Leitung von Bürgermeister Paul Larue,
fragte das Ratsmitglied nach einer Beteiligung der PDS/Offenen Liste an der
Arbeit in den Fachausschüssen der Stadt. Konkret wollte die PDS Offene Liste je
ein beratendes Mitglied für zwei Fachausschüsse erreichen. Gesprächsteilnehmer für die
Fraktionen waren Karl-Albert Eßer und Ina Schoeller (beide CDU), Jürgen
Heinrichs (SPD), sowie Bruno Voß und Verena Schloemer (beide Grüne). Frau
Schoeller (CDU) fragte ob die PDS/Offene Liste nun Wohlverhalten anbieten wolle.
Ina Schoeller: „Nachdem was man bis jetzt von der Offenen Liste der PDS an
Aktionen, Plakaten und Flugblättern gesehen hat, frage ich mich warum wir Ihnen
entgegen kommen sollen? Alle paar Wochen müssen wir eine neue Aktion zur
Kenntnis nehmen. Wollen Sie uns jetzt etwa Wohlverhalten anbieten, damit wir
Ihnen die Mitarbeit ermöglichen?“ Jürgen Heinrichs, damals stellvertretender
Fraktionsvorsitzender der SPD ging noch einen Schritt weiter. Jürgen Heinrichs:
„Was bieten Sie uns denn im Gegenzug für die beiden beratenden Ausschusssitze
an? Wenn Sie hier mit einer Forderung hinkommen, dann müssen Sie dafür auch
eine Gegenleistung einbringen. Unter gleichberechtigten Partnern bezeichnet man
so etwas als ein agreement.“ Hier wird deutlich was stadtbekannte
Kommunalpolitiker unter parlamentarischer Demokratie verstehen. Lothar Böling
dazu: „Es ging uns nicht darum eine Gegenleistung anzubieten, sondern einfach
um die demokratische Mitarbeit für die Offene Liste der PDS. Dazu aber waren
die Dürener Ratsfraktionen, die immer von Bürgerbeteiligung faseln, bis heute
nicht bereit.“
(Der Verlauf dieses Gesprächs ist
RATIONAL
Nr.7 zu entnehmen.)