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Düren |
21.08.2010, Tag der Heimat 2010 in Düren
Offener Brief von Ratsmitglied Lothar zum „Tag der Heimat“ am
11.09.2010 an Bürgermeister Paul Larue
Sehr geehrter Herr Larue,
wie schon in den Jahren zuvor, so erhielt ich auch in diesem Jahr die Einladung
zum „Tag der Heimat“, in einem Briefumschlag der Stadt Düren. Unterschrieben
war die Einladung wieder einmal vom hiesigen Kreisvorsitzenden des „Bundes der
Vertriebenen“ (BdV) und vom Bürgermeister der Stadt Düren.
Erneut wird damit dem reaktionären und revanchistischen „BdV“ das Rathausfoyer
zur Verfügung gestellt. Und das ganze mit tatkräftiger Unterstützung des
Bürgermeisters. Wie schon in den Jahren zuvor, fordere ich Sie hiermit auf, das
Foyer des Rathauses nicht wieder dem „Bund der Vertriebenen“ als Bühne zu
überlassen. Der „BdV“ und die „Landsmannschaften“ verfolgen eine Politik, die
darauf abzielt, heute bestehende Grenzen in Frage zu stellen. Die Verbreitung
nationalistischer Phrasen und das Stellen von Gebietsansprüchen gegen unsere
Nachbarländer, dienten jedoch noch nie dem Erhalt des Friedens.
Mit welchen Rednern der „BdV“ die Stadt Düren in den vergangenen Jahren zu
beglücken versuchte, ist Ihnen ja bekannt. Einige dieser Herren sind offen für
faschistisches Gedankengut, haben gar beste Verbindungen zu alten und neuen
Faschisten. Erinnert sei hier nur an den „BdV-Vertreter“ Rüdiger Goldmann, der
jahrzehntelang dem rechtsextremen „Witikobund“ angehörte und dem wegen
Volksverhetzung verurteilten ehemaligen „BdV-Vizepräsidenten“, Paul Latussek.
Erinnert sei hier auch noch mal an einen Brief des ehemaligen
„BdV-Kreisvorsitzenden“, Karl-Heinz Weschke, an Erika Steinbach, die Vorsitzende
des „BdV“. Aus diesem Brief, des Jahres 2004, geht klar hervor, dass es hier
nicht um Heimatpflege und Brauchtum, sondern um Gebietsansprüche geht.
Auch wenn der diesjährige Redner, Dr. Lothar Schlegel Domkapitular ist, so
ändert das nichts an den Forderungen und Zielen des „BdV“ und der
„Landsmannschaften“.
Die Wahrheit sieht nämlich in der Tat anders aus. 2007 bot der „Ostdeutsche
Markt“ auf dem Rathausvorplatz ein ganz besonderes Schauspiel. Mitglieder der
Vertriebenverbände und Mitglieder von „NPD“ und „Kameradschaft Aachener Land“
schwangen in trauter Eintracht - unter Aufsicht des BdV-Kreisvorsitzenden
Manfred Barsuhn - gar lustig das Tanzbein. Als Herr Barsuhn auf die Anwesenheit
der Neofaschisten angesprochen und zum Einschreiten aufgefordert wurde, hat er
nur lässig abgewunken.
Wenn jemand die „NPD“ gesellschaftsfähig macht, dann ist es der „BdV“ und die
„Landsmannschaften“. Sie bereiten den Boden, auf dem sich die Ideologie alter
und neuer Faschisten ausbreitet. Darüber kann auch ein geistlicher Redner nicht
hinweg täuschen. Bedauerlicherweise stehen Sie als Bürgermeister diesen ewig
Gestrigen auch noch mit Rat und Tat zur Seite; stellen jedes Jahr aufs Neue das
Rathaus als billige Kulisse zur Verfügung.
Abschließend möchte ich Sie erneut daran erinnern, dass viele der in Düren
lebenden, ehemaligen Flüchtlinge und Aussiedler längst integriert sind. Sie
wollen von dieser rückwärtsgewandten Politik nichts wissen; haben sich von den
ewig Gestrigen, dem „BdV“ und den „Landsmannschaften“, längst gelöst.
Auch Sie sollten unterscheiden zwischen Menschen die in Düren eine neue Heimat
gefunden haben und revanchistischen Organisationen, die letztendlich für ein
Großdeutschland in den Grenzen von 1937 eintreten.
Nehmen Sie ihr Amt als Sprecher des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt ernst. Wirken Sie der Verbreitung nationalen, reaktionären
und revanchistischen Gedankengutes entgegen. Hören Sie auf treuer Begleiter und
Unterstützer des „BdV“ und der „Landsmannschaften“ zu sein. Orientieren Sie sich
an fortschrittlichen Christdemokraten.
15.08.2010, Dat Wasser vun Düre is joot
Die Stadtwerke Düren tragen
sich mit dem Gedanken den Dürener anderes Wasser zu verkaufen. Das bisher in
Obermaubach und dem entlang dem Ufer der Rur entnommene Wasser (Uferfiltrat)
müsse künftig noch besser aufbereitet werden, heißt es da. Hierdurch würde der
Wasserpreis steigen. Bisher kommt unser Trinkwasser aus der Rur. Und das
Rur-Wasser enthält nur ganz wenig Kalk. Unser Vorteil: Es gibt an den
Wasser-Armaturen, Waschmaschinen und Heißwassergeräten keine Ablagerungen. In
den umliegenden Gemeinden müssen dagegen alle paar Jahre die Armaturen und
Heißwassergeräte ausgetauscht werden. Die Waschmaschinen müssen dort ständig
entkalkt werden. Berücksichtigt man diese Faktoren, so käme das preiswerte
aber kalkhaltige Wasser die Dürener letztendlich teuer zu stehen. Ratsmitglied
Lothar Böling hierzu: „Offensichtlich hat man in Düren immer noch nicht
begriffen was unser Wasser wert ist. Sonst hätte man von Seiten der Stadtwerke
nicht solch einen Vorschlag gemacht. Die Papierindustrie weis dagegen dieses
weiche Wasser bereits seit Jahrhunderten zu schätzen.“
13.08.2010, Grundsteuer B: Miete steigt
Am 30.06.2010 hatte der
Dürener Stadtrat die Grundsteuer B rückwirkend zum 01.01.2010 um 25 Prozent
erhöht. Hiervon betroffen sind auch alle Mieterinnen und Mieter. Ist doch die
Grundsteuer B als Nebenkosten auf die Mieter umlegbar. Die Mehrbelastung je
Bedarfsgemeinschaft beläuft sich auf durchschnittlich ca. 50 Euro pro Jahr.
Weil der Kreis Düren Träger der Grundsicherungsleistungen ist, hat
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) nun Landrat Wolfgang Spelthahn
aufgefordert die Höchstbeträge für Kaltmiete rückwirkend zum 01.01.2010 um
mindestens 5 Euro monatlich zu erhöhen.
Die Werte für angemessenen Wohnraum wurden seit 1998 nicht mehr erhöht. Im Gegenteil, sie wurden vor zwei Jahren weiter gedeckelt. Es gilt nur noch der Höchstbetrag für Altbauten (bis Baujahr 1992).
Böling: „Schon jetzt müssen sich in 2.677 Bedarfsgemeinschaften Männer, Frauen und Kinder Teile der Wohnungskosten vom Munde absparen, weil die Miete zu hoch ist. Durch die Erhöhung der Grundsteuer B wird sich die Lage in diesen Familien weiter verschärfen.“ In der Stadt Düren gibt es 6.304 Arbeitslose und ihre Familien die hiervon betroffen sind; Kleinstrentner/innen noch nicht mitgerechnet.
10.08.2010, Ahrweilerplatz: „Skater-Ticket“
Weil Lothar Böling als fraktionsloses Ratsmitglied der Freien Liste keine
Anträge stellen kann – in anderen Städten ist das möglich – stellte er
folgenden Antrag als Einwohnerantrag:
Der Rat der Stadt Düren beschließt, dass
alle Jugendlichen, die in der Innenstadt wohnen ein „Skater-Ticket“ erhalten
können, damit sie alle Spielplätze und Skaterbahnen im Stadtgebiet nutzen
können.
Begründung:
Wie der Dürener Zeitung v. 09.07.2010 und 16.07.2010 (siehe Artikel) zu
entnehmen war, beschweren sich die Anwohner des Ahrweilerplatzes über die
nächtliche Ruhestörung durch Jugendliche, die auf dem Ahrweilerplatz
Skateboard fahren. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um ein Problem,
dass die Kommunalpolitik verursacht hat. Gibt es doch in der Innenstadt kaum
noch einen Fleck der nicht gepflastert ist. Es fehlt an Spielplätzen und
Freiräumen in denen Kinder und Jugendliche spielen und sich aufhalten
können. Ein „Skater-Ticket“ verursacht keine Kosten. Ob die Busse in den
Abendstunden fast leer durch die Gegend fahren, oder ob einige Jugendliche
mitfahren, spielt meines Erachtens keine Rolle. Ein kurzes Gespräch mit der
Dürener Kreisbahn könnte den ruhestörenden Lärm in den Sommernächten
möglicherweise beenden.
06.08.2010,
Sefer Aydin aus Eregli
Dürens neueste Errungenschaft
ist die Partnerschaft mit einer Stadt in der Türkei. Eregli heißt die Stadt.
Sie liegt am Schwarzen Meer und hat 100.000 Einwohner. Zurückzuführen ist
diese Städtepartnerschaft auf einen Bürger aus Eregli (Sefer Aydin), der mit
seiner Familie seit vielen Jahren in Düren wohnt. Als es jüngst in Eregli zur
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages kam, standen die beiden
Bürgermeister umringt von zahlreichen Ratsmitgliedern aus Düren im Mittelpunkt
des Geschehens. Sefer Aydin aber, der Urheber der Städtepartnerschaft, musste
dagegen verschämt neben dem Tisch knien. Ratsmitglied Lothar Böling hierzu:
„Wo war da der Respekt gegenüber Herrn Aydin. Sefer Aydin hätte in die Mitte
gehört, zwischen die beiden Bürgermeister! Aber so ist das, der Hang zur
Selbstdarstellung war wieder einmal größer als der Respekt vor dem Urheber
dieser Städtepartnerschaft.“
04.08.2010, 30 Euro Versicherungspauschale
Grundsicherungsämter haben im
vergangenen Jahr massenhaft wegen fehlerhafter Arbeit falsche
Hartz-IV-Bescheide erlassen. Das hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) in
einem neuen Statistikbericht eingeräumt. Insgesamt wurde in 805.200 Fällen
Widerspruch gegen Bescheide eingelegt. 301.500 Widersprüche oder mehr als 37
Prozent seien erfolgreich gewesen. Außerdem hätten 142.700 Hartz-IV-Beziehende
gegen ihre Bescheide geklagt. 55.800, also 38 Prozent, haben vor Gericht Recht
bekommen. Dazu erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
„Der Ämterpfusch bei Hartz IV hält weiter an. Wer angesichts der massenhaft
auftretenden Fehler der Ämter, den Arbeitlosen ihr Recht auf Widerspruch
einschränken will, sägt am Ast der Bürgerrechte.
Nur ein Beispiel: Die
Versicherungspauschale (30 Euro), fehlt in den Bewilligungsbescheiden vieler
Empfänger von Arbeitslosengeld II. Jedem einzelnen aber, der Einnahmen, wie
Kindergeld, Kinderzuschlag, ALG I, Rente oder Unterhaltszahlungen usw. hat,
dem steht diese Pauschale zu. Weil es eine Pauschale ist, muss keine
Versicherung nachgewiesen werden. Fehlt die Versicherungspauschale, sollten
Sie Widerspruch einlegen oder einen Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X
stellen.“
29.07.2010, Larue: Kein Bürocontainer!
Am 09.02.2010 hatte man Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) den Stuhl vor
die Tür gesetzt. Sein Büro wurde zwangsgeräumt. Nach zehn Jahren
Ratsmitgliedschaft hat er erstmals kein Büro mehr. Seine Sachen lagern z. Zt.
im Heizungskeller des Rathauses. Weil Böling sich an der Ausübung seines
Mandates gehindert sieht, und keinen Platz für seine Ratsunterlagen (125
Aktenordner) hat, fragte er an, ob er auf dem Rathausvorplatz einen
Bürocontainer als Mandatsträgerbüro aufstellen könne.
Bürgermeister Paul Larue hatte ihm vor kurzem mitgeteilt, dass dies nicht
möglich sei. Nicht einmal einen gebrauchten Schreibtisch will er dem
Mandatsträger der Freien Liste zur Verfügung stellen. Böling in seinem
Protestbrief an den Bürgermeister: „Jeder Kartoffelbauer und jeder
Geranienverkäufer hat in dieser Stadt mehr Rechte als ein Ratsmitglied. Kann
doch der Rathausvorplatz von Ihnen als Stellplatz für einen Verkaufsstand
genutzt werden. Ich sehe in Ihrer Antwort daher eine gezielte Benachteiligung
unliebsamer Mandatsträger.“
16.07.2010, „CDU lehnt eine Verlängerung der
Grundschulzeit ab“:
Wie lange will man sich diese Bevormundung, durch eine kleine elitäre
Minderheit (CDU erhält nur 25 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten),
eigentlich noch gefallen lassen? Dass auch die Dürener CDU eine längere
Grundschulzeit ablehnt und die Gymnasien erhalten will, war doch zu erwarten.
Darüber kann auch die Gründung eines Arbeitskreises Bildung nicht
hinwegtäuschen. Wieso regiert die hiesige CDU eigentlich nicht auf die Kritik
der Industrie? Haben Vertreter der Wirtschaft in den letzten Jahren doch oft
genug auf die miserable Schulbildung der vielen Auszubildenden hingewiesen.
Statt das Problem zu beseitigen, versucht man es wieder einmal nur mit Abwarten.
In der Kritik aber steht unser gesamtes Schulsystem. Und dies besteht nun mal
nicht nur aus Gymnasien. Glaubt man etwa, dass alle Eltern im Kreis Düren gegen
ein besseres Schulsystem, gegen echte Chancengleichheit, sind? Kein vernünftiger
Mensch kann wollen, dass ein Großteil kommender Generationen von der
gesellschaftlichen Entwicklung abgekoppelt wird. Ich bin der Meinung,
Politikerinnen und Politiker, die an einem völlig überholten Schulsystem des
vorigen Jahrhunderts festhalten, behindern die Entwicklung der gesamten
Gesellschaft.
29.06.2010, „SPD will mit den Stadtwerken mehr
Geld verdienen“
Das die SPD mit dem Rückkauf von Teilen der Stadtwerke Düren (SWD)
Geld verdienen will, erscheint angesichts der schwierigen Haushaltslage der
Stadt nur allzu verständlich. Schließlich hatten die Stadtwerke in den
vergangenen Jahren erhebliche Gewinnsteigerungen zu verzeichnen. Warum aber
kommt diese Einsicht bei der SPD erst jetzt? Wurden die ersten 25 Prozent der
Stadtwerke doch bereits unter Bürgermeister Josef Vosen und SPD-Regentschaft
verkauft. Zu schön wär`s, wenn die RWE Plus AG auf den SPD-Vorschlag eingehen
würde. Ausgehend von der Tatsache, dass die jetzt regierende CDU vor acht Jahren
weitere 50 Prozent verkauft hat, wage ich zu bezweifeln, das die RWE Plus AG
Anteile einer Kuh (SWD) verkauft die tüchtig Milch (Gewinne) gibt. Würde die
regierende CDU-Fraktion doch damit eingestehen, dass der Verkauf der halben
Stadtwerke an RWE Plus AG damals ein großer Fehler war.
04.06.2010, Krankenhaus Düren "Service" GmbH
Am 30.08.2009 war Kommunalwahl. Schlappe acht Tage später fasste der
Aufsichtsrat der Krankenhaus Düren GmbH den Beschluss zur Gründung sogenannter
Servicegesellschaften. Im Aufsichtsrat waren zu dieser Zeit
Bürgermeister Paul Larue und die Ratsmitglieder Karl-Albert Eßer, Käthe Hofrath,
Raphael Schauerte, Ina Schoeller, alle CDU, sowie Gabriele Freitag + Dirk
Nieveler, beide SPD.
Das Ziel: Qualitäts- und
Kostenvorteile nutzen. Nachzulesen in den Ratsvorlagen 2010-0166 und 2010-0167.
In der Vorlage 2010-0166 heißt es dazu:
„Durch die Gründung von Servicegesellschaften sollen Kostenvorteile bei den
Reinigungskosten von bis zu 10% generiert werden.“
Und an anderer Stelle: „Bis zu 49 Prozent werden an eine
Reinigungsgesellschaft veräußert.“ Wen das konkret betrifft, geht aus
§ 2 des Gesellschaftsvertrages hervor. Die operative Leitung der Krankenhaus
Düren Service GmbH soll an die gepe Gebäudedienste Peterhoff GmbH übertragen
werden. Und das ist erst der Anfang.
Zuerst wird allerdings eine Krankenhaus Düren Träger GmbH gegründet, in die alle Nebenbetriebe (z.B. Parkhaus) verlagert werden. Sie soll als Trägergesellschaft für alle Servicegesellschaften und Beteiligungen fungieren.
Das
Konzept was dahinter steckt:
Alle Leistungen werden aufgesplittert, so dass man einen Teil des jetzigen
Personals – wo immer es geht - durch Billigkräfte ersetzen kann. Gut
ausgebildetes und höher bezahltes Personal wird verknappt.
Das Ergebnis wird sein: Weniger
Personal, das noch mehr arbeiten muss; niedrige Löhne; möglichst wenig Nachwuchs
ausbilden; Leiharbeit missbrauchen und qualifizierte Arbeit durch billige und
schlecht ausgebildete ersetzen.
Lohndumping und Privatisierung
Diese Einsparungen können nur erbracht werden, wenn dieselben Methoden zur
Kostensenkung durchgepeitscht werden, wie es die privaten Klinikbetreiber tun.
Nimmt alles seinen ungestörten Gang, so gibt es zwei Möglichkeiten: Das
Krankenhaus Düren wird sich nicht mehr von privaten Kliniken unterscheiden, was
Arbeitsbedingungen und Qualität der Pflege angeht. Die Träger GmbH dient auch
dazu, die „Braut schön zu machen“, um später mögliche Käufer anzulocken. Beides
ist schlecht für die Beschäftigten und alle, die auf eine gute Versorgung im
Krankenhaus angewiesen sind. Den Beschäftigten des Krankenhaus Düren und ihrer
Gewerkschaft ver.di gehört daher unsere Unterstützung. Im Dürener Krankenhaus
darf es keine Arbeitsplatzvernichtung geben! Keine Gehaltskürzungen! Das
Gesundheitswesen darf nicht dem Gesetz der Profitmaximierung ausgeliefert sein.
Wir sind für einen Ausbau des umlagefinanzierten solidarischen
Gesundheitswesens!
Freie Liste
- sozial – solidarisch –unabhängig!
22.05.2010, Nietan schüttelt nur den
Kopf: „Es war gespenstisch“
Zum o. g. Artikel der Dürener Zeitung und Dürener Nachrichten erklärt das
Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
In der Tat, da kann man auch nur mit dem Kopf schütteln. Unglaublich gar die
Forderung von SPD und GRÜNEN, alle 11 Landtagsabgeordneten der Linkspartei auf
ihre Stasimitarbeit hin überprüfen zu lassen. Offensichtlich ist Dietmar Nietan
ebenso so schlecht informiert, wie seine Parteifreundin Hannelore Kraft und
GRÜNE. Waren doch die meisten linken Landtagsabgeordneten früher Mitglied bei
SPD und GRÜNEN. Rüdiger Sagel war sogar bis 2007 Landtagsabgeordneter der GRÜNEN
in NRW. Auch Dr. Carolin Butterwegge, Ali Atalan und Ralf Michalowsky waren
zuvor bei den GRÜNEN. Wolfgang Zimmermann ist Bezirksvorsitzender der
Gewerkschaft ver.di. Bärbel Beuermann ist Lehrerin. Und der Jurist Michael
Aggelidis war früher in der SPD. Offensichtlich genügen heute schon rote
Socken um sich politisch verdächtig zu machen. Ich finde Dietmar Nietan sollte
sich fragen, ob er überhaupt in der richtigen Partei ist? Denn schon 1878
verfolgte man mit dem Sozialistengesetz („Gesetz gegen die gemeingefährlichen
Bestrebungen der Sozialdemokratie“), die Gründerväter der SPD.
30.04.2010, „CDU-MIT: Zeitarbeit als
Brücke aus der Arbeitslosigkeit“
Zum o. g. Artikel der Dürener Zeitung erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Dass Unternehmer gerne mit der Verlagerung ihrer Arbeitsplätze drohen, ist
bekannt. Dass die CDU-Mittelstandsvereinigung nun ebenfalls damit droht, kann
daher nicht verwundern. Schließlich vertritt ihr Vorsitzender Rolf Delhougne ja
ihre Interessen mittelständischer Unternehmer. Dennoch fragt man sich, wie Herr
Delhougne zu dem Schluss kommt, dass Zeitarbeit als Brücke aus der
Arbeitslosigkeit dient? Fakt ist doch, dass Zeitarbeit nur selten zur
Festanstellung führt. Im Gegenteil, die Regel ist, dass Zeitarbeiter nicht nur
weniger Lohn erhalten, sondern bei Auftragsmangel auch als erste entlassen
werden. Das Ergebnis: Immer mehr Facharbeiter pendeln ohne Perspektive auf eine
Festanstellung zwischen Leiharbeit und Arbeitslosigkeit hin und her. Nachzulesen
in einer Studie der Bertelsmannstiftung über Zeitarbeit. Siehe hierzu den
Artikel „Festanstellung nur ganz selten“ auf der Seite 24 in der Dürener Zeitung
v. 28.04.2010. Die Kritik von Gewerkschaften, linken Politikern und
Sozialverbänden an der Leiharbeit ist also mehr als berechtigt. Hier geht es
nur um Lohndrückerei und Profitmaximierung. Dass ein Zeitarbeiter für die
gleiche Arbeitsleistung weniger Geld erhalten, ist weder sozial, noch gerecht
und einem vernünftigen Menschen nicht zu vermitteln.
04.02.2010, Aus der Ratssitzung v.
03.02.2010
Kaum zu glauben aber wahr. Auch DIE LINKE. ist jetzt für den Bau eines
Hotels auf dem Gelände der alten Stadthalle. Gemeinsam mit SPD und GRÜNEN
stimmte ein Herr Theodoridis von der LINKEN für die Fortsetzung der seit Jahren
dahindümpelnden Bauruine eines Vier-Sterne-Hotels. Jahrelang hatte sich DIE
LINKE Düren gegen den Bau eines Hotels ausgesprochen und für ein Bürgerhaus
votiert. Damit wandeln LINKE und GRÜNE inzwischen auf den ausgetretenen Pfaden
der SPD. Denn die SPD hatte sich gemeinsam mit CDU, FDP und BfD für den Bau
eines Hotels ausgesprochen. Es bleibt nur festzustellen, dass die Dürener LINKE
immer orientierungsloser wird. Fazit: Wer im Rat die Hand hebt, sollte
zumindest wissen worum es geht und was er da tut.
Auch bei der Abstimmung für die Anhebung der Straßenbaubeiträge (Vorlage
2009-0397) verhielt es sich ähnlich. Hatte der Rat noch vor einiger Zeit die
unverschämte Anhebung der Beiträge (Vorlage 2009-0369), wegen eines Beschlusses
des Oberwaltungsgericht Münster rückgängig machen müssen, so versuchte man es am
03.02.2010 aufs Neue. Erneut um 10 Prozent wurden die Anliegerbeiträge
angehoben. Und siehe da, auch SPD, GRÜNE und DIE LINKE stimmten einmütig zu.
Fazit: Von "Sozial auch nach der Wahl", wieder einmal weit und breit keine Spur.
07.01.2010, Unser Kommentar zum Artikel
"Die größte Verwaltung der Region entsteht" in der Dürener Zeitung v. 05.01.2010
Die Stadt Düren erinnert zusehends an Dubai. Auch hier jagt ein Bauprojekt
das andere. Während der Bürgermeister zuletzt noch mit einem klotzigen
Museumsanbau aufwartete, versucht es der Landrat in diesem Jahr erneut mit einem
Ausbau der Kreisverwaltung. War es 2005 noch „Haus C“, so versucht man 2010 das
gleiche Spielchen mit dem Anbau „Haus D“. Immer schöner, größer und allmächtiger
will man werden. Und das alles auf Kosten der Steuerzahler. Denn ohne die
Millionen von Bund und Land geht auch in Düren schon lange nichts mehr. Dabei
ist dieser 20-Millionen-Bau vollkommen überflüssig. Wer braucht schon ein
Job-Center mit moderner Fassade, wenn den Schwächsten in unserer
Wohlstandsgesellschaft darin nur rücksichtslos das Existenzminimum gekürzt wird?
Die vielen Klageverfahren vor den Sozialgerichten sprechen für sich. Und von
Förderung kann hier auch keine Rede sein. Düren braucht weder eine Zentrale zur
Verwaltung der Arbeitslosigkeit mit 120 Räumen, noch 110 Mitarbeiter, die sich
beim Verwalten der 1-Euro-Jobs den Hintern platt sitzen. Statistiken schönen und
Zeitarbeit anpreisen, das konnte und kann auch das Arbeitsamt. Und das ganz ohne
einen Millionen-Anbau.
16.12.2009, Kommentar zum Artikel
"Laterne, Laterne, Politik kündigt (noch) nicht gerne" in den Dürener
Nachrichten v. 11.12.2009
Wie ernst es der Dürener CDU mit
der Sanierung des städtischen Haushaltes ist, zeigte sich wieder einmal im
Stadtrat (15.12.2009). Statt endlich die Kündigung des Vertrages mit den
Stadtwerken zu beschließen, vertagte man einmütig die Beschlussfassung auf Mitte
Januar 2010. Und dies wieder einmal unter Zustimmung aller Fraktionen (CDU,FDP,SPD,GRÜNE,LINKE).
Lediglich die FREIE LISTE stimmte mal wieder dagegen. Damit wird sich die
Rückübertragung der städtischen Straßenbeleuchtung um ein weiteres Jahr
verzögern. Es waren Ratsmitglieder von CDU (Stefan Weschke) und GRÜNEN
(Verena Schloemer), die schon in der Sitzung des Hauptausschusses v. 09.12.2009
für diese Vertagung plädierten. Fraglich nur, was die Damen und Herren zu diesem
Aufschub wirklich bewegte. Ob es wohl an der Nähe zum Aufsichtrat der Stadtwerke
lag? Der Gewinn den die Stadtwerke seit Jahren mit der Straßenbeleuchtung
erzielen, wird jedenfalls ein Jahr länger in die Taschen der RWE-Aktionäre
fließen. Was bleibt ist ein Verlust für die Stadt Düren. Und dieser liegt
bei 500.000 Euro jährlich mindestens. Ein Gewinn, der der hochverschuldeten
Stadt Düren ein Jahr früher auch schon gut zu Gesicht gestanden hätte.
11.12.2009, Unser Kommentar zum Artikel
„Wenn Politiker zu Ermittlern werden“ in den Dürener Nachrichten v. 10.12.2009,
Seite 15:
Von Ermittlern kann
hier keine Rede sein. Hier passt vielmehr der Begriff Zaungäste. Haben die
Mitglieder des Wahlprüfungsausschuss doch bei der erneuten Auszählung der
Kommunalwahlzettel aus Merken nur zugeschaut. Gezählt haben nämlich andere. Bei
den übrigen Einsprüchen sah es noch schlimmer aus. Hier hat der
Wahlprüfungsausschuss gar vollständig versagt. Die vorliegenden Einsprüche gegen
FDP und LINKE wurden nicht mal eines Blickes gewürdigt. Hier vertraute man gar
blind der Aussage der Verwaltung. Zudem hatte man den Ausschussmitgliedern die
umfangreiche Vorlage doch erst am Tage zuvor zur Verfügung gestellt. Von Prüfung
im Sinne des Kommunalwahlgesetzes kann also überhaupt keine Rede sein. Hätte nur
einer der „Prüfer“ die Einsprüche gegen die Wahlversammlungen aufmerksam
gelesen, hätte man FDP und LINKEN die Ratsmandate aberkennen müssen. Der
Zählfehler aus Merken ist dagegen nur eine Lappalie. Wer sich selbst ein Bild
machen will, kann dies jederzeit nachlesen. Zu finden im Anhang der Ratsvorlage
2009-0564. Ob Mitglieder gezielt an der Ausübung ihres Stimmrechtes gehindert
wurden, sei unerheblich, heißt es da.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Schon merkwürdig, wenn die Sitzung des Kreisvorstandes offiziell für beendet
erklärt, anschließend aber heimlich in einer Privatwohnung fortgesetzt
wird. Schon werkwürdig, wenn es bis heute keinen gültigen Beschluss zur
Durchführung der Wahlversammlung v. 13.12.2008 gibt. Schon merkwürdig, wenn bei
einer Kandidatenaufstellung nur 52 von ca. 200 Mitgliedern anwesend sind. Schon
merkwürdig, wenn man sich nicht einmal um die Aktualisierung der Mitgliedsdaten
kümmert. Schon merkwürdig, wenn 50 Mitglieder keine Einladung erhalten. Schon
merkwürdig, wenn pauschale Einspruch gegen 30 Neumitglieder
erhoben wird. Schon merkwürdig, wenn diese 30 Neumitglieder einen Monat später
dennoch Mitglied werden. Schon merkwürdig, wenn gegen eine mögliche
Konkurrenzkandidatin Strafanzeige erstattet wird. Schon merkwürdig, wenn man
einem konkurrierenden Kandidaten vor der Wahlversammlung mit der Diffamierung
seiner Person in der Öffentlichkeit droht. Na, wenn das alles nicht demokratisch
ist, was dann?
09.12.2009, Klärendes aus dem
Hauptausschuss der Stadt Düren
Gleich zu Beginn der Sitzung zog Bürgermeister Paul Larue die Vorlage
2009-0555, Einsparungen bei 100-Jährigen, zurück. Damit war das Thema eigentlich
erledigt. Doch etwas später, als dann eine Ausnahme von der Haushaltssperre für
die vorzeitige Eröffnung des Museumsanbaues (die Vorlage 2009-0565) beschlossen
werden sollte, gab es dann eine interessante Randbemerkung zum Thema Kürzung bei
Geburtstagsgeschenken für 100-jährige. Verärgert erklärte Bürgermeister Paul
Larue, dass alle Fraktionsvorsitzenden, von CDU bis LINKE, im interfraktionellen
Gespräch der Einsparung bei den 100-jährigen zugestimmt hätten. Nun wissen wir,
wie es zu der Vorlage 2009-0555 gekommen ist. Alle hatten zugestimmt, nur der
Bürgermeister wurde erwischt. In einem völlig anderen Licht erscheint uns jetzt
ein Artikel der Dürener Nachrichten v. 04.12.2009, Seite 15. Unter der
Überschrift "Dürener Linke gibt sich empört" erklärte darin ein Herr
Theodoridis, die Kürzung bei den 100-jährigen sei "lachhaft und empörend". Was
bis jetzt keiner wusste, auch Herr Theodoridis hatte im Gespräch mit dem
Bürgermeister der Kürzung von Geburtstagsgeschenken für 100-jährige einmütig
zugestimmt. Unser Fazit: Lügen haben halt kurze Beine.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Hatte mich schon gewundert, dass es
von den übrigen Ratsfraktionen keine Kritik zur Kürzung bei den 100-jährigen
gab. Wer heimlich zustimmt, kann sich hinterher halt schlecht beschweren.
05.11.2009, Aus der Ratssitzung v.
04.11.2009
Die Wahl der Mitglieder des Hauptausschusses, die Vorlage 2009-0490, war nur ein Tagesordnungspunkt von vielen. Neben den bekannten
Ratsmitgliedern von CDU, SPD, FDP und GRÜNEN, stand erstmals auch ein
Mitglied der NPD zu Wahl. Statt gegen diesen zu stimmen, stimmten SPD, GRÜNE und
LINKE gemeinsam mit CDU und FDP geschlossen für diesen Kandidaten.
Einzig das Ratsmitglied der FREIEN LISTE, stimmte dagegen. Bei der Vorlage
2009-0503 wiederholte sich dieses Trauerspiel. Statt gegen den
NPD-Kandidaten zu stimmen, stimmten SPD, GRÜNE und LINKE
(Nikolaos Theodoridis + Mario Papadopoulos)
gemeinsam mit CDU und FDP, geschlossen für den NPD-Mann. Auch bei der
Vorlage 2009-0464 lief es nicht anders ab.
Gemeinsam
stimmten die Damen und Herren der Fraktionen einmütig für die Einführung einer
Zweitwohnungssteuer. Lediglich die FREIE LISTE war wieder einmal dagegen. Noch
im Wahlkampf hatte die LINKE groß getönt, man werde sich für Schüler und
Auszubildende einsetzen. Von "Sozial auch nach der Wahl", weit und breit keine
Spur. Fazit: Wer links sein will, sollte wenigstens wissen was das ist.
Anmerkung
von Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE) hierzu:
Mehr als bedenklich ist die Tatsache, dass die
Fraktionen bei der Wahl der Mitglieder des Hauptausschusses einmütig den
NPD-Kandidaten mit gewählt haben. Bei der Wahl der Mitglieder für die
Bezirksausschüsse lief es nicht anders ab. Auch hier wurde der NPD-Kandidat
von allen Fraktionen - CDU, FDP, SPD, GRÜNEN und DIE LINKE. - einstimmig mit
gewählt. Die Sorge um die eigenen Mandate hatte wieder einmal völlig den Blick
fürs Wesentliche getrübt.
Dies zeigt, wie es um die Demokratie in Wirklichkeit bestellt ist. Von einem Dürener Bündnis
gegen Rechts war weit und breit keine Spur.
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28.03.2009, Zahl der Offenen Stellen
gesunken
Seit September 2008 ist die Zahl der Offenen Stellen im Arbeitsamtsbezirk
Düren von 1.105 auf 681 (Stand Februar 2009) gesunken. Dies entspricht einem
Rückgang von 38 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitslosen von 9.815
auf 10.824 gestiegen. Dies entspricht ein Steigerung von 10 Prozent. Auf eine
offene Stelle beim Arbeitsamt Düren kamen damit im Februar 2009 fast 16
Arbeitsuchende.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Die Zahlen machen deutlich, wie groß die
Chancen auf dem Dürener
Arbeitsmarkt aktuell sind. Theoretisch hat damit nur jeder 16 Arbeitslose noch
eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Im September 2008 kamen auf eine gemeldete
Stelle noch 9 Bewerber. Hier wird deutlich, dass die Wirtschaft nicht mehr in
der Lage ist allen Arbeitsuchenden eine Stelle zu bieten. Und dies nicht erst
seit gestern. Damit hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt für die Arbeitnehmer
erheblich verschärft.
19.03.2009, Die Stadt Jülich beschäftigt
widerrechtlich Arbeitslosengeld II Empfänger in regulären Tätigkeiten!
Anfang März 2009 wurde unter Androhung von Sanktionen ein Jülicher ALG II
Empfänger von der Dürener job-com aufgefordert, am 16.3.09 eine sechsmonatige
Tätigkeit als „Grünflächenhilfe“ auf dem Bauhof der Stadt Jülich in Koslar
aufzunehmen. Die job-com selbst beschreibt in ihrer dem Bürger über stellten
Arbeitsaufforderung den „Brückenjob“ als Tätigkeit in Vollzeit, bei 30
Wochenstunden an 5 Wochenarbeitstagen zu einem Stundenlohn von 1,30 Euro.
Damit bestätigt die job-com, dass es sich bei der von ihr vermittelten Tätigkeit
mit Mehraufwandsentschädigung (MEA) eindeutig um einen Job handelt, der zum
normalen Geschäftsbetrieb eines städtischen Bauhofes gehört. Da das vom
Gesetzgeber für die so genannten Ein Euro Jobs zwingend vorgegebene Kriterium
der Zusätzlichkeit des hier vermittelten Arbeitsplatzes definitiv nicht gegeben
ist, handelt es sich um einen klaren Verstoß gegen das SGB II, sowohl durch die
Dürener job-com als Arbeitsvermittler als auch durch die Stadt Jülich als
Arbeitgeber. Die Pflege von Grünanlagen unterliegt unzweifelhaft dem regulären
Aufgabengebiet eines städtischen Bauhofes! Hier wird eindeutig und unter klarer
Missachtung der Gesetzeslage sozialversicherungspflichtige Arbeit durch durch
1-Euro-Jobber verdrängt.
Dazu erklärt der Bürgermeisterkandidat der Partei DIE LINKE Jülich Siegfried
Faust: „DIE LINKE ist gegen jede Form der so genannten Arbeitsleistungen mit
Mehraufwandsentschädigungen. Die traurige Praxis der Umsetzung der Hartz-Gesetze
hat leider auch gezeigt, dass die so genannten 1-Euro-Jobs, genau wie
Leiharbeitsverhältnisse, ein völlig untaugliches Mittel darstellen, um
beschäftigungslosen Menschen einen Widereinstieg in den ersten oder zweiten
Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Stattdessen bestätigt auch dieser Fall
eindrucksvoll, dass immer öfter 1-Euro-Jobs dazu benutzt werden, reguläre
Arbeitsplätze zu ersetzten. Die entwürdigende Praxis, erwerbslose Bürgerinnen
und Bürger zu völlig unzureichend bezahlter Arbeit zu zwingen, stellt im Übrigen
einen klaren Verstoß sowohl gegen das Grundgesetz und den §1 des SGB II als auch
gegen die Sozialcharta der Europäischen Union dar. DIE LINKE Jülich kündigt in
ihrem Kommunalwahlprogramm an, in der nächsten Legislatur im Jülicher Stadtrat
massiv gegen die Praxis, erwerbslose Menschen in schlecht bezahlte
Arbeitsverhältnisse zu pressen, vorgehen wird“.
Ergänzend hebt die Sprecherin des Kreisverbandes DIE LINKE Düren, Ute Günther,
hervor: „DIE LINKE tritt seit Jahren für einen gesetzlichen Mindestlohn von über
8 Euro ein. Statt arbeitslose Menschen mit entwürdigenden 1-Euro-Beschäftigungen
zu traktieren, fordern wir den Ausbau eines regulär tariflichen Öffentlichen
Beschäftigungssektors. Das bedeutet für uns auch, dass wir die Wiedereinführung
der Tariftreue für die öffentliche Hand in NRW fordern, so dass Alle, die für
öffentliche Institutionen tätig werden, wieder an geltendes Tarifrecht gebunden
sind. 1-Euro-Jobs haben auch deshalb in unseren Kommunen keinen Platz.“
DIE LINKE Jülich fordert die Stadt Jülich auf, unverzüglich alle so genannten
„Brückenjobs“ für städtische Unternehmen auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen,
darüber Auskunft zu erteilen und die regulären Arbeitsplätze, die mit
1-Euro-Kräften besetzt wurden, in sozialversicherungspflichtige
Arbeitsverhältnisse umzuwandeln sowie entsprechende Stellenausschreibungen in
die Wege zu leiten.
22.01.2008, Konzepte zum Erhalt von
Walki eingefordert
Jülich. Mit "Entsetzen" reagiert die "Die Linke" Jülich auf die
beabsichtigten Betriebsschließung der Firma Walki GmbH in Jülich. In einer
Stellungnahme erhebt Siegfried Faust als Sprecher der Partei auf Stadt- und
Kreisebene die Forderung" nach Erhalt des Standortes Jülich. Angehörige der
Belegschaft hätten bereits bei der Übernahme "dem finnischen Konzern UPM-
Kymmene gehörenden Fabrik in Jülich durch die Private Equity Gesellschaft CapMan
im Jahr 2007 ihre Befürchtungen über eine bevorstehende Liquidation des Jülicher
Produktionsstandortes geäußert. Es ist sicher kein Zufall, dass wieder ein
finnisches Unternehmen durch massive Arbeitsplatzvernichtung in NRW auf sich
aufmerksam macht!", heißt es in der Stellungnahme. Außerdem scheint sich jetzt
und für jeden sichtbar auch in Jülich unsere Befürchtung zu bewahrheiten, dass
auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die Zeche der
verantwortungslosen globalen Finanzzockerei aufkommen sollen." Wie Belegschaft
und Gewerkschaft ver.di glaube auch Die Linke. in Jülich nicht, "dass die
drohende Rezession die tatsächliche Ursache für die Werksschließung darstellt".
"Die Linke spricht der Belegschaft von Walki Jülich ihre uneingeschränkte
Solidarität aus und fordert die Geschäftsführung der Walki GmbH Jülich auf,
alles Erdenkliche in die Wege zu leiten, um die Erhaltung des
Produktionsstandortes. Jülich zu sichern". Konzepte dazu sollten bei den heute
beginnenden Gesprächen zwischen Geschäftsführung und Belegschaft vorgelegt
werden.
13.11.2008, Gaspreis weiterhin hoch -
Von sozialer Verantwortung keine Spur!
Noch Anfang 2008 kostete die Kilowattstunde Gas in Düren 5,09 Cent.
Inzwischen sind es 6,62 Cent. Dies entspricht einer Preissteigerung von sage und
schreibe 30 Prozent. Vor diesem Hintergrund wirkt die angekündigte Preissenkung
der Stadtwerke Düren zum 01.01.2009, wie ein verspäteter Aprilscherz. Mal
ehrlich, wen gedenkt man mit einer Preissenkung von gerade mal 3 Prozent
eigentlich beeindrucken zu wollen, wenn Strom gleichzeitig um 9 Prozent teurer
wird? Warum wird der Gaspreis nicht entsprechend gesenkt, wo er doch an den
Ölpreis gekoppelt ist? Schließlich sind die Spritpreise seit dem 01.09.2008 auch
um 18 Prozent gefallen. Gerade jetzt, wo die Gasuhren auf Hochtouren laufen,
wäre dies für viele Dürener Haushalte eine echte Entlastung. Insbesondere
Kleinstrentner, Geringverdiener und Arbeitslose könnten etwas aufatmen. Aber so
sind sie halt, die Geldschneider, wenn der Rubel rollt, haben Gewinne
hemmungslos Vorfahrt. Das Verwerfliche an der ganzen Sache ist, dass Vertreter
der beiden großen Volksparteien im Aufsichtsrat der Stadtwerke, das Ganze auch
noch abgesegnet haben. Hier zeigt sich wieder einmal, wie es um die viel
zitierte Bürgernähe tatsächlich bestellt ist. Von sozialer Verantwortung
jedenfalls weit und breit keine Spur.
09.11.2008, Stele in der Wernerstraße
beschmiert
In der Nacht vom achten auf den neunten November 2008 würde in Düren die
Stelle in der Wernerstraße beschmiert. Mittels einer Schablone wurde die Stele
mit folgendem Schriftzug besprüht: "Gedenken? Geht denken! KAL". Die Abkürzung
KAL steht für Kameradschaft Aachener Land. Die Aktion zeigt, dass auch im Kreis
Düren neofaschistische Gruppierungen immer aggressiver werden. Finden doch am
9.November bundesweit Gedenkveranstaltungen für die 6 Millionen ermordeten
jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger statt. Am 09.11.1938 hatten
SA-Schlägertrupps im ganzen deutschen Reich in jüdischen Geschäften die
Schaufenster eingeschlagen, diese geplündert und Synagogen in Brand gesteckt.
Die Tat in der Wernerstraße zeigt einmal mehr, dass die Kameradschaft Aachener
Land eindeutig in der Tradition des deutschen Hitlerfaschismus steht. Die Stele
in der Wernerstraße erinnert an das von den Nazis betriebene "Schlageter-Heim",
in welchem politische Gegner, Sozialdemokraten, Gewerkschafter aber vor allem
Dürener Kommunisten von SA-Leuten verhört, gefoltert und brutal
zusammengeschlagen wurden.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Als Ratsmitglied der Offenen Liste DIE LINKE. begrüße ich die Forderung des
Zentralrates der Juden in Deutschland nach einem Verbot der neofaschistischen
NPD.
In Artikel
139 des Grundgesetzes heißt es:
"Die zur 'Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und
Militarismus' erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen des
Grundgesetzes nicht berührt."
Daraus folgt: Die NPD mitsamt ihren
Gliederungen, Neben- und Nachfolgeorganisationen muss verboten und konsequent
aufgelöst werden!
07.11.2008, Stadthalle Düren:
Hoteleröffnung 2009?
Wir sind den schönen
Worten des Projektentwicklers Herman-Josef Schneider – der Investor bekenne sich
zu seinem Engagement in Düren - einmal nachgegangen. Und haben mal einen Blick
auf die Internetseite von Informica real invest geworfen. Fündig wurden wir
jedoch nur unter der Rubrik Presseartikel. Bei aktienchek.de. war am 18.12.2007
folgendes zu lesen: „Treiber der positiven NAV-Entwicklung sollten neben
weiteren Mietsteigerungen (bis zu 4% im laufenden Geschäftsjahr), die günstigen
Einkaufspreise und zunehmend die Wertsteigerungen bei den drei
Projektentwicklungen Parkhotel Düren, Postgebäude in Gera und Tricyan Tower
Würzburg sein. So sei kürzlich die Baugenehmigung für das Hotelprojekt in Düren
erteilt worden.“ Wie wir heute wissen, ist seit dem nicht viel passiert. Von
einer Wertsteigerung in Düren kann also kaum die Rede sein. Ähnelt die alte
Stadthalle doch eher einer Bauruine als einem 4 Sterne-Plus-Hotel. Und erinnern
wir uns. Noch am 20.05.2008 stand in der Dürener Zeitung: “«In 15 Monaten ist
die Bauphase abgeschlossen», versprach der frühere Dürener Karnevalsprinz, der
mit dem Geldgeber, der Informica real invest aus der Nähe von Würzburg, unter
dem Namen «Parkhotel Düren GmbH» Bauherr des 20-Millionen-Euro-Projekts ist.“
Da inzwischen weitere 5 Monate vergangen sind, dürfte zumindest die geplante
Hoteleröffnung Ende 2009 der Dürener Sagen- und Märchenwelt angehören.
24.10.2008, Dreist bei AWO und
Lebenshilfe, aber Schiss vor den Autofahrern
Jahrelang hat die
Dürener CDU-Ratsfraktion freiwillig auf Millionen Euro aus Einnahmen bei der
Gewerbesteuer verzichtet. Verlust für die Stadt Düren hierdurch ca. 7,5 Mio.
Euro. Jetzt mit Gewalt 80.000 Euro bei den Kindergärten von Arbeiterwohlfahrt
und Lebenshilfe holen zu wollen, ist einfach unglaublich. Das ist Sozialabbau
pur. Geht doch ohne Geringverdiener und 1-Euro-Jobber, auch bei AWO und
Lebenshilfe, schon jetzt nichts mehr. Wäre die Stadt Düren tatsächlich auf die
80.000 Euro angewiesen, so hätte man eben so gut die Parkgebühren rund um die
Innenstadt, schon ab 2009 erhöhen können. Zu erwartende Mehreinnahmen hieraus
jährlich 434.000 Euro. Aber auch dies hat die CDU-Fraktion in der letzten
Ratssitzung nicht getan. Tritt diese Gebührenerhöhung doch im Kern erst 2010 in
Kraft. Offensichtlich aus Angst. Könnten verärgerte Autofahrer doch bei der
Kommunalwahl 2009 der CDU ihre Stimme verweigern. So sind sie halt, die Damen
und Herren von der CDU: Dreist bei AWO und Lebenshilfe, aber Schiss vor den
Autofahrern.
22.08.2008, Düren: Mensen für fast alle
Schulen
Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich. Kaum zu glauben, was so
alles geht, wenn es von oben angeordnet wird. Da wird gar der Vorsitzende der
Dürener CDU-Ratsfraktion zum Musterschüler. Denn stolz präsentierte Karl-Albert
Eßer und sein Fraktionskollege, Hermann-Josef Geuenich, der Presse die
Auswirkung des „1000 Schulen Programms“ der Landesregierung. Trotz städtischem
Schuldenberg (124 Mio. Euro) wird die Stadt Düren 1,7 Mio. in die
Mittagsbetreuung der weiterführenden Schulen investieren. Ein Landeszuschuss von
max. 100.000 Euro je Schule und die Schulpauschale machen es möglich. So
begrüßenswert das Ganze auch ist, hat sich die CDU-Fraktion doch bisher mit
Händen und Füßen gegen die Nutzung der alten Stadthalle als Mensa gewehrt; allen
voran die Herren Eßer und Geuenich. Oh weh und ach nee, so etwas brauche man
nicht, warmes Essen werde nicht angenommen, war da zu hören. Und die Rektoren
seien dagegen, die Schüler sollen das Schulgelände nicht verlassen, klagte
Rektor Geuenich. Und jetzt? Plötzlich ist alles anders. Die Schüler des
Stiftischen-Gymnasiums dürfen zum Mittagessen sogar ins KOMM-Zentrum gehen. Wo
ist denn da der Unterschied? Schließlich grenzt das Wirteltor-Gymnasium (1.500
Schüler) an das Gelände der alten Stadthalle. Die hatte sogar einen Anbau mit
intakter Großküche, der inzwischen abgerissen ist. Das Ärgerliche: Die Sanierung
der alten Stadthalle hätte 430.000 Euro gekostet. Allein der Neubau der Mensa am
Wirteltor-Gymnasium wird jetzt 643.000 Euro verschlingen. Und weitere 87.000
Euro wird der Mensa-Umbau am Rurtal-Gymnasium kosten. Zusammen macht das 730.000
Euro. Mit der alten Stadthalle, hätte die Stadt Düren also noch eine schöne
Stange Geld sparen können. Doch dafür ist es jetzt zu spät.
21.08.2008, Offener Brief zum „Tag der Heimat“ am 23.08.2008 an den Dürener
Bürgermeister
Sehr geehrter Herr Larue,
wie schon in den Jahren zuvor, so erhielt ich auch in diesem Jahr die Einladung
zum „Tag der Heimat“, in einem Briefumschlag der Stadt Düren. Unterschrieben
war die Einladung wieder einmal vom hiesigen Kreisvorsitzenden des „Bundes der
Vertriebenen“ (BdV) und vom Bürgermeister der Stadt Düren.
Erneut wird damit dem reaktionären und revanchistischen „BdV“ das Rathausfoyer
zur Verfügung gestellt. Und das ganze mit tatkräftiger Unterstützung des
Bürgermeisters.
Wie schon in den Jahren zuvor, fordere ich Sie hiermit auf, das Foyer des
Rathauses nicht wieder dem „Bund der Vertriebenen“ als Bühne zu überlassen. Der
„BdV“ und die „Landsmannschaften“ verfolgen eine Politik, die darauf abzielt,
heute bestehende Grenzen in Frage zu stellen. Die Verbreitung nationalistischer
Phrasen und das Stellen von Gebietsansprüchen gegen unsere Nachbarländer,
dienten jedoch noch nie dem Erhalt des Friedens.
Mit welchen Rednern der „BdV“ die Stadt Düren in den vergangenen Jahren zu
beglücken versuchte, ist Ihnen ja bekannt. Einige dieser Herren sind offen für
faschistisches Gedankengut, haben gar beste Verbindungen zu alten und neuen
Faschisten. Erinnert sei hier nur an den „BdV-Vertreter“ Rüdiger Goldmann, der
jahrzehntelang dem rechtsextremen „Witikobund“ angehörte und dem wegen
Volksverhetzung verurteilten ehemaligen „BdV-Vizepräsidenten“, Paul Latussek.
Erinnert sei hier auch noch mal an einen Brief des ehemaligen
„BdV-Kreisvorsitzenden“, Karl-Heinz Weschke, an Erika Steinbach, die Vorsitzende
des „BdV“. Aus diesem Brief, des Jahres 2004, geht klar hervor, dass es hier
nicht um Heimatpflege und Brauchtum, sondern um Gebietsansprüche geht.
Auch wenn der diesjährige Redner, Dr. Rudolf Landrock, der Vorsitzender der Ost-
und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU, Kreisverband Bonn ist, so ändert das
nichts an den Forderungen und Zielen des „BdV“ und der „Landsmannschaften“.
In der diesjährigen Einladung zum „Tag der Heimat“ in Düren heißt es:
„Extremisten sind bei uns unerwünscht!“
Die Wahrheit sieht allerdings in der Tat anders aus. Im vergangenen Jahr bot der
„Ostdeutsche Markt“ auf dem Rathausvorplatz nämlich ein ganz besonderes
Schauspiel. Mitglieder der Vertriebenverbände und Mitglieder von „NPD“ und
„Kameradschaft Aachener Land“ schwangen in trauter Eintracht - unter Aufsicht
des BdV-Kreisvorsitzenden Manfred Barsuhn - gar lustig das Tanzbein. Als Herr
Barsuhn auf die Anwesenheit der Neofaschisten angesprochen und zum Einschreiten
aufgefordert wurde, hat er nur lässig abgewunken.
Abschließend möchte ich Sie noch daran erinnern, dass viele der in Düren
lebenden, ehemaligen Flüchtlinge und Aussiedler längst integriert sind. Sie
wollen von dieser rückwärtsgewandten Politik nichts wissen; haben sich von den
ewig Gestrigen, dem „BdV“ und den „Landsmannschaften“, längst gelöst.
Auch Sie sollten unterscheiden zwischen Menschen die in Düren eine neue Heimat
gefunden haben und revanchistischen Organisationen, die letztendlich für ein
Großdeutschland in den Grenzen von 1937 eintreten.
Nehmen Sie ihr Amt als Sprecher des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt ernst. Wirken Sie der Verbreitung nationalen, reaktionären
und revanchistischen Gedankengutes entgegen. Hören Sie auf treuer Begleiter und
Unterstützer des „BdV“ und der „Landsmannschaften“ zu sein. Orientieren Sie sich
an progressiven Christdemokraten.
Mit freundlichen
Grüßen
Lothar Böling
Ratsmitglied DIE
LINKE. Offene Liste
13.08.2008 Kreis Düren erhöht die
Heizkostenpauschale
Auf Antrag des Dürener Ratsmitgliedes Lothar Böling (DIE LINKE. Offene
Liste) teilte die Stadt Düren in der Vorlage 2008-0312 mit, dass der Kreis Düren
die Heizkostenrichtwerte für Empfänger von Leistungen nach dem SGB II und SGB
XII ab dem 01.09.2008 erhöht. Diese Anhebung wurde nötig, weil die Energiepreise
seit Jahresanfang regelrecht explodiert sind. Fast allen Leistungsempfängern
wäre sonst Anfang 2009 wahrscheinlich der Energiehahn zugedreht worden.
| Brennstoff | Betrag je m² Wohnfläche bis zum 31.08.2008 | Betrag je m² Wohnfläche ab dem 01.09.2008 | Erhöhung in % |
| Erdgas | 1,20 € | 1,50 € | 25% |
| Nachtspeicherstrom | 1,80 € | 2,00 € | 11% |
| leichtes Heizöl | 1,30 € | 1,70 € | 31% |
| Brikett | 1,00 € | 1,20 € | 20% |
| Brechkoks | 0,90 € | 1,10 € | 22% |
| Holzpellets | 1,00 € | 1,20 € | 20% |
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
So erfreulich die Reaktion der Dürener Kreisverwaltung auch ist, ein
Vergleich des Gaspreises zum 01.09.2008 hat ergeben, dass bei den Stadtwerken
Düren der Gaspreis seit dem 01.01.2008 um 30 Prozent gestiegen ist. Damit
bleiben nach unserer Kenntnis, dennoch 5 Prozent der Kostensteigerung an den
Leistungsempfängern und ihren Familien hängen. Hierdurch verschärft sich die
finanzielle Situation der Betroffenen dennoch. Wird allerdings nachgewiesen,
dass es gute Gründe für höhere Heizkosten gibt, die nicht vom Leistungsbezieher
zu verantworten sind, werden auch diese Kosten übernommen. Gründe können sein:
Fenster ohne Doppelverglasung, keine Wärmedämmung, große Kältebrücken (Balkon
aus Beton), mangelhafte Heizanlage usw.. Es sollte daher auf jeden Fall Widerspruch
eingelegt werden, wenn die Heizkosten nicht vollständig übernommen werden.
11.08.2008, Die Zahl der Kinder die von
Arbeitslosengeld II leben müssen steigt
Auf Anfrage zur Zahl der SGB II-Leistungsbezieher/innen unter 15 Jahren
aufgeschlüsselt nach kreisangehörigen Kommunen im interkommunalen Vergleich
ergibt sich für den Kreis Düren (Stand April 2008) folgendes Bild:
| Kommune | Kinder unter 15 Jahren | Sozialgeld-Empfänger/innen (unter 15 Jahren) | Quote |
| Aldenhoven | 2.480 | 331 | 13,35 |
| Düren | 14.270 | 3.274 | 22,94 |
| Heimbach | 652 | 40 | 6,13 |
| Hürtgenwald | 1.372 | 56 | 4,08 |
| Inden | 1.130 | 108 | 9,56 |
| Jülich | 5.011 | 588 | 11,73 |
| Kreuzau | 2.620 | 149 | 5,69 |
| Langerwehe | 1.998 | 123 | 6,16 |
| Linnich | 1.893 | 179 | 9,46 |
| Merzenich | 1.561 | 128 | 8,2 |
| Nideggen | 1.775 | 87 | 4,9 |
| Niederzier | 2.430 | 264 | 10,86 |
| Nörvenich | 1.818 | 121 | 6,66 |
| Titz | 1.319 | 72 | 5,46 |
| Vettweiß | 1.552 | 61 | 3,93 |
| Gesamt: | 41.881 | 5.581 | 13,33 |
In der Stadt Aachen erhalten knapp 24% der
Kinder unter 15 Jahren SGB II-Leistungen, im Kreis Aachen sind es 17,8 % und im
Kreis Heinsberg 13,9 %
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Hier wird sichtbar vor welchen gesellschaftlichen Problemen wir künftig
stehen. In den Städten Aachen und Düren lebt rund ein Viertel aller Kinder unter 15 Jahren inzwischen am
Rande des Existenzminimums. Hiermit eng verbunden ist in der Regel die
Resignation weder einen Ausbildungsplatz noch eine Arbeitstelle zu finden. Die
Verarmung eines wachsenden Teils der Bevölkerung wird die Folge sein.
28.06.2008,
Einstiegsgeld: jobcom benachteiligt Arbeitslose
Einem Arbeitslosen
aus dem Kreis Düren war es Anfang diesen Jahres gelungen eine
Vollzeitarbeitsstelle zu finden. Die Stelle ist zwar auf 12 Monate befristet,
bietet jedoch danach, eine reale Chance auf Übernahme in ein unbefristetes
Beschäftigungsverhältnis. Um die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung zu erleichtern, kann einem Arbeitslosen zudem ein Einstiegsgeld
gewährt werden. Aus diesem Grund stellte der Arbeitslose vor der Aufnahme der
Beschäftigung einen Antrag auf Gewährung eines Einstiegsgeldes. Dies hatte der
Betroffene im Februar 2008 auch getan. Das Ergebnis: Sein Sachbearbeiter
gewährte ihm für die Dauer von 7 Monaten einen Zuschuss von 100 Euro monatlich.
Zum Vergleich: Die Agentur für Arbeit gewährt
Einstiegsgeld nach folgender Richtlinie: Mindestgewährungszeit 6 Monate, maximal
24 Monate. Höhe: 50 Prozent des Regelsatzes und 10 Prozent für jedes weitere
Familienmitglied, höchstens jedoch 100 Prozent des Regelsatzes (347 Euro
Alleinstehende / 312 Euro Verheiratete). Bei dem betroffenen Arbeitslosen,
seiner Frau und den beiden minderjährigen Kindern, wären das 80 Prozent (249,60
Euro) gewesen. Statt der gewährten 700 Euro, wären also bei einer Arge für die 7
Monate mindestens 1.747,20 Euro gezahlt worden. Hierdurch ergibt sich ein
finanzieller Nachteil von 1.047,20 Euro.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Vor dem Hintergrund, dass die
Optionskommune Kreis Düren gelobt hatte, alles besser zu machen, müssen wir nun
feststellen, dass die Realität wieder einmal eine andere ist. Und dies vor dem
Hintergrund, dass jeder Sachbearbeiter der jobcom hier ganz klar einen
Ermessenspielraum hat. Man hätte also bei der Gewährung des Einstiegsgeldes die
Richtlinie der Agentur für Arbeit nicht nur anlegen können, sondern eigentlich sogar
müssen.
24.06.2008, Gaspreis
explodiert
Die Stadtwerke Düren (SWD) erhöhen ab
1. September den Preis für Erdgas um netto 1,13 Cent je Kilowattsunde. Das ist
eine Anhebung um 18,5 Prozent. Dies hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Düren, in
seiner Sitzung am Mittwochabend, einstimmig beschlossen. Also auch mit den
Stimmen der SPD, die tags zuvor noch eine andere Marschrichtung angekündigt
hatte. Ursprünglich vorgesehen war sogar eine Preiserhöhung von 22 Prozent.
Ursache für die drastische Preiserhöhung sei der explodierende Rohölpreis.
Für einen durchschnittlichen Einfamilienhausbesitzer mit einem jährlichen
Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet dies eine Mehrbelastung von 270
Euro jährlich.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Aktuell übernehmen die Kommunen im Kreis Düren beim Bezug von
Arbeitslosengeld II pro Quadratmeter angemessener Wohnfläche 1,20 Euro. Hier
bedarf es also dann ebenfalls einer Anpassung auf mindestens 1,43 Euro. Fraglich
ist jedoch, wie die Kommunen auf die explodierenden Energiekosten reagieren
werden. Angesichts einer solch drastischen Preiserhöhung, werden wohl unzählige
Bedarfsgemeinschaften die schon jetzt nicht mehr zurecht kommen, endgültig
finanziell zusammenbrechen.
Wissen sollte man allerdings, dass der stellvertretende Vorsitzende der
SPD-Fraktion, noch einen Tag zuvor etwas ganz anderes erklärt hat: "Es könne
nicht sein, dass die kleinen Leute in Düren "die Zeche zahlen müssen für
unendlich hohe Spekulationsgewinne, die an den Ölbörsen erzielt werden und die
letztlich auch die Gaspreise in die Höhe treiben." Diesen Wahnsinn mache die
SPD nicht mit." Nachzulesen übrigens unter der Überschrift "Die nächste
Gaspreiserhöhung kommt" auf der Seite 15 der Dürener Zeitung v. 25.06.2008. Na
da hätte sich der Peter Koschorreck mal besser mit seinen Vertretern im
Aufsichtsrat der Stadtwerke Düren unterhalten sollen. Denn der
SPD-Fraktionsvorsitzende Henner Schmidt und das Ratsmitglied Ralf Kurth haben für diese
Gaspreisexplosion gestimmt.
24.06.2008, Stadt Düren:
Gebührenbefreiung für Empfänger von Grundsicherung
In der Ratssitzung v. 23.06.2008 wurde die neue
Verwaltungsgebührenordnung der Stadt Düren verabschiedet. Hierin ist festgelegt,
was eine jede Einwohnerin und jeder Einwohner für eine von städtischen
Mitarbeitern ausgestellte Kopie, Beglaubigung usw. zahlen muss. Ratsherr Lothar
Böling (DIE LINKE. Offene Liste Düren) hatte hierzu den Änderungsantrag
gestellt, Empfänger von Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II und XII,
sowie Asylbewerberleistungsgesetz, von der Gebührenzahlung zu befreien. Lothar
Böling hierzu in der Ratssitzung:
"Herr Bürgermeister, meine Damen und Herren, unter §5 Billigkeitsmaßnahmen der
neuen Verwaltungsgebührenordnung heißt es:
„Gebühren und Auslagen können auf Antrag ganz oder teilweise erlassen werden,
wenn dies aus Gründen der Billigkeit, insbesondere zur Vermeidung sozialer
Härten, geboten ist.“
Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei dieser schönen Formulierung
lediglich um eine Kann-Leistung handelt. Und mit dieser verbunden,
ist natürlich eine notwendige Antragstellung. Dies führt meiner Meinung nicht
nur zu einem überflüssigen, bürokratischen Mehraufwand, sondern garantiert dem
Antragsteller noch nicht einmal eine Gebührenfreiheit. Um soziale Härten künftig
auszuschließen, bedarf es meiner Meinung nach, einer klaren und unbürokratischen
Lösung. Ich schlage daher vor, für den Personenkreis der Leistungsempfänger nach
dem Sozialgesetzbuch II und XII, sowie dem Asylbewerberleistungsgesetz, eine
ausdrückliche Gebührenbefreiung vorzusehen." Und weiter: "Nur durch eine solche
Ergänzung wird garantiert, dass für diesen Personenkreis eine Gebührenfreiheit
besteht. Eine umständliche Antragstellung kann somit entfallen. Es bedarf daher
künftig nur der Vorlage eines gültigen Leistungsbescheids."
Die Ratsvertreter von CDU, SPD und FDP konnte Lothar Böling leider nicht für
seinen unbürokratischen Änderungsantrag begeistern. Lediglich die Fraktion von
Bündnis 90/DIE GRÜNEN stimmte seinem Antrag zu. Es bleibt daher bei folgender
Kann-Lösung unter §5 Billigkeitsmaßnahmen der neuen Verwaltungsgebührenordnung
heißt es: „Gebühren und Auslagen können auf Antrag ganz oder teilweise
erlassen werden, wenn dies aus Gründen der Billigkeit, insbesondere zur
Vermeidung sozialer Härten, geboten ist.“
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Auch wenn es sich nur um eine Kann-Leistung handelt, so sollte dennoch
jeder Leistungsempfänger diese Möglichkeit zur Kosteneinsparung nutzen. Ein
gültiger Leistungsbescheid dürfte hier für eine Gebührenbefreiung ausreichen.
Angesichts eines Regelsatzes von 347 Euro für Alleinstehende und 312 Euro für
verheiratete Leistungsempfänger pro Monat, sind zwei Euro für ein Beglaubigung
viel Geld.
04.06.2008, Ausstellung
über Opfer rechter Gewalt gastiert im Dürener Rathaus
Seit gestern ist im Dürener Rathaus die Wanderausstellung „Opfer
rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ auf Initiative des Dürener Bündnisses
gegen Rechts zu sehen.
Die Künstlerin Rebecca Forner hat die Schau in
Zusammenarbeit mit
dem Verein Opferperspektive e.V. erarbeitet. Die Ausstellung porträtiert 136
Menschen, die rechter Gewalt von 1990 und 2005 zum Opfer fielen. Viele wurden
getötet, weil für sie im Weltbild der Rechtsextremisten kein Platz ist; manche,
weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Vor 30 Gästen eröffneten
Bürgermeister Paul Larue und eine Vertreterin des Dürener Bündnisses gegen
Rechts gestern die Ausstellung. Die Rednerin des Bündnisses erinnerte u.a. an
den Mordanschlag von Solingen, der sich fast auf den Tag genau vor fünfzehn
Jahren ereignete. Sie mahnte, sich Rassisten in den Weg zu stellen und bei
rechter Gewalt einzugreifen:„Wir wollen heute jedoch nicht alleine um die Toten
trauern, sondern auch dafür Sorge tragen, in Zukunft keine weiteren Opfer
rechter Gewalt zuzulassen. [...] Auch in unserer Region und insbesondere in
Stadt und Kreis Düren erleben wir seit etwa zweieinhalb Jahren, wie Neonazis
etwa von der NPD, verstärkt in der Öffentlichkeit auftreten. Wir wollen es nicht
akzeptieren, wie diese Gruppen mit ihrer Propaganda den Grundstein für neue
Verbrechen legen.“
Die Ausstellung ist noch bis zum 13. Juni während der regulären Öffnungszeiten
des Dürener Rathauses zu besichtigen, vom
17. bis zum 27. Juni wird sie im Jülicher Rathaus gezeigt.
14.05.2008, 100 Millionen
für Ganztagsschulen
Ab dem Schuljahr 2009/10 sollen jährlich in allen 54 Kreisen und
kreisfreien Städten von NRW zwei Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden.
Beschlossen hat dies das NRW-Landeskabinett. Gleichzeitig beschloss das Kabinett
die Einführung einer pädagogischen Übermittagbetreuung ab dem 01.02.2009 für
jene Schulen, die sich nicht für den Ganztag entscheiden. Je Schule gewährt das
Land einen Zuschuss bis zu 100.000 Euro, wenn sich der Schulträger in gleicher
Höhe beteiligt. Ziel der Förderung sind Gymnasien, Real-, Gesamt-, Haupt-,
Förder- und anerkannte, private Ersatzschulen. Allein der Ausbau der 603
Halbtagsgymnasien und 535 Halbtagsrealschulen würde 11 Jahre dauern. Damit
nicht, wie von der Ratsfraktion der CDU gefordert, die Kinder an Gymnasien und
Realschulen bevorzugt werden, bedarf es eines entsprechenden Antrages, erklärt
Ratsmitglied Lothar Böling. Zuerst müsse den benachteiligten Kindern geholfen
werden. Haupt- und Förderschulen müssen daher zuerst zu Ganztagsschulen
ausgebaut werden.
Böling kritisiert außerdem, dass Ganztagsschulen nur ein Schritt in die richtige
Richtung sein können. Das dreigliedrige Schulsystem sei längst überholt und
müsse endlich abgeschafft werden. An die Stelle des Aussortierens müsse die
Förderung der Schüler treten. Das Ziel sei die Chancengleichheit. Um diese zu
erreichen, bedarf es einheitlicher Bildungsstandards bundesweit; mit einer
bedarfsgerechten Förderung aller Kinder. In vielen anderen europäischen Ländern
ist dies längst Normalität. Privater Nachhilfeunterricht – abhängig vom
Geldbeutel - könnte so künftig entfallen. Ansonsten wird Deutschland bei der
PISA-Studie noch zum Schlusslicht werden. „Das muss nicht sein“, so der linke
Ratsvertreter. Bildung sei für ihn nach wie vor ein Grundrecht.
08.05.2008, Die 12 Spar-Gebote für das
Personal der Stadt Düren
Es ist soweit, die Personalkonsolidierung a la Carte – oder besser
der Dürener CDU ist da. Die Stadt Düren baut Arbeits- und Ausbildungsplätze ab!
Gebetsmühlenartig wiederholte Dürens Bürgemeister in der Vergangenheit immer
wieder folgenden Satz, zuletzt in der Ratssitzung v. 07.05.2008: „Betriebsbedingte
Kündigungen sind mit mir nicht zu machen!“
Doch wer diesen Beruhigungs-Pillen vertraut hatte, wurde in der letzten
Ratssitzung eines Besseren belehrt. Nachzulesen in der Ratsvorlage 2008-0183.
Dort heißt es:
1) Widerbesetzungssperre: ein Jahr
2) Kosequente Umsetzung der kw- und ku- Vermerke (kw = keine Widerbesetzung bzw. ku = keine Umbesetzung)
3) Rückkehr von beurlaubten Kräften weiterhin nur bei tariflichem /gesetzlichem / vertraglichem Anspruch
4) Überstundenabbau
5) Reduzierung der Ausbildungsaktivitäten
6) Keine halbjährliche Weiterbeschäftigung von Auszubildenden nach der Ausbildung
7) Reduzierung der Berufspraktikanten in den Kindertagesstätten von 6 auf 3 Plätze
8) Reduzierung der Hilfskräfte insbesondere für die Betreuung der abendlichen Fremdnutzung in städtischen Schulen
9) Überprüfung des Arbeits- und Einsatzumfanges der sog. „Bühnenhelfer“ oder „Museumshelfer“
10) Veränderung durch Ausscheiden von Führungskräften in den nächsten Jahren und damit ggf. mögliche Zusammenlegung von Organisationseinheiten.
11) Grundsätzliche Erwägung des Angebotes von Altersteilzeit in den Fällen, wo die Stelle mit Eintritt in die Freistellungsphase wegfällt
12) Angebot von unterjähriger Freistellung unter Wegfall der Bezahlung (nur dann, wenn kein Ersatz in irgendeiner Form gestellt werden muss) – Kürzung der Bezüge jedoch erst im Monat der Zuwendungszahlung
Unter dem Strich haben diese 12
Spar-Gebote von Paul Larue und CDU für das städtische Personal nur ein Ziel:
Reduzierung der Personalkosten um 1 Million Euro jährlich. Weil dieser
Sparvorschlag die Zahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze verringert, wurde er
von dem Vertreter der Offene Liste DIE LINKE., Lothar Böling, konsequent
abgelehnt. Von den Bürger für Düren (BfD) und der FDP wurde der
CDU-Sparvorschlag dagegen begeistert aufgenommen. Ratsfrau Brigitte Capune-Kitka
war so angetan, dass Sie begeistert erklärte: „Auch Ich bin für eine Reduzierung
der Ausbildungsstellen.“ Nach Einschätzung von Frau Capune-Kitka habe sich die
Lage am Ausbildungsmarkt „deutlich gebessert“. Es sei daher kein Problem in der
freien Wirtschaft einen Ausbildungsplatz zu finden.
Wir meinen:
Interessant wovon Frau Capune-Kitka so träumt. Ist doch die Situation auf
dem Ausbildungsmarkt seit Jahrzehnten mehr als trostlos. Allein in NRW fehlen
aktuell 70.000 Ausbildungsplätze.
17.03.2008, Stadt Düren: 1-Euro-Jobber sind beliebt
1-Euro-Jobber werden gern genommen, auch
von der Stadt Düren. Sie sind eben unschlagbar günstig und sparen dem
Arbeitgeber - in diesem Fall der Stadt Düren - so manchen Euro. Deshalb
beschäftigt die Stadt Düren aktuell 20 dieser preiswerten Arbeitskräfte.
Eingesetzt werden die 1-Euro-Jobber vor allem in den städtischen Schulen und
Kindergärten, sowie einigen Ämtern. Nach Auskunft der Stadt Düren handelt es
sich bei den Arbeiten die die Arbeitslosen verrichten, angeblich um zusätzlich
Tätigkeiten. Doch dem ist nicht so. Handelt sich doch wie überall, um
sozialversicherungspflichtige Arbeit die durch den Einsatz von 1-Euro-Jobbern
verrichtet wird. Damit verstößt der Einsatz von 1-Euro-Jobbern in fast allen
Fällen gegen die drei Kriterien, unter denen Arbeitslose für einen Euro arbeiten
dürfen. Die Arbeit muss gemeinnützig sein, zusätzlich und es darf
keine sozialversicherungspflichtige Arbeit verdrängen. Weil diese
Kriterien eigentlich bis auf einige wenige, ganz seltene Ausnahmen, nie erfüllt
werden, kann kein Arbeitsloser zur Arbeit für einen Euro gezwungen werden. Wer
sich wehrt und nachweist, welche Tätigkeiten er verrichten soll, muss also nicht
für einen Euro die Stunde arbeiten. Nicht 1-Euro-Jobs, sondern
sozialversicherungspflichtige Arbeit von der man auch leben kann, ist die
Lösung.
18.12.2007, Kreis Düren: SPD fordert Sozialentwicklungsplan
20.11.2007, Die Linke: Kein Geld für Wehrübungen
09.11.2007, ALG II: Regelsätze Rechtswidrig
Als
Regelsätze werden allen Alg-II-Beziehern unabhängig von der Höhe ihres früheren
Nettogehalts ein fixer Geldbetrag als Grundsicherung für ihren Lebensunterhalt
gezahlt, der den Regelsätzen in der
Sozialhilfe entspricht. Beispielsweise bekommen Singles 347 Euro oder
Verheiratetet 312 Euro. Gemessen an dem Verfassungsgebot, das Existenzminimum
sicherzustellen, könnten sie zu niedrig ausgefallen sein, argwöhnt
Bundesverwaltungsrichter Ralf Rothkegel. Er bestreitet vor allem die Eignung der
Methode, die der Berechnung des Bedarfs zugrunde gelegt wurde. Zwar behaupte der
Gesetzgeber, »ein schlüssiges und einfaches Verfahren zur Bemessung der
Regelsätze« gefunden zu haben, »das geeignet ist, das soziokulturelle
Existenzminimum dauerhaft zu sichern«. Doch Rothkegel hat da seine Zweifel. Es
basiere »auf höchst fragwürdigen Annahmen«, so der Verwaltungsrichter. Die
analysiert er akribisch in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift ZFSH/SGB und
kommt zu dem Ergebnis, dass eine soziale Ausgrenzung der Betroffenen nicht
ausgeschlossen sei. Die aber toleriere das Grundgesetz nicht. Die IG Metall hat
Rechtsschutz für eine Verfassungsbeschwerde gegen die Höhe der Regelleistung des
Arbeitslosengeldes II gewährt. Nun muss die grundsätzliche Vereinbarkeit der
pauschalierten Leistung mit dem individuellen Anspruch auf Sicherung des
Existenzminimums überprüft werden. Wenn die Karlsruher Richter den
Alg-II-Regelsatz für verfassungswidrig erklären, muss der Gesetzgeber eine
Regelung nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts treffen. Diese gilt
dann für die Zukunft. Gleichzeitig kann das Bundesverfassungsgericht mit seinem
Urteil auch feststellen, dass Arbeitslose einen Anspruch auf Nachzahlung des zu
niedrig bemessenen Arbeitslosengelds II haben. In der Regel profitieren von
einer entsprechenden Nachzahlungspflicht aber nur Arbeitslose, die rechtzeitig
Widerspruch gegen ihren Alg-II-Bescheid eingelegt haben und deren Bescheide
somit noch nicht bestandskräftig sind. Damit Bezieher von Arbeitslosengeld II
ihre Rechte auf Nachzahlung wahren, muss gegen jeden neuen Bescheid, der die
Höhe der Regelleistung betrifft, Widerspruch eingelegt und das Ruhen des
Verfahrens beantragt werden.
Das Dürener Erwerbslosenkomitee Düren empfiehlt daher ab sofort bei allen neuen
Leistungsbescheiden innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einzulegen und diesen
gleichzeitig ruhend zu stellen. Hier der Text für einen Musterwiderspruch:
Hiermit lege/n
ich/wir Widerspruch gegen den Bescheid vom............ ein.
Begründung:
Der Widerspruch richtet sich allein gegen die Höhe der Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nach § 19, § 20 Abs.1 und Abs. 2 SGB II.
der Regelsatz verstößt gegen das Sozialstaatsgebot. Eine Verfassungsbeschwerde ist unter dem Aktenzeichen 1 BvR 1840/07 beim Bundesverfassungsgericht anhängig.
Bis zur Entscheidung durch das Bundesverfassungsgericht bin ich mit dem Ruhen des Verfahrens einverstanden. Der Widerspruch wird ausdrücklich für und im Namen
aller Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft erhoben.
Ort/Datum/Unterschrift/en
(Unterschriften aller erwachsenen Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft sowie der Erziehungsberechtigten für die minderjährigen Kinder)
09.11.2007,ALG II: Eingliederungsvereinbarungen verstoßen gegen die Vertragsfreiheit
Nicht wenige
ALG-II-Empfänger weigerten sich Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben
oder taten dies nur unter Vorbehalt. Oftmals drohten ARGE-Mitarbeiter, wenn sie
sich weigern eine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben, werde ihnen der
Regelsatz um 30 Prozent gekürzt. Nun hat das Dortmunder Sozialgericht (AZ S 28
AS 361/07 ER - veröffentlicht am 28. 10. 2007) sich dem Urteil des LSG
Niedersachsen-Bremen (Az.: L 8 AS 605/06 ER) so weit angeschlossen, dass dieser
Eingriff in die Vertragsfreiheit aufgrund eines Verstoßes gegen den
Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt ist und
laut dem Artikel 2 Abs. l des Grundgesetzes gegen die Vertragsfreiheit verstößt.
Das oben genannte Urteil muss jetzt per Zwangsvollstreckung durchgesetzt
werden, denn die ARGE Dortmund setzt den Beschluss des Sozialgerichts nicht um.
Wir empfehlen daher ab sofort, Eingliederungsvereinbarungen nur noch mit dem
Zusatz "unter Vorbehalt" zu unterschreiben.
25.08.2007, «Tag
der Heimat» im Rathaus ohne Zwischenfälle
Düren.
Neben der Formation, die ausschließlich aus Frauen besteht, spricht gerade Manfred Barsuhn. Er ist der Vorsitzende des Bund der Vertriebenen, BdV, und hat am Samstag zum «Tag der Heimat» eingeladen. Vielleicht 100 Gäste sind da. Die Politik ist vertreten, vornehmlich durch die CDU, die Kirche, dazu - natürlich - der BdV selbst mit seinen Mitgliedern.
Kurz später spricht Karl-Heinz Weschke, Ehrenvorsitzender des BdV, und erinnert an «18 Millionen Deutsche», die im Zweiten Weltkrieg aus den Ostgebieten vertrieben wurden. «Viele ältere Menschen haben das Trauma ihrer Jugend immer noch nicht verarbeitet», ruft Weschke. Beifall brandet auf.
Hinten im Rathaus-Foyer stehen einige Vertreter der DKP. Sie sind friedlich, wachsam, einer macht sich Notizen. Sie sehen den «Tag der Heimat» seit Jahren skeptisch und fürchten für diesen Samstag, dass die NPD störend eingreifen könnte. Das aber passiert nicht.
Dürens Bürgermeister Paul Larue betont, dass er «gerne beim «Tag der Heimat» ist. «Genauso gerne» wie bei Veranstaltungen des Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Radikalismus, das vergangenes Wochenende zu einer Kundgebung in der Innenstadt aufgerufen hatte.
Der Christdemokrat hob die Aufbauleistung hervor, die Tausende Vertriebene nach dem Krieg in Düren vollbracht haben. «Manch einer hat geglaubt, die Stadt könne nie wieder aus Schutt und Asche auferstehen. Aber sie konnte.» Heute sei Düren größer als jemals zuvor. Weiter sprach der Bürgermeister über Integration, die in Düren gut funktioniere.
Horst Westkämper, Landtagsabgeordneter der NRW-CDU und Festredner in Düren, stellte klar, wie wichtig es sei, Heimat zu bewahren, auch symbolisch. «Ein wichtiges Signal ist die Beflaggung an diesem Tag», so der Beauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Der Politiker sagte, der Vertriebenenpolitik müsse eine «große Bedeutung beigemessen werden», auch finanziell.
Regionaldekan Otto von Danwitz erklärte, Frieden und Gerechtigkeit könne es nur geben, wenn Menschen in der Lage seien, über die Erinnerung zu verzeihen. FDP-Stadträtin Brigitte Capune-Kitka gab der Hoffnung Ausdruck, dass die in Düren lebenden Vertriebenen eine Heimat gefunden hätten. Die Liberale warnte zudem vor allen radikalen Strömungen, «gleich, ob von rechts oder von links». Sie könnten den Frieden bedrohen.
19.08.2007, Offener Brief zum „Tag der Heimat“ am 25.08.2007,
vom
Vorsitzenden der PDS-Ratsfraktion Düren, Lothar Böling
Sehr
geehrter Herr Larue,
wie schon in den Jahren zuvor, so erhielt ich auch in diesem Jahr die Einladung
zum „Tag der Heimat“, in einem Briefumschlag der Stadt Düren. Unterschrieben
war die Einladung wieder einmal vom hiesigen Kreisvorsitzenden des „Bundes der
Vertriebenen“ (BdV) und vom Bürgermeister der Stadt Düren.
Erneut wird damit dem reaktionären und revanchistischen „BdV“ das Rathausfoyer
zur Verfügung gestellt. Und das ganze mit tatkräftiger Unterstützung des
Bürgermeisters.
Wie schon in den Jahren zuvor, fordere ich Sie hiermit auf, das Foyer des
Rathauses nicht wieder dem „Bund der Vertriebenen“ als Bühne zu überlassen. Der
„BdV“ und die „Landsmannschaften“ verfolgen eine Politik, die darauf abzielt,
heute bestehende Grenzen in Frage zu stellen. Die Verbreitung nationalistischer
Phrasen und das Stellen von Gebietsansprüchen gegen unsere Nachbarländer,
dienten jedoch noch nie dem Erhalt des Friedens.
Mit welchen Rednern der „BdV“ die Stadt Düren in den vergangenen Jahren zu
beglücken versuchte, ist Ihnen ja bekannt. Einige dieser Herren sind offen für
faschistisches Gedankengut, haben gar beste Verbindungen zu alten und neuen
Faschisten. Erinnert sei hier nur an den „BdV-Vertreter“ Rüdiger Goldmann, der
jahrzehntelang dem rechtsextremen „Witikobund“ angehörte und dem wegen
Volksverhetzung verurteilten ehemaligen „BdV-Vizepräsidenten“, Paul Latussek.
Erinnert sei hier auch noch mal an den ehemaligen „BdV-Kreisvorsitzenden“,
Karl-Heinz Weschke. Zur Erinnerung füge ich diesem Schreiben noch einmal den
Text eines Briefes von Herrn Weschke an Erika Steinbach, die Vorsitzende des
„BdV“ bei. Aus diesem Brief aus dem Jahr 2004 geht klar hervor, dass es hier
nicht um Heimatpflege und Brauchtum geht, sondern um Gebietsansprüche.
Auch wenn der diesjährige Redner, MdL Horst Westkämper, Mitglied der CDU ist, so
ändert das nichts an den Forderungen und Zielen des „BdV“ und der
„Landsmannschaften“.
Viele der in Düren lebenden, ehemaligen Flüchtlinge und Aussiedler sind jedoch
längst integriert. Sie wollen von dieser rückwärtsgewandten Politik nichts
wissen; haben sich vom „BdV“ und den „Landsmannschaften“ längst gelöst.
Auch Sie sollten unterscheiden zwischen Menschen die in Düren eine neue Heimat
gefunden haben und revanchistischen Organisationen, die letztendlich für ein
Großdeutschland in den Grenzen von 1937 eintreten.
Nehmen Sie ihr Amt als Sprecher des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus,
Rassismus und Gewalt ernst. Wirken Sie der Verbreitung nationalen, reaktionären
und revanchistischen Gedankengutes entgegen. Hören Sie auf treuer Begleiter und
Unterstützer des „BdV“ zu sein. Orientieren Sie sich an progressiven
Christdemokraten.
Mit freundlichen Grüßen
Lothar Böling
Vorsitzender der PDS-Ratsfraktion
Hier der Brief von Karl-Heinz Weschke an die Präsidentin des BdV, Erika Steinbach, Der Brief macht deutlich, dass es nicht um Heimat und Kulturpflege geht.
Sehr geehrte Frau Präsidentin
Steinbach,
hiermit bestätige ich den Eingang Ihres Schreibens „im August“ mit den
beigefügten Pressemitteilungen. Nach 9-jähriger Tätigkeit als
BdV-Kreisvorsitzender in Düren, haben wir hier für eine andere Sache gekämpft
als Sie es heute darstellen, und zwar für das Recht auf Heimat, - was wir ererbt
von unseren Vätern …! Übrigens fahre ich immer mit der Faust in der Tasche in
unsere Heimatgebiete, denn dort spricht man heute nur von „Großpolen“.
Der BdV hatte über 52 Jahre Zeit, eine Vereinigung zu gründen, bzw. sich der
berechtigten Ansprüche der Vertriebenen gegenüber den Vertreiberstaaten
nachhaltig anzunehmen bzw. zu vertreten. Es geschah jedoch nichts Konkretes!!
Man stelle sich doch einmal vor, daß jedes Haus, jeder Hof, jedes
Industrieunternehmen in unseren Heimatgebieten einen Eigentümer hatte, und ich
kann die von Ihnen geäußerte Meinung nicht nachvollziehen, daß alle Eigentümer
ihren ehemaligen Besitz dem polnischen Staat schenken wollen?!
Um so dankbarer müssen wir heute denjenigen sein, die nach unendlicher Mühe und
Konsultierung namhafter Anwälte die Preußische Treuhand gegründet haben!! Die
Aufregung in Polen zeigt doch, dass die Treuhand den richtigen Weg eingeschlagen
hat!
Solle ich Ihre diversen Ausführungen richtig verstanden haben, dass Sie als
BdV-Präsidentin bereit wären auch einer Null-Lösung zuzustimmen, nämlich, dass
nur die Heimatvertriebenen mit ihrem Hab und Gut die Reparationsansprüche der
Polen bezahlen sollen, dann allerdings würde ich meinen Kreisvorsitz
niederlegen! Wir lassen uns nicht zu einem „Kulturkränzchen“ degradieren.
Wir erwarten, daß der BdV unsere, wie Sie selbst schreiben, berechtigten
Ansprüche gegenüber den Vertreiberstaaten vertritt. Bitte treiben Sie jetzt
keinen Keil zwischen Mitglieder und Nichtmitglieder der Preußischen Treuhand.
Verzicht ist Verrat, und in unseren Gruppen „rumort“ es bereits gegen den BdV
nicht unerheblich! Mit heimatverbundenen Grüßen
gez. K.-H. Weschke
23.08.2007,
Dürener Zeitung/Dürener Nachrichten Verwaltungsgericht gibt Grünen und PDS Recht
23.07.2007,
Hartz IV: Heizkosten sind in tatsächlicher Höhe zu übernehmen.
|
Zitat: |
|
Der
62-jährige, alleinstehende Kläger bezieht seit dem 01.01.2006
Arbeitslosengeld II („Hartz IV“). Obwohl die Behörde alleinstehenden
Personen grundsätzlich nur 45 m² große Wohnungen zugesteht, akzeptierte
sie, dass der Kläger eine 55 m² große Wohnung bewohnte, da die Miete
verhältnismäßig niedrig war. Nicht mehr angemessen waren nach Auffassung
der Behörde aber die Heizkosten. Diese lagen zwar noch unter ihrer Grenze
von 1,00 Euro/m². Die Behörde berücksichtigte aber nur die Heizkosten
einer 45 m² großen Wohnung. Die Rechtsprechung beurteilte Fallgestaltungen
dieser Art bisher uneinheitlich. |
03.07.2007, Kreis Düren kürzt Arbeitslosen die Heizkosten
Hier ein
Beispiel:
Ein Arbeitsloser wohnt in einer Wohnung mit 48 Quadratmetern. Die zulässige
Wohnungsgröße beträgt für eine Person beträgt im Kreis Düren jedoch nur 45
Quadratmeter. Berechnung: 45 Quadratmeter x 1,20 Euro = 54 Euro monatlich
Weil die tatsächlichen Heizkosten für diese Wohnung im Jahr 2006 bei 90 Euro
lagen, fehlen dem Betroffenen nun monatlich 36 Euro an den Heizkosten. Pro Jahr
macht dies 432 Euro aus. Bei einem Regelsatz von 345 Euro monatlich, fehlen dem
Betroffenen damit jährlich gut 10 Prozent der Regelleistung. Eine fünfköpfige
Familie, die bisher 130 Euro Heizkosten erhielt, bekommt jetzt nur noch 85,20
Euro monatlich. Im Jahr macht das auch hier 537,60 Euro weniger aus.
Verantwortlich für diese Vorgehensweise ist das Amt 56 der Kreisverwaltung Düren
(job-com).
Wir
empfehlen eine Überprüfung aller Bewilligungs- und Änderungsbescheide, ob eine
Kürzung vorgenommen wurde. Liegt eine Kürzung vor, muss hiergegen unbedingt
Widerspruch eingelegt werden. Im Widerspruch sollte auch auf die Gründe für die
Höhe der Heizkosten hingewiesen werden.
Dieses kann sein:
Alte Bausubstanz, fehlende Wärmedämmung, Fenster mit Einfachverglasung bzw.
Metallrahmen (Aluminium), hohe Decken, Erdgeschoss- bzw. Dachgeschosswohnung,
Wetterseite, alte Heizungsanlage, Ofenheizung, undichte Fenster und Türen,
pflegebedürftige Familienangehörige, Kleinkinder usw. Einen
Musterwiderspruch findet ihr auf der Internetseite des
Dürener Erwerbslosenkomitees.
Düren,
08.Juni 2007
OFFENER BRIEF
Sehr geehrter Herr Schavier, sehr geehrter Herr Eßer, sehr geehrter Herr Spelthahn, sehr geehrter Herr Larue,
einem Beitrag der Dürener Nachrichten vom
05.Juni 2007 zu Folge sprechen sich die drei Dürener Delegierten Karl-Albert
Eßer, Peter Rubel und Bernd Wenge, die am Bundestag der
Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) letztes Wochenende
teilnahmen, einmütig gegen "sittenwidrige" Löhne aus.
Wir als DIE LINKE. können Ihnen bei Ihrer Feststellung:"wer
arbeitet muss unter dem Strich mehr haben" ausdrücklich beipflichten. Wir
möchten aber in Anlehnung an die Gemeinschaftscharta der sozialen Grundrechte
der Europäischen Union von 1989, Titel 1, Absatz 5, Ihre Aussage noch durch den
Zusatz, "wer arbeitet, muss von seinem Arbeitseinkommen auch angemessen
leben können" ergänzen.
Die Dürener CDA hat öffentlich betont, dass für sie die
Verantwortung für leistungsgerechte Entlohnung von Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern in erster Linie bei den Tarifparteien liege. Diese Aussage
widerspricht allerdings der schwarz- gelben Realpolitik in NRW. Die
Landesregierung hat nähmlich im Oktober 2006 das Tariftreuegesetz für unser
Bundesland außer Kraft gesetz. Dieses Gesetz hatte bis dahin die öffentliche
Hand verpflichtet, ihre Aufträge ausschließlich nur an solche Firmen zu
vergeben, die an Tarifverträge gebunden sind, bzw. ihre Mitarbeiter und
Angestellten nach geltendem Tarif entlohnen. Seit dem erhalten immer öfter auch
solche Firmen öffentliche Aufträge, die die Arbeit ihrer Mitarbeiter und
Angestellten weit unterhalb der geltenden Tarifregelungen vergüten. Zunehmende
Tarifflucht von Arbeitgebern und Mitgliedschaften ohne Tarifbindung (MOT) in
einigen Arbeitgeberverbänden haben die Grauzone von Unternehmen, die eine
Entlohnung weit unterhalb der Tarifverträge praktizieren, auch in unserer Region
immer größer werden lassen.
Wir, die Unterzeichner dieses Briefes, fordern Sie auf, Ihren Worten auch
entsprechende Taten folgen zu lassen und mit einer freiwilligen
Selbstverpflichtung die Tariftreue des Kreises Düren und der Stadt
Düren wieder einzuführen bzw. künftig öffentliche
Aufträge ausschließlich nur noch an solche Firmen zu vergeben, die an die
geltenden Tarifverträge gebunden sind.
Ernst Rabe, Düren, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE.Offene Liste (noch PDS-Offene
Liste) im Kreistag Düren
Lothar Böling, Düren, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE.Offene Liste (noch
PDS-Offene Liste) im Stadtrat Düren
Siegfried Faust, Jülich, Sprecher der "LAG betrieb&gewerkschaft, DIE LINKE. NRW"
und Sprecher DIE LINKE. Altkreis Juelich
18.03.2006, Ratsmitglieder sollen Reisekosten offen legen
Die PDS im Dürener Stadtrat will in Sachen Dienstreisen von Ratsmitgliedern alle
Fakten auf dem Tisch sehen. Sie hat einen Antrag an den Stadtrat gestellt, der
alle Unternehmen mit städtischer Beteiligung betrifft. Hier sollen die
Namen der Ratsmitglieder samt Zweck und Kosten benannt werden, die an Reisen
teilgenommen haben. Das betrifft unter anderem Reisen der Stadtwerke Düren und
der Sparkasse Düren.
Larue
graust es
Die Pisa-Studie hat den katastrophalen Zustand unseres
Bildungssystems offenbart. In der Bewertung der deutschen Kultusminister zur
Pisa-Studie heißt es deshalb u.a.: „Zu den wichtigsten und zugleich überraschenden
Befunden des internationalen Vergleichs gehört die Tatsache, dass in keinem
anderen Land der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Leistung so ausgeprägt
ist wie in Deutschland.“ Entsprechend ihrer Leistung
werden Schüler bei uns einem bestimmten Schultyp zugeordnet: Gymnasium,
Realschule, Gesamtschule, Hauptschule oder Sonderschule. Statt gleiche
Bildungschancen für alle zu schaffen, sind wir Weltmeister im Aussortieren.
Kein Wunder also, dass bei uns von 100 Schülerinnen und Schülern nur 30 ihr
Abitur machen. In Schweden sieht dieses Verhältnis dagegen erheblich besser
aus. Dort machen 70 Prozent aller Schülerinnen und Schüler ihr Abitur. In
Schweden besuchen nämlich alle Kinder eine Ganztagsschule. Wenn man bedenkt,
dass dies auch in Deutschland möglich wäre, so ist unser jetziges Schulsystem
ein Verbrechen an der Zukunft unserer Kinder. Woher bitteschön soll Wissen
kommen, wie sollen Fähigkeiten entwickelt werden, wenn man Kinder lediglich in
Güteklassen einteilt, sie aber nicht entsprechend fördert? Das es mit
Politikern, wie Dürens Bürgermeister, keine Ganztagschule geben wird ist
bekannt. Dies machte Paul Larue zuletzt in der Jugendhilfeausschusssitzung vom
04.12.2003 deutlich: „Mir graust vor einer Gesellschaft wo sich kleine Kinder
und Jugendliche von morgens bis abends im Rahmen von Schule bewegen.“ Diese
Worte offenbarten wieder einmal die ungeheure Rückständigkeit des Dürener
Christdemokraten Paul Larue. Die PDS/Offene Liste ist der Meinung, Bildung darf
kein Privileg für Reiche und Besserverdienende sein. Denn deren Kindern werden
ausreichend gefördert. Mit teurem Nachhilfeunterreicht, Privatlehrern,
Privatschulen und Internaten, darunter auch viele kirchliche. Die Einführung
einer Ganztagsschule, wie in Schweden, wäre also nicht nur für unsere Kinder,
sondern für die ganze Gesellschaft ein gewaltiger Fortschritt.
Übrigens, Bürgermeister Paul Larue steht mit seiner
rückständigen Meinung nicht allein. Wie der Dürener Nachrichten am 16.09.2004
auf Seite 2 zu entnehmen war, hat der nordrhein-westfälische CDU-Chef Jürgen
Rüttgers massive Widerstände seiner Partei gegen ein für alle Schüler
einheitliches Schulsystem angekündigt. In dem Artikel "Wir müssen die
Schule ganz neu denken" warnt Christdemokrat Rüttgers vor
"Gleichmacherei".
Wie Rückständig die CDU beim Thema Bildung ist, wird erst richtig deutlich,
wenn man auf der gleichen Seite den Artikel "DDR und Finnland als
Vorbild" gelesen hat. Finnland, der Sieger der Pisa-Studie hat sein
Bildungssystem nämlich in weiten Teilen von der ehemaligen DDR übernommen. Im
Artikel zum deutschen Schulsystem heißt es u.a.: "Nur 37 Prozent
der jungen Menschen haben deshalb eine Hochschulzugangsberechtigung. In anderen
OECD-Ländern sind es doppelt so viele."
Die Kritik der Unternehmerverbände an den Wissenslücken unserer Schüler/innen
ist also berechtigt. Unser Schulsystem, welches Schüler/innen nur aussortiert,
aber nicht fördert (Gymnasium, Realschule, Gesamtschule, Hauptschule,
Sonderschule) gehört damit endlich auf den Müllhaufen der Geschichte. Wir
leben im 21.Jahrhundert und nicht mehr im Mittelalter. Wann dies endlich die
Politiker der Union begreifen werden, bleibt abzuwarten. Im Übrigen hätte man
das Ganze auch früher wissen können, wenn man vor 15 Jahren das
Bildungssystems der ehemaligen DDR nicht zerschlagen, sondern untersucht und
übernommen hätte.