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Düren |
03.12.2011, Sonntag = Ruhetag!
Die FREIE LISTE ist mit ihrem Antrag, den Sonntag wieder zum
Ruhetag zu machen, gescheitert. Die Vertreter der
Fraktionen von CDU, FDP und SPD stimmten im Hauptausschuss dagegen. Die Freie
Liste war mit Ihrem Antrag, einer Initiative von Kirchen und Gewerkschaften,
gefolgt. Beide fordern den Schutz des Sonntags als Ruhetag. Europaweit soll
einer zunehmenden Kommerzialisierung des Sonntags als Arbeits- und Einkaufstag
entgegengewirkt werden. Doch weder Christ- noch Sozialdemokraten wollten dem
Antrag folgen. Die CDU forderte sogar eine weitere Ausnahme von der gesetzlich
vorgesehenen nächtlichen Sperrzeit (22 bis 7 Uhr).
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu: „Hier wird deutlich, wie es um christliche bzw. soziale Werte bei den „Volksparteien“ bestellt ist. Winkt ein Großunternehmen mit dem Geldbeutel, haben sie nur noch Dollarzeichen in den Augen. Um Ruhezeiten der Einwohner machte sich da niemand Sorgen. Im Gegenteil, die CDU-Fraktion fordert sogar eine zusätzliche Ausnahme von der gesetzlichen Sperrzeit (22 bis 7 Uhr). Böling weiter: „Der Sonntag als Ruhetag hätte gut zu einer Stadt der 50er Jahre gepasst. Damals wurden die Läden bereits samstagmittags geschlossen. Der Sonntag diente damals nicht nur der Erholung, sondern er war zugleich auch Familientag. Die Familie traf sich oder unternahm gemeinsam etwas. Der Sonntag war im Gegensatz zu heute ein Stück Lebensqualität.“
25.11.2011,
Mobilticket 15 Euro
Wer nur einen Euro Arbeitslosengeld II
oder Grundsicherung bezieht, kann seit dem 1. November 2011 für 15 Euro im Monat
im gesamten Kreis Düren mit Bus und Rurtalbahn fahren. Und das rund um die Uhr.
Ob nach Düren, Jülich oder Heimbach, auch mit der Rurtalbahn kann man fahren.
Als Schülerticket für alle Schülerinnen und Schüler, die keinen Anspruch auf
eine Schülerjahreskarte haben, kann das Mobilticket auch genutzt werden. An den
Wochenenden die Talsperren in Obermaubach und Schwammenauel besuchen,
Erbsensuppe essen im Kloster Mariawald bei Heimbach, ist damit ebenfalls
möglich. Ein Ausflug zur Burg Nideggen oder Heimbach ist auch ohne Auto möglich.
Das bekannte Bubenheimer Spieleland mit Maislabyrinth, eine Wanderung durch das
Kalltal, der Wildpark in Schmidt oder Brückenkopfpark in Jülich, wären weitere
Ziele. Damit auch Geringverdiener und Wohngeldempfänger das Mobil-Ticket
bekommen können, hat die Freie Liste folgenden Antrag gestellt:
Der Kreistag beschließt die Berechtigten für
das Mobil-Ticket um die Gruppe der Wohngeldempfänger und Geringverdiener zu
erweitern.
Begründung:
Wie bereits bekannt, fördert das Land NRW das Sozialticket in 2011 mit 15 Mio.
Euro. Im Jahr 2012 wird sich der Betrag auf 30 Mio. Euro erhöhen. Die
Förderung fließt vollständig in die Reduzierung des Ticketpreises.
Wie einer Presseerklärung (siehe Kopie) der Landesregierung zu entnehmen ist,
kann der Kreis der Berechtigten von den Kommunen auch erweitert werden. Hierin
wird ausdrücklich die Gruppe der Geringverdiener und Wohngeldempfänger
genannt.
Die FREIE LISTE Kreis Düren sieht hierin eine weitere Möglichkeit für
finanziell benachteiligten Familien - insbesondere für deren Kinder - die
Teilhabe (Fahrten zur Schule und in der Freizeit) an der Gesellschaft zu
verbessern.
20.11.2011, Nein zu DECATHLON!
Im März 2010 beschloss der Rat der
Stadt Düren ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept. Sinn und Zweck dieses
Beschlusses sollte die Sicherung der Nahversorgung bei gleichzeitigem Erhalt der
Geschäfte in der Innenstadt sein. Außerdem dient das Konzept der städtebaulichen
Entwicklung gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11 Baugesetzbuch (BauGB). Soweit die Theorie.
Wie ernst die Dürener Kommunalpolitiker diesen Beschluss nehmen, ist inzwischen
bekannt. Kaum meldet sich ein großer Investor, schon knicken sie ein, allen
voran die SPD, dicht gefolgt von CDU und FDP. Sie alle wollen, dass im
Gewerbegebiet an der Autobahn ein neuer Sportartikelmarkt mit 4.500
Quadratmetern Verkaufsfläche entsteht. Welche Auswirkungen dieser Markt auf die
Innenstadt und die Sportgeschäfte haben wird, ist abzusehen. Wird sich doch die
bisherige Verkaufsfläche (5.800 qm) fast verdoppeln. Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu: „Ich lehne die Ansiedlung von Decathlon ab. Dieser
Großanbieter wird die Innenstadt weiter schwächen und dazu führen das kleine
Sportgeschäfte in Düren und Umgebung schießen müssen.“
13.11.2011, Grundsicherung im Kreis Düren
Träger der Sozialhilfe ist der Kreis
Düren. Während die Regelleistung für Bezieher von Arbeitslosengeld II und
Grundsicherung einheitlich ist, gibt es bei den Kosten der Unterkunft deutliche
Unterschiede. Empfänger von Grundsicherung im Alter bzw. bei Arbeitsunfähigkeit
stehen sich eindeutig schlechter. Benachteiligt sind hier vor allem
Kleinstrentnerinnen und Kleinstrentner. Im April 2011 hat nämlich die Job-Com
neben der Untergrenze für die Kaltmiete auch eine Obergrenze eingeführt. Diese
gilt allerdings nicht für Empfänger von Grundsicherung.
Beispiel:
Eine alleinstehende Person, deren Kaltmiete 285 Euro beträgt, erhält von ihrer
Kommune im Kreis Düren nur 260 Euro im Monat. Die Job-Com des Kreises Düren
dagegen übernimmt seit April 2011 bis zu 300 Euro Kaltmiete im Monat. Für
Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung gelten dagegen weiterhin nur die
bekannten Untergrenzen.
Hier die Unter- und die Obergrenzen für die Kaltmiete:
1 Person: 260 Euro / 300 Euro
2 Personen: 330 Euro / 365 Euro
3 Personen: 390 Euro / 435 Euro
4 Personen: 455 Euro / 505 Euro
5 Personen: 520 Euro / 580 Euro usw.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu: „Unglaublich, dass im Kreis Düren mit zweierlei Maß gemessen wird. Obwohl dem Sozialamt des Kreises Düren die oberen Werte bekannt sind, werden Bezieher von Grundsicherung weiterhin benachteiligt. Meiner Meinung nach sind unzählige Leistungsbescheide, in denen die Miete nicht bis zur Obergrenze übernommen wird, rechtswidrig. Wer sich gegen die Benachteiligung wehren will, der sollte innerhalb von vier Wochen Widerspruch gegen einen Leistungsbescheid einlegen, bzw. einen Überprüfungsantrag nach § 44, Sozialgesetzbuch X stellen.“
05.11.2011, Job-Com: 2-3 Monate …
„Die Bearbeitungsdauer bei einem
Widerspruch sei nicht unangemessen.“ Das teilte Landrat Wolfgang Spelthahn einer
alleinerziehenden Mutter mit. Diese hatte sich darüber beschwert, dass ihr
Sachbearbeiter 3 Monate nicht reagiert hatte. Ratsmitglied Lothar Böling hierzu:
„So sieht sie aus, die Wahrheit! Bei Krankheit und Urlaub bleibt die Arbeit bei
der Job-Com einfach liegen, bis die Sachbearbeiter wieder gesunden, bzw. aus dem
Urlaub zurück sind. Solche Zustände sind in der freien Wirtschaft undenkbar. Wo
bleibt da die Fürsorgepflicht für die Beschäftigten und die Arbeitslosen? Es
kann doch nicht sein, dass Bedürftige im Kreis Düren monatelang auf eine Antwort
der Widerspruchsstelle warten müssen. Im Kürzen sind se fix, bei Widersprüchen
tun se nix.“
27.10.2011, Düren: Kein Ausweis für
Vielparker!
Die Freie Liste ist mit ihrem Antrag einen Vielparkerausweis für
Gewerbetreibende, Selbständige, Freiberufler usw. einzuführen, gescheitert.
Einstimmig lehnte der Hauptausschuss der Stadt Düren die Einführung ab. Damit
wurde eine weitere Chance vertan, all jenen, die viele Male am Tag einen neuen
Parkplatz suchen müssen, die unsinnige Suche nach Kleingeld für die Parkuhr zu
ersparen. Zunächst hatte die Verwaltung verlauten lassen, die Einführung eines
Vielparkerausweises sei rechtlich nicht möglich.
Welch ein Unsinn! In Städten wie München, Ahrensberg, Montabaur, Lichtenfels,
Bremen, Friedrichshafen, Bayreuth, Berlin usw. ist der Vielparkerausweis längst
Alltag. Ob Jahresticket, Monatsticket, Taschenparkuhr oder Handy, in diesen
Städten ist es möglich, ohne Kleingeld zu parken. Wie sich in der Diskussion
herausstellte, hatten die Mitglieder des Hauptausschusses nicht einmal die
Vorlage gelesen.
Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE): „Das war mal wieder ein typischer Fall
von Arroganz der beiden großen Volksparteien. Aber auch Bürgermeister Paul
Larue, ein Hubert Cremer von der FDP, die GRÜNEN und DIE LINKE stimmten gegen
die Einführung eines Vielparkerausweises. Parkgebühren wollen sie alle
kassieren, Probleme lösen dagegen nicht. Das Ganze zeigt deutlich die
Rückständigkeit Dürener Kommunalpolitiker.“
24.10.2011, Sozialticket: Ab 01.11.2011 freie
Fahrt
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) begrüßt die Nutzung des Sozialtickets
rund um die Uhr. Noch im Frühjahr hatte die Freie Liste einen Antrag an den
Dürener Kreistag gestellt, die zeitliche Sperrfrist für das Sozialticket im
Kreis Düren aufzuheben. Der Kreisausschuss hatte den Antrag damals abgewiesen,
gleichzeitig aber erklärt, wenn in NRW die flächendeckende Einführung des
Sozialtickets erfolge, die Sperrfrist fallen werde. Lothar Böling dazu: „Endlich
wird dem Antrag der Freien Liste auf Nutzung des Sozialtickets - rund um die
Uhr - gefolgt. Unter der vorigen Landesregierung von CDU + FDP war dies nicht
möglich.“ Anspruch auf ein Sozialticket (15 Euro) haben alle, die
Grundsicherung, Arbeitslosengeld II + Wohngeld erhalten.
21.10.2011, FREIE LISTE: Decathlon ablehnen!
Dürens Bürgermeister Paul Larue bezeichnet Düren gerne als Stadt der 50er Jahre.
Zudem verfügt Düren über ein Innenstadtkonzept, welches vom Stadtrat einstimmig
beschlossen wurde. Dieses Handlungskonzept soll die Innenstadt vor dem
Niedergang bewahren. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es dagegen anders
aus. Jüngstes Beispiel ist die geplante Ansiedlung des Sportmarktes Decathlon.
Statt geschlossen gegen den Bau eines großen Marktes auf der grünen Wiese zu
votieren, versucht man es mit Ignoranz. Frei nach dem Motto: Auf einen Anbieter
mehr oder weniger kommt es nicht an. Dabei weis jeder Kaufmann, dass ein
Großanbieter vielen kleinen Geschäften in und um Düren das Wasser abgraben
wird. Sportgeschäfte, die jetzt noch existieren, werden schließen müssen, wenn
ihre Kunden bei Decathlon kaufen. Von Artikeln die sich alle paar Jahre mal
verkaufen, kann niemand leben. Von daher kann man nur staunen, dass der
Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion sogar das Innenstadtkonzept ändern will, um
Großanbieter künftig ansiedeln zu können. Frei nach dem Motto: Was schert mich
mein Geschwätz von gestern! Die FREIE LISTE DÜREN lehnt nach wie vor die
Ansiedlung von Decathlon ab. Wer die Fachgeschäfte in der Stadt erhalten will,
der muss sich Großanbieter, wie Decathlon, vom Halse halten.
18.10.2011, Jobcom: „Neuer Service“
Seit dem Frühjahr 2011 bietet die Jobcom einen neuen Service. Wer will, der kann
dort auch Wohngeld beantragen. Eine arbeitslose Mutter hatte von diesem Angebot
Gebrauch gemacht und für ihre 22jährige Tochter Wohngeld beantragt. Weil sich
die Tochter in einer Maßnahme der Agentur für Arbeit befand, rutschte sie
hierdurch in Arbeitslosengeld-II-Bezug. Dies hatte negative Folgen. Nach Ende
der Maßnahme sollte die Tochter nämlich eine Ausbildung im real,-markt in
Eschweiler beginnen. Als die Agentur für Arbeit jedoch erfuhr, dass die Tochter
Wohngeld von der Jobcom erhält, wurde ihr der zugesagte Ausbildungsplatz
kurzerhand entzogen. Begründung: Wer Leistungen von der jobcom erhält, für den
ist die Agentur für Arbeit nicht mehr zuständig.
Mutter und Tochter versuchten daraufhin den Wohngeldantrag bei der Jobcom wieder
rückgängig zu machen. Leider ohne Erfolg. Als „Wiedergutmachung“ bot die Jobcom
der jungen Frau nun eine neue Maßnahme an. Wozu aber eine weitere Maßnahme, wenn
die junge Frau längst in Ausbildung sein könnte. Der Streit zwischen Agentur für
Arbeit und Jobcom besteht seit 2005. Fazit: Wohngeld besser beim Wohnungsamt der
zuständigen Kommune beantragen. Übrigens: Die Ausbildungsstelle bei real
ist bis jetzt unbesetzt.
11.10.2011, ALG II: Geschenke nicht
meldepflichtig!
Kaum zu glauben, aber wahr! Bisher wurde Kindern, deren Eltern Arbeitslosengeld
II erhalten, Geldgeschenke vom Existenzminimum abgezogen. Wahrscheinlich
deshalb, damit sie früh genug lernen, wie so eine Wohlstandsgesellschaft mit all
jenen umspringt, die von Arbeitslosengeld II leben müssen. Fast fünf Jahre lang
hatten die Kinder einer Hartz-IV-Bezieherin aus Leipzig vor Gericht darum
gekämpft, Geldgeschenke ihrer Großmutter behalten zu dürfen. Erst nach der
Verhandlung in höchster Instanz vor dem Bundessozialgericht in Kassel steht
fest: Die drei Jugendlichen müssen die insgesamt 570 Euro, die ihnen ihre Oma
zum Geburtstag und zu Weihnachten überwiesen hatte, nicht ans Jobcenter
abführen. Die Behörde hob die Rückforderungsbescheide noch in der Verhandlung
auf, nachdem das Gericht auf formale Fehler hingewiesen hatte. Zudem gelten
Geldgeschenke, die im Rahmen des Üblichen bleiben, seit der jüngsten
Hartz-IV-Reform im April 2011 grundsätzlich nicht mehr als Einkommen. (Az.: B 14
AS 74/10 R) Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE) dazu: „Welch schäbiges
Verhalten, während man Bankrotteuren und Steuerflüchtlingen Millionen und
Milliarden hinterher wirft, will man Kindern jene paar Euro abnehmen, die sie
zum Geburtstag bekommen haben. Von Gerechtigkeit weit und breit keine Spur.“
05.10.2011, Hartz IV: Dumme Sprüche
Wer Sozialleistungen bezieht, der kennt sie, die dummen Sprüche der
Sachbearbeiter. Beispiele:
Da muss sich eine in Scheidung stehende, 61jährige Rentnerin, die wegen
ihrer niedrigen Rente ergänzend Grundsicherung erhält, von einem jungen
Sachbearbeiter sagen lassen, „Sie haben ihr Leben nicht im Griff.“
Und da ist die alleinerziehende, krebskranke, 41jährige Mutter, die vor einer
schweren Operation steht, die von ihrer Sachbearbeiterin mit den Worten
empfangen wird: „Da sind sie ja wieder! Wann können Sie anfangen zu arbeiten?“
Zuvor hatte die junge Frau selbständig eine Kantine geleitet.
Und da war der wohnungslose Jugendliche, dem es gelungen war, einen
Ausbildungsplatz zu finden und der nun eine Wohnung suchte. Bei seiner
erstmaligen Meldung bei der Stadt Düren wurde er von der Sachbearbeiterin mit
den Worten empfangen: „Du bist wohl zu faul zum arbeiten?“
Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE) hierzu: „Die Diskriminierung von
Hilfesuchenden hat viele Gesichter und gehört zum Alltag. Offensichtlich fühlt
sich so manche/r Sachbearbeiter/in berufen, gesellschaftliche Probleme, wie
Altersarmut, Arbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel mit dummen Sprüchen zu
kommentieren.“ Ratsherr Böling weiter: „Warum ignoriert man, dass Wirtschaft und
Politik für die Verarmung weiter Teile der Gesellschaft verantwortlich sind.
Gehört das Existenzminimum für Millionen doch längst zum Alltag. Wer alt ist,
gesundheitlich angeschlagen, keine Höchstleistung mehr bringt oder einfach nicht
mehr benötigt wird, der wird entlassen. Daran ändern auch dumme Sprüche nichts.“
29.09.2011,
Dürener Krankenhaus: Kein Essen in Ruhe!
Seit einigen Jahren werkelt man in der
9. Etage des Dürener Krankenhauses an einer Station für zahlungskräftige
Privatpatienten. Um Platz dafür zu haben, hatte man bereits Anfang 2009 die
Personal-Kantine in der 9. Etage geschlossen. Seitdem müssen Ärzte und
Beschäftigte im Café Santé ihre Pausen machen und dort ihre Mahlzeiten
einnehmen.
Das „Tolle“ an dieser Lösung: Ärzte und Schwestern können nun in ihrer Pause und
beim Essen zugleich noch die unzähligen Fragen der Patienten und Angehörigen
beantworten. Von einer echten Ruhepause bzw. einem entspannten Essen kann da
keine Rede sein. Für Patienten und Besucher mag die Cafeteria im Erdgeschoss
ihren Zweck erfüllen, doch für die Beschäftigten des Krankenhauses tut sie es
nicht.
Auch wenn der vorherige Geschäftsführer des Dürener Krankenhauses nicht mehr da
ist, die Folgen seiner kurzen Regentschaft sind geblieben. Daran haben auch der
neue Geschäftsführer Dr. Gereon Blum und die beiden neuen
Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Larue (Bürgermeister) und Wolfgang Spelthahn
(Landrat) nichts geändert. Im Gegenteil! Sie erklären höchstens, dass nach Uwe
Stellings Rauswurf endlich Ruhe einkehren möge. Soweit die heiligen Worte der
Verantwortlichen.
Wie aber soll in einem Betrieb Ruhe einkehren, wenn der Geist des abgesetzten
Geschäftsführers noch durch die Köpfe von Geschäftsführung und Vorgesetzten
spukt? Wo bleibt da die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers? Zwar sorgt sich
Landrat Wolfgang Spelthahn rührend um den Erhalt des Fliegerhorstes Nörvenich,
sein Engagement für die vielen Beschäftigten im Dürener Krankenhauses lässt
dagegen zu wünschen übrig. Statt, wie Bürgermeister Paul Larue, in der Presse
Ruhe zu fordern, sollte der Aufsichtsrat lieber eine eigene Kantine für die
Beschäftigten beschließen. Damit diese endlich wieder in Ruhe Pause machen und
entspannt essen können.
22.09.2011, Hartz IV: Tariflohn für 1-Euro-Jobs
Das Bundessozialgericht hat erneut die Rechte von Hartz IV Beziehern gestärkt.
Wer rechtswidrig einer Ein-Euro-Job-Stelle zugewiesen wurde, kann künftig den
vollen Lohn vom Leistungsträger verlangen. Durch das Urteil ist es nun leichter,
einstweilige Ansprüche gegenüber den Jobcentern geltend zu machen. In einem
Grundsatzurteil stellten die obersten Richter klar, dass bei der Zuweisung von
rechtswidrigen Arbeitsgelegenheiten (sog. Ein-Euro-Jobs) Hartz IV Empfänger
einen Anspruch auf tarifliche Entlohnung haben. Demnach können
Arbeitslosengeld-II-Bezieher künftig die Jobcenter auf Ausgleichszahlung drängen
(Aktenzeichen: B 4 AS 1/10 R), nicht jedoch den „Arbeitgeber“. Beispiel:
Im vorliegenden Fall wurde der Klägerin Andrea Scott aus Karlsruhe im
Jahre 2005 ein Ein-Euro-Job durch die Arge vermittelt. Die Hartz-IV-Bezieherin
musste eine Stelle bei der Arbeiterwohlfahrt in Karlsruhe antreten. Im Rahmen
einer 20 Stunden Stelle musste die Klägerin als Reinigungskraft Putztätigkeiten
verrichten. Müssen deshalb, weil ansonsten eine Kürzung der
Arbeitslosengeld-II-Zahlung als Sanktion droht. Für diese Tätigkeit bekam die
Frau eine Aufwandspauschale von 2 Euro je Stunde. Die Kolleginnen, mit denen
Frau Scott arbeitete, erhielten jedoch den tariflich ausgehandelten Lohn
ausgezahlt, obwohl sie die gleichen Arbeitstätigkeiten wie Frau Scott
verrichteten. Statt sich dieser Ungerechtigkeit zu fügen, legte die Frau
zunächst Widerspruch ein und klagte sich mit Hilfe des Deutschen
Gewerkschaftsbundes DGB durch alle Instanzen. Denn „ich habe ebenso geputzt, wie
alle anderen Frauen auch“, wie die Klägerin vor Gericht betonte. Und die
Rechtsanwältin des DGB fügte hinzu: „Deshalb war der Ein-Euro-Job auch
rechtswidrig“.
Zusätzlichkeit der Ein-Euro-Jobs
Nach gängiger Rechtsprechung und den Vorgaben des Sozialgesetzbuches müssen
Ein-Euro-Jobs „zusätzlich“ sein. Das bedeutet, es dürfen keine regulären
Beschäftigungsverhältnisse verdrängt werden und ein allgemein öffentliches
Interesse muss bei der Tätigkeit vorhanden sein. Doch „die Arbeitstätigkeiten
waren nicht zusätzlich“, wie die Anwältin der Klägerin erklärte. Aus diesem
Grund steht der Betroffenen mindestens ein Tariflohn von 876 Euro pro Monat zu.
Das ist so viel, wie die Kolleginnen von Frau Scott auch ausgezahlt bekamen.
AWO wies Vorwurf zurückVor Gericht
erklärte die AWO, dass der Ein-Euro-Job zusätzlich war, weil keine
sozialversicherungspflichtige Stelle im Vorfeld abgebaut wurde. Daher sei der
1-Euro-Job nicht als reguläres Arbeitsverhältnis zu werten. Und weil es keinen
Arbeitsvertrag gab, sei die AWO zu keiner Zahlung verpflichtet.
Doch Jobcenter muss zahlen
Zunächst teilten die Bundesrichter die Auffassung der AWO. Zwar sei die
Arbeitsgelegenheit (AGH) in dem verhandelten Fall wahrscheinlich rechtswidrig
gewesen, allerdings sei die Einrichtung kein Arbeitgeber im klassischen Sinne,
sondern ein „Verwaltungshelfer“ des Leistungsträgers. Daher müsse das Jobcenter
als vermittelnde Behörde des Ein-Euro-Jobs der Klägerin Ersatzzahlungen für die
geleistete Arbeit zahlen. Der 4. Senat bekräftigte damit eine Entscheidung des
14. Senats des Gerichts vom April 2011 (Aktenzeichen: B 14 AS 98/10 R).
17.09.2011, Paul und eine Kuh namens SWD
Es war einmal ein Kleinbauer namens Paul. Der Hof (Stadt Düren), den er 1999
übernommen hatte, war gänzlich überschuldet. Trotzdem war Paul kein armer Bauer,
denn zum Hof gehörte auch eine Kuh, die ziemlich groß war. Jedes Jahr gab die
Kuh „Milch“ in Form vieler Millionen Euro an Einnahmen. Ihr Name war SWD. Auch
bekannt als Stadtwerke Düren. Doch Bauer Paul und die CDU-Fraktion waren mit der
Kuh nicht zufrieden. Sie wollten noch mehr Geld mit der Kuh machen. Und so
geschah es, dass die eine Hälfte der Kuh im Jahre 2002 an einen
Großgrundbesitzer (RWE Plus AG) verkauft wurde. Doch auch der frühere Verwalter
des überschuldeten Hofes hatte schon Ähnliches getan. Sein Name: Josef Vosen,
besser bekannt als „Schöppe Jupp“. Er hatte bereits Jahre zuvor das erste
Viertel der Kuh an den gleichen Großgrundbesitzer verkauft. Auch er hatte auf
seine Stallburschen gehört. Damals noch die regierende SPD-Fraktion. Und so kam
es, dass Kleinbauer Paul heute nur noch ein Viertel der Kuh besitzt. Der
Großgrundbesitzer aber, dem heute Dreiviertel der Kuh gehören, der hat gut
Lachen. Gab die Kuh doch im letzten Jahr „Milch“ im Wert von 7,3 Mio. Euro. Und
im Jahr zuvor waren es sogar 9,2 Mio. Und die Moral von der Geschicht: Kühe,
die Milch geben, verkauft man nicht. Heute ist die SPD übrigens schlauer.
Jetzt will sie ein Viertel der Kuh wieder zurückkaufen.
11.09.2011, Das Wunder von Jülich
Ein junges arbeitsloses Paar zog aus einer Notunterkunft in Niederzier in eine
Mietwohnung nach Jülich. Doch weder Niederzier noch Jülich sahen sich für die
Miete zuständig. Und weil die junge Frau noch Anspruch auf Geld vom Arbeitsamt
hatte, wurde von den beiden Kommunen vorsorglich erst mal kein Geld überwiesen.
Weder im Juni noch im Juli 2011. Und so kam es, wie es kommen musste! Das Konto
war leer und der Vermieter konnte keine Miete abbuchen. Weil das Paar noch
unerfahren war, glaubte es an die Hilfe vom Amt. Als die Lebensmittel jedoch
aufgebraucht waren, wurden die Eltern des jungen Mannes um Hilfe gebeten.
Inzwischen war eine Woche vergangen, und es war immer noch kein Geld da. Der
Vater beschwerte sich bei den Kommunen und bei der Job-com. Das Ergebnis:
Großzügig stellte man in Jülich einen 50-Euro-Gutschein für Lebensmittel aus.
Aber nach einer weiteren Woche waren alle Lebensmittel aufgegessen. Erneut
beschwerte sich der Vater in Jülich und Düren und erneut gab es einen weiteren
Gutschein für 25 Euro. Und dann endlich, nach unzähligen Telefongesprächen und
einer weiteren Woche geschah das Wunder. Das vorenthaltene Geld war auf dem
Konto und das junge Paar nicht verhungert.
26.08.2011, NRW:
Sozialticket künftig flächendeckend!
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie
Liste) begrüßt die flächendeckende
Einführung des Sozialtickets in NRW. Noch im Mai 2011 hatte die Freie Liste
einen Antrag an den Dürener Kreistag gestellt, die 9-Uhr-Sperrfrist für das
Sozialticket im Kreis Düren aufzuheben. Der Kreisausschuss hatte den Antrag von
Lothar Böling und Barthel Rankers damals abgewiesen. Gleichzeitig aber erklärte
man, wenn in NRW die flächendeckende Einführung des Sozialtickets erfolge, die
9- Uhr-Sperrfrist fallen werde. Lothar Böling dazu: „Endlich wird dem Antrag der
Freien Liste auf Nutzung des Sozialtickets - rund um die Uhr - Rechnung
getragen. Unter der vorigen Landesregierung von CDU + FDP war dies nicht
möglich.“ Anspruch auf ein Sozialticket für 15 Euro haben Bezieher/innen von
Grundsicherung, Arbeitslosengeld II und Wohngeld. Damit können diese die Busse
der Dürener Kreisbahn und die Züge der Rurtalbahn nutzten.
21.08.2011, CDU+FDP fehlt der
Mut
Wenn sich die Rats-Fraktionen von CDU und FDP jetzt hinter den Juristen
verstecken, zeugt dies nicht gerade von Mut. Sind doch die Juristen in Wahrheit
dem Wunsch der CDU-Fraktion gefolgt! Und der lautete: Schnellstmöglich die
Verfügungsgewalt über das Stadthallengrundstück wieder zu erlangen. Zur
Wahrheit gehört übrigens auch, dass die Anwälte in der Ratssitzung v. 20.07.2011
erklärt haben, dass man das Ganze auch billiger haben könne. Durch abwarten und
nichts tun. Das hätte die Stadt keinen Pfennig gekostet. Aber das wollten die
Fraktionen ja nicht. Alle wollten sie handeln. Das gilt für CDU/FDP und
Bürgermeister sowie für SPD, GRÜNE und LINKE. Fakt ist, dass das Ganze die
Stadt Düren und damit die Einwohnerinnen und Einwohner teuer zu stehen kommt.
Für Abrissarbeiten an der alten Stadthalle und eine lächerliche Bodenplatte
erhält der Projektentwickler jetzt satte 1,5 Millionen Euro aus der leeren
Stadtkasse. Dies kann unmöglich rechtens sein. Vor allem deshalb, weil es sich
hier um öffentliche Gelder handelt. Aber was macht man nicht alles, um die
eigenen Fehler schnellstmöglich unter den Teppich kehren zu können. Die Frage,
die bleibt: Wieso wurde dem Projektentwickler Hermann-Josef Schneider überhaupt
der Zugriff auf das Stadthallengrundstück über eine Grundschuld ermöglicht?
18.08.2011, Hartz
IV: Warmwasser
Zwischen 2005 und 2010 wurde Arbeitslosen und ihren Familien von den Heizkosten
Geld für die Warmwasserkosten abgezogen; meist 18 Prozent pauschal. Nach einer
Entscheidung des Bundessozialgerichts (BSG) v. 27.02.2008, Aktenzeichen: B 14/7b
AS 64/06 R, war eine Kürzung von Heizkosten um Warmwasseranteile zulässig,
allerdings nur in der Höhe, in der solche Kosten bereits in die Regelleistung
eingerechnet wurden. Das BSG ist der Auffassung, dass die Regelleistung (im Jahr
2005) einen Kostenanteil von 6,22 € für Warmwasserzubereitung enthielt. In
dieser Höhe durfte eine Kürzung der Heizkosten erfolgen, darüber hinaus aber
nicht! Das bedeutet: Wenn einem Alleinstehenden von seinem Heizkostenzuschuss
mehr als 6,22 Euro im Monat für Warmwasser abgezogen wurden, war das unzulässig!
Beispiel: Einer Mieterin in Witten zog die Jobagentur von den Heizkosten einen
Warmwasseranteil in Höhe von 10,80 Euro/Monat ab. Zulässig waren jedoch nur 6,22
Euro gewesen. Also wurden der Frau 4,58 Euro zuviel abgezogen. Das macht im Jahr
immerhin 54,96 Euro. Eine Menge Geld für eine ALG-II-Bezieherin! Je nach
Heizkostenabrechnung kann der bisherige Abzug auch wesentlich höher ausgefallen
sein! Faustformel: die/derjenige, die/der als Alleinstehende/r mehr als 35,- €
oder zu zweit mehr als 63,- € Heiz- und Warmwasserkosten hat, wird durch den
pauschalen Abzug von 18 % benachteiligt. Deshalb: Kürzungsbeträge
zurückfordern!!! Für die Vergangenheit 2005-2010 sollte eine Überprüfung und
Nachzahlung gemäß § 44 SGB X verlangt werden! Hier ein Mustertext:
Mein Anspruch auf Heizkosten gemäß § 22 SGB II – Kürzung wegen Warmwasserkosten
Aktenzeichen: ....
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie gewähren mir im Rahmen meines Anspruchs auf Arbeitslosengeld II zwischen 2005 und 2010 auch Heizkosten. Diese Heizkosten hatten Sie aufgrund der hierin enthaltenen Warmwasserkosten um mehr als 6,22 Euro gekürzt. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgericht (Urteil vom 27.02.2008 B 14/7b AS 64/06 R) war dies nicht zulässig. Für alle alten Bescheide, welche bereits rechtskräftig geworden sind, beantrage ich, diese gemäß § 44 SGB X zu überprüfen. Mir hieraus noch zustehende Heizkosten bitte ich mir zu erstatten. Ich bit-
te um einen rechtsmittelfähigen Bescheid. Mit freundlichen Grüßen
12.08.2011, Kosten laufen aus dem Ruder
Die Kosten für die Privatstation des Krankenhauses Düren laufen aus dem Ruder.
Fast 5 Mio. Euro wird die Privatstation nach neuesten Berechnungen kosten.
Ursprünglich vorgesehen waren 4 Mio. Euro. Hiervon wollte das Krankenhaus
eigentlich 1 Mio. Euro selbst aufbringen. Angesichts der Tatsache, dass jetzt
weitere 1,85 Mio. für die Privatstation aufgenommen werden müssen, scheinen sich
die 1 Mio. Euro Eigenanteil in Luft aufgelöst zu haben. Und das alles für 3.000
Privatpatienten im Jahr, die angeblich unterversorgt sind. Fraglich, ob sich das
Ganze hinterher überhaupt rechnet. Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste)
hierzu: „Die Renovierung der Duschen im Krankenhaus Düren hat eindeutig Vorrang.
Denn eine Sanierung ist hier seit Jahren überfällig.“
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste):
„Wer auch dieser Meinung ist, der kann sich gerne mit einem Brief an den
Aufsichtsratvorsitzenden der Krankenhaus Düren GmbH, Bürgermeister Paul Larue,
Rathaus Düren, Kaiserplatz 2-4, 52349 Düren, wenden oder einen Leserbrief an die
Lokalredaktion der Dürener Zeitung bzw. Dürener Nachrichten schicken. “
07.08.2011, Museum in der
Bundesliga?
Anlässlich der Einweihung des neuen
Platzes vor dem Hoesch-Museum meinte Bürgermeister Paul Larue, dass „das Museum
nicht in der Bezirksliga, sondern in der Bundesliga spielt“. Ratsmitglied Lothar
Böling (Freie Liste) hierzu: „Das erinnert schwer an jemanden, der sich größer
machen will, als er wirklich ist. Wer kennt schon Düren? Dabei ist es keine
Kunst, Steuergelder zu verplempern, die man geschenkt bekommen hat. Wozu aber
ein Vorplatz für 1,1 Million Euro, wenn sich täglich nur eine Hand voll Besucher
in dieses Museum verirrt? Für mich ein klarer Fall von Fehlinvestition und
Verschwendung von Steuergeldern. Eigentlich ein typischer Fall für den Bund der
Steuerzahler. Den neuen Platz sollen nicht einmal Jugendliche zum Skaten nutzen
dürfen.“
25.07.2011, Arbeitslose
sind keine „Kaltduscher“!
Eine Regelung, die kaum jemand kennt: Hartz-IV-Empfänger, die ihre
Warmwasserversorgung mit einem elektrischen Boiler oder Durchlauferhitzer
betreiben müssen, haben seit Januar 2011 Anspruch auf 8,37 Euro Zuschuss pro
Monat für den Haushaltsvorstand. Darüber hinaus können in einer
Bedarfsgemeinschaft 7,54 Euro für den Ehe-/Lebenspartner sowie zwischen 7 und 2
Euro pro Kind (gestaffelt nach Alter) geltend gemacht werden. Das bedeutet z.B.
für eine 4-köpfige Bedarfsgemeinschaft zwischen 20 Euro (Kinder 2 und 5 Jahre)
und 27 Euro (Kinder 16 und 19 Jahre) mehr pro Monat – macht zwischen 240 bis 324
mehr im Jahr.
Das Problem:
Obwohl der Mehrbedarf gesetzlich verankert ist (§21 Abs.7 SGB II), kennen die
meisten Hartz-IV-Empfänger die neue Regelung nicht. Seit der Einführung von
Hartz IV wurde Beziehern von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung als „Kaltduscher“
behandelt. Entweder wurde Ihnen Geld für die Warmwasserversorgung von den
Heizkosten abgezogen, oder aber sie mussten die Warmwasserkosten vollständig
aus der Regelleistung bezahlen. Angesichts der Tatsache, dass ein jeder in
diesem Land warm duscht, ein klarer Fall von staatlich organisiertem Betrug.
Seit dem 01.01.2011 ist dies jedoch anders. Innerhalb von fünf langen Jahren
gelangte die Politik zu der Erkenntnis, dass auch Arbeitslose, sowie
Kleinstrenterinnen und Kleinstrentner mit warmem Wasser duschen. Daher hat nun
jeder Bezieher von Grundsicherung und Arbeitslosengeld II Anspruch auf
Übernahme der Energiekosten zur Erwärmung von Wasser zum Duschen. Wer bisher
kein Geld für die Warmwasserbereitung erhalten hat, bzw. dem Geld für
Warmwasser abgezogen wurde, der sollte schnellstmöglich bei seinem
Sachbearbeiter einen Antrag auf Erstattung der Warmwasserkosten stellen.
18.07.2011, Gemeinschaftsschule = Regelschule?
Seit Jahrzehnten werden unzählige Schülerinnen und Schüler von den Dürener
Gesamtschulen abgewiesen. Begründung: Keine Plätze mehr frei. Ergänzend hierzu
hat die Elternbefragung zum Kreisschulentwicklungsplan ergeben, dass die Eltern
klar zur Gesamtschule tendieren. Ist sie neben dem Gymnasium, doch für viele
Schülerinnen und Schüler die einzige direkte Möglichkeit, das Abitur zu machen.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu: „Die Haltung der Dürener CDU –
die Hauptschule hoch zu halten – erscheint mir vor diesem Hintergrund mehr als
rückständig. Woher sollen denn die fehlenden Facharbeiter und Ingenieure kommen,
die von Handwerk und Industrie so händeringend gesucht werden? Hinzu kommt: Wer
auf dem Gymnasium scheitert, der landet mangels Gesamtschulplätzen zwangsläufig
auf der Hauptschule.“ Ratsherr Böling weiter: „Da hilft auch die Zusammenlegung
von Haupt- und Realschule nicht weiter. Was wir brauchen ist die Gesamtschule
als Regelschule. Nur dann steht unseren Kindern der Weg zum Abitur offen. Das
ist die Chancengleichheit die seit Jahrzehnten fehlt.
13.07.2011, Fragen zum Krankenhaus Düren
Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE) hat an Bürgermeister Paul Larue eine
Anfrage zum Krankenhaus Düren gestellt. Darin heißt es: „Im Krankenhaus Düren
haben erst kürzlich einige Veränderungen stattgefunden. Der Geschäftsführer Uwe
Stelling wurde entlassen und der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Albert Eßer ist
zurückgetreten. Die Nachfolge von Herrn Eßer haben Sie als Bürgermeister der
Stadt Düren angetreten. Sie erscheinen mir daher bestens informiert zu sein.
Hierzu folgende Fragen:
1) Was macht
die Gründung der Krankenhaus Düren Service GmbH?
2) Trifft es zu,
dass die Gebäudereinigung Peterhoff ab dem 01.07.2011 nicht mehr im Krankenhaus
Düren tätig ist und neben den Mitarbeitern und Geräten, sogar die Putzmittel
mitgenommen hat.
3) Ist
sichergestellt, dass es durch diesen fliegenden Wechsel bei den
Reinigungskräften nicht zur Gefährdung von Patienten und Personal durch
Krankheitserreger kommt?
4) Trifft es zu,
dass Herr Stelling zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb des
Krankenhauses strafversetzt hat?
5) Trifft es zu,
dass Herr Stelling einem im Krankenhaus Düren tätigen Arzt ein Hausverbot für
den Operationssaal erteilt hat? Und dieser zum operieren nach Frechen ausweichen
musste?
6) Trifft es zu,
dass Herr Stelling angewiesen hat, nur jene Patienten als Notfall zu behandeln
die mit einem Krankenwagen eingeliefert werden? Eine kranke Frau, die in der
Nähe des Krankenhauses wohnt und die von ihrem Mann mit dem eigenen PKW ins
Krankenhaus gebracht wurde, hatte man mit dieser Begründung abgewiesen.
7) Welche
Laufzeit hat der Arbeitsvertrag mit Herrn Stelling und wie lange wird ihm das
Gehalt noch weiter gezahlt?
8) Wie hoch wird
die Abfindung sein, die Herr Stelling für seine „geleistete Arbeit“ nach seinem
Ausscheiden erhält?
9) Welchen Sinn
macht ein 18köpfiger Aufsichtsrat, wenn die Mitglieder des Aufsichtsrates ihrer
Überwachungsaufgabe nicht nachkommen?
10) Trifft es zu,
dass sich die Mitglieder des 18köpfigen Aufsichtsrates noch vor Gericht
verantworten müssen, weil Sie den „Aktivitäten“ des Herrn Stelling lange Zeit
nur tatenlos zugeschaut haben?
11) Gibt es bereits
einen Überblick, wie hoch der Schaden ist, der dem Krankenhaus durch die
Geschäftsführung von Herrn Stelling entstanden ist?
07.07.2011, Getute, Getröte und Getrommel
Endlich ist es vorbei, das Getute, Getröte und Getrommel der Bundeswehr in
Düren. Aber was macht man nicht alles um junge, unerfahrene Menschen zum
Kriegsdienst zu bewegen. Bei schönem Wetter, Marschmusik, gebügelten Uniformen
und polierten Schuhen, macht es Spaß, das Soldat sein. Anders dagegen im Krieg.
Da macht man sich vor Angst in die Hose, wenn einem das bisschen Leben genommen
wird, an dem man so sehr hängt. Verkrüppelt oder bis zur unkenntlich entstellt,
hat so mancher Soldat den Krieg überlebt. Davon aber hat man bei den
Bundeswehrkonzerten nichts gehört. Im Gegenteil, wollte man doch den Zuschauern
glauben machen, Marschmusik sei ein wichtiger Beitrag zum Frieden. Welch ein
Unsinn! Weis doch jedes Kind, dass Soldat sein etwas mit Töten und Getötet
werden zu tun hat. Man denke nur an die Millionen Menschen die in den beiden
letzten Weltkriegen umgekommen sind. Und beide Kriege gingen von deutschem Boden
aus. Millionen Tote waren die Folge. Heute spricht niemand mehr von Ihnen. Sie
alle gaben, wie jetzt die deutschen Soldaten in Afghanistan, ihr Leben für einen
schmutzigen Krieg, für Macht, Geld und Rohstoffe. Nicht Ruhm und Ehre wartet auf
die Soldaten, sondern vor allem Erdlöcher, über die schon nach wenigen Jahren
Gras gewachsen ist.
Übrigens:
Auf den Protestaktionen der Friedensbewegung hat man bisher noch keine
Bundeswehrkapelle gesehen.
20.06.2011, Nu iser wo, nu iser weng, nu iser
weg!
Die Rede ist vom bisherigen
Geschäftsführer des Dürener Krankenhauses. Nachdem Uwe Stelling in Düren einige
Zeit gewaltet und geschaltet hat, wurde er vom Aufsichtsrat kurzerhand vor die
Tür gesetzt. Seit dem hat sich Herr Stelling krank gemeldet. „Vermutlich
Schnupfen oder so etwas in dieser Art!“, meinte Ratsmitglied Lothar Böling
(Freie Liste). „Fraglich ist nur, wer für den Schaden aufkommt, den Herr
Stelling während seiner dreijährigen Regentschaft im Dürener Krankenhaus
angerichtet hat?“ Sein letztes und prominentestes Opfer war der Dürener
Herzspezialist Prof. Dr. med. Dietrich Gulba.“ Und es bleibt die Frage, wer die
Verantwortung für den Millionenschaden übernimmt? Der bisherige
Aufsichtsratsvorsitzende des Dürener Krankenhauses, Karl-Albert Eßer (CDU),
offensichtlich nicht. Hat Herr Eßer doch inzwischen seinen Aufsichtsratsposten
abgegeben. Bürgermeister Paul Larue ist zu Herrn Eßers Nachfolger ernannt
worden. Böling hierzu: „Ich kann das gut verstehen. Wenn das Kind erst mal in
den Brunnen gefallen ist, will es am Ende immer keiner gewesen sein.“
16.06.2011,
Die „künstlerische Oberleitung“
„Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, hiermit stelle ich den Antrag den
Tagesordnungspunkt 28, die Beschlussvorlage 2011-0176, Grundstücksangelegenheit
Erbbaurecht Stadthalle, in öffentlicher Sitzung zu behandeln.“, diesen Antrag
stellte Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE) in der Sitzung des Rates vom
25.05.2011. Böling weiter: „Angesichts des Inhalts dieser Vorlage halte ich die
Situation für so verfahren, dass das Thema unbedingt in öffentlicher Sitzung
beraten werden sollte. Vielleicht haben die Vertreter der Presse oder die
Zuhörer ja eine Idee, wie der Bürgermeister und die regierende CDU-Fraktion
wieder aus dieser Situation heraus kommen. Geht der Schaden für die Kommune doch
inzwischen in die Millionen.“ Das Grundstück der alten Stadthalle ist aktuell
mit einer Grundschuld von 1,5 Mio. Euro belastet, aus der sich der
Projektentwickler Hermann-Josef Schneider und seine Unternehmen finanzieren.
Allein für die „Projektentwicklung und künstlerische Oberleitung“ des
„Hotelprojektes“ fließen jeden Monat 15.000 Euro. Ratsmitglied Lothar Böling
hierzu: „Ein nettes Sümmchen, von dem es sich recht gut leben lässt. Und das
alles auf Kosten der Kommune. Denn von Investitionen in die alte Stadthalle ist
weit und breit nichts zu sehen. Zumindest kann Herr Schneider so noch einige
Jahre in Ruhe auf ein neuen Investor für sein Hotel warten.“
13.06.2011,
Hartz IV: Anspruch auf mindestens 50 m²
Alleinstehende Bezieher von
Arbeitslosengeld II und Grundsicherung haben in Nordrhein-Westfalen einen
Anspruch auf eine Mietwohnung von 50 Quadratmetern. Das entschied das
Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (NRW). Am 04.06.2011 unter dem
Aktenzeichen: L 19 AS 2202/10. Der Anspruch für einen Single-Haushalt besteht
laut Gericht bereits seit dem 1. Januar 2010. Für Betroffene, die bisher einen
Teil der Wohnkosten aus der Regelleistung bestreiten mussten, besteht daher ein
Anspruch auf Nachzahlung unter Berufung auf das Urteil. Hinzu kommt, dass ab
01.01.2011 Heizkosten für 50 Quadratmeter übernommen werden müssen. Pro Monat
sind das 5 Quadratmeter mehr. Beispiel
Heizkosten: Bei einer Wohnung mit
Gasheizung macht das im Jahr 81 Euro (1,35 Euro * 5 Quadratmeter * 12 Monate)
aus. Alleinlebende Bezieher von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung sollten
daher unbedingt einen Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X stellen und darauf
hinweisen das der Anspruch seit dem 01.01.2010 besteht.
10.06.2011, Düren, der Nabel von NRW!
Düren ist zwar nicht der Nabel der Welt, aber wenn es um die Grundsteuer
B geht, zumindest der Nabel von NRW. Denn die Stadt Düren erhebt Dank CDU die
höchste Grundsteuer in ganz NRW. Aktuell liegt der Hebesatz bei 590
Prozentpunkten. Der Landesdurchschnitt der 396 Kommunen liegt jedoch nur bei 444
Prozentpunkten. Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE) hierzu: „Die Sauerei
besteht darin, dass auch Kleinstrentner, Geringverdiener und Bezieher von
Grundsicherung und Arbeitslosengeld II hierfür bezahlen müssen. Denn seit 2005
wurden im Kreis Düren die Höchstwerte für Kaltmieten nicht erhöht.“
07.06.2011,
Museum hui, Toiletten pfui
Kürzer kann man den katastrophalen
Zustand der Toiletten an den Dürener Schulen kaum beschreiben. Dabei ist dieser
Zustand keineswegs neu. Bereits seit vielen Jahren gammeln die Toilettenanlagen
unbeachtet vor sich hin. Die Sanierungskosten belaufen sich inzwischen auf 5,2
Mio. Euro. Angesichts der Höhe der Kosten, ist keineswegs mit einer schnellen
Sanierung zu rechnen. Erst 2021 wird wohl die letzte Toilette saniert sein.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu: „An solche alltäglichen Dingen
kann man gut erkennen, wo Bürgermeister und regierende CDU-Fraktion ihre
Schwerpunkte sehen. An Prestige-Objekten, wie dem Leopold-Hoesch-Museum, wurden
innerhalb kürzester Zeit viele Millionen Euro an öffentlichen Geldern verbraten.
Allein die Umgestaltung der bereits vorhandenen Grünanlage des Museums hat
weitere 1,2 Millionen Euro an Steuergeldern verschlungen. Der Grund: Mit einem
Museumsanbau kann man besser repräsentieren und bei jeder sich bietenden
Gelegenheit öffentlich schön tun. Weil Toilettenanlagen für Empfänge,
Präsentationen und Besichtigungen nicht sonderlich geeignet sind, wird so
mancher Schüler die Sanierung seiner Schultoilette während seiner Schulzeit wohl
kaum noch erleben.“
05.06.2011, Hauptschule umwandeln!
Immer mehr Eltern wollen, dass Ihr
Kind eine Gesamtschule besucht. Sind doch die Chancen auf einen besseren
Schulabschluss dort erheblich besser. Allerdings mussten allein in diesem Jahr
91 Kinder abgelehnt werden. Wie schon in den Jahrzehnten zuvor, bleibt auch
Ihnen nichts anderes übrig als ein Hauptschule zu besuchen. Ratsmitglied Lothar
Böling (FREIE LISTE) hierzu: „Einfach unglaublich, mit welcher Dreistigkeit
unseren Kindern eine bessere Schulbildung vorenthalten wird. Statt eine
Hauptschule zu einer weiteren Gesamtschule umzuwandeln, glänzt man seit
Jahrzehnten nur mit Untätigkeit und dummem Geschwafel.“ Böling weiter: „Die
neueste Hinhaltetaktik ist die Hauptschule als Ganztagsschule. Damit will man
die letzten drei Hauptschulen in der Stadt Düren, künstlich am Leben erhalten.
Wenn man bedenkt, dass in anderen Ländern 70 von 100 Schülern das Abitur machen
und es in Deutschland nur 40 von 100 Schülern sind, liegt dies eindeutig an
unserem Schulsystem. Allein dieser Vergleich macht deutlich, dass unser
Bildungssystem ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in eine Sackgasse führt.
Hierzu passt auch die Tatsache, das jedes Jahr bundesweit 60.000 Jugendliche die
Schule ohne Abschluss verlassen.“
30.05.2011, Düren: Kein Antragsrecht für
fraktionslose Ratsmitglieder
Zwei fraktionslose Stadtverordnete aus Düren sind am Montag mit einer Klage vor
dem Verwaltungsgericht Aachen gescheitert, wie der WDR berichtet. Sie wollten
erreichen, dass sie im Stadtrat Anträge stellen dürfen. Das steht bislang nur
Fraktionen zu. Die Dürener Stadtverordnete Heidi Meier-Grass ist einzige
Vertreterin der Wählergemeinschaft "Bürger für Düren" im Rat. Weil sie dort
keiner Fraktion angehört, darf sie keine Anträge stellen, das Recht steht laut
Gemeindeordnung nur Fraktionen zu. Sie sieht sich deshalb in ihrer politischen
Arbeit beschränkt und als Stadtverordnete zweiter Klasse. Für den Freie-Liste-Ratsherrn Lothar Böling steht die Regelung im Gegensatz zur
Aufhebung der 5-Prozent-Hürde bei der Wahl. Im Rat dürfe es keine Antragshürde
geben. Das Gericht sah aber weder einen Widerspruch zum Grundgesetz noch den
Minderheitenschutz verletzt. So hätten auch schon Landes- und Bundesgerichte
geurteilt. Quelle: WDR
21.05.2011, Job-Com: Kriminelle Methoden!
Eine Leiharbeiterin hat vom Krefelder Arbeitsgericht 13.200 Euro
Lohn-Nachzahlung zugesprochen bekommen. Die 39-jährige war 15 Jahre bei einer
Leiharbeitsfirma angestellt und wurde als ungelernte Kraft an zahlreiche Firmen
ausgeliehen. Ihre fest angestellten Kollegen dort hatten für die gleiche Arbeit
bis zu einem Drittel mehr verdient als sie, argumentierte ihr Anwalt. So habe
sie bis Mai 2008 pro Stunde 6,66 Euro bekommen und erst danach einen Euro pro
Stunde mehr. Die fest angestellte Belegschaft der Firmen brachte es dagegen auf
Stundenlöhne zwischen 8,50 und 10,34 Euro. Das verstoße gegen das seit 2003 im
Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz verankerte "Equal-Pay"-Gebot, also das Recht auf
gleiche Bezahlung für vergleichbare Arbeit. So sah es auch das Gericht und
sprach der Frau die Nachzahlung rückwirkend für vier Jahre zu (Az.: Arb G KRAZ:
4 Ca 3074/10).
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu: „Wer gegen die Niedriglöhne der
Ausbeuter vorgeht, bekommt vor Gericht Recht und den vorenthaltenen Lohn
nachgezahlt. Das ist gerecht.“ Böling weiter: „Hier wird deutlich mit welch
kriminellen Methoden auch die Dürener job-com arbeitet. Unter Androhung einer
30-prozentigen Leistungskürzung treibt man Arbeitsuchende bewusst in
Leiharbeitsfirmen, wohl wissend, dass die dort gezahlten Löhne viel zu niedrig
und damit rechtswidrig sind. Das ist meiner Meinung nach Nötigung und Beihilfe
zum Betrug. Hinzu kommt, dass für die gezahlten Dumpinglöhne auch weniger
Beiträge für die Krankenkassen, Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt
werden. Die Leiharbeitsfirmen untergraben also mit Hilfe der Bundesagentur für
Arbeit und der Job-com eindeutig unser Sozialsystem.“
20.05.2011, DKB: 4-Fahrten-Karte
Zur letzten Fahrpreiserhöhung der Dürener Kreisbahn gibt es eine winzige
Alternative: Die 4-Fahrten-Karte. Beispiel: Eine einfache Fahrt mit dem Bus von
Rölsdorf zum Kaiserplatz kostet 2,40 Euro. Kauft man eine 4-Fahrten-Karte für
8,40 Euro, kostet die einfache Fahrt nur 2,10 Euro. Für die Bezieher von
Grundsicherung/Arbeitslosengeld II gibt es das Mobilticket (15 Euro monatlich),
welches beim zuständigen Grundsicherungsamt/Job-Com beantragt werden kann.
Anträge gibt es auch im Internet. Dieses Ticket gilt im Kreis Düren für Bus +
Bahn an Werktagen erst ab 9 Uhr morgens und samstags/sonntags und an Feiertagen
rund um die Uhr.
18.05.2011, Grundsteuer B nicht übernommen
2010 hatte die Stadt Düren die
Grundsteuer erhöht. Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hatte dagegen
gestimmt. Weil die Grundsteuer B doch letztlich auch auf die Mieter umgelegt
wird, sind hiervon auch die Bezieher von Grundsicherung/Arbeitslosengeld II
betroffenen. Eine arbeitslose Frau aus Düren hatte von ihrem Vermieter die
Jahresabrechnung für die Nebenkosten erhalten; hierunter eine Anhebung der
Grundsteuer um 32,24 Euro. Obwohl die Mieterin die Erhöhung der Nebenkosten
nicht zu verantworten hat, lehnte das zuständige Amt die Übernahme der
Grundsteuer ab. Lothar Böling (Freie Liste) stellt fest: „Hier wird deutlich,
dass die Bezieher von Grundsicherung und Arbeitslosengeld II einem ständig
wachsenden Kostendruck ausgesetzt sind. Statt sich am Mietspiegel zu orientieren
und die Nebenkosten zu übernehmen, arbeitet der Kreis Düren mit viel zu
niedrigen Grenzwerten für Mieten, die letztlich zu einem finanziellen Ausbluten
armer Familien führt. Eine solche Politik ist weder christlich noch sozial.“
16.05.2011, Bildungs- und Teilhabepaket
Am 01.01.2011 ist das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Schüler
unter 25 Jahre in Kraft getreten. Auf Antrag werden Klassenfahrten, persönlicher
Schulbedarf (70 Euro + 30 Euro), Schülerfahrkarten, Nachhilfeunterricht und
Schulmittagessen teilweise oder ganz übernommen. 10 Euro monatlich gibt es für
die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben wie Vereinsbeiträge,
Kunstunterricht und Freizeitaktivitäten. Anträge nimmt die Job-Com bzw. die
Grundsicherungsämter entgegen. Allein im Kreis Düren sind 8.500 Kinder und
Jugendliche anspruchsberechtigt.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) meint: „Hier wird deutlich, welchen
Schaden man mit der Einführung von Hartz IV seit 2005 angerichtet hat. Fünf
lange Jahre wurden Kinder und Jugendliche in diesem Land in der Schule und in
der Freizeit von der Politik bewusst benachteiligt. Dies hat bei den Betroffenen
tiefe Spuren hinterlassen.“
14.05.2011, Augen zu und durch
Nicht zuständig sei die Stadt Düren, wenn es um die Dauer der Schulstunden an
Dürener Schulen gehe. Dies teilte Bürgermeister Paul Larue der Freien Liste mit.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) erklärt hierzu: „Das ist nur eine faule
Ausrede, um sich nicht mit unserem Antrag auf längere Unterrichtsstunden
beschäftigen zu müssen. Dabei ist es für die Schüler erheblich besser, wenn eine
Unterrichtsstunde 60 statt 45 Minuten dauert. Dies jeder Schule selbst zu
überlassen, erscheint uns zu billig. Die Lücken unseres Bildungssystems sind
doch seit PISA nicht mehr zu übersehen. Wenn man an anderen Schulen mit längeren
Unterrichtsstunden beste Erfolge erzielt, darf man in Düren davor nicht die
Augen verschließen. Was hätte den Rat davon abhalten sollen, an die Schulen zu
appellieren die Unterrichtsstunden von 45 auf mindestens 60 Minuten zu
verlängern?“
07.05.2011, Vorauseilenden Gehorsam,
statt unkomplizierter Hilfe erleben viele, die erstmals Grundsicherung
beantragen. Alleinstehenden Frauen – ob 21 oder 81 Jahre - werden eiligst
Kontrolleure ins Haus geschickt. Die sollen prüfen, ob sich im Schrank nicht ein
Mann versteckt. Damit nicht genug! Obwohl Kindergeld, Lohn und Rente erst dann
als Einkommen angerechnet werden dürfen, wenn sie zufließen, werden sie schon
beim Bewilligungsbescheid abgezogen und nicht überwiesen. Dabei vergehen beim
Kindergeld von der Antragstellung bis zur Überweisung mindestens sechs Wochen.
Dieser vorauseilende Gehorsam bringt viele Hilfesuchende erst Recht in
finanzielle Schwierigkeiten. Sollen sie doch von Geld leben, das sie gar nicht
haben. Damit werden Notsituationen geschaffen, die viele Bedürftige an den Rand
der Verzweiflung bringen.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu: „Einfach unfassbar, mit welcher
Arroganz Hilfesuchenden begegnet wird. Abwimmeln statt helfen ist das Motto
mancher Zeitgenossen. Nach meinen Beobachtungen wissen viele Sachbearbeiter gar
nicht, was sie tun. Sie wissen nicht, was es bedeutet, Miete und Strom nicht
zahlen zu können oder nichts mehr zu Essen zu haben.“ Böling weiter.
„Hilfesuchende die zum Amt gehen sind allemal besser, wie jene, die der Oma an
der nächsten Ecke die Handtasche stehlen!“
01.05.2011, Chancengleichheit
Seit 30 Jahren diskutiert man in diesem Land das Thema Chancengleichheit. Die
Bildungschancen sollen nicht mehr von der sozialen Herkunft abhängig sein, hieß
es immer wieder. Doch geändert hat sich nichts. Dass jedes Jahr 60.000
Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss auf der Straße landen, zeigt
deutlich, das Versagen unseres Schulsystems und das der „Volksparteien“.
19.04.2011, Mobilticket für 24 Stunden!
„Der Kreistag beschließt, dass das
Mobilticket täglich 24 Stunden genutzt werden kann“, diesen Antrag hat
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) an den Landrat des Kreises Düren
gerichtet. In Bölings Begründung heißt es dazu:
„Das Mobilticket ist seit seiner Einführung wenig benutzerfreundlich. Eine
Nutzung an Werktagen ist erst ab 9 Uhr morgens möglich. Viele potentielle
Nutzer aber müssen bereits vor 9 Uhr in die Stadt oder in die Schule. Sie haben
Vorstellungstermine, nehmen an Bildungsmaßnahmen teil, haben Behörden- bzw.
Arzttermine, wollen beim Einkauf Sonderangebote nutzen, die nach 9 Uhr bereits
vergriffen sind. Auch eine Nutzung durch Schulkinder, die weniger als 3,5 km von
der Schule entfernt wohnen, wird durch die Nutzung erst ab 9 Uhr verhindert.
Kurzum: Die Käufer des Mobiltickets sind bei der Nutzung des ÖPNV im Kreis Düren
immer noch erheblich eingeschränkt. Dies hält viele Berechtigte bisher davon ab,
ein Mobilticket zu erwerben. Die Mitglieder der Freien Liste Kreis Düren sind
daher der Meinung, dass eine uneingeschränkte Nutzung des Mobiltickets positive
Auswirkungen haben würde. Denn die Akzeptanz unter den möglichen Nutzern wird
erheblich verbessert. Die Folge wäre, dass mehr Leistungsbezieher ein Ticket
kaufen würden. Damit erhöhen sich nicht nur die Auslastung von Bus und Bahn,
sondern auch die Einnahmen für die Dürener Kreisbahn. Geringverdiener, die keine
ergänzenden Grundsicherungsleistungen erhalten, sollten ebenfalls ein
Mobilticket erwerben können. Verbessert werden sollte auch die Ausgabe des
Mobiltickets. Unserer Meinung nach sollte das Mobilticket zugeschickt werden.
Viele Nutzer des Mobiltickets berichten von einem herabwürdigenden
Schlangestehen bei der Ausgabe des Mobiltickets an jedem Monatsende. Dies muss
nicht sein. Deshalb sollte die Politik hier Abhilfe schaffen.“
17.04.2011, Schlappe 25.000 Euro
hat Bürgermeister Paul Larue im vergangenen Jahr, zusätzlich zu seinem Gehalt,
für seine zahlreichen Nebentätigkeiten erhalten. Nachzulesen in der
Mitteilungsvorlage 2011-0129. Damit in Düren die Öffentlichkeit nichts von den
Nebeneinkünften des Bürgermeisters erfährt, werden diese Informationen nur in
nichtöffentlicher Sitzung präsentiert. Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste)
hierzu: „Es ist nicht nachvollziehbar, welche Geheimnistuerei um den
Nebenverdienst des Bürgermeisters veranstaltet wird. In Recklinghausen werden
die Nebeneinkünfte des Bürgermeisters alljährlich in öffentlicher Sitzung und im
Internet präsentiert.“
15.04.2011, Stadtwerke zurückkaufen!
Offensichtlich etwas kurzsichtig die Dürener Volksvertreter von CDU und SPD.
Erst verkaufen sie dreiviertel der Stadtwerke Düren (SWD), und einige Jahre
später stellen sie fest, dass dies falsch war. Fließen doch die Gewinne der
Stadtwerke seitdem in die Taschen der RWE-Aktionäre. Dabei war schon beim
Verkauf der Anteile klar, daß der finanzielle Verlust größer sein würde, als der
damalige Kaufpreis. Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu:
„Wurden die ersten 25 Prozent der Stadtwerke doch bereits unter Bürgermeister
Josef Vosen und SPD-Regentschaft verkauft, folgten vor 8 Jahren weitere 50
Prozent unter CDU-Herrschaft. Schön wär´s, wenn die RWE Plus AG auf den
SPD-Vorschlag eingehen würde. Ich wage aber zu bezweifeln, daß die RWE Plus AG
eine Kuh (SWD) verkauft, die tüchtig Milch (Gewinne) gibt. Zudem würde die
regierende CDU-Fraktion doch damit gleichzeitig eingestehen, daß der Verkauf der
halben Stadtwerke an RWE Plus AG ein großer Fehler war.“
12.04.2011, Equal Pay Day 2011
Mit dem Equal Pay Day erinnern Frauen an ihre schlechte Bezahlung. Im
Durchschnitt erhalten sie für die gleiche Tätigkeit 23 Prozent weniger, wie ihre
männlichen Kollegen. Dies zeigt: Seitdem die Gewerkschaften erstmals gleichen
Lohn für gleiche Arbeit gefordert haben, hat sich nicht viel geändert. Immer
noch werden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Trotz modernster Technik,
Computer, Flugreisen, Handy und Internet, die Benachteiligung der Frauen ist
geblieben.
Noch schlimmer trifft es jedoch Frauen und Männer, die sich als Leiharbeiter bei
einer Zeitarbeitsfirma ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Sie erhalten in
ihrem Job bis zu 50 Prozent weniger, wie die Festangestellten. Leiharbeiterinnen
und Leiharbeiter sind damit eine permanente Bedrohung für die Stammbelegschaft.
Denn Zeitarbeiter werden in den Unternehmen als Lohndrücker eingesetzt. Wer
aufmuckt, dem droht eine „Karriere“ als Leiharbeiter fürs halbe Geld. Mal
ehrlich, welcher Ausbeuter würde schon für die Hälfte arbeiten? Die
Sklavenhändler der Zeitarbeitsbranche jedenfalls nicht!
10.04.2011, Traue keinem Schneider nicht!
Es war einmal ein Projektentwickler, der versprach dem Bürgermeister eines
kleinen Städtchens ein schönes Hotel zu bauen. Hierzu benötigte er allerdings
das städtische Grundstück mit einer alten Stadthalle darauf. Dies wurde ihm von
der regierenden CDU-Fraktion, nebst SPD, auch mir nichts, dir nichts, großzügig
überlassen. Doch es trug sich zu, dass der Projektentwickler jahrelang keinen
Investor fand, der bereit war, viele Millionen in ein neues Hotel zu stecken.
Weil der SPD-Opposition vor lauter Warten aber langweilig wurde, schlug
sie eine neue Planung für das Stadthallengrundstück vor. Doch dies passte den
regierenden CDU/FDP-Fraktionen nicht. Sie wollten lieber weiter abwarten, wie
die Verwaltungsleitung, bestehend aus Bürgermeister, Baudezernent und Kämmerer.
Sollte doch nicht der Eindruck entstehen, das Hotelprojekt sei gescheitert.
Insbesondere der was eigensinnige Bürgermeister glaubte Tag und Nacht fest an
das neue Hotel. Und so gingen viele Jahre ins Land, ohne daß etwas geschah. Doch
der Bürgermeister wartete immer länger. Und wenn er nicht gestorben ist, dann
wartet er heute noch. Und die Moral von der Geschicht: „Traue keinem
Schneider nicht!“
08.04.2011, Tihange ist näher……
Wissen Sie, wo Tihange liegt? Wahrscheinlich nicht. Es liegt in Belgien, nur
knappe 90 Kilometer von Düren entfernt. Und wissen Sie, was das besondere an
Tihange ist? Dort steht seit 36 Jahren ein Atomkraftwerk. Eine Katastrophe wie
in Fukushima ist der Stadt Düren daher näher, als wir dachten. Und ein starkes
Erdbeben könnte uns dies schneller vor Augen führen, als uns lieb ist.
6.April 2011, Gemeinsame Pressemitteilung der
Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) - Initiative für eine
verantwortungsvolle Energiepolitik und des linksrheinischen Aktionsbündnisses
STOP Westcastor.de
Die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) und das Linksrheinische
Aktionsbündnis STOP Westcastor (ASW) fordern in einer gemeinsamen Erklärung das
Jülicher Forschungszentrum (FZJ) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS) als
Aufsichtsbehörde und auch als Betreiber des Salzstockes Asse auf, ihren Beitrag
zu einer umfassenden Aufklärung zu leisten, welche radioaktiv belasteten Stoffe
am 23. November 1976 und am 15. Dezember 1976 in insgesamt drei Behältern per
Bahn von Jülich aus in die Asse gebracht wurden.
Dazu erklärt der Sprecher von Westcastor, Siegfried Faust aus Jülich:
„Bisher waren wir davon ausgegangen, dass 1976 so genannte Moderatorenkugeln
(das sind zu Forschungszwecken mit Neutronen bestrahlte mittelradioaktive
Graphitkugeln) aus der AVR- Forschung in die Asse gebracht wurden, was
angesichts des Zustandes des dortigen Salzstockes schon schlimm genug ist. Die
Aussage des FZJ und des BFS, dass es sich bei den Transporten Ende 1976 schon
deshalb nicht um Brennelemente gehandelt haben kann, weil das Gesamtgewicht zu
niedrig gewesen sei, wirft aus unserer Sicht die Frage auf: „Wieso sollte das
Gewicht von mit Neutronen behandelten Kugeln gegenüber den in der Größe
offensichtlich identischen Brennelementekugeln wesentlich abweichen?“
Wolfgang Bischoff von der Wolfenbütteler AtomAustiegsGruppe ergänzt:
„Wir rätseln seit langem, worin die Ursache für die hohe Tritiumbelastung in und
um die Asse zu suchen ist.“
Udo Dettmann von der Asse II-Begleitgruppe ergänzt:
„Im Untersuchungsausschuss wurde mehrfach dargestellt, dass es auf der Asse
keine Waage gegeben hat. Somit konnte das Gewicht der Fässer nie überprüft
werden. Durch die eingesetzten Verlademaschinen wäre ein Gewichtsunterschied
nicht weiter aufgefallen.“ Beide Bürgerinitiativen verlangen von den
Verantwortlichen eine restlose Aufklärung über die genauen Lieferungen aus dem
FZJ in die Asse.
02.04.2011, Restaurant am Indemann
Kaum zu glauben! Da will man doch tatsächlich ein Restaurant neben
dem Indemann errichten. Und das Ganze für schlappe 1,2 Mio. Euro. Offensichtlich
lässt sich RWE die Aufwertung des Indemanns richtig was kosten. Würden nicht
riesige Gewinne für die Aktionäre von RWE winken, wäre man wohl kaum so
spendabel. Was aber nützt das alles? Der Indemann ist und bleibt ein nicht zu
übersehender Flop. Wer einmal da gewesen ist, der muss nicht noch ein zweites
Mal in dieser unansehnlichen Stahlkonstruktion herumturnen. Da gibt es im Kreis
Düren wahrlich schönere Orte an denen man sich aufhalten kann. Vermutlich will
man mit dem geplanten Restaurant einen solchen Ort schaffen. Aber auch dies wird
sich schnell abgreifen. Gutes oder preiswertes Essen gibt es schließlich
überall. Da muss man nicht extra zu einer abstoßenden Stahlkonstruktion pilgern.
09.03.2011, Mit „Elan“ nach China
Vom 9. bis zum 20.April 2011 besteht für alle Dürener die Möglichkeit nach China
zu reisen. Die Städtepartnerschaft mit der Stadt Jinhua und das Dürener
Reisebüro Elan-Touristik machen es möglich. Eingeladen hierzu hat der
Städtepartnerschaftsverein Düren-Jinhua. Ratsmitglied Lothar Böling (Freie
Liste) hierzu: „Ich sehe meine Kritik mal wieder bestätigt. Bei der
Städtepartnerschaft mit Jinhua ging es vielen Kommunalpolitikern nur ums Reisen
auf Kosten der Kommune. Bürgermeister Paul Larue und die Fraktionsvorsitzenden
von CDU (Karl-Albert Eßer) und SPD (Henner Schmidt) waren schließlich auch schon
auf Kosten der Kommune in China. Was die Reiselust beflügelt, sind vor allem
touristische Attraktionen, wie die weltberühmte Terrakotta-Armee in X´ian.“ Für
die Dürener ist diese Reise allerdings nicht kostenlos. Nur wer 2.000 Euro übrig
hat, der darf mitfliegen.
07.03.2011, Den Dürenern
den Marsch blasen!
Weil die Bundeswehr erhebliche Nachwuchsprobleme hat, macht sie bundesweit
Werbung mit Musik.
Im Juli 2011 findet auch in Düren eine groß angelegte Werbeaktion der Bundeswehr
statt. Mit vier Kapellen von Bundeswehr, Heer, Marine und Luftwaffe wird die
Stadt eine Woche lang von allen Seiten mit Marschmusik beschallt werden. Seit
Abschaffung der Wehrpflicht, dient solch militärisches Tam Tam einmal mehr der
Anwerbung von Soldaten. Für Kriegseinsätze in Afghanistan und anderswo, benötigt
man schließlich junge, unerfahrene Menschen, die bereit sind ihr Leben für die
Machtinteressen anderer bereitwillig zu opfern. Finanziert wird das Ganze
übrigens mit Geldern des städtischen Kulturbetriebes, dem Förderverein der
Musikschule und dem Krankenhaus Düren. Ausrichter dieser Werbeaktion ist
übrigens die Stadt Düren mit Bürgermeister Paul Larue an der Spitze.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hatte den Bürgermeister und den
Stadtrat aufgefordert sich von diesem Militärspektakel zu distanzieren. Leider
ohne Erfolg. Böling hierzu im Stadtrat:
„Als Ratsmitglied der Freien Liste bin ich der Meinung, dass wir den
Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Düren diesen militärischen Klamauk
ersparen sollten. Eine Stadt die am 16. November 1944 durch einen Bombenabwurf
dem Erdboden gleich gemacht wurde, benötigt keine Werbeveranstaltung der
Bundeswehr. Hat doch der deutsche Militarismus schon zweimal einen Weltkrieg
hervorgebracht. Unglaublich ist die Tatsache, dass die Stadt Düren Ausrichter
einer Werbeveranstaltung von Bundeswehr mit Musikkompanien von Heer, Luftwaffe
und Marine ist. Mehr als widersprüchlich ist auch die Tatsache, dass der
Bürgermeister unserer Stadt in seiner Funktion eines „Mayor for Peace“ für
dieses militaristische Spektakel als Dezernent und Bürgermeister verantwortlich
zeichnet. Es ist schon mehr als geschmacklos mit Friedenstauben in unsere
Partnerstädte zu reisen, in Düren selbst aber Werbung für die Bundeswehr zu
machen. Erst recht, wenn man bedenkt das deutsche Soldaten in Afghanistan stehen
und dort an der Ermordung der Zivilbevölkerung beteiligt sind. Düren braucht
keine Sternmärsche und erst recht keine Schulworkshops. Marschmusik auf
deutschem Boden war noch nie ein Signal des Friedens.“
05.03.2011, Stadtwerke Düren zurückkaufen!
Etwas kurzsichtig die Dürener Volksvertreter von CDU und SPD. Erst verkaufen sie
dreiviertel der Stadtwerke Düren und ein paar Jahre später stellen sie fest,
dass dies falsch war. Fließen doch die Gewinne der Stadtwerke seit dem in die
Taschen der RWE-Aktionäre. Dabei war schon beim Verkauf der Anteile klar, dass
der finanzielle Verlust größer sein würde, als der damalige Kaufpreis.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) hierzu: „Wurden die ersten 25 Prozent
der Stadtwerke doch bereits unter Bürgermeister Josef Vosen und SPD-Regentschaft
verkauft. Schön wär`s, wenn die RWE Plus AG auf den SPD-Vorschlag eingehen
würde. Ausgehend von der Tatsache, dass die jetzt regierende CDU vor acht Jahren
weitere 50 Prozent verkauft hat, wage ich allerdings zu bezweifeln, das die RWE
Plus AG eine Kuh (SWD) verkauft die tüchtig Milch (Gewinne) gibt. Würde die
regierende CDU-Fraktion doch damit auch eingestehen, dass der Verkauf der halben
Stadtwerke an RWE Plus AG damals ein großer Fehler war.“
01.03.2011, Kirmesklo:
500.000 Euro
So mancher Besucher der Anna-Kirmes hat es schon mal besucht; das WC mitten auf
dem Anna-Kirmes-Platz. Bereits vor einigen Jahren hat das Ratsmitglied Lothar
Böling (Freie Liste) einen Alternativ-Vorschlag unterbreitet. Statt 500.000 Euro
zu verplempern solle der Dürener Servicebetrieb besser mobile Sanitär-Container
anschaffen. Mit Behinderten-WC, Wickelraum und Sanitätsraum. Diese könnte man
nicht nur für die Anna-Kirmes nutzen, sondern auch für andere städtische
Veranstaltungen. Angesichts der leeren Haushaltskasse der Stadt Düren hält
Ratsherr Lothar Böling dies für eine unmögliche Vorgehensweise: „Auch wenn die
Toilettenanlagen völlig veraltete und für die Besucher nicht mehr zumutbar sind
- ein Behinderten WC, ein Wickeltisch und ein Ruheraum für Kreislaufkranke
fehlen - so ist dies noch lange kein Grund mit Geldern um sich zu werfen, die
nicht vorhanden sind.“
Die Abfallbetriebe der Stadt Köln bieten z.B. WC-Container (incl.
Behindertentoilette und Wickeltisch) zum Mieten an. Die Kosten für ein
Wochenende von Freitag bis Montag belaufen sich auf 342,20 Euro, jeder weitere
Tag kostet 58 Euro. Die Container lassen sich mit entsprechenden Fahrzeugen
transportieren. Nach Aussage eines Mitarbeiters der Stadt Köln liegen die Kosten
für die Anschaffung eines solchen Containers bei 35.000 Euro. Weil Container
beweglich sind, können sie auch für alle anderen Veranstaltungen innerhalb der
Stadt Düren sinnvoll genutzt werden, schlägt Böling vor.
17.02.2011, Neue Fakten: Jülicher Castoren
haben nur bis 2017 eine Transportzulassung!
In Sachen Castortransporte von Jülich nach Ahaus tut sich was: Wie
die BI Ahaus nun mitteilte, haben die 152 AVR-Castoren in Jülich nur eine
verkehrsrechtliche Zulassung bis 2017 haben! Sollten die Castoren also nach
Ahaus kommen, dürfen sie nach 2017 nicht mehr weiter transportiert werden. Weder
zum Absender, noch in eine andere Anlage. Ein Endlager wird bis dahin nicht
existieren. Die BI bezweifelt, dass die verkehrsrechtliche Zulassung noch einmal
verlängert wird, da die Castoren bereits ein gewisses Alter haben und mit
zunehmendem Alter unsicherer werden. Entweder bleiben die Castoren also auf ewig
in Ahaus, oder sie müssen bereits vor 2017 wieder aus Ahaus abtransportiert
werden, um irgendwo in neue Behälter umgeladen zu werden. In Ahaus ist dies
nämlich nicht möglich, ebenso wenig, wie eine Reparatur in Ahaus möglich wäre!
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Hier wird deutlich woher der Wind weht. Die Castoren sollen von Jülich nach
Ahaus transportiert werden um sie dort endgültig zu lagern. Und dies, obwohl
Ahaus nur ein Zwischenlager ist.
09.12.2010, Stadt Jülich übernimmt auf Antrag
der LINKEN Tariftreuekriterien in die Vergabeordnung:
Nachdem der Einzelabgeordnete der Partei DIE LINKE im Jülicher
Stadtrat, Siegfried Faust, am 19.3.2010 die Wiedereinführung von Tariftreue als
Vergabekriterium beantragte, wurde von Seiten der Stadt Jülich nach umfassender
Prüfung im Dezember 2010 unter Ziffer 1.5 der Dienstanweisung "Vergabeordnung"
für öffentliche Aufträge folgende Ergänzung eingefügt:
"1.5: Die Bieter sind aufzufordern, bei Abgabe der Angebote anzugeben, welche
Leistungen an Nachunternehmer vergeben werden sollen. Die Bieter werden
verpflichtet, mit den Nachunternehmen zu vereinbaren, dass deren
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Ausführung dieser Leistungen ein
Entgelt gezahlt wird, das in Höhe und Modalitäten mindestens den Vorgaben
desjenigen Tarifvertrages entspricht, an den das Unternehmen aufgrund des
Arbeitnehmer-Entsendegesetzes oder anderen einschlägigen gesetzlichen
Bestimmungen über Mindestentgelte gebunden ist, die Einhaltung der vorgenannten
Vereinbarung durch die Nachunternehmer verantwortlich zu überwachen."
Ob die Bieter ihrer Verpflichtung nachkommen, die Nachunternehmen zu
kontrollieren, ist nach Auffassung der beteiligten Fachbereiche der Verwaltung
der Stadt Jülich in der Praxis schwierig zu überwachen. Dennoch soll der Passus
so in die Dienstanweisung eingearbeitet werden. Ergänzend wird hinzugefügt, dass
sich der Gesetzgeber zur Zeit mit der Thematik befasst. Es bleibt abzuwarten, ob
letztendlich eine gesetzliche Regelung erfolgt. DIE LINKE Jülich betrachtet
diese Ergänzung zur Vergabeordnung aber als Erfolg und auch als logisches
Ergebnis einer kontinuierlichen und sachbezogenen linken Kommunalpolitik in
Jülich.
12.11.2010, Drei Musketiere für "Boelcke"
Kaum zu glauben! Aber wenn es um Wählerstimmen geht, ist ihnen jedes
Mittel recht. Die Rede ist von den drei Bundestagsabgeordneten des Kreises
Düren, den Herren Thomas Rachel (CDU), Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer
(GRÜNE). Wie drei Musketiere, kämpfen sie für den Erhalt des Fliegerhorstes
Nörvenich. Der Grund: Dort zittern 2.500 Soldaten um ihre Arbeitsplätze.
"Nörvenich müsse auf jeden Fall erhalten bleiben" fordert Sozialdemokrat Nietan.
Und "Finger weg von Nörvenich", droht der Christdemokrat Rachel. Auch "Nörvenich
muss bleiben, aber ohne eine Mehrbelastung an Fluglärm", faselt der olivgrüne
Oliver Krischer. Flugzeuglärm ist halt schlimmer als explodierende Bomben. Was
für Sorgen! Angesichts solcher Einigkeit dürfte es für die Soldaten des
Jagdbombergeschwaders "Boelcke" künftig immer schwieriger werden. Wem
gibt man bei der nächsten Wahl die Stimme? Ob CDU, SPD oder
GRÜNE, alle fordern den Erhalt des militärischen Standortes Nörvenich.
Kriegsgegner und Friedensfreunde haben es da einfacher. Für sie sind die Herren
Rachel, Nietan
und Krischer auf keinen Fall wählbar.
26.10.2010, Nörvenich: Nietan setzt sich für
"Boelcke" ein
Dies ist nur einer der Gründe, warum der Bundestagsagbeordnete
Dietmar Nietan (SPD) für Friedensfreunde und linke Wähler nicht wählbar ist. Er
fordert eine gut ausgerüstete Bundeswehr! Statt sich im Interesse des Friedens
für Abrüstung einzusetzen, faselt Dietmar Nietan von "jungen Leuten denen man
die Chance geben solle etwas für ihr Land zu tun". Die Realität aber sieht
anders aus. Nach jenen jungen Leuten die bereits für deutsche Interessen am
Hindukusch (Afghanistan) ihr Leben gelassen haben, kräht schon jetzt kein Hahn
mehr. Es ist also notwendig, dass gerade die Bereiche der Bundeswehr abrüsten,
mit denen Krieg - wie z.B. in Afghanistan - geführt werden kann. Dazu gehört
natürlich auch das Jagdbomber Geschwader "Boelcke" in Nörvenich. Man stelle sich
nur vor, was den Steuerzahler allein die 2.300 Soldaten im Monat kosten, die
in Nörvenich stationiert sind. Von den 35 Eurofightern (3,5 Milliarden Euro) die dort
stationiert werden sollen ganz zu schweigen. Sinnloser kann man Steuergelder
kaum vernichten
25.10.2010, Zur Sondersitzung des Rates zur
Stadthalle Düren v. 19.10.2010
"Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln", sagt der
Volksmund, wenn jemand nicht so recht weis was er will. Ähnlich verhält es sich
mit den Kommunalpolitikern von SPD, GRÜNEN und LINKEN beim Thema alte Stadthalle
Düren. Stimmten die Damen und Herren dieser Fraktionen in der Sitzung des Rates
v. 22.09.2010 noch für die Realisierung eines Hotelneubaus auf dem Gelände der
alten Stadthalle, vollzogen sie in der eiligst von Ihnen einberufenen
Sondersitzung des Rates am 19.10.2010 eine Kehrtwendung um 180 Grad.
Wir meinen: Wenn man doch kein Hotel will, bzw. bereits in der Sondersitzung des
Rates v. 21.04.2010 klar war, dass es mit dem Hotelbau bis zum 28.02.2011 nichts
werden wird, warum stimmt man dann überhaupt erst für eine Verlängerung des
Fertigstellungstermins. Besonders widersprüchlich ist hier das Verhalten von
GRÜNEN und LINKEN, die ja ursprünglich gegen den Hotelbau waren. Mir scheint, das alle Fraktion etwas orientierungslos
sind. Und was will man mit einer Sondersitzung, wo doch ein Teil der
Ratsmitglieder von SPD und GRÜNEN erst gar nicht zur Ratssitzung v. 19.10.2010
erschienen war? Das CDU, FDP und BfD nicht von dem Hotelbau an der Stadthalle
abrücken würden, war schon vorher klar. Pleiten einzugestehen ist nicht gerade
eine Stärke der Konservativen und Neoliberalen.
21.08.2010, Tag der Heimat 2010 in Düren
Offener Brief von Ratsmitglied Lothar zum „Tag der Heimat“ am
11.09.2010 an Bürgermeister Paul Larue
Sehr geehrter Herr Larue,
wie schon in den Jahren zuvor, so erhielt ich auch in diesem Jahr die Einladung
zum „Tag der Heimat“, in einem Briefumschlag der Stadt Düren. Unterschrieben
war die Einladung wieder einmal vom hiesigen Kreisvorsitzenden des „Bundes der
Vertriebenen“ (BdV) und vom Bürgermeister der Stadt Düren.
Erneut wird damit dem reaktionären und revanchistischen „BdV“ das Rathausfoyer
zur Verfügung gestellt. Und das ganze mit tatkräftiger Unterstützung des
Bürgermeisters. Wie schon in den Jahren zuvor, fordere ich Sie hiermit auf, das
Foyer des Rathauses nicht wieder dem „Bund der Vertriebenen“ als Bühne zu
überlassen. Der „BdV“ und die „Landsmannschaften“ verfolgen eine Politik, die
darauf abzielt, heute bestehende Grenzen in Frage zu stellen. Die Verbreitung
nationalistischer Phrasen und das Stellen von Gebietsansprüchen gegen unsere
Nachbarländer, dienten jedoch noch nie dem Erhalt des Friedens.
Mit welchen Rednern der „BdV“ die Stadt Düren in den vergangenen Jahren zu
beglücken versuchte, ist Ihnen ja bekannt. Einige dieser Herren sind offen für
faschistisches Gedankengut, haben gar beste Verbindungen zu alten und neuen
Faschisten. Erinnert sei hier nur an den „BdV-Vertreter“ Rüdiger Goldmann, der
jahrzehntelang dem rechtsextremen „Witikobund“ angehörte und dem wegen
Volksverhetzung verurteilten ehemaligen „BdV-Vizepräsidenten“, Paul Latussek.
Erinnert sei hier auch noch mal an einen Brief des ehemaligen
„BdV-Kreisvorsitzenden“, Karl-Heinz Weschke, an Erika Steinbach, die Vorsitzende
des „BdV“. Aus diesem Brief, des Jahres 2004, geht klar hervor, dass es hier
nicht um Heimatpflege und Brauchtum, sondern um Gebietsansprüche geht.
Auch wenn der diesjährige Redner, Dr. Lothar Schlegel Domkapitular ist, so
ändert das nichts an den Forderungen und Zielen des „BdV“ und der
„Landsmannschaften“.
Die Wahrheit sieht nämlich in der Tat anders aus. 2007 bot der „Ostdeutsche
Markt“ auf dem Rathausvorplatz ein ganz besonderes Schauspiel. Mitglieder der
Vertriebenverbände und Mitglieder von „NPD“ und „Kameradschaft Aachener Land“
schwangen in trauter Eintracht - unter Aufsicht des BdV-Kreisvorsitzenden
Manfred Barsuhn - gar lustig das Tanzbein. Als Herr Barsuhn auf die Anwesenheit
der Neofaschisten angesprochen und zum Einschreiten aufgefordert wurde, hat er
nur lässig abgewunken.
Wenn jemand die „NPD“ gesellschaftsfähig macht, dann ist es der „BdV“ und die
„Landsmannschaften“. Sie bereiten den Boden, auf dem sich die Ideologie alter
und neuer Faschisten ausbreitet. Darüber kann auch ein geistlicher Redner nicht
hinweg täuschen. Bedauerlicherweise stehen Sie als Bürgermeister diesen ewig
Gestrigen auch noch mit Rat und Tat zur Seite; stellen jedes Jahr aufs Neue das
Rathaus als billige Kulisse zur Verfügung.
Abschließend möchte ich Sie erneut daran erinnern, dass viele der in Düren
lebenden, ehemaligen Flüchtlinge und Aussiedler längst integriert sind. Sie
wollen von dieser rückwärtsgewandten Politik nichts wissen; haben sich von den
ewig Gestrigen, dem „BdV“ und den „Landsmannschaften“, längst gelöst.
Auch Sie sollten unterscheiden zwischen Menschen die in Düren eine neue Heimat
gefunden haben und revanchistischen Organisationen, die letztendlich für ein
Großdeutschland in den Grenzen von 1937 eintreten.
Nehmen Sie ihr Amt als Sprecher des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt ernst. Wirken Sie der Verbreitung nationalen, reaktionären
und revanchistischen Gedankengutes entgegen. Hören Sie auf treuer Begleiter und
Unterstützer des „BdV“ und der „Landsmannschaften“ zu sein. Orientieren Sie sich
an fortschrittlichen Christdemokraten.
15.08.2010, Dat Wasser vun Düre is joot
Die Stadtwerke Düren tragen
sich mit dem Gedanken den Dürener anderes Wasser zu verkaufen. Das bisher in
Obermaubach und dem entlang dem Ufer der Rur entnommene Wasser (Uferfiltrat)
müsse künftig noch besser aufbereitet werden, heißt es da. Hierdurch würde der
Wasserpreis steigen. Bisher kommt unser Trinkwasser aus der Rur. Und das
Rur-Wasser enthält nur ganz wenig Kalk. Unser Vorteil: Es gibt an den
Wasser-Armaturen, Waschmaschinen und Heißwassergeräten keine Ablagerungen. In
den umliegenden Gemeinden müssen dagegen alle paar Jahre die Armaturen und
Heißwassergeräte ausgetauscht werden. Die Waschmaschinen müssen dort ständig
entkalkt werden. Berücksichtigt man diese Faktoren, so käme das preiswerte
aber kalkhaltige Wasser die Dürener letztendlich teuer zu stehen. Ratsmitglied
Lothar Böling hierzu: „Offensichtlich hat man in Düren immer noch nicht
begriffen was unser Wasser wert ist. Sonst hätte man von Seiten der Stadtwerke
nicht solch einen Vorschlag gemacht. Die Papierindustrie weis dagegen dieses
weiche Wasser bereits seit Jahrhunderten zu schätzen.“
13.08.2010, Grundsteuer B: Miete steigt
Am 30.06.2010 hatte der
Dürener Stadtrat die Grundsteuer B rückwirkend zum 01.01.2010 um 25 Prozent
erhöht. Hiervon betroffen sind auch alle Mieterinnen und Mieter. Ist doch die
Grundsteuer B als Nebenkosten auf die Mieter umlegbar. Die Mehrbelastung je
Bedarfsgemeinschaft beläuft sich auf durchschnittlich ca. 50 Euro pro Jahr.
Weil der Kreis Düren Träger der Grundsicherungsleistungen ist, hat
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) nun Landrat Wolfgang Spelthahn
aufgefordert die Höchstbeträge für Kaltmiete rückwirkend zum 01.01.2010 um
mindestens 5 Euro monatlich zu erhöhen.
Die Werte für angemessenen Wohnraum wurden seit 1998 nicht mehr erhöht. Im Gegenteil, sie wurden vor zwei Jahren weiter gedeckelt. Es gilt nur noch der Höchstbetrag für Altbauten (bis Baujahr 1992).
Böling: „Schon jetzt müssen sich in 2.677 Bedarfsgemeinschaften Männer, Frauen und Kinder Teile der Wohnungskosten vom Munde absparen, weil die Miete zu hoch ist. Durch die Erhöhung der Grundsteuer B wird sich die Lage in diesen Familien weiter verschärfen.“ In der Stadt Düren gibt es 6.304 Arbeitslose und ihre Familien die hiervon betroffen sind; Kleinstrentner/innen noch nicht mitgerechnet.
10.08.2010, Ahrweilerplatz: „Skater-Ticket“
Weil Lothar Böling als fraktionsloses Ratsmitglied der Freien Liste keine
Anträge stellen kann – in anderen Städten ist das möglich – stellte er
folgenden Antrag als Einwohnerantrag:
Der Rat der Stadt Düren beschließt, dass
alle Jugendlichen, die in der Innenstadt wohnen ein „Skater-Ticket“ erhalten
können, damit sie alle Spielplätze und Skaterbahnen im Stadtgebiet nutzen
können.
Begründung:
Wie der Dürener Zeitung v. 09.07.2010 und 16.07.2010 (siehe Artikel) zu
entnehmen war, beschweren sich die Anwohner des Ahrweilerplatzes über die
nächtliche Ruhestörung durch Jugendliche, die auf dem Ahrweilerplatz
Skateboard fahren. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um ein Problem,
dass die Kommunalpolitik verursacht hat. Gibt es doch in der Innenstadt kaum
noch einen Fleck der nicht gepflastert ist. Es fehlt an Spielplätzen und
Freiräumen in denen Kinder und Jugendliche spielen und sich aufhalten
können. Ein „Skater-Ticket“ verursacht keine Kosten. Ob die Busse in den
Abendstunden fast leer durch die Gegend fahren, oder ob einige Jugendliche
mitfahren, spielt meines Erachtens keine Rolle. Ein kurzes Gespräch mit der
Dürener Kreisbahn könnte den ruhestörenden Lärm in den Sommernächten
möglicherweise beenden.
06.08.2010,
Sefer Aydin aus Eregli
Dürens neueste Errungenschaft
ist die Partnerschaft mit einer Stadt in der Türkei. Eregli heißt die Stadt.
Sie liegt am Schwarzen Meer und hat 100.000 Einwohner. Zurückzuführen ist
diese Städtepartnerschaft auf einen Bürger aus Eregli (Sefer Aydin), der mit
seiner Familie seit vielen Jahren in Düren wohnt. Als es jüngst in Eregli zur
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages kam, standen die beiden
Bürgermeister umringt von zahlreichen Ratsmitgliedern aus Düren im Mittelpunkt
des Geschehens. Sefer Aydin aber, der Urheber der Städtepartnerschaft, musste
dagegen verschämt neben dem Tisch knien. Ratsmitglied Lothar Böling hierzu:
„Wo war da der Respekt gegenüber Herrn Aydin. Sefer Aydin hätte in die Mitte
gehört, zwischen die beiden Bürgermeister! Aber so ist das, der Hang zur
Selbstdarstellung war wieder einmal größer als der Respekt vor dem Urheber
dieser Städtepartnerschaft.“
04.08.2010, 30 Euro Versicherungspauschale
Grundsicherungsämter haben im
vergangenen Jahr massenhaft wegen fehlerhafter Arbeit falsche
Hartz-IV-Bescheide erlassen. Das hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) in
einem neuen Statistikbericht eingeräumt. Insgesamt wurde in 805.200 Fällen
Widerspruch gegen Bescheide eingelegt. 301.500 Widersprüche oder mehr als 37
Prozent seien erfolgreich gewesen. Außerdem hätten 142.700 Hartz-IV-Beziehende
gegen ihre Bescheide geklagt. 55.800, also 38 Prozent, haben vor Gericht Recht
bekommen. Dazu erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
„Der Ämterpfusch bei Hartz IV hält weiter an. Wer angesichts der massenhaft
auftretenden Fehler der Ämter, den Arbeitlosen ihr Recht auf Widerspruch
einschränken will, sägt am Ast der Bürgerrechte.
Nur ein Beispiel: Die
Versicherungspauschale (30 Euro), fehlt in den Bewilligungsbescheiden vieler
Empfänger von Arbeitslosengeld II. Jedem einzelnen aber, der Einnahmen, wie
Kindergeld, Kinderzuschlag, ALG I, Rente oder Unterhaltszahlungen usw. hat,
dem steht diese Pauschale zu. Weil es eine Pauschale ist, muss keine
Versicherung nachgewiesen werden. Fehlt die Versicherungspauschale, sollten
Sie Widerspruch einlegen oder einen Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X
stellen.“
29.07.2010, Larue: Kein Bürocontainer!
Am 09.02.2010 hatte man Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) den Stuhl vor
die Tür gesetzt. Sein Büro wurde zwangsgeräumt. Nach zehn Jahren
Ratsmitgliedschaft hat er erstmals kein Büro mehr. Seine Sachen lagern z. Zt.
im Heizungskeller des Rathauses. Weil Böling sich an der Ausübung seines
Mandates gehindert sieht, und keinen Platz für seine Ratsunterlagen (125
Aktenordner) hat, fragte er an, ob er auf dem Rathausvorplatz einen
Bürocontainer als Mandatsträgerbüro aufstellen könne.
Bürgermeister Paul Larue hatte ihm vor kurzem mitgeteilt, dass dies nicht
möglich sei. Nicht einmal einen gebrauchten Schreibtisch will er dem
Mandatsträger der Freien Liste zur Verfügung stellen. Böling in seinem
Protestbrief an den Bürgermeister: „Jeder Kartoffelbauer und jeder
Geranienverkäufer hat in dieser Stadt mehr Rechte als ein Ratsmitglied. Kann
doch der Rathausvorplatz von Ihnen als Stellplatz für einen Verkaufsstand
genutzt werden. Ich sehe in Ihrer Antwort daher eine gezielte Benachteiligung
unliebsamer Mandatsträger.“
16.07.2010, „CDU lehnt eine Verlängerung der
Grundschulzeit ab“:
Wie lange will man sich diese Bevormundung, durch eine kleine elitäre
Minderheit (CDU erhält nur 25 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten),
eigentlich noch gefallen lassen? Dass auch die Dürener CDU eine längere
Grundschulzeit ablehnt und die Gymnasien erhalten will, war doch zu erwarten.
Darüber kann auch die Gründung eines Arbeitskreises Bildung nicht
hinwegtäuschen. Wieso regiert die hiesige CDU eigentlich nicht auf die Kritik
der Industrie? Haben Vertreter der Wirtschaft in den letzten Jahren doch oft
genug auf die miserable Schulbildung der vielen Auszubildenden hingewiesen.
Statt das Problem zu beseitigen, versucht man es wieder einmal nur mit Abwarten.
In der Kritik aber steht unser gesamtes Schulsystem. Und dies besteht nun mal
nicht nur aus Gymnasien. Glaubt man etwa, dass alle Eltern im Kreis Düren gegen
ein besseres Schulsystem, gegen echte Chancengleichheit, sind? Kein vernünftiger
Mensch kann wollen, dass ein Großteil kommender Generationen von der
gesellschaftlichen Entwicklung abgekoppelt wird. Ich bin der Meinung,
Politikerinnen und Politiker, die an einem völlig überholten Schulsystem des
vorigen Jahrhunderts festhalten, behindern die Entwicklung der gesamten
Gesellschaft.
29.06.2010, „SPD will mit den Stadtwerken mehr
Geld verdienen“
Das die SPD mit dem Rückkauf von Teilen der Stadtwerke Düren (SWD)
Geld verdienen will, erscheint angesichts der schwierigen Haushaltslage der
Stadt nur allzu verständlich. Schließlich hatten die Stadtwerke in den
vergangenen Jahren erhebliche Gewinnsteigerungen zu verzeichnen. Warum aber
kommt diese Einsicht bei der SPD erst jetzt? Wurden die ersten 25 Prozent der
Stadtwerke doch bereits unter Bürgermeister Josef Vosen und SPD-Regentschaft
verkauft. Zu schön wär`s, wenn die RWE Plus AG auf den SPD-Vorschlag eingehen
würde. Ausgehend von der Tatsache, dass die jetzt regierende CDU vor acht Jahren
weitere 50 Prozent verkauft hat, wage ich zu bezweifeln, das die RWE Plus AG
Anteile einer Kuh (SWD) verkauft die tüchtig Milch (Gewinne) gibt. Würde die
regierende CDU-Fraktion doch damit eingestehen, dass der Verkauf der halben
Stadtwerke an RWE Plus AG damals ein großer Fehler war.
04.06.2010, Krankenhaus Düren "Service" GmbH
Am 30.08.2009 war Kommunalwahl. Schlappe acht Tage später fasste der
Aufsichtsrat der Krankenhaus Düren GmbH den Beschluss zur Gründung sogenannter
Servicegesellschaften. Im Aufsichtsrat waren zu dieser Zeit
Bürgermeister Paul Larue und die Ratsmitglieder Karl-Albert Eßer, Käthe Hofrath,
Raphael Schauerte, Ina Schoeller, alle CDU, sowie Gabriele Freitag + Dirk
Nieveler, beide SPD.
Das Ziel: Qualitäts- und
Kostenvorteile nutzen. Nachzulesen in den Ratsvorlagen 2010-0166 und 2010-0167.
In der Vorlage 2010-0166 heißt es dazu:
„Durch die Gründung von Servicegesellschaften sollen Kostenvorteile bei den
Reinigungskosten von bis zu 10% generiert werden.“
Und an anderer Stelle: „Bis zu 49 Prozent werden an eine
Reinigungsgesellschaft veräußert.“ Wen das konkret betrifft, geht aus
§ 2 des Gesellschaftsvertrages hervor. Die operative Leitung der Krankenhaus
Düren Service GmbH soll an die gepe Gebäudedienste Peterhoff GmbH übertragen
werden. Und das ist erst der Anfang.
Zuerst wird allerdings eine Krankenhaus Düren Träger GmbH gegründet, in die alle Nebenbetriebe (z.B. Parkhaus) verlagert werden. Sie soll als Trägergesellschaft für alle Servicegesellschaften und Beteiligungen fungieren.
Das
Konzept was dahinter steckt:
Alle Leistungen werden aufgesplittert, so dass man einen Teil des jetzigen
Personals – wo immer es geht - durch Billigkräfte ersetzen kann. Gut
ausgebildetes und höher bezahltes Personal wird verknappt.
Das Ergebnis wird sein: Weniger
Personal, das noch mehr arbeiten muss; niedrige Löhne; möglichst wenig Nachwuchs
ausbilden; Leiharbeit missbrauchen und qualifizierte Arbeit durch billige und
schlecht ausgebildete ersetzen.
Lohndumping und Privatisierung
Diese Einsparungen können nur erbracht werden, wenn dieselben Methoden zur
Kostensenkung durchgepeitscht werden, wie es die privaten Klinikbetreiber tun.
Nimmt alles seinen ungestörten Gang, so gibt es zwei Möglichkeiten: Das
Krankenhaus Düren wird sich nicht mehr von privaten Kliniken unterscheiden, was
Arbeitsbedingungen und Qualität der Pflege angeht. Die Träger GmbH dient auch
dazu, die „Braut schön zu machen“, um später mögliche Käufer anzulocken. Beides
ist schlecht für die Beschäftigten und alle, die auf eine gute Versorgung im
Krankenhaus angewiesen sind. Den Beschäftigten des Krankenhaus Düren und ihrer
Gewerkschaft ver.di gehört daher unsere Unterstützung. Im Dürener Krankenhaus
darf es keine Arbeitsplatzvernichtung geben! Keine Gehaltskürzungen! Das
Gesundheitswesen darf nicht dem Gesetz der Profitmaximierung ausgeliefert sein.
Wir sind für einen Ausbau des umlagefinanzierten solidarischen
Gesundheitswesens!
Freie Liste
- sozial – solidarisch –unabhängig!
22.05.2010, Nietan schüttelt nur den
Kopf: „Es war gespenstisch“
Zum o. g. Artikel der Dürener Zeitung und Dürener Nachrichten erklärt das
Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
In der Tat, da kann man auch nur mit dem Kopf schütteln. Unglaublich gar die
Forderung von SPD und GRÜNEN, alle 11 Landtagsabgeordneten der Linkspartei auf
ihre Stasimitarbeit hin überprüfen zu lassen. Offensichtlich ist Dietmar Nietan
ebenso so schlecht informiert, wie seine Parteifreundin Hannelore Kraft und
GRÜNE. Waren doch die meisten linken Landtagsabgeordneten früher Mitglied bei
SPD und GRÜNEN. Rüdiger Sagel war sogar bis 2007 Landtagsabgeordneter der GRÜNEN
in NRW. Auch Dr. Carolin Butterwegge, Ali Atalan und Ralf Michalowsky waren
zuvor bei den GRÜNEN. Wolfgang Zimmermann ist Bezirksvorsitzender der
Gewerkschaft ver.di. Bärbel Beuermann ist Lehrerin. Und der Jurist Michael
Aggelidis war früher in der SPD. Offensichtlich genügen heute schon rote
Socken um sich politisch verdächtig zu machen. Ich finde Dietmar Nietan sollte
sich fragen, ob er überhaupt in der richtigen Partei ist? Denn schon 1878
verfolgte man mit dem Sozialistengesetz („Gesetz gegen die gemeingefährlichen
Bestrebungen der Sozialdemokratie“), die Gründerväter der SPD.
30.04.2010, „CDU-MIT: Zeitarbeit als
Brücke aus der Arbeitslosigkeit“
Zum o. g. Artikel der Dürener Zeitung erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Dass Unternehmer gerne mit der Verlagerung ihrer Arbeitsplätze drohen, ist
bekannt. Dass die CDU-Mittelstandsvereinigung nun ebenfalls damit droht, kann
daher nicht verwundern. Schließlich vertritt ihr Vorsitzender Rolf Delhougne ja
ihre Interessen mittelständischer Unternehmer. Dennoch fragt man sich, wie Herr
Delhougne zu dem Schluss kommt, dass Zeitarbeit als Brücke aus der
Arbeitslosigkeit dient? Fakt ist doch, dass Zeitarbeit nur selten zur
Festanstellung führt. Im Gegenteil, die Regel ist, dass Zeitarbeiter nicht nur
weniger Lohn erhalten, sondern bei Auftragsmangel auch als erste entlassen
werden. Das Ergebnis: Immer mehr Facharbeiter pendeln ohne Perspektive auf eine
Festanstellung zwischen Leiharbeit und Arbeitslosigkeit hin und her. Nachzulesen
in einer Studie der Bertelsmannstiftung über Zeitarbeit. Siehe hierzu den
Artikel „Festanstellung nur ganz selten“ auf der Seite 24 in der Dürener Zeitung
v. 28.04.2010. Die Kritik von Gewerkschaften, linken Politikern und
Sozialverbänden an der Leiharbeit ist also mehr als berechtigt. Hier geht es
nur um Lohndrückerei und Profitmaximierung. Dass ein Zeitarbeiter für die
gleiche Arbeitsleistung weniger Geld erhalten, ist weder sozial, noch gerecht
und einem vernünftigen Menschen nicht zu vermitteln.
04.02.2010, Aus der Ratssitzung v.
03.02.2010
Kaum zu glauben aber wahr. Auch DIE LINKE. ist jetzt für den Bau eines
Hotels auf dem Gelände der alten Stadthalle. Gemeinsam mit SPD und GRÜNEN
stimmte ein Herr Theodoridis von der LINKEN für die Fortsetzung der seit Jahren
dahindümpelnden Bauruine eines Vier-Sterne-Hotels. Jahrelang hatte sich DIE
LINKE Düren gegen den Bau eines Hotels ausgesprochen und für ein Bürgerhaus
votiert. Damit wandeln LINKE und GRÜNE inzwischen auf den ausgetretenen Pfaden
der SPD. Denn die SPD hatte sich gemeinsam mit CDU, FDP und BfD für den Bau
eines Hotels ausgesprochen. Es bleibt nur festzustellen, dass die Dürener LINKE
immer orientierungsloser wird. Fazit: Wer im Rat die Hand hebt, sollte
zumindest wissen worum es geht und was er da tut.
Auch bei der Abstimmung für die Anhebung der Straßenbaubeiträge (Vorlage
2009-0397) verhielt es sich ähnlich. Hatte der Rat noch vor einiger Zeit die
unverschämte Anhebung der Beiträge (Vorlage 2009-0369), wegen eines Beschlusses
des Oberwaltungsgericht Münster rückgängig machen müssen, so versuchte man es am
03.02.2010 aufs Neue. Erneut um 10 Prozent wurden die Anliegerbeiträge
angehoben. Und siehe da, auch SPD, GRÜNE und DIE LINKE stimmten einmütig zu.
Fazit: Von "Sozial auch nach der Wahl", wieder einmal weit und breit keine Spur.
07.01.2010, Unser Kommentar zum Artikel
"Die größte Verwaltung der Region entsteht" in der Dürener Zeitung v. 05.01.2010
Die Stadt Düren erinnert zusehends an Dubai. Auch hier jagt ein Bauprojekt
das andere. Während der Bürgermeister zuletzt noch mit einem klotzigen
Museumsanbau aufwartete, versucht es der Landrat in diesem Jahr erneut mit einem
Ausbau der Kreisverwaltung. War es 2005 noch „Haus C“, so versucht man 2010 das
gleiche Spielchen mit dem Anbau „Haus D“. Immer schöner, größer und allmächtiger
will man werden. Und das alles auf Kosten der Steuerzahler. Denn ohne die
Millionen von Bund und Land geht auch in Düren schon lange nichts mehr. Dabei
ist dieser 20-Millionen-Bau vollkommen überflüssig. Wer braucht schon ein
Job-Center mit moderner Fassade, wenn den Schwächsten in unserer
Wohlstandsgesellschaft darin nur rücksichtslos das Existenzminimum gekürzt wird?
Die vielen Klageverfahren vor den Sozialgerichten sprechen für sich. Und von
Förderung kann hier auch keine Rede sein. Düren braucht weder eine Zentrale zur
Verwaltung der Arbeitslosigkeit mit 120 Räumen, noch 110 Mitarbeiter, die sich
beim Verwalten der 1-Euro-Jobs den Hintern platt sitzen. Statistiken schönen und
Zeitarbeit anpreisen, das konnte und kann auch das Arbeitsamt. Und das ganz ohne
einen Millionen-Anbau.
16.12.2009, Kommentar zum Artikel
"Laterne, Laterne, Politik kündigt (noch) nicht gerne" in den Dürener
Nachrichten v. 11.12.2009
Wie ernst es der Dürener CDU mit
der Sanierung des städtischen Haushaltes ist, zeigte sich wieder einmal im
Stadtrat (15.12.2009). Statt endlich die Kündigung des Vertrages mit den
Stadtwerken zu beschließen, vertagte man einmütig die Beschlussfassung auf Mitte
Januar 2010. Und dies wieder einmal unter Zustimmung aller Fraktionen (CDU,FDP,SPD,GRÜNE,LINKE).
Lediglich die FREIE LISTE stimmte mal wieder dagegen. Damit wird sich die
Rückübertragung der städtischen Straßenbeleuchtung um ein weiteres Jahr
verzögern. Es waren Ratsmitglieder von CDU (Stefan Weschke) und GRÜNEN
(Verena Schloemer), die schon in der Sitzung des Hauptausschusses v. 09.12.2009
für diese Vertagung plädierten. Fraglich nur, was die Damen und Herren zu diesem
Aufschub wirklich bewegte. Ob es wohl an der Nähe zum Aufsichtrat der Stadtwerke
lag? Der Gewinn den die Stadtwerke seit Jahren mit der Straßenbeleuchtung
erzielen, wird jedenfalls ein Jahr länger in die Taschen der RWE-Aktionäre
fließen. Was bleibt ist ein Verlust für die Stadt Düren. Und dieser liegt
bei 500.000 Euro jährlich mindestens. Ein Gewinn, der der hochverschuldeten
Stadt Düren ein Jahr früher auch schon gut zu Gesicht gestanden hätte.
11.12.2009, Unser Kommentar zum Artikel
„Wenn Politiker zu Ermittlern werden“ in den Dürener Nachrichten v. 10.12.2009,
Seite 15:
Von Ermittlern kann
hier keine Rede sein. Hier passt vielmehr der Begriff Zaungäste. Haben die
Mitglieder des Wahlprüfungsausschuss doch bei der erneuten Auszählung der
Kommunalwahlzettel aus Merken nur zugeschaut. Gezählt haben nämlich andere. Bei
den übrigen Einsprüchen sah es noch schlimmer aus. Hier hat der
Wahlprüfungsausschuss gar vollständig versagt. Die vorliegenden Einsprüche gegen
FDP und LINKE wurden nicht mal eines Blickes gewürdigt. Hier vertraute man gar
blind der Aussage der Verwaltung. Zudem hatte man den Ausschussmitgliedern die
umfangreiche Vorlage doch erst am Tage zuvor zur Verfügung gestellt. Von Prüfung
im Sinne des Kommunalwahlgesetzes kann also überhaupt keine Rede sein. Hätte nur
einer der „Prüfer“ die Einsprüche gegen die Wahlversammlungen aufmerksam
gelesen, hätte man FDP und LINKEN die Ratsmandate aberkennen müssen. Der
Zählfehler aus Merken ist dagegen nur eine Lappalie. Wer sich selbst ein Bild
machen will, kann dies jederzeit nachlesen. Zu finden im Anhang der Ratsvorlage
2009-0564. Ob Mitglieder gezielt an der Ausübung ihres Stimmrechtes gehindert
wurden, sei unerheblich, heißt es da.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Schon merkwürdig, wenn die Sitzung des Kreisvorstandes offiziell für beendet
erklärt, anschließend aber heimlich in einer Privatwohnung fortgesetzt
wird. Schon werkwürdig, wenn es bis heute keinen gültigen Beschluss zur
Durchführung der Wahlversammlung v. 13.12.2008 gibt. Schon merkwürdig, wenn bei
einer Kandidatenaufstellung nur 52 von ca. 200 Mitgliedern anwesend sind. Schon
merkwürdig, wenn man sich nicht einmal um die Aktualisierung der Mitgliedsdaten
kümmert. Schon merkwürdig, wenn 50 Mitglieder keine Einladung erhalten. Schon
merkwürdig, wenn pauschale Einspruch gegen 30 Neumitglieder
erhoben wird. Schon merkwürdig, wenn diese 30 Neumitglieder einen Monat später
dennoch Mitglied werden. Schon merkwürdig, wenn gegen eine mögliche
Konkurrenzkandidatin Strafanzeige erstattet wird. Schon merkwürdig, wenn man
einem konkurrierenden Kandidaten vor der Wahlversammlung mit der Diffamierung
seiner Person in der Öffentlichkeit droht. Na, wenn das alles nicht demokratisch
ist, was dann?
09.12.2009, Klärendes aus dem
Hauptausschuss der Stadt Düren
Gleich zu Beginn der Sitzung zog Bürgermeister Paul Larue die Vorlage
2009-0555, Einsparungen bei 100-Jährigen, zurück. Damit war das Thema eigentlich
erledigt. Doch etwas später, als dann eine Ausnahme von der Haushaltssperre für
die vorzeitige Eröffnung des Museumsanbaues (die Vorlage 2009-0565) beschlossen
werden sollte, gab es dann eine interessante Randbemerkung zum Thema Kürzung bei
Geburtstagsgeschenken für 100-jährige. Verärgert erklärte Bürgermeister Paul
Larue, dass alle Fraktionsvorsitzenden, von CDU bis LINKE, im interfraktionellen
Gespräch der Einsparung bei den 100-jährigen zugestimmt hätten. Nun wissen wir,
wie es zu der Vorlage 2009-0555 gekommen ist. Alle hatten zugestimmt, nur der
Bürgermeister wurde erwischt. In einem völlig anderen Licht erscheint uns jetzt
ein Artikel der Dürener Nachrichten v. 04.12.2009, Seite 15. Unter der
Überschrift "Dürener Linke gibt sich empört" erklärte darin ein Herr
Theodoridis, die Kürzung bei den 100-jährigen sei "lachhaft und empörend". Was
bis jetzt keiner wusste, auch Herr Theodoridis hatte im Gespräch mit dem
Bürgermeister der Kürzung von Geburtstagsgeschenken für 100-jährige einmütig
zugestimmt. Unser Fazit: Lügen haben halt kurze Beine.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Hatte mich schon gewundert, dass es
von den übrigen Ratsfraktionen keine Kritik zur Kürzung bei den 100-jährigen
gab. Wer heimlich zustimmt, kann sich hinterher halt schlecht beschweren.
05.11.2009, Aus der Ratssitzung v.
04.11.2009
Die Wahl der Mitglieder des Hauptausschusses, die Vorlage 2009-0490, war nur ein Tagesordnungspunkt von vielen. Neben den bekannten
Ratsmitgliedern von CDU, SPD, FDP und GRÜNEN, stand erstmals auch ein
Mitglied der NPD zu Wahl. Statt gegen diesen zu stimmen, stimmten SPD, GRÜNE und
LINKE gemeinsam mit CDU und FDP geschlossen für diesen Kandidaten.
Einzig das Ratsmitglied der FREIEN LISTE, stimmte dagegen. Bei der Vorlage
2009-0503 wiederholte sich dieses Trauerspiel. Statt gegen den
NPD-Kandidaten zu stimmen, stimmten SPD, GRÜNE und LINKE
(Nikolaos Theodoridis + Mario Papadopoulos)
gemeinsam mit CDU und FDP, geschlossen für den NPD-Mann. Auch bei der
Vorlage 2009-0464 lief es nicht anders ab.
Gemeinsam
stimmten die Damen und Herren der Fraktionen einmütig für die Einführung einer
Zweitwohnungssteuer. Lediglich die FREIE LISTE war wieder einmal dagegen. Noch
im Wahlkampf hatte die LINKE groß getönt, man werde sich für Schüler und
Auszubildende einsetzen. Von "Sozial auch nach der Wahl", weit und breit keine
Spur. Fazit: Wer links sein will, sollte wenigstens wissen was das ist.
Anmerkung
von Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE) hierzu:
Mehr als bedenklich ist die Tatsache, dass die
Fraktionen bei der Wahl der Mitglieder des Hauptausschusses einmütig den
NPD-Kandidaten mit gewählt haben. Bei der Wahl der Mitglieder für die
Bezirksausschüsse lief es nicht anders ab. Auch hier wurde der NPD-Kandidat
von allen Fraktionen - CDU, FDP, SPD, GRÜNEN und DIE LINKE. - einstimmig mit
gewählt. Die Sorge um die eigenen Mandate hatte wieder einmal völlig den Blick
fürs Wesentliche getrübt.
Dies zeigt, wie es um die Demokratie in Wirklichkeit bestellt ist. Von einem Dürener Bündnis
gegen Rechts war weit und breit keine Spur.
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28.03.2009, Zahl der Offenen Stellen
gesunken
Seit September 2008 ist die Zahl der Offenen Stellen im Arbeitsamtsbezirk
Düren von 1.105 auf 681 (Stand Februar 2009) gesunken. Dies entspricht einem
Rückgang von 38 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitslosen von 9.815
auf 10.824 gestiegen. Dies entspricht ein Steigerung von 10 Prozent. Auf eine
offene Stelle beim Arbeitsamt Düren kamen damit im Februar 2009 fast 16
Arbeitsuchende.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Die Zahlen machen deutlich, wie groß die
Chancen auf dem Dürener
Arbeitsmarkt aktuell sind. Theoretisch hat damit nur jeder 16 Arbeitslose noch
eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Im September 2008 kamen auf eine gemeldete
Stelle noch 9 Bewerber. Hier wird deutlich, dass die Wirtschaft nicht mehr in
der Lage ist allen Arbeitsuchenden eine Stelle zu bieten. Und dies nicht erst
seit gestern. Damit hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt für die Arbeitnehmer
erheblich verschärft.
19.03.2009, Die Stadt Jülich beschäftigt
widerrechtlich Arbeitslosengeld II Empfänger in regulären Tätigkeiten!
Anfang März 2009 wurde unter Androhung von Sanktionen ein Jülicher ALG II
Empfänger von der Dürener job-com aufgefordert, am 16.3.09 eine sechsmonatige
Tätigkeit als „Grünflächenhilfe“ auf dem Bauhof der Stadt Jülich in Koslar
aufzunehmen. Die job-com selbst beschreibt in ihrer dem Bürger über stellten
Arbeitsaufforderung den „Brückenjob“ als Tätigkeit in Vollzeit, bei 30
Wochenstunden an 5 Wochenarbeitstagen zu einem Stundenlohn von 1,30 Euro.
Damit bestätigt die job-com, dass es sich bei der von ihr vermittelten Tätigkeit
mit Mehraufwandsentschädigung (MEA) eindeutig um einen Job handelt, der zum
normalen Geschäftsbetrieb eines städtischen Bauhofes gehört. Da das vom
Gesetzgeber für die so genannten Ein Euro Jobs zwingend vorgegebene Kriterium
der Zusätzlichkeit des hier vermittelten Arbeitsplatzes definitiv nicht gegeben
ist, handelt es sich um einen klaren Verstoß gegen das SGB II, sowohl durch die
Dürener job-com als Arbeitsvermittler als auch durch die Stadt Jülich als
Arbeitgeber. Die Pflege von Grünanlagen unterliegt unzweifelhaft dem regulären
Aufgabengebiet eines städtischen Bauhofes! Hier wird eindeutig und unter klarer
Missachtung der Gesetzeslage sozialversicherungspflichtige Arbeit durch durch
1-Euro-Jobber verdrängt.
Dazu erklärt der Bürgermeisterkandidat der Partei DIE LINKE Jülich Siegfried
Faust: „DIE LINKE ist gegen jede Form der so genannten Arbeitsleistungen mit
Mehraufwandsentschädigungen. Die traurige Praxis der Umsetzung der Hartz-Gesetze
hat leider auch gezeigt, dass die so genannten 1-Euro-Jobs, genau wie
Leiharbeitsverhältnisse, ein völlig untaugliches Mittel darstellen, um
beschäftigungslosen Menschen einen Widereinstieg in den ersten oder zweiten
Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Stattdessen bestätigt auch dieser Fall
eindrucksvoll, dass immer öfter 1-Euro-Jobs dazu benutzt werden, reguläre
Arbeitsplätze zu ersetzten. Die entwürdigende Praxis, erwerbslose Bürgerinnen
und Bürger zu völlig unzureichend bezahlter Arbeit zu zwingen, stellt im Übrigen
einen klaren Verstoß sowohl gegen das Grundgesetz und den §1 des SGB II als auch
gegen die Sozialcharta der Europäischen Union dar. DIE LINKE Jülich kündigt in
ihrem Kommunalwahlprogramm an, in der nächsten Legislatur im Jülicher Stadtrat
massiv gegen die Praxis, erwerbslose Menschen in schlecht bezahlte
Arbeitsverhältnisse zu pressen, vorgehen wird“.
Ergänzend hebt die Sprecherin des Kreisverbandes DIE LINKE Düren, Ute Günther,
hervor: „DIE LINKE tritt seit Jahren für einen gesetzlichen Mindestlohn von über
8 Euro ein. Statt arbeitslose Menschen mit entwürdigenden 1-Euro-Beschäftigungen
zu traktieren, fordern wir den Ausbau eines regulär tariflichen Öffentlichen
Beschäftigungssektors. Das bedeutet für uns auch, dass wir die Wiedereinführung
der Tariftreue für die öffentliche Hand in NRW fordern, so dass Alle, die für
öffentliche Institutionen tätig werden, wieder an geltendes Tarifrecht gebunden
sind. 1-Euro-Jobs haben auch deshalb in unseren Kommunen keinen Platz.“
DIE LINKE Jülich fordert die Stadt Jülich auf, unverzüglich alle so genannten
„Brückenjobs“ für städtische Unternehmen auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen,
darüber Auskunft zu erteilen und die regulären Arbeitsplätze, die mit
1-Euro-Kräften besetzt wurden, in sozialversicherungspflichtige
Arbeitsverhältnisse umzuwandeln sowie entsprechende Stellenausschreibungen in
die Wege zu leiten.
22.01.2008, Konzepte zum Erhalt von
Walki eingefordert
Jülich. Mit "Entsetzen" reagiert die "Die Linke" Jülich auf die
beabsichtigten Betriebsschließung der Firma Walki GmbH in Jülich. In einer
Stellungnahme erhebt Siegfried Faust als Sprecher der Partei auf Stadt- und
Kreisebene die Forderung" nach Erhalt des Standortes Jülich. Angehörige der
Belegschaft hätten bereits bei der Übernahme "dem finnischen Konzern UPM-
Kymmene gehörenden Fabrik in Jülich durch die Private Equity Gesellschaft CapMan
im Jahr 2007 ihre Befürchtungen über eine bevorstehende Liquidation des Jülicher
Produktionsstandortes geäußert. Es ist sicher kein Zufall, dass wieder ein
finnisches Unternehmen durch massive Arbeitsplatzvernichtung in NRW auf sich
aufmerksam macht!", heißt es in der Stellungnahme. Außerdem scheint sich jetzt
und für jeden sichtbar auch in Jülich unsere Befürchtung zu bewahrheiten, dass
auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die Zeche der
verantwortungslosen globalen Finanzzockerei aufkommen sollen." Wie Belegschaft
und Gewerkschaft ver.di glaube auch Die Linke. in Jülich nicht, "dass die
drohende Rezession die tatsächliche Ursache für die Werksschließung darstellt".
"Die Linke spricht der Belegschaft von Walki Jülich ihre uneingeschränkte
Solidarität aus und fordert die Geschäftsführung der Walki GmbH Jülich auf,
alles Erdenkliche in die Wege zu leiten, um die Erhaltung des
Produktionsstandortes. Jülich zu sichern". Konzepte dazu sollten bei den heute
beginnenden Gesprächen zwischen Geschäftsführung und Belegschaft vorgelegt
werden.
13.11.2008, Gaspreis weiterhin hoch -
Von sozialer Verantwortung keine Spur!
Noch Anfang 2008 kostete die Kilowattstunde Gas in Düren 5,09 Cent.
Inzwischen sind es 6,62 Cent. Dies entspricht einer Preissteigerung von sage und
schreibe 30 Prozent. Vor diesem Hintergrund wirkt die angekündigte Preissenkung
der Stadtwerke Düren zum 01.01.2009, wie ein verspäteter Aprilscherz. Mal
ehrlich, wen gedenkt man mit einer Preissenkung von gerade mal 3 Prozent
eigentlich beeindrucken zu wollen, wenn Strom gleichzeitig um 9 Prozent teurer
wird? Warum wird der Gaspreis nicht entsprechend gesenkt, wo er doch an den
Ölpreis gekoppelt ist? Schließlich sind die Spritpreise seit dem 01.09.2008 auch
um 18 Prozent gefallen. Gerade jetzt, wo die Gasuhren auf Hochtouren laufen,
wäre dies für viele Dürener Haushalte eine echte Entlastung. Insbesondere
Kleinstrentner, Geringverdiener und Arbeitslose könnten etwas aufatmen. Aber so
sind sie halt, die Geldschneider, wenn der Rubel rollt, haben Gewinne
hemmungslos Vorfahrt. Das Verwerfliche an der ganzen Sache ist, dass Vertreter
der beiden großen Volksparteien im Aufsichtsrat der Stadtwerke, das Ganze auch
noch abgesegnet haben. Hier zeigt sich wieder einmal, wie es um die viel
zitierte Bürgernähe tatsächlich bestellt ist. Von sozialer Verantwortung
jedenfalls weit und breit keine Spur.
09.11.2008, Stele in der Wernerstraße
beschmiert
In der Nacht vom achten auf den neunten November 2008 würde in Düren die
Stelle in der Wernerstraße beschmiert. Mittels einer Schablone wurde die Stele
mit folgendem Schriftzug besprüht: "Gedenken? Geht denken! KAL". Die Abkürzung
KAL steht für Kameradschaft Aachener Land. Die Aktion zeigt, dass auch im Kreis
Düren neofaschistische Gruppierungen immer aggressiver werden. Finden doch am
9.November bundesweit Gedenkveranstaltungen für die 6 Millionen ermordeten
jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt. Am 09.11.1938 hatten
SA-Schlägertrupps im ganzen deutschen Reich in jüdischen Geschäften die
Schaufenster eingeschlagen, diese geplündert und Synagogen in Brand gesteckt.
Die Tat in der Wernerstraße zeigt einmal mehr, dass die Kameradschaft Aachener
Land eindeutig in der Tradition des deutschen Hitlerfaschismus steht. Die Stele
in der Wernerstraße erinnert an das von den Nazis betriebene "Schlageter-Heim",
in welchem politische Gegner, Sozialdemokraten, Gewerkschafter aber vor allem
Dürener Kommunisten von SA-Leuten verhört, gefoltert und brutal
zusammengeschlagen wurden.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Als Ratsmitglied der Offenen Liste DIE LINKE. begrüße ich die Forderung des
Zentralrates der Juden in Deutschland nach einem Verbot der neofaschistischen
NPD.
In Artikel
139 des Grundgesetzes heißt es:
"Die zur 'Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und
Militarismus' erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen des
Grundgesetzes nicht berührt."
Daraus folgt: Die NPD mitsamt ihren
Gliederungen, Neben- und Nachfolgeorganisationen muss verboten und konsequent
aufgelöst werden!
07.11.2008, Stadthalle Düren:
Hoteleröffnung 2009?
Wir sind den schönen
Worten des Projektentwicklers Herman-Josef Schneider – der Investor bekenne sich
zu seinem Engagement in Düren - einmal nachgegangen. Und haben mal einen Blick
auf die Internetseite von Informica real invest geworfen. Fündig wurden wir
jedoch nur unter der Rubrik Presseartikel. Bei aktienchek.de. war am 18.12.2007
folgendes zu lesen: „Treiber der positiven NAV-Entwicklung sollten neben
weiteren Mietsteigerungen (bis zu 4% im laufenden Geschäftsjahr), die günstigen
Einkaufspreise und zunehmend die Wertsteigerungen bei den drei
Projektentwicklungen Parkhotel Düren, Postgebäude in Gera und Tricyan Tower
Würzburg sein. So sei kürzlich die Baugenehmigung für das Hotelprojekt in Düren
erteilt worden.“ Wie wir heute wissen, ist seit dem nicht viel passiert. Von
einer Wertsteigerung in Düren kann also kaum die Rede sein. Ähnelt die alte
Stadthalle doch eher einer Bauruine als einem 4 Sterne-Plus-Hotel. Und erinnern
wir uns. Noch am 20.05.2008 stand in der Dürener Zeitung: “«In 15 Monaten ist
die Bauphase abgeschlossen», versprach der frühere Dürener Karnevalsprinz, der
mit dem Geldgeber, der Informica real invest aus der Nähe von Würzburg, unter
dem Namen «Parkhotel Düren GmbH» Bauherr des 20-Millionen-Euro-Projekts ist.“
Da inzwischen weitere 5 Monate vergangen sind, dürfte zumindest die geplante
Hoteleröffnung Ende 2009 der Dürener Sagen- und Märchenwelt angehören.
24.10.2008, Dreist bei AWO und
Lebenshilfe, aber Schiss vor den Autofahrern
Jahrelang hat die
Dürener CDU-Ratsfraktion freiwillig auf Millionen Euro aus Einnahmen bei der
Gewerbesteuer verzichtet. Verlust für die Stadt Düren hierdurch ca. 7,5 Mio.
Euro. Jetzt mit Gewalt 80.000 Euro bei den Kindergärten von Arbeiterwohlfahrt
und Lebenshilfe holen zu wollen, ist einfach unglaublich. Das ist Sozialabbau
pur. Geht doch ohne Geringverdiener und 1-Euro-Jobber, auch bei AWO und
Lebenshilfe, schon jetzt nichts mehr. Wäre die Stadt Düren tatsächlich auf die
80.000 Euro angewiesen, so hätte man eben so gut die Parkgebühren rund um die
Innenstadt, schon ab 2009 erhöhen können. Zu erwartende Mehreinnahmen hieraus
jährlich 434.000 Euro. Aber auch dies hat die CDU-Fraktion in der letzten
Ratssitzung nicht getan. Tritt diese Gebührenerhöhung doch im Kern erst 2010 in
Kraft. Offensichtlich aus Angst. Könnten verärgerte Autofahrer doch bei der
Kommunalwahl 2009 der CDU ihre Stimme verweigern. So sind sie halt, die Damen
und Herren von der CDU: Dreist bei AWO und Lebenshilfe, aber Schiss vor den
Autofahrern.
22.08.2008, Düren: Mensen für fast alle
Schulen
Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich. Kaum zu glauben, was so
alles geht, wenn es von oben angeordnet wird. Da wird gar der Vorsitzende der
Dürener CDU-Ratsfraktion zum Musterschüler. Denn stolz präsentierte Karl-Albert
Eßer und sein Fraktionskollege, Hermann-Josef Geuenich, der Presse die
Auswirkung des „1000 Schulen Programms“ der Landesregierung. Trotz städtischem
Schuldenberg (124 Mio. Euro) wird die Stadt Düren 1,7 Mio. in die
Mittagsbetreuung der weiterführenden Schulen investieren. Ein Landeszuschuss von
max. 100.000 Euro je Schule und die Schulpauschale machen es möglich. So
begrüßenswert das Ganze auch ist, hat sich die CDU-Fraktion doch bisher mit
Händen und Füßen gegen die Nutzung der alten Stadthalle als Mensa gewehrt; allen
voran die Herren Eßer und Geuenich. Oh weh und ach nee, so etwas brauche man
nicht, warmes Essen werde nicht angenommen, war da zu hören. Und die Rektoren
seien dagegen, die Schüler sollen das Schulgelände nicht verlassen, klagte
Rektor Geuenich. Und jetzt? Plötzlich ist alles anders. Die Schüler des
Stiftischen-Gymnasiums dürfen zum Mittagessen sogar ins KOMM-Zentrum gehen. Wo
ist denn da der Unterschied? Schließlich grenzt das Wirteltor-Gymnasium (1.500
Schüler) an das Gelände der alten Stadthalle. Die hatte sogar einen Anbau mit
intakter Großküche, der inzwischen abgerissen ist. Das Ärgerliche: Die Sanierung
der alten Stadthalle hätte 430.000 Euro gekostet. Allein der Neubau der Mensa am
Wirteltor-Gymnasium wird jetzt 643.000 Euro verschlingen. Und weitere 87.000
Euro wird der Mensa-Umbau am Rurtal-Gymnasium kosten. Zusammen macht das 730.000
Euro. Mit der alten Stadthalle, hätte die Stadt Düren also noch eine schöne
Stange Geld sparen können. Doch dafür ist es jetzt zu spät.
21.08.2008, Offener Brief zum „Tag der Heimat“ am 23.08.2008 an den Dürener
Bürgermeister
Sehr geehrter Herr Larue,
wie schon in den Jahren zuvor, so erhielt ich auch in diesem Jahr die Einladung
zum „Tag der Heimat“, in einem Briefumschlag der Stadt Düren. Unterschrieben
war die Einladung wieder einmal vom hiesigen Kreisvorsitzenden des „Bundes der
Vertriebenen“ (BdV) und vom Bürgermeister der Stadt Düren.
Erneut wird damit dem reaktionären und revanchistischen „BdV“ das Rathausfoyer
zur Verfügung gestellt. Und das ganze mit tatkräftiger Unterstützung des
Bürgermeisters.
Wie schon in den Jahren zuvor, fordere ich Sie hiermit auf, das Foyer des
Rathauses nicht wieder dem „Bund der Vertriebenen“ als Bühne zu überlassen. Der
„BdV“ und die „Landsmannschaften“ verfolgen eine Politik, die darauf abzielt,
heute bestehende Grenzen in Frage zu stellen. Die Verbreitung nationalistischer
Phrasen und das Stellen von Gebietsansprüchen gegen unsere Nachbarländer,
dienten jedoch noch nie dem Erhalt des Friedens.
Mit welchen Rednern der „BdV“ die Stadt Düren in den vergangenen Jahren zu
beglücken versuchte, ist Ihnen ja bekannt. Einige dieser Herren sind offen für
faschistisches Gedankengut, haben gar beste Verbindungen zu alten und neuen
Faschisten. Erinnert sei hier nur an den „BdV-Vertreter“ Rüdiger Goldmann, der
jahrzehntelang dem rechtsextremen „Witikobund“ angehörte und dem wegen
Volksverhetzung verurteilten ehemaligen „BdV-Vizepräsidenten“, Paul Latussek.
Erinnert sei hier auch noch mal an einen Brief des ehemaligen
„BdV-Kreisvorsitzenden“, Karl-Heinz Weschke, an Erika Steinbach, die Vorsitzende
des „BdV“. Aus diesem Brief, des Jahres 2004, geht klar hervor, dass es hier
nicht um Heimatpflege und Brauchtum, sondern um Gebietsansprüche geht.
Auch wenn der diesjährige Redner, Dr. Rudolf Landrock, der Vorsitzender der Ost-
und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU, Kreisverband Bonn ist, so ändert das
nichts an den Forderungen und Zielen des „BdV“ und der „Landsmannschaften“.
In der diesjährigen Einladung zum „Tag der Heimat“ in Düren heißt es:
„Extremisten sind bei uns unerwünscht!“
Die Wahrheit sieht allerdings in der Tat anders aus. Im vergangenen Jahr bot der
„Ostdeutsche Markt“ auf dem Rathausvorplatz nämlich ein ganz besonderes
Schauspiel. Mitglieder der Vertriebenverbände und Mitglieder von „NPD“ und
„Kameradschaft Aachener Land“ schwangen in trauter Eintracht - unter Aufsicht
des BdV-Kreisvorsitzenden Manfred Barsuhn - gar lustig das Tanzbein. Als Herr
Barsuhn auf die Anwesenheit der Neofaschisten angesprochen und zum Einschreiten
aufgefordert wurde, hat er nur lässig abgewunken.
Abschließend möchte ich Sie noch daran erinnern, dass viele der in Düren
lebenden, ehemaligen Flüchtlinge und Aussiedler längst integriert sind. Sie
wollen von dieser rückwärtsgewandten Politik nichts wissen; haben sich von den
ewig Gestrigen, dem „BdV“ und den „Landsmannschaften“, längst gelöst.
Auch Sie sollten unterscheiden zwischen Menschen die in Düren eine neue Heimat
gefunden haben und revanchistischen Organisationen, die letztendlich für ein
Großdeutschland in den Grenzen von 1937 eintreten.
Nehmen Sie ihr Amt als Sprecher des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt ernst. Wirken Sie der Verbreitung nationalen, reaktionären
und revanchistischen Gedankengutes entgegen. Hören Sie auf treuer Begleiter und
Unterstützer des „BdV“ und der „Landsmannschaften“ zu sein. Orientieren Sie sich
an progressiven Christdemokraten.
Mit freundlichen
Grüßen
Lothar Böling
Ratsmitglied DIE
LINKE. Offene Liste
13.08.2008 Kreis Düren erhöht die
Heizkostenpauschale
Auf Antrag des Dürener Ratsmitgliedes Lothar Böling (DIE LINKE. Offene
Liste) teilte die Stadt Düren in der Vorlage 2008-0312 mit, dass der Kreis Düren
die Heizkostenrichtwerte für Empfänger von Leistungen nach dem SGB II und SGB
XII ab dem 01.09.2008 erhöht. Diese Anhebung wurde nötig, weil die Energiepreise
seit Jahresanfang regelrecht explodiert sind. Fast allen Leistungsempfängern
wäre sonst Anfang 2009 wahrscheinlich der Energiehahn zugedreht worden.
| Brennstoff | Betrag je m² Wohnfläche bis zum 31.08.2008 | Betrag je m² Wohnfläche ab dem 01.09.2008 | Erhöhung in % |
| Erdgas | 1,20 € | 1,50 € | 25% |
| Nachtspeicherstrom | 1,80 € | 2,00 € | 11% |
| leichtes Heizöl | 1,30 € | 1,70 € | 31% |
| Brikett | 1,00 € | 1,20 € | 20% |
| Brechkoks | 0,90 € | 1,10 € | 22% |
| Holzpellets | 1,00 € | 1,20 € | 20% |
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
So erfreulich die Reaktion der Dürener Kreisverwaltung auch ist, ein
Vergleich des Gaspreises zum 01.09.2008 hat ergeben, dass bei den Stadtwerken
Düren der Gaspreis seit dem 01.01.2008 um 30 Prozent gestiegen ist. Damit
bleiben nach unserer Kenntnis, dennoch 5 Prozent der Kostensteigerung an den
Leistungsempfängern und ihren Familien hängen. Hierdurch verschärft sich die
finanzielle Situation der Betroffenen dennoch. Wird allerdings nachgewiesen,
dass es gute Gründe für höhere Heizkosten gibt, die nicht vom Leistungsbezieher
zu verantworten sind, werden auch diese Kosten übernommen. Gründe können sein:
Fenster ohne Doppelverglasung, keine Wärmedämmung, große Kältebrücken (Balkon
aus Beton), mangelhafte Heizanlage usw.. Es sollte daher auf jeden Fall Widerspruch
eingelegt werden, wenn die Heizkosten nicht vollständig übernommen werden.
11.08.2008, Die Zahl der Kinder die von
Arbeitslosengeld II leben müssen steigt
Auf Anfrage zur Zahl der SGB II-Leistungsbezieher/innen unter 15 Jahren
aufgeschlüsselt nach kreisangehörigen Kommunen im interkommunalen Vergleich
ergibt sich für den Kreis Düren (Stand April 2008) folgendes Bild:
| Kommune | Kinder unter 15 Jahren | Sozialgeld-Empfänger/innen (unter 15 Jahren) | Quote |
| Aldenhoven | 2.480 | 331 | 13,35 |
| Düren | 14.270 | 3.274 | 22,94 |
| Heimbach | 652 | 40 | 6,13 |
| Hürtgenwald | 1.372 | 56 | 4,08 |
| Inden | 1.130 | 108 | 9,56 |
| Jülich | 5.011 | 588 | 11,73 |
| Kreuzau | 2.620 | 149 | 5,69 |
| Langerwehe | 1.998 | 123 | 6,16 |
| Linnich | 1.893 | 179 | 9,46 |
| Merzenich | 1.561 | 128 | 8,2 |
| Nideggen | 1.775 | 87 | 4,9 |
| Niederzier | 2.430 | 264 | 10,86 |
| Nörvenich | 1.818 | 121 | 6,66 |
| Titz | 1.319 | 72 | 5,46 |
| Vettweiß | 1.552 | 61 | 3,93 |
| Gesamt: | 41.881 | 5.581 | 13,33 |
In der Stadt Aachen erhalten knapp 24% der
Kinder unter 15 Jahren SGB II-Leistungen, im Kreis Aachen sind es 17,8 % und im
Kreis Heinsberg 13,9 %
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Hier wird sichtbar vor welchen gesellschaftlichen Problemen wir künftig
stehen. In den Städten Aachen und Düren lebt rund ein Viertel aller Kinder unter 15 Jahren inzwischen am
Rande des Existenzminimums. Hiermit eng verbunden ist in der Regel die
Resignation weder einen Ausbildungsplatz noch eine Arbeitstelle zu finden. Die
Verarmung eines wachsenden Teils der Bevölkerung wird die Folge sein.
28.06.2008,
Einstiegsgeld: jobcom benachteiligt Arbeitslose
Einem Arbeitslosen
aus dem Kreis Düren war es Anfang diesen Jahres gelungen eine
Vollzeitarbeitsstelle zu finden. Die Stelle ist zwar auf 12 Monate befristet,
bietet jedoch danach, eine reale Chance auf Übernahme in ein unbefristetes
Beschäftigungsverhältnis. Um die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung zu erleichtern, kann einem Arbeitslosen zudem ein Einstiegsgeld
gewährt werden. Aus diesem Grund stellte der Arbeitslose vor der Aufnahme der
Beschäftigung einen Antrag auf Gewährung eines Einstiegsgeldes. Dies hatte der
Betroffene im Februar 2008 auch getan. Das Ergebnis: Sein Sachbearbeiter
gewährte ihm für die Dauer von 7 Monaten einen Zuschuss von 100 Euro monatlich.
Zum Vergleich: Die Agentur für Arbeit gewährt
Einstiegsgeld nach folgender Richtlinie: Mindestgewährungszeit 6 Monate, maximal
24 Monate. Höhe: 50 Prozent des Regelsatzes und 10 Prozent für jedes weitere
Familienmitglied, höchstens jedoch 100 Prozent des Regelsatzes (347 Euro
Alleinstehende / 312 Euro Verheiratete). Bei dem betroffenen Arbeitslosen,
seiner Frau und den beiden minderjährigen Kindern, wären das 80 Prozent (249,60
Euro) gewesen. Statt der gewährten 700 Euro, wären also bei einer Arge für die 7
Monate mindestens 1.747,20 Euro gezahlt worden. Hierdurch ergibt sich ein
finanzieller Nachteil von 1.047,20 Euro.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Vor dem Hintergrund, dass die
Optionskommune Kreis Düren gelobt hatte, alles besser zu machen, müssen wir nun
feststellen, dass die Realität wieder einmal eine andere ist. Und dies vor dem
Hintergrund, dass jeder Sachbearbeiter der jobcom hier ganz klar einen
Ermessenspielraum hat. Man hätte also bei der Gewährung des Einstiegsgeldes die
Richtlinie der Agentur für Arbeit nicht nur anlegen können, sondern eigentlich sogar
müssen.
24.06.2008, Gaspreis
explodiert
Die Stadtwerke Düren (SWD) erhöhen ab
1. September den Preis für Erdgas um netto 1,13 Cent je Kilowattsunde. Das ist
eine Anhebung um 18,5 Prozent. Dies hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Düren, in
seiner Sitzung am Mittwochabend, einstimmig beschlossen. Also auch mit den
Stimmen der SPD, die tags zuvor noch eine andere Marschrichtung angekündigt
hatte. Ursprünglich vorgesehen war sogar eine Preiserhöhung von 22 Prozent.
Ursache für die drastische Preiserhöhung sei der explodierende Rohölpreis.
Für einen durchschnittlichen Einfamilienhausbesitzer mit einem jährlichen
Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet dies eine Mehrbelastung von 270
Euro jährlich.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Aktuell übernehmen die Kommunen im Kreis Düren beim Bezug von
Arbeitslosengeld II pro Quadratmeter angemessener Wohnfläche 1,20 Euro. Hier
bedarf es also dann ebenfalls einer Anpassung auf mindestens 1,43 Euro. Fraglich
ist jedoch, wie die Kommunen auf die explodierenden Energiekosten reagieren
werden. Angesichts einer solch drastischen Preiserhöhung, werden wohl unzählige
Bedarfsgemeinschaften die schon jetzt nicht mehr zurecht kommen, endgültig
finanziell zusammenbrechen.
Wissen sollte man allerdings, dass der stellvertretende Vorsitzende der
SPD-Fraktion, noch einen Tag zuvor etwas ganz anderes erklärt hat: "Es könne
nicht sein, dass die kleinen Leute in Düren "die Zeche zahlen müssen für
unendlich hohe Spekulationsgewinne, die an den Ölbörsen erzielt werden und die
letztlich auch die Gaspreise in die Höhe treiben." Diesen Wahnsinn mache die
SPD nicht mit." Nachzulesen übrigens unter der Überschrift "Die nächste
Gaspreiserhöhung kommt" auf der Seite 15 der Dürener Zeitung v. 25.06.2008. Na
da hätte sich der Peter Koschorreck mal besser mit seinen Vertretern im
Aufsichtsrat der Stadtwerke Düren unterhalten sollen. Denn der
SPD-Fraktionsvorsitzende Henner Schmidt und das Ratsmitglied Ralf Kurth haben für diese
Gaspreisexplosion gestimmt.
24.06.2008, Stadt Düren:
Gebührenbefreiung für Empfänger von Grundsicherung
In der Ratssitzung v. 23.06.2008 wurde die neue
Verwaltungsgebührenordnung der Stadt Düren verabschiedet. Hierin ist festgelegt,
was eine jede Einwohnerin und jeder Einwohner für eine von städtischen
Mitarbeitern ausgestellte Kopie, Beglaubigung usw. zahlen muss. Ratsherr Lothar
Böling (DIE LINKE. Offene Liste Düren) hatte hierzu den Änderungsantrag
gestellt, Empfänger von Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II und XII,
sowie Asylbewerberleistungsgesetz, von der Gebührenzahlung zu befreien. Lothar
Böling hierzu in der Ratssitzung:
"Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, unter §5 Billigkeitsmaßnahmen der
neuen Verwaltungsgebührenordnung heißt es:
„Gebühren und Auslagen können auf Antrag ganz oder teilweise erlassen werden,
wenn dies aus Gründen der Billigkeit, insbesondere zur Vermeidung sozialer
Härten, geboten ist.“
Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei dieser schönen Formulierung
lediglich um eine Kann-Leistung handelt. Und mit dieser verbunden,
ist natürlich eine notwendige Antragstellung. Dies führt meiner Meinung nicht
nur zu einem überflüssigen, bürokratischen Mehraufwand, sondern garantiert dem
Antragsteller noch nicht einmal eine Gebührenfreiheit. Um soziale Härten künftig
auszuschließen, bedarf es meiner Meinung nach, einer klaren und unbürokratischen
Lösung. Ich schlage daher vor, für den Personenkreis der Leistungsempfänger nach
dem Sozialgesetzbuch II und XII, sowie dem Asylbewerberleistungsgesetz, eine
ausdrückliche Gebührenbefreiung vorzusehen." Und weiter: "Nur durch eine solche
Ergänzung wird garantiert, dass für diesen Personenkreis eine Gebührenfreiheit
besteht. Eine umständliche Antragstellung kann somit entfallen. Es bedarf daher
künftig nur der Vorlage eines gültigen Leistungsbescheids."
Die Ratsvertreter von CDU, SPD und FDP konnte Lothar Böling leider nicht für
seinen unbürokratischen Änderungsantrag begeistern. Lediglich die Fraktion von
Bündnis 90/DIE GRÜNEN stimmte seinem Antrag zu. Es bleibt daher bei folgender
Kann-Lösung unter §5 Billigkeitsmaßnahmen der neuen Verwaltungsgebührenordnung
heißt es: „Gebühren und Auslagen können auf Antrag ganz oder teilweise
erlassen werden, wenn dies aus Gründen der Billigkeit, insbesondere zur
Vermeidung sozialer Härten, geboten ist.“
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Auch wenn es sich nur um eine Kann-Leistung handelt, so sollte dennoch
jeder Leistungsempfänger diese Möglichkeit zur Kosteneinsparung nutzen. Ein
gültiger Leistungsbescheid dürfte hier für eine Gebührenbefreiung ausreichen.
Angesichts eines Regelsatzes von 347 Euro für Alleinstehende und 312 Euro für
verheiratete Leistungsempfänger pro Monat, sind zwei Euro für ein Beglaubigung
viel Geld.
04.06.2008, Ausstellung
über Opfer rechter Gewalt gastiert im Dürener Rathaus
Seit gestern ist im Dürener Rathaus die Wanderausstellung „Opfer
rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ auf Initiative des Dürener Bündnisses
gegen Rechts zu sehen.
Die Künstlerin Rebecca Forner hat die Schau in
Zusammenarbeit mit
dem Verein Opferperspektive e.V. erarbeitet. Die Ausstellung porträtiert 136
Menschen, die rechter Gewalt von 1990 und 2005 zum Opfer fielen. Viele wurden
getötet, weil für sie im Weltbild der Rechtsextremisten kein Platz ist; manche,
weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Vor 30 Gästen eröffneten
Bürgermeister Paul Larue und eine Vertreterin des Dürener Bündnisses gegen
Rechts gestern die Ausstellung. Die Rednerin des Bündnisses erinnerte u.a. an
den Mordanschlag von Solingen, der sich fast auf den Tag genau vor fünfzehn
Jahren ereignete. Sie mahnte, sich Rassisten in den Weg zu stellen und bei
rechter Gewalt einzugreifen:„Wir wollen heute jedoch nicht alleine um die Toten
trauern, sondern auch dafür Sorge tragen, in Zukunft keine weiteren Opfer
rechter Gewalt zuzulassen. [...] Auch in unserer Region und insbesondere in
Stadt und Kreis Düren erleben wir seit etwa zweieinhalb Jahren, wie Neonazis
etwa von der NPD, verstärkt in der Öffentlichkeit auftreten. Wir wollen es nicht
akzeptieren, wie diese Gruppen mit ihrer Propaganda den Grundstein für neue
Verbrechen legen.“
Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Juni während der regulären Öffnungszeiten
des Dürener Rathauses zu besichtigen, vom
17. bis zum 27. Juni wird sie im Jülicher Rathaus gezeigt.
14.05.2008, 100 Millionen
für Ganztagsschulen
Ab dem Schuljahr 2009/10 sollen jährlich in allen 54 Kreisen und
kreisfreien Städten von NRW zwei Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden.
Beschlossen hat dies das NRW-Landeskabinett. Gleichzeitig beschloss das Kabinett
die Einführung einer pädagogischen Übermittagbetreuung ab dem 01.02.2009 für
jene Schulen, die sich nicht für den Ganztag entscheiden. Je Schule gewährt das
Land einen Zuschuss bis zu 100.000 Euro, wenn sich der Schulträger in gleicher
Höhe beteiligt. Ziel der Förderung sind Gymnasien, Real-, Gesamt-, Haupt-,
Förder- und anerkannte, private Ersatzschulen. Allein der Ausbau der 603
Halbtagsgymnasien und 535 Halbtagsrealschulen würde 11 Jahre dauern. Damit
nicht, wie von der Ratsfraktion der CDU gefordert, die Kinder an Gymnasien und
Realschulen bevorzugt werden, bedarf es eines entsprechenden Antrages, erklärt
Ratsmitglied Lothar Böling. Zuerst müsse den benachteiligten Kindern geholfen
werden. Haupt- und Förderschulen müssen daher zuerst zu Ganztagsschulen
ausgebaut werden.
Böling kritisiert außerdem, dass Ganztagsschulen nur ein Schritt in die richtige
Richtung sein können. Das dreigliedrige Schulsystem sei längst überholt und
müsse endlich abgeschafft werden. An die Stelle des Aussortierens müsse die
Förderung der Schüler treten. Das Ziel sei die Chancengleichheit. Um diese zu
erreichen, bedarf es einheitlicher Bildungsstandards bundesweit; mit einer
bedarfsgerechten Förderung aller Kinder. In vielen anderen europäischen Ländern
ist dies längst Normalität. Privater Nachhilfeunterricht – abhängig vom
Geldbeutel - könnte so künftig entfallen. Ansonsten wird Deutschland bei der
PISA-Studie noch zum Schlusslicht werden. „Das muss nicht sein“, so der linke
Ratsvertreter. Bildung sei für ihn nach wie vor ein Grundrecht.
08.05.2008, Die 12 Spar-Gebote für das
Personal der Stadt Düren
Es ist soweit, die Personalkonsolidierung a la Carte – oder besser
der Dürener CDU ist da. Die Stadt Düren baut Arbeits- und Ausbildungsplätze ab!
Gebetsmühlenartig wiederholte Dürens Bürgemeister in der Vergangenheit immer
wieder folgenden Satz, zuletzt in der Ratssitzung v. 07.05.2008: „Betriebsbedingte
Kündigungen sind mit mir nicht zu machen!“
Doch wer diesen Beruhigungs-Pillen vertraut hatte, wurde in der letzten
Ratssitzung eines Besseren belehrt. Nachzulesen in der Ratsvorlage 2008-0183.
Dort heißt es:
1) Widerbesetzungssperre: ein Jahr
2) Kosequente Umsetzung der kw- und ku- Vermerke (kw = keine Widerbesetzung bzw. ku = keine Umbesetzung)
3) Rückkehr von beurlaubten Kräften weiterhin nur bei tariflichem /gesetzlichem / vertraglichem Anspruch
4) Überstundenabbau
5) Reduzierung der Ausbildungsaktivitäten
6) Keine halbjährliche Weiterbeschäftigung von Auszubildenden nach der Ausbildung
7) Reduzierung der Berufspraktikanten in den Kindertagesstätten von 6 auf 3 Plätze
8) Reduzierung der Hilfskräfte insbesondere für die Betreuung der abendlichen Fremdnutzung in städtischen Schulen
9) Überprüfung des Arbeits- und Einsatzumfanges der sog. „Bühnenhelfer“ oder „Museumshelfer“
10) Veränderung durch Ausscheiden von Führungskräften in den nächsten Jahren und damit ggf. mögliche Zusammenlegung von Organisationseinheiten.
11) Grundsätzliche Erwägung des Angebotes von Altersteilzeit in den Fällen, wo die Stelle mit Eintritt in die Freistellungsphase wegfällt
12) Angebot von unterjähriger Freistellung unter Wegfall der Bezahlung (nur dann, wenn kein Ersatz in irgendeiner Form gestellt werden muss) – Kürzung der Bezüge jedoch erst im Monat der Zuwendungszahlung
Unter dem Strich haben diese 12
Spar-Gebote von Paul Larue und CDU für das städtische Personal nur ein Ziel:
Reduzierung der Personalkosten um 1 Million Euro jährlich. Weil dieser
Sparvorschlag die Zahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze verringert, wurde er
von dem Vertreter der Offene Liste DIE LINKE., Lothar Böling, konsequent
abgelehnt. Von den Bürger für Düren (BfD) und der FDP wurde der
CDU-Sparvorschlag dagegen begeistert aufgenommen. Ratsfrau Brigitte Capune-Kitka
war so angetan, dass Sie begeistert erklärte: „Auch Ich bin für eine Reduzierung
der Ausbildungsstellen.“ Nach Einschätzung von Frau Capune-Kitka habe sich die
Lage am Ausbildungsmarkt „deutlich gebessert“. Es sei daher kein Problem in der
freien Wirtschaft einen Ausbildungsplatz zu finden.
Wir meinen:
Interessant wovon Frau Capune-Kitka so träumt. Ist doch die Situation auf
dem Ausbildungsmarkt seit Jahrzehnten mehr als trostlos. Allein in NRW fehlen
aktuell 70.000 Ausbildungsplätze.
17.03.2008, Stadt Düren: 1-Euro-Jobber sind beliebt
1-Euro-Jobber werden gern genommen, auch
von der Stadt Düren. Sie sind eben unschlagbar günstig und sparen dem
Arbeitgeber - in diesem Fall der Stadt Düren - so manchen Euro. Deshalb
beschäftigt die Stadt Düren aktuell 20 dieser preiswerten Arbeitskräfte.
Eingesetzt werden die 1-Euro-Jobber vor allem in den städtischen Schulen und
Kindergärten, sowie einigen Ämtern. Nach Auskunft der Stadt Düren handelt es
sich bei den Arbeiten die die Arbeitslosen verrichten, angeblich um zusätzlich
Tätigkeiten. Doch dem ist nicht so. Handelt sich doch wie überall, um
sozialversicherungspflichtige Arbeit die durch den Einsatz von 1-Euro-Jobbern
verrichtet wird. Damit verstößt der Einsatz von 1-Euro-Jobbern in fast allen
Fällen gegen die drei Kriterien, unter denen Arbeitslose für einen Euro arbeiten
dürfen. Die Arbeit muss gemeinnützig sein, zusätzlich und es darf
keine sozialversicherungspflichtige Arbeit verdrängen. Weil diese
Kriterien eigentlich bis auf einige wenige, ganz seltene Ausnahmen, nie erfüllt
werden, kann kein Arbeitsloser zur Arbeit für einen Euro gezwungen werden. Wer
sich wehrt und nachweist, welche Tätigkeiten er verrichten soll, muss also nicht
für einen Euro die Stunde arbeiten. Nicht 1-Euro-Jobs, sondern
sozialversicherungspflichtige Arbeit von der man auch leben kann, ist die
Lösung.
18.12.2007, Kreis Düren: SPD fordert Sozialentwicklungsplan
20.11.2007, Die Linke: Kein Geld für Wehrübungen
09.11.2007, ALG II: Regelsätze Rechtswidrig
Als
Regelsätze werden allen Alg-II-Beziehern unabhängig von der Höhe ihres früheren
Nettogehalts ein fixer Geldbetrag als Grundsicherung für ihren Lebensunterhalt
gezahlt, der den Regelsätzen in der
Sozialhilfe entspricht. Beispielsweise bekommen Singles 347 Euro oder
Verheiratetet 312 Euro. Gemessen an dem Verfassungsgebot, das Existenzminimum
sicherzustellen, könnten sie zu niedrig ausgefallen sein, argwöhnt
Bundesverwaltungsrichter Ralf Rothkegel. Er bestreitet vor allem die Eignung der
Methode, die der Berechnung des Bedarfs zugrunde gelegt wurde. Zwar behaupte der
Gesetzgeber, »ein schlüssiges und einfaches Verfahren zur Bemessung der
Regelsätze« gefunden zu haben, »das geeignet ist, das soziokulturelle
Existenzminimum dauerhaft zu sichern«. Doch Rothkegel hat da seine Zweifel. Es
basiere »auf höchst fragwürdigen Annahmen«, so der Verwaltungsrichter. Die
analysiert er akribisch in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift ZFSH/SGB und
kommt zu dem Ergebnis, dass eine soziale Ausgrenzung der Betroffenen nicht
ausgeschlossen sei. Die aber toleriere das Grundgesetz nicht. Die IG Metall hat
Rechtsschutz für eine Verfassungsbeschwerde gegen die Höhe der Regelleistung des
Arbeitslosengeldes II gewährt. Nun muss die grundsätzliche Vereinbarkeit der
pauschalierten Leistung mit dem individuellen Anspruch auf Sicherung des
Existenzminimums überprüft werden. Wenn die Karlsruher Richter den
Alg-II-Regelsatz für verfassungswidrig erklären, muss der Gesetzgeber eine
Regelung nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts treffen. Diese gilt
dann für die Zukunft. Gleichzeitig kann das Bundesverfassungsgericht mit seinem
Urteil auch feststellen, dass Arbeitslose einen Anspruch auf Nachzahlung des zu
niedrig bemessenen Arbeitslosengelds II haben. In der Regel profitieren von
einer entsprechenden Nachzahlungspflicht aber nur Arbeitslose, die rechtzeitig
Widerspruch gegen ihren Alg-II-Bescheid eingelegt haben und deren Bescheide
somit noch nicht bestandskräftig sind. Damit Bezieher von Arbeitslosengeld II
ihre Rechte auf Nachzahlung wahren, muss gegen jeden neuen Bescheid, der die
Höhe der Regelleistung betrifft, Widerspruch eingelegt und das Ruhen des
Verfahrens beantragt werden.
Das Dürener Erwerbslosenkomitee Düren empfiehlt daher ab sofort bei allen neuen
Leistungsbescheiden innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einzulegen und diesen
gleichzeitig ruhend zu stellen. Hier der Text für einen Musterwiderspruch:
Hiermit lege/n
ich/wir Widerspruch gegen den Bescheid vom............ ein.
Begründung:
Der Widerspruch richtet sich allein gegen die Höhe der Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach § 19, § 20 Abs.1 und Abs. 2 SGB II.
der Regelsatz verstößt gegen das Sozialstaatsgebot. Eine Verfassungsbeschwerde ist unter dem Aktenzeichen 1 BvR 1840/07 beim Bundesverfassungsgericht anhängig.
Bis zur Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht bin ich mit dem Ruhen des Verfahrens einverstanden. Der Widerspruch wird ausdrücklich für und im Namen
aller Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft erhoben.
Ort/Datum/Unterschrift/en
(Unterschriften aller erwachsenen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft sowie der Erziehungsberechtigten für die minderjährigen Kinder)
09.11.2007,ALG II: Eingliederungsvereinbarungen verstoßen gegen die Vertragsfreiheit
Nicht wenige
ALG-II-Empfänger weigerten sich Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben
oder taten dies nur unter Vorbehalt. Oftmals drohten ARGE-Mitarbeiter, wenn sie
sich weigern eine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben, werde ihnen der
Regelsatz um 30 Prozent gekürzt. Nun hat das Dortmunder Sozialgericht (AZ S 28
AS 361/07 ER - veröffentlicht am 28. 10. 2007) sich dem Urteil des LSG
Niedersachsen-Bremen (Az.: L 8 AS 605/06 ER) so weit angeschlossen, dass dieser
Eingriff in die Vertragsfreiheit aufgrund eines Verstoßes gegen den
Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt ist und
laut dem Artikel 2 Abs. l des Grundgesetzes gegen die Vertragsfreiheit verstößt.
Das oben genannte Urteil muss jetzt per Zwangsvollstreckung durchgesetzt
werden, denn die ARGE Dortmund setzt den Beschluss des Sozialgerichts nicht um.
Wir empfehlen daher ab sofort, Eingliederungsvereinbarungen nur noch mit dem
Zusatz "unter Vorbehalt" zu unterschreiben.
25.08.2007, «Tag
der Heimat» im Rathaus ohne Zwischenfälle
Düren.
Neben der Formation, die ausschließlich aus Frauen besteht, spricht gerade Manfred Barsuhn. Er ist der Vorsitzende des Bund der Vertriebenen, BdV, und hat am Samstag zum «Tag der Heimat» eingeladen. Vielleicht 100 Gäste sind da. Die Politik ist vertreten, vornehmlich durch die CDU, die Kirche, dazu - natürlich - der BdV selbst mit seinen Mitgliedern.
Kurz später spricht Karl-Heinz Weschke, Ehrenvorsitzender des BdV, und erinnert an «18 Millionen Deutsche», die im Zweiten Weltkrieg aus den Ostgebieten vertrieben wurden. «Viele ältere Menschen haben das Trauma ihrer Jugend immer noch nicht verarbeitet», ruft Weschke. Beifall brandet auf.
Hinten im Rathaus-Foyer stehen einige Vertreter der DKP. Sie sind friedlich, wachsam, einer macht sich Notizen. Sie sehen den «Tag der Heimat» seit Jahren skeptisch und fürchten für diesen Samstag, dass die NPD störend eingreifen könnte. Das aber passiert nicht.
Dürens Bürgermeister Paul Larue betont, dass er «gerne beim «Tag der Heimat» ist. «Genauso gerne» wie bei Veranstaltungen des Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Radikalismus, das vergangenes Wochenende zu einer Kundgebung in der Innenstadt aufgerufen hatte.
Der Christdemokrat hob die Aufbauleistung hervor, die Tausende Vertriebene nach dem Krieg in Düren vollbracht haben. «Manch einer hat geglaubt, die Stadt könne nie wieder aus Schutt und Asche auferstehen. Aber sie konnte.» Heute sei Düren größer als jemals zuvor. Weiter sprach der Bürgermeister über Integration, die in Düren gut funktioniere.
Horst Westkämper, Landtagsabgeordneter der NRW-CDU und Festredner in Düren, stellte klar, wie wichtig es sei, Heimat zu bewahren, auch symbolisch. «Ein wichtiges Signal ist die Beflaggung an diesem Tag», so der Beauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Der Politiker sagte, der Vertriebenenpolitik müsse eine «große Bedeutung beigemessen werden», auch finanziell.
Regionaldekan Otto von Danwitz erklärte, Frieden und Gerechtigkeit könne es nur geben, wenn Menschen in der Lage seien, über die Erinnerung zu verzeihen. FDP-Stadträtin Brigitte Capune-Kitka gab der Hoffnung Ausdruck, dass die in Düren lebenden Vertriebenen eine Heimat gefunden hätten. Die Liberale warnte zudem vor allen radikalen Strömungen, «gleich, ob von rechts oder von links». Sie könnten den Frieden bedrohen.
19.08.2007, Offener Brief zum „Tag der Heimat“ am 25.08.2007,
vom
Vorsitzenden der PDS-Ratsfraktion Düren, Lothar Böling
Sehr
geehrter Herr Larue,
wie schon in den Jahren zuvor, so erhielt ich auch in diesem Jahr die Einladung
zum „Tag der Heimat“, in einem Briefumschlag der Stadt Düren. Unterschrieben
war die Einladung wieder einmal vom hiesigen Kreisvorsitzenden des „Bundes der
Vertriebenen“ (BdV) und vom Bürgermeister der Stadt Düren.
Erneut wird damit dem reaktionären und revanchistischen „BdV“ das Rathausfoyer
zur Verfügung gestellt. Und das ganze mit tatkräftiger Unterstützung des
Bürgermeisters.
Wie schon in den Jahren zuvor, fordere ich Sie hiermit auf, das Foyer des
Rathauses nicht wieder dem „Bund der Vertriebenen“ als Bühne zu überlassen. Der
„BdV“ und die „Landsmannschaften“ verfolgen eine Politik, die darauf abzielt,
heute bestehende Grenzen in Frage zu stellen. Die Verbreitung nationalistischer
Phrasen und das Stellen von Gebietsansprüchen gegen unsere Nachbarländer,
dienten jedoch noch nie dem Erhalt des Friedens.
Mit welchen Rednern der „BdV“ die Stadt Düren in den vergangenen Jahren zu
beglücken versuchte, ist Ihnen ja bekannt. Einige dieser Herren sind offen für
faschistisches Gedankengut, haben gar beste Verbindungen zu alten und neuen
Faschisten. Erinnert sei hier nur an den „BdV-Vertreter“ Rüdiger Goldmann, der
jahrzehntelang dem rechtsextremen „Witikobund“ angehörte und dem wegen
Volksverhetzung verurteilten ehemaligen „BdV-Vizepräsidenten“, Paul Latussek.
Erinnert sei hier auch noch mal an den ehemaligen „BdV-Kreisvorsitzenden“,
Karl-Heinz Weschke. Zur Erinnerung füge ich diesem Schreiben noch einmal den
Text eines Briefes von Herrn Weschke an Erika Steinbach, die Vorsitzende des
„BdV“ bei. Aus diesem Brief aus dem Jahr 2004 geht klar hervor, dass es hier
nicht um Heimatpflege und Brauchtum geht, sondern um Gebietsansprüche.
Auch wenn der diesjährige Redner, MdL Horst Westkämper, Mitglied der CDU ist, so
ändert das nichts an den Forderungen und Zielen des „BdV“ und der
„Landsmannschaften“.
Viele der in Düren lebenden, ehemaligen Flüchtlinge und Aussiedler sind jedoch
längst integriert. Sie wollen von dieser rückwärtsgewandten Politik nichts
wissen; haben sich vom „BdV“ und den „Landsmannschaften“ längst gelöst.
Auch Sie sollten unterscheiden zwischen Menschen die in Düren eine neue Heimat
gefunden haben und revanchistischen Organisationen, die letztendlich für ein
Großdeutschland in den Grenzen von 1937 eintreten.
Nehmen Sie ihr Amt als Sprecher des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt ernst. Wirken Sie der Verbreitung nationalen, reaktionären
und revanchistischen Gedankengutes entgegen. Hören Sie auf treuer Begleiter und
Unterstützer des „BdV“ zu sein. Orientieren Sie sich an progressiven
Christdemokraten.
Mit freundlichen Grüßen
Lothar Böling
Vorsitzender der PDS-Ratsfraktion
Hier der Brief von Karl-Heinz Weschke an die Präsidentin des BdV, Erika Steinbach, Der Brief macht deutlich, dass es nicht um Heimat und Kulturpflege geht.
Sehr geehrte Frau Präsidentin
Steinbach,
hiermit bestätige ich den Eingang Ihres Schreibens „im August“ mit den
beigefügten Pressemitteilungen. Nach 9-jähriger Tätigkeit als
BdV-Kreisvorsitzender in Düren, haben wir hier für eine andere Sache gekämpft
als Sie es heute darstellen, und zwar für das Recht auf Heimat, - was wir ererbt
von unseren Vätern …! Übrigens fahre ich immer mit der Faust in der Tasche in
unsere Heimatgebiete, denn dort spricht man heute nur von „Großpolen“.
Der BdV hatte über 52 Jahre Zeit, eine Vereinigung zu gründen, bzw. sich der
berechtigten Ansprüche der Vertriebenen gegenüber den Vertreiberstaaten
nachhaltig anzunehmen bzw. zu vertreten. Es geschah jedoch nichts Konkretes!!
Man stelle sich doch einmal vor, daß jedes Haus, jeder Hof, jedes
Industrieunternehmen in unseren Heimatgebieten einen Eigentümer hatte, und ich
kann die von Ihnen geäußerte Meinung nicht nachvollziehen, daß alle Eigentümer
ihren ehemaligen Besitz dem polnischen Staat schenken wollen?!
Um so dankbarer müssen wir heute denjenigen sein, die nach unendlicher Mühe und
Konsultierung namhafter Anwälte die Preußische Treuhand gegründet haben!! Die
Aufregung in Polen zeigt doch, dass die Treuhand den richtigen Weg eingeschlagen
hat!
Solle ich Ihre diversen Ausführungen richtig verstanden haben, dass Sie als
BdV-Präsidentin bereit wären auch einer Null-Lösung zuzustimmen, nämlich, dass
nur die Heimatvertriebenen mit ihrem Hab und Gut die Reparationsansprüche der
Polen bezahlen sollen, dann allerdings würde ich meinen Kreisvorsitz
niederlegen! Wir lassen uns nicht zu einem „Kulturkränzchen“ degradieren.
Wir erwarten, daß der BdV unsere, wie Sie selbst schreiben, berechtigten
Ansprüche gegenüber den Vertreiberstaaten vertritt. Bitte treiben Sie jetzt
keinen Keil zwischen Mitglieder und Nichtmitglieder der Preußischen Treuhand.
Verzicht ist Verrat, und in unseren Gruppen „rumort“ es bereits gegen den BdV
nicht unerheblich! Mit heimatverbundenen Grüßen
gez. K.-H. Weschke
23.08.2007,
Dürener Zeitung/Dürener Nachrichten Verwaltungsgericht gibt Grünen und PDS Recht
23.07.2007,
Hartz IV: Heizkosten sind in tatsächlicher Höhe zu übernehmen.
|
Zitat: |
|
Der
62-jährige, alleinstehende Kläger bezieht seit dem 01.01.2006
Arbeitslosengeld II („Hartz IV“). Obwohl die Behörde alleinstehenden
Personen grundsätzlich nur 45 m² große Wohnungen zugesteht, akzeptierte
sie, dass der Kläger eine 55 m² große Wohnung bewohnte, da die Miete
verhältnismäßig niedrig war. Nicht mehr angemessen waren nach Auffassung
der Behörde aber die Heizkosten. Diese lagen zwar noch unter ihrer Grenze
von 1,00 Euro/m². Die Behörde berücksichtigte aber nur die Heizkosten
einer 45 m² großen Wohnung. Die Rechtsprechung beurteilte Fallgestaltungen
dieser Art bisher uneinheitlich. |
03.07.2007, Kreis Düren kürzt Arbeitslosen die Heizkosten
Hier ein
Beispiel:
Ein Arbeitsloser wohnt in einer Wohnung mit 48 Quadratmetern. Die zulässige
Wohnungsgröße beträgt für eine Person beträgt im Kreis Düren jedoch nur 45
Quadratmeter. Berechnung: 45 Quadratmeter x 1,20 Euro = 54 Euro monatlich
Weil die tatsächlichen Heizkosten für diese Wohnung im Jahr 2006 bei 90 Euro
lagen, fehlen dem Betroffenen nun monatlich 36 Euro an den Heizkosten. Pro Jahr
macht dies 432 Euro aus. Bei einem Regelsatz von 345 Euro monatlich, fehlen dem
Betroffenen damit jährlich gut 10 Prozent der Regelleistung. Eine fünfköpfige
Familie, die bisher 130 Euro Heizkosten erhielt, bekommt jetzt nur noch 85,20
Euro monatlich. Im Jahr macht das auch hier 537,60 Euro weniger aus.
Verantwortlich für diese Vorgehensweise ist das Amt 56 der Kreisverwaltung Düren
(job-com).
Wir
empfehlen eine Überprüfung aller Bewilligungs- und Änderungsbescheide, ob eine
Kürzung vorgenommen wurde. Liegt eine Kürzung vor, muss hiergegen unbedingt
Widerspruch eingelegt werden. Im Widerspruch sollte auch auf die Gründe für die
Höhe der Heizkosten hingewiesen werden.
Dieses kann sein:
Alte Bausubstanz, fehlende Wärmedämmung, Fenster mit Einfachverglasung bzw.
Metallrahmen (Aluminium), hohe Decken, Erdgeschoss- bzw. Dachgeschosswohnung,
Wetterseite, alte Heizungsanlage, Ofenheizung, undichte Fenster und Türen,
pflegebedürftige Familienangehörige, Kleinkinder usw. Einen
Musterwiderspruch findet ihr auf der Internetseite des
Dürener Erwerbslosenkomitees.
Düren,
08.Juni 2007
OFFENER BRIEF
Sehr geehrter Herr Schavier, sehr geehrter Herr Eßer, sehr geehrter Herr Spelthahn, sehr geehrter Herr Larue,
einem Beitrag der Dürener Nachrichten vom
05.Juni 2007 zu Folge sprechen sich die drei Dürener Delegierten Karl-Albert
Eßer, Peter Rubel und Bernd Wenge, die am Bundestag der
Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) letztes Wochenende
teilnahmen, einmütig gegen "sittenwidrige" Löhne aus.
Wir als DIE LINKE. können Ihnen bei Ihrer Feststellung:"wer
arbeitet muss unter dem Strich mehr haben" ausdrücklich beipflichten. Wir
möchten aber in Anlehnung an die Gemeinschaftscharta der sozialen Grundrechte
der Europäischen Union von 1989, Titel 1, Absatz 5, Ihre Aussage noch durch den
Zusatz, "wer arbeitet, muss von seinem Arbeitseinkommen auch angemessen
leben können" ergänzen.
Die Dürener CDA hat öffentlich betont, dass für sie die
Verantwortung für leistungsgerechte Entlohnung von Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern in erster Linie bei den Tarifparteien liege. Diese Aussage
widerspricht allerdings der schwarz- gelben Realpolitik in NRW. Die
Landesregierung hat nähmlich im Oktober 2006 das Tariftreuegesetz für unser
Bundesland außer Kraft gesetz. Dieses Gesetz hatte bis dahin die öffentliche
Hand verpflichtet, ihre Aufträge ausschließlich nur an solche Firmen zu
vergeben, die an Tarifverträge gebunden sind, bzw. ihre Mitarbeiter und
Angestellten nach geltendem Tarif entlohnen. Seit dem erhalten immer öfter auch
solche Firmen öffentliche Aufträge, die die Arbeit ihrer Mitarbeiter und
Angestellten weit unterhalb der geltenden Tarifregelungen vergüten. Zunehmende
Tarifflucht von Arbeitgebern und Mitgliedschaften ohne Tarifbindung (MOT) in
einigen Arbeitgeberverbänden haben die Grauzone von Unternehmen, die eine
Entlohnung weit unterhalb der Tarifverträge praktizieren, auch in unserer Region
immer größer werden lassen.
Wir, die Unterzeichner dieses Briefes, fordern Sie auf, Ihren Worten auch
entsprechende Taten folgen zu lassen und mit einer freiwilligen
Selbstverpflichtung die Tariftreue des Kreises Düren und der Stadt
Düren wieder einzuführen bzw. künftig öffentliche
Aufträge ausschließlich nur noch an solche Firmen zu vergeben, die an die
geltenden Tarifverträge gebunden sind.
Ernst Rabe, Düren, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE.Offene Liste (noch PDS-Offene
Liste) im Kreistag Düren
Lothar Böling, Düren, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE.Offene Liste (noch
PDS-Offene Liste) im Stadtrat Düren
Siegfried Faust, Jülich, Sprecher der "LAG betrieb&gewerkschaft, DIE LINKE. NRW"
und Sprecher DIE LINKE. Altkreis Juelich
18.03.2006, Ratsmitglieder sollen Reisekosten offen legen
Die PDS im Dürener Stadtrat will in Sachen Dienstreisen von Ratsmitgliedern alle
Fakten auf dem Tisch sehen. Sie hat einen Antrag an den Stadtrat gestellt, der
alle Unternehmen mit städtischer Beteiligung betrifft. Hier sollen die
Namen der Ratsmitglieder samt Zweck und Kosten benannt werden, die an Reisen
teilgenommen haben. Das betrifft unter anderem Reisen der Stadtwerke Düren und
der Sparkasse Düren.
Larue
graust es
Die Pisa-Studie hat den katastrophalen Zustand unseres
Bildungssystems offenbart. In der Bewertung der deutschen Kultusminister zur
Pisa-Studie heißt es deshalb u.a.: „Zu den wichtigsten und zugleich überraschenden
Befunden des internationalen Vergleichs gehört die Tatsache, dass in keinem
anderen Land der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Leistung so ausgeprägt
ist wie in Deutschland.“ Entsprechend ihrer Leistung
werden Schüler bei uns einem bestimmten Schultyp zugeordnet: Gymnasium,
Realschule, Gesamtschule, Hauptschule oder Sonderschule. Statt gleiche
Bildungschancen für alle zu schaffen, sind wir Weltmeister im Aussortieren.
Kein Wunder also, dass bei uns von 100 Schülerinnen und Schülern nur 30 ihr
Abitur machen. In Schweden sieht dieses Verhältnis dagegen erheblich besser
aus. Dort machen 70 Prozent aller Schülerinnen und Schüler ihr Abitur. In
Schweden besuchen nämlich alle Kinder eine Ganztagsschule. Wenn man bedenkt,
dass dies auch in Deutschland möglich wäre, so ist unser jetziges Schulsystem
ein Verbrechen an der Zukunft unserer Kinder. Woher bitteschön soll Wissen
kommen, wie sollen Fähigkeiten entwickelt werden, wenn man Kinder lediglich in
Güteklassen einteilt, sie aber nicht entsprechend fördert? Das es mit
Politikern, wie Dürens Bürgermeister, keine Ganztagschule geben wird ist
bekannt. Dies machte Paul Larue zuletzt in der Jugendhilfeausschusssitzung vom
04.12.2003 deutlich: „Mir graust vor einer Gesellschaft wo sich kleine Kinder
und Jugendliche von morgens bis abends im Rahmen von Schule bewegen.“ Diese
Worte offenbarten wieder einmal die ungeheure Rückständigkeit des Dürener
Christdemokraten Paul Larue. Die PDS/Offene Liste ist der Meinung, Bildung darf
kein Privileg für Reiche und Besserverdienende sein. Denn deren Kindern werden
ausreichend gefördert. Mit teurem Nachhilfeunterreicht, Privatlehrern,
Privatschulen und Internaten, darunter auch viele kirchliche. Die Einführung
einer Ganztagsschule, wie in Schweden, wäre also nicht nur für unsere Kinder,
sondern für die ganze Gesellschaft ein gewaltiger Fortschritt.
Übrigens, Bürgermeister Paul Larue steht mit seiner
rückständigen Meinung nicht allein. Wie der Dürener Nachrichten am 16.09.2004
auf Seite 2 zu entnehmen war, hat der nordrhein-westfälische CDU-Chef Jürgen
Rüttgers massive Widerstände seiner Partei gegen ein für alle Schüler
einheitliches Schulsystem angekündigt. In dem Artikel "Wir müssen die
Schule ganz neu denken" warnt Christdemokrat Rüttgers vor
"Gleichmacherei".
Wie Rückständig die CDU beim Thema Bildung ist, wird erst richtig deutlich,
wenn man auf der gleichen Seite den Artikel "DDR und Finnland als
Vorbild" gelesen hat. Finnland, der Sieger der Pisa-Studie hat sein
Bildungssystem nämlich in weiten Teilen von der ehemaligen DDR übernommen. Im
Artikel zum deutschen Schulsystem heißt es u.a.: "Nur 37 Prozent
der jungen Menschen haben deshalb eine Hochschulzugangsberechtigung. In anderen
OECD-Ländern sind es doppelt so viele."
Die Kritik der Unternehmerverbände an den Wissenslücken unserer Schüler/innen
ist also berechtigt. Unser Schulsystem, welches Schüler/innen nur aussortiert,
aber nicht fördert (Gymnasium, Realschule, Gesamtschule, Hauptschule,
Sonderschule) gehört damit endlich auf den Müllhaufen der Geschichte. Wir
leben im 21.Jahrhundert und nicht mehr im Mittelalter. Wann dies endlich die
Politiker der Union begreifen werden, bleibt abzuwarten. Im Übrigen hätte man
das Ganze auch früher wissen können, wenn man vor 15 Jahren das
Bildungssystems der ehemaligen DDR nicht zerschlagen, sondern untersucht und
übernommen hätte.