![]() |
Düren |
Dürener
Nachrichten v. 02.04.2011, S. 21
Tatsächlich ein Restaurant
Zu dem Text
„Restaurant kann gebaut werden“ in den Nachrichten v. 30. März schreibt Lothar
Böling aus Düren:
Da will man doch tatsächlich ein Restaurant neben
dem Indemann errichten. Und das für schlappe 1,2 Mio. Euro. Offensichtlich
lässt sich RWE die Aufwertung des Indemanns richtig was kosten. Würden nicht
riesige Gewinne für die Aktionäre von RWE winken, wäre man wohl kaum so
spendabel. Was aber nützt das alles? Der Indemann ist und bleibt ein nicht zu
übersehender Flop. Wer einmal da gewesen ist, der muss nicht noch ein zweites
Mal in dieser unansehnlichen Stahlkonstruktion herumturnen. Da gibt es im Kreis
Düren wahrlich schönere Orte an denen man sich aufhalten kann. Vermutlich will
man mit dem geplanten Restaurant einen solchen Ort schaffen. Aber auch dies wird
sich schnell abgreifen. Gutes oder preiswertes Essen gibt es schließlich
überall. Da muss man nicht extra zu einer abstoßenden Stahlkonstruktion pilgern.
Düren Zeitung/Dürener
Nachrichten v. 12.04.2010, S. 5
Weg mit der Zeitarbeit!
Lothar Böling aus
Düren meint zur SPD-Politik:
Welch späte Einsicht, zu der die Generalsekretärin der SPD da
gekommen ist! Die SPD habe die Büchse der Pandora geöffnet. Was Frau Nahles da
erklärt, davor haben Gewerkschafter und linke Politiker schon vor Jahrzehnten
gewarnt. Was denkt Frau Nahles denn, warum die Arbeitgeberverbände so vehement
die Einführung der Zeitarbeit gefordert haben. Das Argument Auftragsspitzen
abfangen zu wollen, war doch nur ein billiger Vorwand. Die Umwandlung normaler
Arbeitsplätze in Zeitarbeitsplätze war von Anfang an das Ziel. Fragt sich nur,
was Frau Nahles und ihre SPD mit der späten Erkenntnis jetzt anfangen? Von der
alten gewerkschaftlichen Forderung, gleiche Löhne für gleiche Arbeit, sind wir
heute entfernter denn je.
Dürener
Zeitung v. 20.01.2010, S. 16
Düren erinnert an Dubai
Lothar Böling aus
Düren schreibt zu dem Artikel „Die größte Verwaltung der Region entsteht“ (DZ v.
05.01.)
Die Stadt Düren erinnert mich zusehends an Dubai. Auch dort jagt ein Bauprojekt
das andere. Während der Bürgermeister zuletzt noch mit einem klotzigen
Museumsanbau aufwartete, versucht es der Landrat erneut mit einem Ausbau der
Kreisverwaltung. War es 2005 noch „Haus C“, so versucht man im Jahr 2010 das
gleiche Spielchen mit dem Anbau „Haus D“. Und das alles auf Kosten der
Steuerzahler. Denn ohne die Millionen von Bund und Land geht auch in Düren schon
lange nichts mehr. Dabei ist dieser 15-Millionen-Bau vollkommen überflüssig. Wer
braucht schon ein Job-Center mit moderner Fassade, wenn den Schwächsten in
unserer Wohlstandsgesellschaft darin nur rücksichtslos das Existenzminimum
gekürzt wird? Die vielen Klageverfahren vor den Sozialgerichten sprechen für
sich. Und von Förderung kann hier auch keine Rede sein. Düren braucht weder eine
Zentrale zur Verwaltung der Arbeitslosigkeit mit 120 Räumen, noch 110
Mitarbeiter, die sich beim Verwalten der 1-Euro-Jobs das Gesäß platt sitzen.
Statistiken schönen und Zeitarbeit anpreisen, das konnte und kann auch das
Arbeitsamt. Und das ganz ohne einen Millionen-Anbau.
Dürener Nachrichten v. 17.11.2009, S. 14
Was hat das mit Luxus zu tun?
Lothar Böling,
Mitglied des Dürener Stadtrates (FREIE LISTE), meint zum Artikel „Düren
besteuert künftig Zweitwohnsitze“ in der Ausgabe vom 13. November:
Was hat das mit Luxus zu tun, wenn Studenten, Auszubildenden oder Arbeitern
aus beruflichen oder schulischen Gründen nichts anderes übrig bleibt, als an
einem anderen Ort einen Zweitwohnsitz zu unterhalten? Doch wohl nichts! Durch
steigende Semestergebühren und Studiengebühren steht der Personenkreis der
Studierenden doch ohnehin schon unter erheblichem finanziellem Druck. Es ist
daher einfach unglaublich, mit welcher Selbstherrlichkeit der Rat der Stadt
Düren die Zweitwohnungssteuer beschlossen hat. Wäre man meinem Antrag gefolgt,
müssten Studierende und Auszubildende jetzt keine Steuer zahlen. Aber selbst
GRÜNE, LINKE und SPD hatten nichts Besseres zu tun, als der Zweitwohnungssteuer
zuzustimmen. Das Studenten und Auszubildende künftig in Düren für ihren
Zweitwohnsitz Steuern zahlen müssen, haben sie vor allem der Ignoranz der
Politik zu verdanken. Das hätte man auch ganz anders machen können.
Dürener
Zeitung v. 21.10.2009, S. 16
Rettungsschirm für Menschen
Gerhard Schulze aus
Düren nimmt Stellung zu unserem Artikel "Dürener Tafel zählt wöchentlich bis zu
15 neue Kunden" (DZ 12.10.).
Auf Ihrem Foto zum obigen Thema zeigen Sie, wie der parlamentarische
Staatssekretär Thomas Rachel eifrig bei der Erbsensuppenverteilung der Dürener
Tafel mithilft. Es ist ja rührend wie Herr Rachel sich hier für eine Warme
Mahlzeit einsetzt. Ich wünschte, er würde sich gleichermaßen tüchtig und eifrig
im Bundestag, in seiner Fraktion der CDU und an anderen Orten dafür einsetzen,
dass gar nicht erst so viele Menschen in die Lage der Armut kämen. Würde er sich
energisch für bedarfsdeckende Regelsätze in der Grundsicherung, z.B. Hartz IV
starkmachen, wären die meisten Betroffenen nicht auf eine Lebensmittelausgabe
angewiesen. Verarmung in unserer reichen Gesellschaft hat strukturelle Gründe.
Es sind nicht die vielen Einzelschicksale, die nur durch wohlgemeinte private
Fürsorge aus ihren Lebens-Situationen herausgeführt werden können. Hier ist
sozialstaatliches Handeln angesagt. Neben einem "Rettungsschirm" für Banken für
zig Milliarden Euro brauchen wir einen "Rettungsschirm für Menschen", die von
Arbeitslosigkeit und Armut betroffen werden und schon sind. Herr Rachel möge
sich einsetzen für existenzsichernde Arbeitsplätze und für eine armutsfeste
Grundsicherung.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling hierzu:
Schön zu sehen, dass auch andere den
Widerspruch gesehen haben. Herr Rachel kann so viel Erbsensuppe verteilen wie er
will. Ist er doch nach wie vor einer jener Abgeordneten, die der Einführung von
Hartz IV im Bundestag zugestimmt haben. Hatte ebenfalls folgenden Leserbrief zum
o. g. Artikel geschrieben. Leider wurde dieser in den Dürener Nachrichten nicht
veröffentlicht. Hier der Inhalt:
Die Arbeit der Dürener
Tafel ist ein wichtiger Beitrag zur Versorgung vieler Dürener Einwohnerinnen und
Einwohner. Viele, die von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II leben müssen
haben nämlich im Monat nicht einmal das Existenzminimum das ihnen zusteht. Oft
sind sie hoch verschuldet, müssen monatlich Gelder von ihrer spärlichen
Regeleistung abzweigen um Schulden (z.B. Heizkosten aus dem vergangenen Jahr) zu
begleichen. Wer bei dem Artikel nicht so recht ins Bild passt ist übrigens der
Mann mit der Suppenkelle. War es doch Thomas Rachel, der 2004 im Bundestag der
Einführung von Hartz IV zugestimmt und damit Millionen Arbeitslose der
Verelendung preisgegeben hat. Herr Rachel ist kein Wohltäter mit Suppenkelle,
sondern Mitverantwortlicher für Hartz IV. Als Parlamentarischer Staatssekretär
ist er ein Spitzenverdiener. Er hat keine Ahnung davon, was es bedeutet am Rande
der Gesellschaft zu leben. Deshalb halte ich den Dürener Bundestagsabgeordneten
der CDU, Thomas Rachel, als Verteiler von Erbsensuppe beim Ernstdankfest der
Dürener Tafel für völlig deplaziert und geschmacklos.
Dürener
Zeitung v. 16.10.2009, S. 16
"Lieber Abriss verfügen"
Lothar Böling aus
Düren schreibt zum Artikel "Eine Mahnung zum Frieden" (DZ13.10.)
Wie kann ein Aufmarsch von Soldaten eine Mahnung zum Frieden sein?
Beim alljährlichen Gastspiel der Bundeswehr, am Ehrenmal der 116. Panzerdivision
(Windhund-Division) in Hürtgenwald, handelt es sich nicht um eine
Friedenskundgebung, sondern um ein gewöhnliches Militaristentreffen. Da geht es
nicht um die Opfer, die der verbrecherische zweite Weltkrieg gekostet hat,
sondern um Ehrerbietung gegenüber toten Tätern. Waren es doch deutsche
Divisionen, die halb Europa in Schutt und Asche legten. Jenen, denen in
Hürtgenwald alljährlich gehuldigt wird, waren Soldaten einer
Freiwilligen-Division der faschistischen Hitler-Wehrmacht. Mit ihrem fanatischen
Durchhaltewillen haben sie dafür gesorgt, dass ein Krieg der längst verloren
war, noch unnötig in die Länge gezogen wurde. Dies hat vielen tausenden jungen,
amerikanischen und kanadischen Männern das Leben gekostet. Statt die Wege dieser
militaristischen Pilgerstätte zu befestigen, hätte der Kreis Düren besser den
Abriss des Mahnmals verfügen und die Gedenkstätte durch den Bauhof einebnen
lassen sollen. Eine Wildwiese mit farbenfrohen Blumen für Bienen, Hummel und
Schmetterlinge ist allemal schöner, als ein Soldatenaufmarsch im dumpfen Geiste
deutschen Nationalismus und Militarismus. Erbärmlich, das gewählte
„Volksvertreter“ aus Hürtgenwald und dem Kreis Düren dem Rummel immer noch
beiwohnen.
Dürener Zeitung v. 19.05.2009, S. 13
Was ist mit den Opfern?
Zu unserem Artikel
"Elfenbeinturm trifft Abenteuerspielplatz" vom 12. Mai über die Kritik von
Wissenschaftlern zum Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" erreichten uns
drei Leserbriefe. Auch Lothar Böling aus Düren äußert sich zum Thema:
Der Einschätzung des Leiters des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege,
man "sehe sogar den Zwang zur Veränderung", kann man sich nur anschließen. Denn
das zur Schau stellen, einer Sammlung aus Kriegsgerät und -spielzeug, macht noch
lange kein Museum. Völlig außer Acht gelassen wird hier die Tatsache, dass der
II. Weltkrieg von deutschem Boden ausging. Also die Ursachen für Zerstörung,
Kriegsverbrechen und Völkermord, im eigenen Land, zu suchen sind. Das Museum ist
meiner Meinung nach nur eine Pilgerstätte für Waffennarren und Militaristen. Das
Wort „Frieden“ ist hier völlig fehl am Platze. Denn Millionen Menschen haben bei
der Zerschlagung des Hitler-Faschismus ihr Leben gelassen. Was ist mit den
Opfern? Bilder vom Schrecken des Krieges, von zerfetzten Menschenleibern,
abgerissenen Armen und Beinen und dem Leid der Mütter, Ehefrauen und Kinder, die
den Vater, Ehemann und Sohn verloren haben, sucht man vergebens.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Wie sich inzwischen herausgestellt hat, wurde die Ausstellung der ehem. 116.
Panzer-Divison (Windhund-Division) auch in dieses Museum integriert. Hierbei
handelt es sich um Dokumente, die vom "heldenhaften" Kampf dieser Elitedivision
der Wehrmacht zeugen sollen. Allein aus diesem Grund, müsste diese Waffenschau
sofort geschlossen werden. Dient dies doch nur der Kriegsverherrlichung. Die
deutsche Wehrmacht handelte nämlich im Auftrage eines verbrecherischen Systems,
dem des Hitlerfaschismus.
Dürener Zeitung/Dürener Nachrichten v. 02.03.2009, S.27
Von geistigen Tieffliegern trennen
Lothar Böling aus
Düren bezieht sich auf den Artikel „Kritik an Mißfelder aus eigenen
Reihen“:
Gut, dass sich in der CDU endlich
Widerstand regt. Einfach unerträglich diese Äußerung des Vorsitzenden der Jungen
Union. Und so was will Bundestagsabgeordneter sein? Die Erhöhung des Hartz
IV-Kinderregelsatzes sei ein „Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“,
heißt es da. Arbeitslose als Raucher und Säufer abzustempeln erinnert schwer an
rechte Stammtisch-Parolen. Bereits vor einigen Jahren fiel dieser junge Schnösel
unangenehm auf. Alte Menschen bräuchten keinen Zahnersatz und künstliche
Hüftgelenke mehr, lautete damals die Forderung des Philipp Mißfelder.
Offensichtlich hat Herr Mißfelder von christlichen Werten so viel Ahnung, wie
die Kuh vom Sonntag. Die Union tut gut daran, sich von solch geistigen
Tieffliegern zu trennen.
Schulbücher
Wenn man tatsächlich etwas
für Kinder aus Hartz IV-Familien tun will, dann sollte man neben der Anhebung
des Kinderregelsatzes schleunigst für kostenlose Schulbücher und Mittagessen an
den Schulen sorgen. Denn mit der Einführung von Hartz IV wurde die Befreiung von
der Zuzahlung zu den Lernmitteln ersatzlos gestrichen. Das Ergebnis: Seit 2005
sitzen bundesweit unzählige Schüler im Unterricht ohne Schulbücher da
Dürener Zeitung/Dürener Nachrichten v. 13.10.2008, S. 25
Solchen Bankrotteuren keine freie Hand lassen
Zur
internationalen Finanzmarktkrise und den Rettungsplänen äußert sich Lothar
Böling aus Düren:
Eine
wissentliche Vergabe von Krediten, an nicht zahlungskräftige Kunden in großem
Stil, ist alles andere als seriös. Erst recht, wenn man anschließend das eigene
Risiko auch noch an andere Banken weiter verkauft. Hier haben wir es nicht mit
einem dummen Jungen Streich zu tun, sondern mit kriminellen Geschäftspraktiken
einer ganzen Branche. Hier wurde nicht grob fahrlässig, sonder bewusst und
vorsätzlich gehandelt. Es genügt daher nicht, Milliarden aus der Staatskasse zu
nehmen um damit faule Kredite abzulösen. Es müssen endlich Taten folgen, die
solche Pleiten künftig ausschließen. Sollte dies alles nichts nützen, wird man
wohl nicht umhin kommen, die Banken zu verstaatlichen. Schließlich waren es die
Milliarden der Steuerzahler, die den Zusammenbruch verhinderten. Kein
Unternehmen und keine Volkswirtschaft kann es sich auf Dauer leisten, solchen
Bankrotteuren freie Hand zu lassen.
Dürener Zeitungen v. 12.09.2008, S. 18
Selbst aktiv werden und handeln
Zum Artikel "Säulen
der Eingliederung schnell zusammenführen" vom 04. Oktober schreibt Lothar Böling
aus Düren:
Welchen Einfluss Beschlüsse eines Integrationsausschusses auf eine
Kommune haben könnten, war schon dem Gesetzgeber klar. Deshalb hat die Zahl der
Ratsmitglieder (10 Personen) in einem solchen Ausschuss auch grundsätzlich
größer zu sein, als die der Migrantenvertreter (9 Personen). Allerdings ist dies
nicht die Ursache für den gewaltigen Frust der Mitglieder des Dürener
Integrationsausschusses. Meiner Meinung liegt es daran, dass sich die Dürener
Migrantenvertreter von Anfang an haben einwickeln lassen. Statt gezielt Anträge
zu stellen, die den Prozeß der Integration in Düren beschleunigen und die
Situation der Migranten nachhaltig verbessert, hörte man jahrelang nur auf das,
was der Ausschussvorsitzende Peter Koschorreck (SPD) und sein Stellvertreter
Josef Kallscheuer (CDU) wollten. Die alljährlich auch in Düren stattfindende
Interkulturelle Woche hat sicherlich ihren Reiz und leistet auch einen kleinen
Beitrag zur Integration. Doch das allein kann es nicht sein. Ich finde, wenn die
Migrantenvertreter aus ihrem Jammertal heraus wollen, dann müssen sie selbst
aktiv werden und handeln. Die Chance Anträge zu stellen hat nämlich immer
bestanden, sie wurde jedoch seit Bestehen des Integrationsausschusses sträflich
vernachlässigt.
Dürener Zeitungen v. 12.09.2008, S. 18
"Aktenjogging" zwischen Kreis und Stadt
Ernst Rabe aus
Kreuzau reagiert auf unseren Kommentar "Warum nicht früher?" (27.08.).
"Haushaltssanierung ist ohne Kahlschlag möglich", so lautet der
Untertitel zum Kommentar. Allein fehlt mir fehlt der Glaube an die
Ernsthaftigkeit des Sparwillens, liegen doch wichtige Vorschläge zu
effizienterem Verwaltungshandeln seit Jahren vor. Die überfällige Zusammenlegung
von Stadt und Kreisbehörden zum Beispiel im Bereich Jugend-, Sozial- und
Ausländeramt könnte zu erheblichen Einsparungen führen. Am Beispiel eines
Jugendhilfefalles zeigt sich der Unsinn am kommunalen "Kirchturmdenken"
festzuhalten. Ein von uns zurzeit betreuter Junge wechselte in den letzten
Jahren mehrfach seinen Wohnsitz zwischen Stadt und Kreis. Die jeweiligen
Mitarbeiter aus sozialem Dienst und wirtschaftlicher Jugendhilfe mussten den
Jugendhilfefall mehrfach neu bearbeiten, Akten anfordern, studieren, persönliche
Gespräche führen und neue Bescheide erlassen. Ein sehr zeitaufwändiges und
kostenintensives Handeln. Ob das dem "Kindeswohl" dient? Statt soziale
Betreuung, die unter anderem auf Vertrauensbildung zielt, in einer Hand zu
belassen wird wider alle Vernunft zwischen Kreis und Stadt Aktenjogging
betrieben. Das dient keinem, kostet viel Geld und bindet wert- volle Zeit von
pädagogischen Mitarbeitern in Aktenstudium. Auch im Ausländer- und Sozialwesen
gibt es hunderte ähnliche Fälle. Offensichtlich scheinen aber die
Parteienvertreter aus Stadt und Kreis am Erhalt der vielen Fachausschüsse ein
gesteigertes Interesse zu haben. Schließlich gibt es ja Pöstchen zu verteilen
und ab und zu kann man ja "Riesensitzungen, wie JHA-Gesamtkonferenz unter
Beteiligung der beiden Fachausschüsse von Stadt und Kreis unter Einbeziehung der
Wohlfahrtsverbände organisieren. Im Ergebnis wird dann gestritten wer die
tolleren Kita-Elternbeiträge erheben kann. Solange auf diesem Niveau gestritten
wird, rückt Sparen in weite Ferne.
Dürener Nachrichten v. 19.08.2008, S. 18
Die Stadt ist in sozialer Schieflage
Zum Artikel „Wer
spendiert Kindern die Theaterkarten?“ (Ausgabe vom 14. August) nimmt Stadtrat
Lothar Böling (PDS/Offene Liste) aus Düren Stellung:
So löblich das
gesellschaftliche Engagement der Erna-Schiefenbusch-Gesellschaft auch sein mag,
die 100 Theaterkarten für Kinder aus bedürftigen Familien sind und bleiben ein
Tropfen auf den heißen Stein. Allein in der Stadt Düren gibt es inzwischen 3.274
Kinder unter 15 Jahren die von Sozialgeld leben. Im April 2008 war dies fast
jedes vierte Kind unter 15 Jahren. Kunst und Kultur aber sind Allgemeingut und
kein Privileg jener Leute die es sich leisten können. Wenn nach Auskunft des
Dürener Jugendamtes die Zahl der Kinder und Jugendlichen steigt, die kein Geld
für eine Kulturveranstaltung haben, so zeigt das, wohin es geht. Wie
Bürgermeister Paul Larue, weiterhin darauf zu hoffen, dass sich möglichst viele
melden, die weitere Theaterkarten spendieren, ist mir zu wenig. Eine Stadt, in
der ein Viertel aller Kinder am Rande des Existenzminimums lebt, befindet sich
nach meiner Einschätzung in einer deutlichen, sozialen Schieflage, die mit
Spenden nicht mehr zu korrigieren ist.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Es wäre daher schön, wenn sich Herr Jörg
Hamel
und Herr Paul Larue in der eigenen Partei für eine andere Politik einsetzen
würden. Mehr sozialer Ausgleich, statt elitäres Denken und Spendenmentalität.
Schließlich mangelt es auch am Geld für Schulbücher und warmes Mittagessen in
der Schule. Verantwortlich hierfür die CDU-Landesregierung und die
Bundesregierung aus CDU und SPD..
Dürener Zeitung/Dürener Nachrichten v. 18.08.2008, S. 7
Nichts zu tun mit Enttabuisierung
Lothar Böling aus
Düren beschäftigt sich mit dem Nein der Union zum Heroin auf Rezept:
Einfach unglaublich, mit welcher Arroganz Unionspolitiker beim Thema
Drogensucht immer wieder reagieren. Dabei hat die Verabreichung von synthetisch
hergestelltem Heroin auf Rezept überhaupt nichts mit einer Enttabuisierung einer
harten Droge zu tun. Hier geht es ausschließlich darum Drogenabhängigen die
helfende Hand zu reichen. Denn wenn die Ersatzdroge Methadon bei einer Therapie
nicht anspricht, muss sofort ein geeignetes Ersatzmittel verabreicht werden. Wie
sonst, will man Abhängige erfolgreich der Drogenszene entziehen? Die Ablehnung
von synthetisch hergestelltem Heroin als Medikament, ist schlichtweg
unterlassene Hilfeleistung, welche mit einem christlichen Weltbild nicht zu
vereinbaren ist. Meiner Meinung nach ist die Forderung von FDP, Grünen und
Politikern der Linkspartei das Betäubungsmittelgesetz zu ändern, hier die
notwendige Konsequenz, zur Rettung von Menschenleben.
Dürener Zeitung v. 05.08.2008, S. 22
Betriebe müssen mehr ausbilden
Lothar Böling
aus Düren äußert sich zu unserem Beitrag „Forschungszentrum als Vorbild“
(Kreisseite am 2. August) Er schreibt unter anderem:
Wenn
Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) erklärt: „Wer heute nicht ausbildet,
darf sich morgen nicht über mangelnde Fachkräfte wundern.“, so hört sich dies
gut an. So schön diese Worte aber auch klingen mögen, was nachweislich nicht
ausreicht, sind die Taten bei Wirtschaft und Politik. Da genügt es zum Beispiel nicht
darauf zu verweisen, dass man beim Bundesministerium für Bildung und Forschung
peinlichst auf die Einhaltung einer Ausbildungsquote von 7 Prozent achtet. Denn
der von der deutschen Wirtschaft aktuell beklagte Fachkräftemangel belegt
nämlich sehr anschaulich, dass dies bei weitem noch nicht ausreicht. Weil schon
seit Jahrzehnten Ausbildungsplätze fehlen, fordern linke Politiker und
Gewerkschaften seit mehr als 30 Jahren eine Ausbildungsquote von zehn Prozent.
Auch wenn die Zahl der Auszubildenden im Forschungszentrum Jülich bereits neun
Prozent der Beschäftigten ausmacht, so genügt selbst dies noch nicht.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Vor dem
Hintergrund der Einführung von Studiengebühren ist die Zahl der Studienanfänger
inzwischen um 5 Prozent zurückgegangen. Ich schlage daher vor, dass sich Herr
Rachel zunächst in der eigenen Partei für die Einsicht stark macht, dass
Studiengebühren den Mangel an Fachkräften noch erheblich vergrößern werden.
Schon jetzt fehlen bundesweit 400.000 Fachkräfte.
Dürener Zeitung/Dürener Nachrichten v. 04.08.2008, S. 7
Ängste sind berechtigt
Zum
„Ruf nach Sozialtarifen“ wegen der stark gestiegenen Energiepreise
schreibt Lothar Böling aus Düren:
Die Ängste von DGB und
Linkspartei sind berechtigt. Beschämend, dass Vertreter der beiden großen
"Volksparteien" wegen der explodierenden Energiepreise noch nichts unternommen
haben. Dabei ist es doch Aufgabe einer jeden Regierung Schaden vom Volke
abzuwenden. Bereits im Jahr 2007 wurde allein in NRW 59.000 Haushalten der Strom
abgeklemmt. Inzwischen sind die Strompreise weiter gestiegen. Und hinzu kommt in
diesem Jahr noch eine gewaltige Preissteigerung von 30 Prozent beim Gas. Es ist
also tatsächlich damit zu rechnen, dass im kommenden Winter noch erheblich mehr
Haushalten der Energiehahn zugedreht wird, weil sie die Heizkosten nicht mehr
bezahlen können.
Dürener Nachrichten v. 23.07.2008, S. 15
Bildung statt Eurofighter
Auf den Artikel
„Aus Nörvenich kaum Klagen“ (Nachrichten" vom 17. Juli) meldet sich Lothar
Böling, fraktionsloses Ratsmitglied in Düren, zu Wort. Er schreibt:
Dass es aus
Nörvenich kaum Klagen gibt, wundert mich nicht. Versickerten doch an diesem
Bundeswehrstandort bereits 80 Millionen Euro für das neue Flugsimulationszentrum
des Eurofighters. Am Ende der unsinnigen Umrüstung vom Tornado auf den
Eurofighter (100 Mio. Euro pro Stück) werden es allerdings mehr als 4,5 Mrd.
Euro sein, die die Bundeswehr am Standort Nörvenich nutzlos verplempert hat. 4,5
Milliarden Euro, die unser Bildungssystem dagegen bitter nötig hätte. Würde sich
der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) und sein Begleiter aus Düren, MdB
Thomas Rachel (CDU), mit dem gleichen Elan für einen Umbau unseres
Bildungssystems einsetzen, gäbe es an unseren Schulen keine Kinder ohne
Schulbücher, keine fehlenden Lehrer und keinen Unterrichtsausfall. Mein
Vorschlag: Sofortige Schließung des Standortes Nörvenich zu Gunsten unseres
maroden Bildungssystems. Es mangelt an Fachkräften und nicht an tollkühnen
Piloten in fliegenden Kisten.
Dürener Nachrichten v. 09.11.2007, S. 15 +
Dürener Zeitung v. 10.11.2007, S. 19
Das Bild vom Teamgeist ist mehr als unpassend +
Eine verlogene Werbung
Ludger Dowe aus Düren schreibt zur Kooperation zwischen Evivo Düren und der
Bundeswehr:
Seit vielen Jahren (Kaufmännische Schulen, Burgau, Arena) gehe ich zu den
Spielen von Evivo und habe mich in den letzten Jahren in der Lokalpresse zweimal
als Evivo-Anhänger "geoutet". In dieser Saison gehe ich jedoch nur noch mit
erheblichem Missbehagen zu den Spielen. "Gewarnt" durch einen Presseartikel, in
dem vom neuen Sponsor für Evivo berichtet wird, komme ich zur Halle, finde im
Foyer einen schicken Werbestand der Bundeswehr mit nettem Uniformträger, in der
Halle entdecke ich Evivo-Spieler mit Bundeswehraufdrucken auf den T-Shirts und
"genieße" während des Spiels und in den Pausen einen Werbefilm "Karriere mit
Zukunft". Mit schneidigen Panzer- und Motorradfahrten, waghalsigen Kampfjets,
Hubschraubern, Fallschirmspringern u. a. wird ein Bild von einer Armee
vorgegaukelt, das mit dem Auftrag und bei sich massiv veränderter Realität der
Bundeswehr nicht viel zu tun hat. Eine Werbung unter jungen Leuten für die
Verpflichtung mit solchen Medien halte ich für verlogen und gefährlich. Seit
Deutschland "auch am Hindukusch verteidigt wird", seit auf dem Balkan und in
Afghanistan und in anderen (zunehmenden!) Krisen- und Kriegsgebieten deutsche
Soldaten eingesetzt, dann oft verletzt oder auch im Zinksarg zurückkommen (oder
hier traumatisiert in psychiatrische Behandlung müssen), ist das Bild von"
Teamgeist, Schnelligkeit, Einsatzbereitschaft" (so der Oberstleutnant im meines
Erachtens unerträglichen Vergleich mit den Sportlern des Werbepartners Evivo)
mehr als unpassend. Schade, dass die Verantwortlichen von Evivo und der GmbH
sich diese Zusammenarbeit nicht gründlicher überlegt haben und zu einem anderen
Ergebnis gekommen sind!
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Die Bundeswehrwerbung bei Evivo ist nicht nur
unpassend und verlogen, sondern schlichtweg eine riesige Sauerei. Hier wird
Sport erneut skrupellos für militärische Zwecke missbraucht. Wenn
Bundeswehroffiziere Worte, wie "Kampfwille, Teamgeist, Schnelligkeit und
Einsatzbereitschaft" in den Vordergrund stellen und loben, dann verfolgen sie
dabei eindeutig kriegerische Interessen.
Hier ein paar Zeilen zu Evivo und Bundeswehr, aus einem Artikel in der Dürener
Zeitung v. 01.10.2007:
"Auf den Einspiel-T-Shirts wirbt der
Bundesligist ab sofort vor Spielbeginn für eine «Karriere mit Zukunft»
bei den Streitkräften - ein in dieser Form bislang einmaliges Sportsponserings
durch die Bundeswehr, betonte Oberleutnant Thomas Jungen von der
Wehrdienstberatung bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags, der auch
Werbespots und Info-Stände in der Arena beinhaltet. «Volleyball steht für
Kampfgeist, Dynamik und Teamfähigkeit. Attribute, die auch in der Bundeswehr
zählen», erklärte Oberstleutnant Ralf Jakobeit. Der Kampf um qualifizierte
Ausbildungskräfte sei angesichts des demographischen Wandels längst entbrand,
begründete der Chef der Wehrdienstberater in NRW, Rheinland-Pfalz und im
Saarland den ungewöhnlichen Weg der Bundeswehr, mit potenziellem Nachwuchs über
den Sport ins Gespräch zu kommen. Die Zusammenarbeit ist erst einmal auf ein
Jahr ausgelegt. Zur Höhe des finanziellen Engagements machten Verein und
Bundeswehrvertreter keine Angaben. "
Hier noch ein weiteres Zitat von Herrn
Jakobeit, zur Bundeswehrwerbung beim Girls Day 2006 in Hilden:
"Die Werbung der Bundeswehr um Frauen ist für uns auch deswegen
wichtig, weil dort gute Bewerberinnen vorhanden sind. Das bestätigen nicht nur
die Wehrdienstberater, sondern auch die Truppe. Der Anteil der Frauen in der
Bundeswehr soll stetig ansteigen, nicht um Quoten zu erfüllen, sondern um das
vorhanden Potential zu nutzen"
, so Jakobeit weiter."
So so, Herrn Jakobeit, bzw. die
Bundeswehr geht es also nur um die Nutzung des vorhandenen "Potentials".
Ich finde, Evivo sollte sich schleunigst von seinem neuen Sponsor Bundeswehr
trennen. Bundeswehrwerbung hat beim Volleyball nichts verloren.
Dürener Nachrichten v. 05.10.2007, S. 12
Sind Saufpartys wichtiger?
Zur in Düren-Nord
geplanten Großraumdisco schreibt Lothar Böling aus Düren:
Hier kann es überhaupt keinen Zweifel geben! Der Bau einer Großraumdisco im
Stadtteil Düren-Nord muss verhindert werden. Denn Vorrang haben sollten immer
die Interessen der Menschen, die in einem Stadtviertel leben müssen. Es kann
nicht sein, das "Flatrate-Saufpartys" wichtiger sein sollen, als die erholsame
Nachtruhe und ein lebenswerter Stadtteil. Lärmbelästigung durch an- und
abfahrende PKW´s, Parksuchverkehr die ganze Nacht, Belästigung von Passanten
durch betrunkene Discobesucher, passen nicht zu einem Stadtteil der aus dem
Landesprogramm "Soziale Stadt NRW" gefördert wird. Auch die
CDU-Mehrheitsfraktion im Rat täte gut daran, den Bau dieser Discobude zu
verhindern. "Privat vor Staat" ist hier nicht angesagt. Hier müssen die privaten
Interessen eines Discobetreibers klar vor denen der Bewohner des Stadtteils
zurück stehen. Als Vertreter der Partei DIE LINKE im Rat der Stadt Düren werde
ich jedenfalls gegen den Bau einer Großraumdisco in Düren-Nord stimmen.
Dürener Zeitung / Dürener Nachrichten v. 03.09.2007, S. 12
Nicht aussortieren, sondern fördern
Die Warnungen der
CDU vor dem „Experiment Schulfabrik“ beschäftigen Lothar Böling aus Düren:
Dieser Artikel
offenbart wieder einmal das gesamte Dilemma unseres Schulsystems. Während die
Industrie einen Mangel an Fachkräften beklagt und händeringend Ingenieure sucht,
verteidigen CDU und FDP unser marodes Schulsystem mit Händen und Füßen. Schon
die Tatsache, dass nur 40 Prozent der Grundschüler aufs Gymnasium gehen, zeigt,
dass hier was faul ist. Mit Schlagworten, von „sozialistischen Schulfabriken“,
versucht man Unwissende zu ängstigen. Die SPD wolle die beliebten Gymnasien
abschaffen, wettert eine Frau die sich auch noch Schulministerin nennt.
Ich frage mich, was das ganze Gezeter soll? Jedem halbwegs gebildeten Mensch ist
doch schon lange bekannt, dass es in unserm Schulsystem keine Chancengleichheit
gibt. Wie sollen unsere Kinder die Zukunft meistern, wenn sie hierzu nicht
einmal befähigt werden? Erreichen in Deutschland doch nur 37 von 100 Schülern
eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur). In anderen OECD-Ländern sind es
dagegen doppelt so viele. Da unsere Kinder genau so schlau auf die Welt kommen,
wie Kinder in anderen Ländern, kann es nur an unserem Schulsystem liegen.
Finnland hat zum Beispiel solch ein einheitliches Schulsystem. Nicht
aussortieren, sondern fördern ist dort der Schwerpunkt. Alle Lehrer haben eine
vollwertige, pädagogische Ausbildung. Und Lehrer werden, können nur Abiturienten
mit dem besten Notendurchschnitt. Allein das garantiert schon Qualität. Die
besten Schüler gibt es allerdings auch dort, nur in kleinen Klassen und an
kleinen Schulen.
Dürener Zeitung v. 17.08.2007, S. 14
Bildung soll nichts kosten
Lothar Böling aus Düren schreibt zu unserem Bericht „Von völlig unpassend bis
Schnapsidee“ vom 9.August:
Das ist wieder mal typisch! Weil Ganztagsunterricht Kosten
verursacht, will man Schülern und Lehrern das Wochenende kaputt machen. Hier
geht es nur darum notwendige Investitionen zu vermeiden, die die Landesregierung
Geld kosten. Denn um mittags eine warme Mahlzeit garantieren zu können, benötigt
jede Schule Küche und Speisesaal. Bildung soll also wieder mal nichts kosten.
Ich finde, statt Schülern und Lehrern wichtige Zeit für Erholung zu zerstören,
sollte sich das Schulministerium endlich mal um den Unterrichtsausfall kümmern.
Denn schon seit Jahren fällt Unterricht aus, der bei Schülerinnen und Schülern
zu erheblichen Wissenslücken führt. Damit kein Unterreicht mehr ausfällt,
müssten allein in NRW 3.000 zusätzliche Lehrer eingestellt werden. Aber auch
diese würden Geld kosten.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Zu alle dem fällt mir noch ein bekannter Spruch ein: „Bei der Rüstung sind
sie fix, für die Bildung tun sie nix!“ Denn damit Bundeswehrsoldaten in
Afghanistan herumturnen können, dafür war und ist seltsamerweise immer
ausreichend Geld da.
Dürener Nachrichten v. 19.07.2007, S. 14
Schulsachen sind kein Luxus
Zu unserm Beitrag
"Früher hatten wir Lehrmittelfreiheit" vom 14.Juli meldet sich Lothar Böling,
Dürener Stadtverordneter der Partei Die Linke, zu Wort. Er schreibt:
Geht es um Volksbelustigung in der Innenstadt, dann glänzen Dürens
Kommunalpolitiker mit einem großen Bild in der Zeitung. Geht es jedoch um
unangenehme Themen, wie Kinder ohne Schulbücher, dann ist von diesen Damen und
Herren nichts zu sehen. Dann müssen die Ehrenamtler und die Freiwilligen ran, da
ist betteln angesagt. Dabei sind es Vertreter der beiden großen Volksparteien,
die im Wesentlichen für die fehlenden Schulbücher verantwortlich zeichnen. Hartz
IV wurde nämlich mit Mehrheit im Bundestag beschlossen. Es ist daher schon
beschämend, dass in einem der reichsten Industrieländer für Schulbücher
gesammelt wird. Von Chancengleichheit weit und breit keine Spur. Das bundesweit
Kinder an ihrem ersten Schultag nicht einmal alle Schulbücher in ihrer
Schultasche haben, ist schon ein Skandal. Dabei hatte die PISA-Studie schon vor
Jahren aufgezeigt, dass in keinem anderen Land der Zusammenhang zwischen
sozialer Herkunft und Leistung so ausgeprägt ist, wie in Deutschland.
Schulsachen aber sind kein Luxus, sondern unentbehrliche Arbeitsmittel beim
Erwerb einer vernünftigen Schulbildung; wichtig wie das tägliche Brot. Die
Arbeit des Dürener Freiwilligen-Zentrums ist daher anerkennenswert und kann so
manchem Kind helfen. Aber das ist keine Lösung. Chancengleichheit lässt sich nur
erreichen, wenn es bei der Bildung keine Einschränkungen und Hürden mehr gibt.
Wenn alle Kinder gefördert und nicht mehr aussortiert werden. Davon aber sind
wir seit der Abschaffung der Lehrmittelfreiheit weiter entfernt denn je. Ich
möchte an dieser Stelle noch einmal an das vorbildliche Schulsystem von Finnland
erinnern. Während in Deutschland nur 37 Prozent der jungen Menschen eine
Hochschulzugangsberechtigung haben, sind es dort doppelt so viele. Hier wird
deutlich, was ein einheitliches Schulsystem, was Chancengleichheit, leisten
kann.
Dürener Nachrichten v. 14.07.2007, S. 20
International anerkanntes Projekt
Zu den Leserbrief-Äußerungen des Stadtverordneten Lothar Böling (Die Linke) zur
Rückkehr der bosnischen Flüchtlinge schreibt Marcus Seiler, damals Mitarbeiter
des Bundestagsabgeordneten Josef Vosen, unter anderem:
Nicht zum ersten Mal meldet sich der Dürener Ratsherr Lothar Böling
von der Linkspartei als Anwalt einer Bevölkerungsgruppe zu Wort, die nach seiner
Auffassung aus Düren abgeschoben oder mit massivem Druck zur Abwanderung
gezwungen wurde. Es sind die bosnischen Kriegsflüchtlinge, die während der
Kämpfe aus dem Balkan in Düren eine Zuflucht fanden.
Sein Engagement ist schon deshalb um so verwunderlicher, als ich während der
Kriegszeit auf dem Balkan weder in Düren noch auf anderen Ebenen von einem
großen Einsatz eines Herrn Bölings für die geschundene Region etwas vernommen
habe. Herr Böling präsentiert zur Stützung seiner Behauptungen einige
Wahrheitsschnipsel ohne ein erkennbares Interesse daran, wie es wirklich war,
oder aber aus völliger Unkenntnis. Die Rückkehr der Flüchtlinge aus
Bosnien-Herzegowina wurde nach der Unterzeichnung des Dayton-Abkommens durch die
Innenministerkonferenz in Gang gesetzt. Die staatlichen Vorgaben waren auch für
Düren bindend. Der Rückkehrprozess der Dürener Flüchtlinge verlief im Kontakt
mit ihnen selbst. Die Flüchtlinge, die aus ethnischen Gründen nicht in ihre
alten Wohngebiete zurück konnten, zeigten sich rückkehrwillig, betonten aber
stets das Problem der Unterkunft. Daraus entstand das international anerkannte
Dürener Rückkehrerprojekt, in dessen Rahmen eine Siedlung in Gradacac entstand.
Die Idee zu dieser Rückkehrstrategie wurde im Rat der Stadt Düren einmütig
beschlossen. Nicht zu bestreiten ist, dass es auch ein Aspekt des Projektes war,
einen eigenen Anteil für die Rückkehr zu leisten, sozusagen im Vorgriff auf die
Sozialhilfe, die vielleicht länger verbleibenden Flüchtlingen hätte gezahlt
werden müssen. Noch heute halten viele Bosnier Kontakt nach Düren, und auch in
Bosnien erinnern sie sich stets gerne daran, wie gut sie hier behandelt wurden.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Wie schön, dass es in Düren auch
Wissende gibt. Zwar nur als "Wahrheitsschnipsel", aber doch immerhin, bestätigt
Marcus Seiler die Tatsache, dass die Stadt Düren durch die "Rückführung"
bosnischer Flüchtlinge monatlich 200.000 DM eingespart hat. Und eben genau für
diese Einsparung ist Dürens ehemaliger Bürgermeister Josef Vosen (SPD) mehrfach
gelobt worden. Als Wissender bestätigt Herr Seiler sogar, dass es sich um
Flüchtlinge gehandelt habe, die vor einem Krieg geflohen waren. Er vergisst auch
nicht zu erwähnen, dass es sich um ein "international anerkanntes
Rückkehrerprojekt" gehandelt habe und das
eine "Rückkehrstrategie" im Rat der
Stadt Düren einmütig beschlossen wurde.
Na, da bin ich Herrn Seiler richtig dankbar, dass er das noch mal erwähnt hat.
Die "Rückführung" der Dürener Flüchtlinge war also Teil einer bereits
beschlossenen Abschiebung mit dem Segen der Innenministerkonferenz. Frei nach
dem Motto, Ziel erreicht, die Überlebenden können in ihre Heimat zurück. Aber
erinnern wir uns: War es nicht auch so, dass es sich um einen
völkerrechtswidrigen NATO-Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gehandelt
hat, der auch von einer SPD-geführten Bundesregierung befürwortet und
unterstützt wurde? In der Tat, welch "humanitärer Akt", einen Krieg zu
unterstützen, um dann den Flüchtlingen Zuflucht zu gewähren.
Zum Schluss noch ein Zitat aus der Erklärung des DGB-Kreis Region Aachen v.
21.04.1999, dort heißt es:
"Wir, der Kreisvorstand des
DGB-Kreis Region Aachen, lehnen den Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien
ab. Kein Verbrechen kann ein anderes Verbrechen rechtfertigen, auch ethnische
Säuberungen nicht. Die Völker Jugoslawiens brauchen Hilfe, keine Bomben. Die
Beteiligung am Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien ist ein Bruch des
Völkerrechts und ein Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen. Genauso
wie im Inneren eines Rechtsstaates die Einhaltung der Gesetze Pflicht für jeden
Bürger ist, genauso ist die Einhaltung des Völkerrechts zwingende Grundlage des
Umgangs von Staaten miteinander."
Die vollständige Erklärung gibt es übrigens unter:
http://www.labournet.de/krieg/kosovo/dgb-aach.htm
Dürener Nachrichten v. 14.07.2007, S. 20
Leben schon wieder in Düren
Auf den Leserbrief des ehemaligen SPD-Stadtverordneten Friedhelm Wirges
("Nachrichten" vom 10.Juli) reagiert PDS-Stadtverordneter Lothar Böling. Er
schreibt unter anderem:
Es ist doch immer wieder interessant zu sehen, wer sich plötzlich
aufregt, wenn man letztlich nichts anderes macht, als aus öffentlichen
Dokumenten zu zitieren. Ob es Friedhelm Wirges nun passt oder nicht, in der
Anlage zur Ratsvorlage 2001-0071 steht nun mal, dass die Stadt Düren in den 90er
Jahren durch die "Rückführung" der bosnischen Flüchtlinge monatlich 200.000 DM
eingespart hat. Nachzulesen im Ratsinformationssystem der Stadt Düren. Was
übrigens den freundlichen Hinweis mit den Zeitzeugen betrifft, so wurde mir auch
von diesen etwas mitgeteilt, was Herrn Wirges wahrscheinlich nicht passen wird.
Mir wurde nämlich berichtet, dass so manche bosnische Familie, die man in den
90er Jahren "zurückgeführt" hatte, inzwischen wieder in Düren lebt.
Offensichtlich waren nicht alle von der "humanitären" Hilfe des Dürener
Bürgermeisters Josen Vosen so angetan, dass sie auch dort geblieben sind, wohin
man sie abgeschoben hatte.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Unabhängig hiervon, möchte ich Friedhelm Wirges noch einen Artikel aus dem
Spiegel v. 09.10.2000, (Nr.41/2000) empfehlen; Überschrift: „Berlin/Belgrad:
Hilfe zur Revolution“. Darin wird auch Dürens ehemaliger Bürgermeister im
Zusammenhang mit Städtepartnerschaften erwähnt. Damit der kritische Freund von
Josef Vosen den Artikel auch erhält, werde ich Herrn Wirges den Text in den
nächsten Tagen zusenden.
Dürener Zeitung v. 12.07.2007, S. 16
Weg des Unwissenden
Marcus Seiler schreibt zu den Leserbriefen des Stadtverordneten Lothar Böling
zur Rückkehr der bosnischen Kriegsflüchtlinge und zu Partnerschaftsreisen nach
Bosnien unter anderem:
Nicht zum ersten Mal meldet sich der Dürener Ratsherr Lothar Böling von der
Linkspartei als Anwalt einer Bevölkerungsgruppe zu Wort, die nach seiner
Auffassung aus Düren abgeschoben oder mit massivem Druck zur Abwanderung
gezwungen wurde. Es sind die bosnischen Kriegsflüchtlinge, die während der
Kämpfe aus dem Balkan in Düren eine Zuflucht fanden. Sein Engagement ist schon
deshalb um so verwunderlicher, als ich während der Kriegszeit auf dem Balkan
weder in Düren noch auf anderen Ebenen von einem großen Einsatz eines Herrn
Bölings für die geschundene Region etwas vernommen habe. Herr Böling präsentiert
zur Stützung seiner Behauptungen einige Wahrheitsschnipsel ohne ein erkennbares
Interesse daran, wie es wirklich war, oder aber aus völliger Unkenntnis. Die
Rückkehr der Flüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina wurde nach der Unterzeichnung
des Dayton-Abkommens durch die Innenministerkonferenz in Gang gesetzt. Die
staatlichen Vorgaben waren auch für Düren bindend. Der Rückkehrprozess der
Dürener Flüchtlinge verlief im Kontakt mit ihnen selbst. Die Flüchtlinge, die
aus ethnischen Gründen nicht in ihre alten Wohngebiete zurück konnten, zeigten
sich rückkehrwillig, betonten aber stets das Problem der Unterkunft. Daraus
entstand das international anerkannte Dürener Rückkehrerprojekt, in dessen
Rahmen eine Siedlung in Gradacac entstand. Die Idee zu dieser Rückkehrstrategie
wurde im Rat der Stadt Düren einmütig beschlossen. Nicht zu bestreiten ist, dass
es auch ein Aspekt des Projektes war, einen eigenen Anteil für die Rückkehr zu
leisten, sozusagen im Vorgriff auf die Sozialhilfe, die vielleicht länger
verbleibenden Flüchtlingen hätte gezahlt werden müssen. Noch heute halten viele
Bosnier Kontakt nach Düren, und auch in Bosnien erinnern sie sich stets gerne
daran, wie gut sie hier behandelt wurden. Krönung der freundschaftlichen
Verbindungen ist die Städtepartnerschaft zwischen Düren und Gradacac, die den
Menschen dort sehr viel bedeutet. Davon hätte sich Herr Böling nun selbst ein
Bild machen können. Da er aber in seiner ideologischen Selbsteinkesselung Reisen
in unsere Partnerstadt als nutzlose Geldverschwendung brandmarkt, bleibt ihm nur
der bedauerliche Weg des Unwissenden.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Wie schön, dass es in Düren auch
Wissende gibt. Zwar nur als "Wahrheitsschnipsel", aber doch immerhin, bestätigt
Marcus Seiler die Tatsache, dass die Stadt Düren durch die "Rückführung"
bosnischer Flüchtlinge monatlich 200.000 DM eingespart hat. Und eben genau für
diese Einsparung ist Dürens ehemaliger Bürgermeister Josef Vosen (SPD) mehrfach
gelobt worden. Als Wissender bestätigt Herr Seiler sogar, dass es sich um
Flüchtlinge gehandelt habe, die vor einem Krieg geflohen waren. Er vergisst auch
nicht zu erwähnen, dass es sich um ein "international anerkanntes
Rückkehrerprojekt" gehandelt habe und das
eine "Rückkehrstrategie" im Rat der
Stadt Düren einmütig beschlossen wurde.
Na, da bin ich Herrn Seiler richtig dankbar, dass er das noch mal erwähnt hat.
Die "Rückführung" der Dürener Flüchtlinge war also Teil einer bereits
beschlossenen Abschiebung mit dem Segen der Innenministerkonferenz. Frei nach
dem Motto, Ziel erreicht, die Überlebenden können in ihre Heimat zurück. Aber
erinnern wir uns: War es nicht auch so, dass es sich um einen
völkerrechtswidrigen NATO-Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gehandelt
hat, der auch von einer SPD-geführten Bundesregierung befürwortet und
unterstützt wurde? In der Tat, welch "humanitärer Akt", einen Krieg zu
unterstützen, um dann den Flüchtlingen Zuflucht zu gewähren.
Zum Schluss noch ein Zitat aus der Erklärung des DGB-Kreis Region Aachen v.
21.04.1999, dort heißt es:
"Wir, der Kreisvorstand des
DGB-Kreis Region Aachen, lehnen den Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien
ab. Kein Verbrechen kann ein anderes Verbrechen rechtfertigen, auch ethnische
Säuberungen nicht. Die Völker Jugoslawiens brauchen Hilfe, keine Bomben. Die
Beteiligung am Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien ist ein Bruch des
Völkerrechts und ein Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen. Genauso
wie im Inneren eines Rechtsstaates die Einhaltung der Gesetze Pflicht für jeden
Bürger ist, genauso ist die Einhaltung des Völkerrechts zwingende Grundlage des
Umgangs von Staaten miteinander."
Die vollständige Erklärung gibt es übrigens unter:
http://www.labournet.de/krieg/kosovo/dgb-aach.htm
Dürener Nachrichten v. 10.07.2007, S. 20
Bei Zeitzeugen informieren
Friedhelm Wirges,
ehemaliger SPD-Stadtverordneter aus Düren, schreibt zum Leserbrief von Lothar
Böling "Für Abschiebung mehrfach gelobt" in der "Nachrichten"-Ausgabe von
Freitag, 6. Juli.
Es reicht jetzt. Die unsägliche Polemik des PDS-Abgeordneten Lothar Böling zur
Rückführung der bosnischen Flüchtlinge in den 90er Jahren wird langsam
unerträglich. Seine bisherigen öffentlichen Äußerungen zeugen von einer
erschreckenden Unkenntnis der damaligen Situation hier in Düren und auch in
Bosnien. Er diskriminiert mit seinen unsachlichen Äußerungen neben dem damaligen
Bürgermeister auch alle an dem damaligen Entscheidungsprozess beteiligten
Stadtverordneten und damit eine über die Parteigrenzen hinaus gehende sehr große
Mehrheit. Als jemand, der damals aktiv, insbesondere im jugendpolitischen
Bereich, auch an diesem Prozess beteiligt war, kann ich versichern, dass diese
Lösung vollkommen unabhängig von den finanziellen Auswirkungen von allen
Beteiligten, sowohl der bosnischen Seite als auch der deutschen Seite,
vorbehaltlose Zustimmung bekam. Insbesondere auch viele der damals beteiligten
bosnischen Kinder und Jugendliche waren froh, in ihre Heimat zurückkehren zu
können. Ich war immer ein sehr kritischer Freund von Jupp Vosen, habe aber sein
damaliges Engagement vorbehaltlos unterstützt und finde alle international und
örtlichen Ehrungen hierfür richtig und angemessen. Falls Sie ein ernsthaftes
Interesse an diesem Teil der Dürener Geschichte haben, Herr Böling, empfehle ich
Ihnen, bei den vielfältigen Zeitzeugen nachzuhören und sich zu informieren.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Es
ist doch immer wieder interessant zu sehen, wer sich plötzlich aufregt, wenn man
letztlich nichts anderes macht, als aus öffentlichen Dokumenten zu zitieren. Ob
es Friedhelm Wirges nun passt oder nicht, in der Anlage zur Ratsvorlage
2001-0071 steht nun mal, dass die Stadt Düren in den 90er Jahren durch die
"Rückführung" der bosnischen Flüchtlinge monatlich 200.000 DM eingespart hat.
Nachzulesen im Ratsinformationssystem der Stadt Düren. Was übrigens den
freundlichen Hinweis mit den Zeitzeugen betrifft, so wurde mir auch von diesen
etwas mitgeteilt, was Herrn Wirges wahrscheinlich nicht passen wird. Mir wurde
nämlich berichtet, dass so manche bosnische Familie, die man in den 90er Jahren
"zurückgeführt" hatte, inzwischen wieder in Düren lebt. Offensichtlich waren
nicht alle von der "humanitären" Hilfe des Dürener Bürgermeisters Josen Vosen so
angetan, dass sie auch dort geblieben sind, wohin man sie abgeschoben hatte.
Unabhängig
hiervon, möchte ich Friedhelm Wirges noch einen Artikel aus dem Spiegel v.
09.10.2000, (Nr.41/2000) empfehlen; Überschrift: „Berlin/Belgrad: Hilfe zur
Revolution“. Darin wird auch Dürens ehemaliger Bürgermeister im Zusammenhang mit
Städtepartnerschaften erwähnt. Damit der kritische Freund von Josef Vosen den
Artikel auch erhält, werde ich Herrn Wirges den Text in den nächsten Tagen
zusenden.
Dürener Nachrichten v. 06.07.2007, S. 15
Für Abschiebung mehrfach gelobt
Lothar Böling, Die Linke, Mitglied im Stadtrat Düren schreibt, zum
Artikel
„Kommune sparte Geld“ in der Nachrichten-Ausgabe von Freitag ,
29.Juni:
In der Tat so war es! Durch die "Rückführung" der bosnischen Flüchtlinge hat die
Stadt Düren in den 90er Jahren viel Geld gespart. Nachzulesen in der Anlage zur
Ratsvorlage 2001-0071. Dort heißt es auf der ersten Seite im zweiten Absatz: "Gradacac
hat Düren eine enorme finanzielle Belastung abgenommen. Obwohl die "Dürener
Flüchtlinge" dort vor dem Krieg nie beheimatet waren, wurden sie bereitwillig
aufgenommen. Und dies ohne jede bestehende Verpflichtung und ohne eigenen Nutzen
daraus ziehen zu können." Und im dritten Absatz heißt es weiter: "Im Gegenteil:
Die Stadt spart seit der Rückkehr der Flüchtlinge monatlich ca. 200.000 DM
Sozialhilfe ein. Gradacac hat die vielfältigen, insbesondere finanziellen
Probleme übernommen. Denn neben unseren ca. 200 Flüchtlingen leben dort
insgesamt mehr als 9.000 Flüchtlinge aus ganz Bosnien-Herzegowina, die fast
ausschließlich alle wohnungsmäßig untergebracht werden mussten und auch sonst in
jeder Hinsicht versorgt werden wollen." Zudem meine ich mich noch sehr gut daran
erinnern zu können, das Josen Vosen für die erfolgreiche Abschiebung der 200
bosnischen Flüchtlinge aus Düren mehrfach gelobt wurde. Zuletzt bei der
Verleihung des Ehrenringes der Stadt Düren an Josef Vosen in der Sondersitzung
des Rates vom 03.03.2005. Was den freien Willen zur Rückkehr der bosnischen
Flüchtlinge betrifft, so standen die Dürener Flüchtlinge damals vor der Wahl
abgeschoben zu werden, oder aber mit einem Handgeld von 10.000 DM "freiwillig"
zu gehen.
Dürener Nachrichten v. 26.05.2007, S. 20
Ausschließlich eigene Interessen
Lothar Böling,
PDS-Mitglied aus Düren, schreibt zum Artikel "Rufe aus dem Glashaus" in der
Ausgabe von Dienstag, 22.05:
Von Glashaus und markigen Sprüchen kann hier keine Rede sein. Mit seiner Reise
verfolgte Niko Theodoridis nämlich ausschließlich eigene Interessen. Für die
Teilnahme von Herrn Theodoridis an der Delegation nach Gradacac gab es nämlich
weder die Zustimmung der PDS-Fraktion, noch die der PDS Offenen Liste. Zudem
liegt der Schwerpunkt der politischen Arbeit der PDS Offenen Liste nun mal eben
nicht beim Feiern und Reisen. Daher trifft der Text aus einem Lied der Kölner
Band "Die Höhner": "Da sin mer dabei, dat is prima!", hier eher den Kern der
Sache. Dabei sein ist alles. Hauptsache es gab wieder einmal eine angeblich
"wichtige Reise" an der man teilnehmen konnte. Würde man das Geld, was bei
Lustreisen, Städtereisen und Kirmesreisen verplempert wird, dagegen für soziale
Belange einsetzen, wäre es hundert Mal besser angelegt. Statt auf Kosten der
Einwohnerinnen und Einwohner lustig durch die Gegend zu reisen, sollte sich die
Kommunalpolitik erst einmal um all jene Kinder kümmern, die seit der Einführung
von Hartz IV ohne Schulbücher in die Schule gehen. Das alle Kinder die gleichen
Bildungschancen erhalten ist wichtig, nicht die Besichtigung leer stehender
Fertighäuser in Gradacac durch reisefreudige Kommunalpolitiker aus Düren.
Dürener Zeitung /
Dürener Nachrichten v. 04.04.2007, S. 24
Lafontaine hat es erkannt
"Die Linke"
hat sich gebildet; zur Müntefering-Reaktion merkt Siegfried Faust aus Jülich an:
Müntefering bezichtigt Lafontaine des Verrats an der
sozialdemokratischen Idee. Verhalten sich aber nicht gerade Hartz IV, die Agenda
2010, die Rente mit 67, eine untaugliche Gesundheitsreform, sinkende Reallöhne
und Renten, Kriegseinsätze der Bundeswehr und neuerliche Steuergeschenke an die
Unternehmen, die allesamt auch die Handschrift der SPD tragen, konträr zur Idee
einer sozialen Demokratie? Niemand kann dauerhaft gegen die Interessen der
Mehrheit eines Volkes regieren. Zumindest Lafontaine hatte das rechtzeitig
erkannt.
Super Sonntag v. 25.02.2007, S. 6
"Lob stinkt gewaltig zum Himmel"
Auf den Artikel "Job-com leistet hervorragende Arbeit" vom 18.02.2007 bezieht
sich der Leserbrief des PDS-Stadtverordneten Lothar Böling:
Was tun, wenn man eine unsinnige Geldausgabe (10 Mio. Euro für den Umbau der
alten Dürener Stadthalle zum Job-Center) rechtfertigen will? Richtig, man lobt
die Mitarbeiter der job-com über den grünen Klee, für ihre "hervorragende"
Arbeit. Wer will da noch nein sagen, zur anstehenden Verschwendung von
Steuergeldern für das geplante Job-Center? Die Wahrheit aber sieht anders aus.
Nach meiner Beobachtung wird fast jeder Arbeitslose, von den 200 Mitarbeitern in
Gemeinden und beim Kreis Düren, mehr oder weniger, über den Tisch gezogen. Da
viele Arbeitslose überhaupt nicht wissen, was ihre Rechte sind, bzw. was ihnen
gesetzlich zusteht, gibt es meiner Einschätzung nach, kaum einen
Arbeitslosengeldbescheid, der fehlerfrei ist. Hier einige Beispiele: Da gibt es
die junge Familie, der man nicht einmal die Miete zahlt, die ihr nach dem
Sozialgesetzbuch rechtmäßig zusteht. Da gibt es die allein erziehende Mutter,
der man die Miete um 100 Euro gekürzt hat, obwohl die Wohnung laut Mietspiegel
angemessen ist. Da gibt es die Familie, der die Kommune fast 1,5 Jahre lang
keine Heizkosten zahlte. Und dann das Ehepaar, dem man die Rente als Einkommen
anrechnete. Und damit Beide, bis zur ersten Rentenzahlung am Monatsende nicht
verhungerten, erhielten sie von der Kommune ein Darlehen, das sie jetzt
zurückzahlen müssen. Und dann die Tatsache, dass die Kosten für Strom auf die
Arbeitslosen abgewälzt werden. Sind im monatlichen Regelsatz von 345 Euro doch
nur 20,74 Euro für Strom enthalten. Stromkosten über 20,74 Euro sind als Kosten
der Unterkunft, eigentlich von der Kommune zu übernehmen. Und dann wären da noch
die 555 1-Euro-Jobs, die von der job-com verwaltet werden. Obwohl dies nach dem
Sozialgesetzbuch verboten ist, wird dort in 99 Prozent aller Fälle
sozialversicherungspflichtige Arbeit verdrängt. So sieht sie aus, die
"hervorragende" Arbeit der job-com. Wenn es bisher nur 147 Klagen gegen Kommunen
und den Kreis Düren gegeben hat, so liegt das nicht an der guten Arbeit der
job-com, sondern an der Unwissenheit und Angst der Arbeitslosen. Würde die
job-com im Interesse der Benachteiligten handeln, müsste niemand Widerspruch
einlegen oder Klage erheben. Das Lob von Landrat Wolfgang Spelthahn an die
job-com stinkt daher gewaltig zum Himmel.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Das Sozialgericht Frankfurt am Main hat
mit dem Urteil, S 58 AS 518/05 v. 29.12.2006, in der Frage der Stromkosten und
den daraus resultierenden Stromkostennachforderungen neue Fakten geschaffen. Das
Gericht urteilte, dass in der monatlichen Regelleistung von 345,- Euro die
Stromkosten nur bis zu einer Höhe von 20,74 Euro enthalten sind. Die diesen
Betrag übersteigenden Stromkosten – sind demnach § 22 Abs. 1 SGB II als Kosten
der Unterkunft von der Kommune zu übernehmen. Weil die Sozialämter im Kreis
Düren, Stromkosten bisher vollständig auf die Bezieher von Arbeitslosengeld II
abwälzen, besteht hier dringender Handlungsbedarf. Es kann nicht Aufgabe einer
Kommune sein, arbeitslosen Einwohnerinnen und Einwohnern das ihnen gesetzlich
zustehende Existenzminimum unrechtmäßig zu kürzen.)
Dürener Nachrichten v. 03.02.2007, S. 19
Das Bündnis unter Druck gesetzt
Lothar Böling von
der Dürener PDS-Ratsfraktion schreibt zum Artikel „Schweigende Mehrheit bezieht
Position“ in der Ausgabe zum 1. Februar:
Dafür, dass
Grüne und PDS im Stadtrat gegen die gemeinsame Resolution von CDU, SPD, FDP und
BfD stimmten, gab es gute Gründe. Die Formulierung „jegliche Art von
Extremismus“ geht nämlich am Kern der Sache (Rechtsextremismus/Neofaschismus)
vorbei. Richtete sich dieser Rundumschlag der CDU-Fraktion doch letztlich auch
gegen Linke Parteien und Organisationen, wie die Antifa Düren. Dass Vertreter
einer linken Partei solch verwässernden Formulierungen nicht zustimmen, versteht
sich von selbst. Der zweite Ablehnungsgrund war der Satz: „Der Dürener
Bürgermeister soll Mitglied der Sprechergruppe sein.“ Ich finde, ein solcher
Befehlssatz, passt nicht zu einem freiwilligen Zusammenschluss, wie es das
Dürener Bündnis gegen Rechts ist. Von daher war es mehr als anmaßend, die
Mitglieder des Bündnisses hiermit unter Druck zu setzen. Wenn jemand Mitglied
und Sprecher eines Bündnisses werden will, dann sollte er das schon selbst
erklären. Die Vorgehensweise von CDU, SPD, FDP und BfD im Rat war daher völlig
überflüssig. Wissen sollte man noch, dass Grüne und PDS im Rat gemeinsam für die
Resolution des Dürener Kreistags, gegen Rechte Gewalt im Kreis Düren, gestimmt
haben. War dies doch, wie Bürgermeister Paul Larue in der Ratssitzung richtig
erkannte, der weitestgehende Antrag. Hatten dieser Resolution doch bereits zuvor
schon alle im Kreistag vertretene Fraktionen (CDU, SPD, FDP, Grüne und PDS)
einmütig zugestimmt.
Dürener Nachrichten v. 27.01.2007, S.21
Es besteht Handlungsbedarf
Zum Bericht
"Bündnis gegen Rechts gestärkt" in der Ausgabe vom 26. Januar schreibt der
Dürener PDS-Politiker Lothar Böling:
Ich begrüße den einstimmigen Entschluss der Dürener Kreistagsfraktionen dem
"Bündnis gegen Rechts" beizutreten. Positiv ist auch die Erklärung der
Vorsitzenden der Kreistags-Fraktionen von CDU, SPD und FDP sich dem Bündnis
anschließen zu wollen. Ich denke, der durchschlagende Erfolg hängt auch mit der
treffend formulierten Resolution der Kreisverwaltung gegen rechte Gewalt
zusammen. Ich hoffe, dass auch alle anderen Kommunen im Kreis Düren die
Resolution des Kreises übernehmen werden. Nichts ist besser, als die Einigkeit
aller demokratischen Parteien gegen Neofaschismus, mit einer einheitlichen
Resolution zu besiegeln. Wichtig war auch der Hinweis auf das vorhandene
Material im Medienzentrum des Kreises Düren, zu den Schwerpunkten Verfolgung
rassischer Minderheiten, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Zeigen doch
auch die rassistischen Pöbeleien von Fans, denen einzelne Volleyball-Spieler von
Evivo-Düren bei ihrem Spiel in Podgorica (Montenegro) ausgesetzt waren, das
Handlungsbedarf besteht. Rassistische Hetze gegen einzelne Spieler oder eine
ganze Mannschaft, muss überall konsequent unterbunden werden. Das hat nichts mit
Sport zu tun.
Dürener Zeitung /
Dürener Nachrichten v. 05.01.2007, S.15
Investivlohn ist ein Lohnkürzungsinstrument
Siegfried Faust aus Jülich befasst sich mit der Thematik des "Investivlohns
und schreibt u. a.:
Die Realeinkommen sinken seit über einem Jahrzehnt. Arbeitnehmer spüren das in
ihren Lohntüten. Wenn ausgerechnet die CDU auf ihrem jüngsten Parteitag eine
Lösung beschließt, die den Beschäftigten einen größeren Anteil am
selbstverständlich auch von ihnen erwirtschafteten Wachstum einräumen soll, ist
eine gesunde Skepsis angebracht. Bei genauer Betrachtung entpuppt sich die
Investivlohnvariante bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen als ein
Lohnkürzungsinstrument! - Was soll ein Investivlohn? Die Beschäftigten sollen
einen Teil ihres Lohnes ihrem Arbeitgeber als Investitionskapital zur Verfügung
stellen und werden am von ihnen erwirtschafteten Gewinn beteiligt. Für
Aktiengesellschaften ist das nicht neu; ihre Beschäftigte können längst Aktien
ihres Unternehmens zu günstigen Konditionen erwerben. Kompliziert wird ein
Investivlohn dagegen in kleinen und mittleren Unternehmen. Hier wird ja nicht
der Lohn der Arbeitnehmer durch Investivlöhne aufgestockt, sondern durch Abgabe
vom bisherigen Einkommen soll die Kapitaldecke des Arbeitgebers gestärkt werden.
Die bisherige Form der Gewinnbeteiligung von Arbeitnehmern, die Auszahlungen von
Weihnachts- und Urlaubsgeldern, ist in zahlreichen Unternehmen gnadenlos
zusammen- oder ganz gestrichen worden. Bei Investivbeteiligungen wird von
solchen Unternehmen kaum anderes zu erwarten sein.
Dürener Zeitung /
Dürener Nachrichten v. 03.01.2007, S.14
Das geh nun aber doch zu weit
Lothar Böling schreibt zum
Leserbrief
„Da wird Gewalt verharmlost“ in unserer Ausgabe vom 3. November:
Da Ulrich Meyer anscheinend ein begeisterter Anhänger des Extremismusbegriffs
ist, wird er vermutlich auch wissen, dass dieser eine Erfindung westlicher
Staatsbehörden aus der Zeit des kalten Krieges ist. Diesen Herren ging es damals
nur darum, Angst vor der „Bedrohung aus dem Osten“ zu verbreiten. Schon die
Wortwahl von Herrn Meyer zeigt, dass alles was im Verdacht steht politisch links
zu sein, von Ihm aufs Übelste beschimpft und bekämpft wird. Die Grünen als
Gewalttätige und Verfassungsfeinde zu bezeichnen, geht nun aber doch zu weit.
Offensichtlich ist Herrn Meyer entgangen, wo der Begriff links in der Politik
her kommt. Der Begriff linker und rechter Politiker entstand nämlich im Nachgang
zur französischen Revolution. Denn in der französischen Nationalversammlung von
1789 saßen die Vertreter des Adels rechts, die der Kirche in der Mitte und die
Vertreter des Volkes links. Links und Rechts sind also keine Extrempositionen,
sondern definieren wie ein Politiker eingeordnet wird. Ob dies immer zutrifft,
wage ich allerdings zu bezweifeln.
Und noch etwas sollte man an den Aussagen von Herrn Meyer richtig stellen. Die
Weimarer Republik ist nicht untergegangen, weil es zwischen Kommunisten und
Faschisten gelegentlich Saalschlachten gegeben hat. Sie ist untergegangen, weil
die bürgerliche Mitte der Gesellschaft (Zentrumspartei), deren Vertreter
Reichsmarschall Paul von Hindenburg war, die Macht an Adolf Hitler (NSDAP)
übertragen hat.
(Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Und welche Folgen diese
Tat gehabt hat, ist hinreichend bekannt. Ich schlage daher vor, bevor Herr Meyer
wieder einmal Kübel von übler Nachrede und Unwahrheiten über ihm nicht genehme
Politiker verschüttet, sollte er sich zuerst einmal sachkundig machen.
Unabhängig hiervon, hat auch ein Rechtsstaat mittels seiner Polizei nicht
willkürlich Gewalt auszuüben, wie es ihm beliebt. Hier sind nämlich zunächst
einmal die im Grundgesetz verankerten Rechte jedes einzelnen Menschen zu
beachten.)