Bundeswehr - von der Verteidigung zum Angriff |
||
|
Nachstehender rein
tabellarischer Überblick zur Entwicklung der Bundeswehr |
21. Mai 2003: Neue Verteidigungspo- litische Richtlinien: Abschied vom Verteidigungsauftrag; Neudefinition der Bedrohungen, der Bundeswehr- aufgaben und -zuständigkeiten. Mai 2003: USA beginnt mit Planungen für Mini-Nukes und Robust Nuclear Earth Penetrator. 20.6.2003: EU-Rat Thessaloniki: So- lana-Papier",Entwurffüreine Europäi- sche Sicherheitsstrategie". Juli 2003: Vorstellung der EU-Verfas- sung: mit Verpflichtung aller Staaten zu regelmäßiger Aufrüstung; Möglich- keit der "strukturierten Zusammenar- beit" der EU-Staaten mit "anspruchs- volleren" militärischen Fähigkeiten: Vorreiterrolle der EU-Starken ohne Konsensvoraussetzung Gesamt-EU; Verbindliche Regelungen zu gegen- seitigem militärischen Beistand bei Angriff oder Terror. Dezember 2003: vorläufiges Schei- tern der EU-Verfassung an Abstim- mungsprinzipien. Dezember 2003: Verabschiedung der ESS (Europ. Sicherheitsstrategie);in- haltlich wie Solana-Papier; als Ant- wort auf NSS der USA (20.9.02) ver- standen. Anfang 2004: Strukturänderung Bun- deswehr: 35.000 Eingreifkräfte; 140.000 Unterstützungskräfte; 70.000 Stabilisierungs-Kräfte. 6. Februar 2004: NATO-Verteidigungs- minister-Tagung: Vorbereitung NATO übernimmtIrak. 25. März 2004: Bundestag: 1. Lesung des Parlamentsbeteiligungsgesetzes (Entsendegesetz) zu Bundesweh- reinsätzen jenseits der Landesvertei- digung (Niedrige Zustimmungs- schwellen ). 25./26. März 2004: EU-Gipfel: Die EU-Verfassungsbestimmungen zu gegenseitigem militärischen Beistand bei Terrorangriffen werden vorab be- schlossen. 28./29.6.2004: NATO-Gipfel in Istan- bul: eventuell Beschluss zu NATO-Ein- satz im Irak (Bundeswehrbeteiligung auf niedrigem Niveau). ' Juni/Juli 2004: vermutlich Verab- schiedung der EU-Verfassung (Stimm- rechtsfragen sind mit Polen und Spa- nien -' Regierungswechsel- geklärt); Beginn des Ratifizierungsprozesses. Stand Ende März 2004 |
|
| 1955: Beitritt der Bundesrepublik zur NATO; Wiederbewaffnung, Atomwaf- fenstationierung. 1955-1959: Proteste gegen Wieder- bewaffnung; Atombewaffnung. 1960er Jahre: Ostermarschbewegung 1979-1983 NATO-Beschluss zu neuen Atomwaffen für Europa (Pershing II, Cruise Missiles). Größte Friedensde- monstrationen in Europa gegen die "Nachrüstung"; 1983: Stationierung. 1987: INF-Vertray zur Beseitigung der Mittelstreckenraketen. 1989/1990: Ende Ost-West-Konflikt; Auflösung der Warschauer Vertrags Organisation. Februar 1991: Zweiter Golfkrieg; Die CDU-Regierung zahlt 18 Milliarden DM für den Krieg und bedauert, aus Ver- fassungsgründen nur scheck- buchmäßig mitkriegen zu dürfen. November 1991: Neue NATO-Strategie wird in Rom beschlossen: Neudefiniti- on der Bedrohungen, weltweite Zu- ständigkeiten, Verfestigung Atom- waffen. 1992: Verteidigungspolitische Richt- linien in Anlehnung an die neue NATO- Strategie. 1991-1993: Diskussion um G;undge- setzänderung für weltweite Bundes- wehreinsätze. Konsens ist bei allen Gesetzentwürfen als Voraussetzung eine 2/3-Mehrheit. 1994: out-of-area-Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes. Ende der Grundgesetzdebatte zum Bundes- wehrauftrag. (Minderheitenvotum des BVerfG sieht NATO-Vertrag essentiell umdefiniert). 1995: AWACS-Diskussion / Bosnien 1997: Amsterdamer EU-Vertrag macht sich die "Petersberg-Aufgaben" (incl. Friedenserzwingung) zueigen. |
Herbst 1998: Regierungswechsel: rot- grün übernimmt die Regierung. März -Juni 1999: Angriffskrieg gegen Jugoslawien ohne UN-Mandat; direk- te Bundeswehrbeteiligung unter rot- grüner Regierung. April 1999: 50 Jahre NATO; Verkün- dung neuer Strategie (weltweite Einsätze); Möglichkeit der Selbst- mandatierung (unabhängig von UN). 1999: EU-Rat beschließt in HeLsinki die Aufstellung einer EU-Eingreif- truppe mit 60.000 Mann bis 2003. 1999: Beginn NATO-Osterweiterung (Beitritte Polen, Tschechien, Un- garn). 11.9.2001: Terrorangriff gegen die Twin Towers in New York, Pentagon in Washington. September 2001: Beginn "Enduring Freedom". Krieg gegen Afghanistan / offizielle Begründung: Terrorismus". Erstmals beschlossener (bis heute an- dauernder) NATO-Verteidigungs- Bündnisfall. Bundesrepublik und Bundeswehr befinden sich seit 2001 ununterbrochen im Krieg. 2002: NATO-Gipfel Prag: Beschluss zur Aufstellung einer NRF (NATO Response Force) mit 21.000 Mann bis 2004. 20.9.2002: NSS - National Security Strategy der USA: Präventivkriege ohne UN-Mandat mögliche Option. 20.3.2003-1.5.2003 Angriffskrieg der Koalition der Willigen gegen Irak unter UN-Führung ohne UN-Mandat. Unterstützung durch Bundesregie- rung (Gewährung von Überflugrech- ten und Basennutzung; BW/Polizei- schutz für US-Militäreinrichtungen; Fuchs und Flotte im Einsatzgebiet). 29./30.4.2003: Vierer-"Pralinengip- fel" in Brüssel: forcierte europäische Militarisierung. |
|