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Düren |
"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein
Gewerbe zu sein"
(Karl Marx)
Dürener
Nachrichten / Dürener Zeitung v. 20.01.2012, Seite 17
Mobilticket auch für Wohngeldbezieher?
Kreis Düren. Die Freie Liste im Kreis Düren appelliert an den Kreistag, sich
dafür einzusetzen, dass das sogenannte Mobilticket auch von Wohngeldempfängern
und Geringverdienern beantragt werden kann. Die Kreisverwaltung solle mit dem
Aachener Verkehrsverbund und allen Städten und Gemeinden des Kreises Kontakt
aufnehmen, damit der Kreis der Berechtigten in jeder Kommune erweitert werden
kann. Die Freie Liste sieht darin eine Chance, die gesellschaftliche Teilhabe
finanziell benachteiligter Familien zu verbessern.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Hier der Wortlaut unseres Antrages:
Der Kreistag beschließt:
1.) Die Verwaltung wird gebeten, unverzüglich mit dem AVV und allen 15 Städte
und Gemeinden des Kreises Düren Kontakt aufzunehmen und darauf hinzuwirken, dass
das Mobil-Ticket auch von Wohngeldempfängern und Geringverdienern beantragt
werden kann.
2.) Die Vertreter des Kreises Düren im Aufsichtsrat des AVV sollen sich
ebenfalls für das Vorhaben mit Nachdruck einsetzen.
Begründung:
Derzeit sind folgende Bezieher von Sozialleistungen im Kreis Düren berechtigt
das Mobilticket zu beantragen:
- Arbeitslosengeld II nach dem SGB II
- Sozialgeld nach dem SGB II
- Leistungen für Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie laufende
Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen ("Sozialhilfe") nach dem
SGB XII
- Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)
- laufende Leistungen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz
(BVG)
Wie bereits bekannt, förderte das Land NRW das Sozialticket in 2011 mit 15 Mio.
Euro. Im Jahr 2012 wird sich der Betrag auf 30 Mio. Euro erhöhen. Die Förderung
fließt vollständig in die Reduzierung des Ticketpreises.
Wie einer Presseerklärung (siehe Kopie) der Landesregierung zu entnehmen ist,
kann der Kreis der Berechtigten von den Kommunen auch erweitert werden. Hierin
wird ausdrücklich die Gruppe der Geringverdiener und Wohngeldempfänger genannt.
Die FREIE LISTE Kreis Düren sieht hierin eine weitere Möglichkeit für finanziell
benachteiligten Familien - insbesondere deren Kinder - die Teilhabe (Fahrten
zur Schule und in der Freizeit) an der Gesellschaft zu verbessern. Es ist nicht
nachvollziehbar, wieso im Kreis Düren Wohngeldbezieher und Geringverdiener aus
dem Kreis der Antragsberechtigten für das Mobil-Ticket ausgeschlossen sind.
Dürener
Nachrichten / Dürener Zeitung v. 05.12.2011, Seite 14
Freie Liste will das Mobil-Ticket erweitern
Kreis Düren. Die Freie Liste im Kreis Düren schlägt dem Kreistag vor, dass
Mobil-Ticket um die Gruppe der Wohngeldempfänger und Geringverdiener zu
erweitern. Das Land NRW fördere das Sozialticket landesweit bereits mit l5
Millionen Euro. Im kommenden Jahr soll der Betrag verdoppelt werden. Die Freie
Liste im Kreis Düren sieht darin eine weitere Möglichkeit, finanziell
benachteiligten Familien im Kreis die gesellschaftliche Teilhabe zu erleichtern.
(si)
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Hier der Wortlaut unseres Antrages:
Der Kreistag beschließt die Berechtigten für das Mobil-Ticket um die Gruppe der
Wohngeldempfänger und Geringverdiener zu erweitern.
Begründung:
Wie bereits bekannt, fördert das Land NRW das Sozialticket in 2011 mit 15 Mio.
Euro. Im Jahr 2012 wird sich der Betrag auf 30 Mio. Euro erhöhen. Die Förderung
fließt vollständig in die Reduzierung des Ticketpreises. Wie einer
Presseerklärung (siehe Kopie) der Landesregierung zu entnehmen ist, kann der
Kreis der Berechtigten von den Kommunen auch erweitert werden. Hierin wird
ausdrücklich die Gruppe der Geringverdiener und Wohngeldempfänger genannt. Die
FREIE LISTE Kreis Düren sieht hierin eine weitere Möglichkeit für finanziell
benachteiligten Familien - insbesondere deren Kinder - die Teilhabe (Fahrten
zur Schule und in der Freizeit) an der Gesellschaft zu verbessern.
Dürener
Nachrichten v. 02.09.2011, Seite 13
Düren, oh du Stadt der 50er Jahre
Früher war alles besser. Der Sonntag diente der Erholung und war zugleich
Familientag. Der Sonntag war im Gegensatz zu heute ein Stück Lebensqualität. Zu
dieser Erkenntnis kam jetzt die Freie Liste Düren. Und die hat deshalb einen
Antrag an die Stadt gestellt, der Rat möge für die Stadt Düren den Schutz des
Sonntags als Ruhetag beschließen. Bevor Sie jetzt lachen: die Freie Liste
untermauert das mit einem verblüffenden Argument. Düren sei ja schließlich die
Stadt der 50er Jahre und deshalb würden verkaufsoffene Sonntage auch nicht zu
einer Stadt wie Düren passen. Denn: Damals wurden schon am Samstagmittag die
Geschäfte geschlossen, um ein ruhiges Wochenende zu verbringen. Vermutlich war
das nur der erste einer ganzen Reihe von Anträge. So wird die Freie Liste
bestimmt noch beantragen, den Dürener Apotheken den Verkauf von Antibaby-Pillen
zu untersagen, den Abriss des Stadtcenters zu beschließen und den Rückbau der
Fußgängerzone in der Wirtelstraße, damit man mit dem VW Käfer wieder bis vors
Geschäft fahren kann. Nur gut, dass der Freien Liste nicht bewusst ist, dass
Düren spätestens seit Lillith auch eine Stadt der Jung-Steinzeit ist. Obwohl: Da
wurden noch die Keulen geschwungen und man hätte die Diskussion über den Antrag
wenigstens kurz und schmerzhaft beenden können. ..
b.giesen@zeitungsverlag-aachen.de
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Schade, dass unser Antrag so
verrissen wurde. Ist doch ein ruhiges Wochenende - ohne Arbeit und Kommerz - in
der Tat für jeden Arbeitnehmer ein Stück Lebensqualität. Dabei steht die FREIE
LISTE mit ihrem Antrag keineswegs allein. Auch die Kirchen und Gewerkschaften
aus der Region sprechen sich für den Sonntag als Ruhetag aus. Nachzulesen in den
Dürener Nachrichten v. 18.06.2011, Seite 1. Die Überschrift lautete: "Kein
Kommerz, keine Arbeit - einfach Sonntag"
Dürener Zeitung
v. 12.07.2011, Seite 16
Böling hat Fragen zum Krankenhaus
Düren. Lothar Böling, Ratsmitglied der Freien Liste, bringt das Thema
Dürener Krankenhaus auf die Tagesordnung des Rats. Im Zusammenhang mit der
Trennung von Geschäftsführer Uwe Stelling hat Böling einen Fragenkatalog
formuliert. Darin geht es unter anderem um Abfindungszahlungen und die Rolle des
Aufsichtsrats bei dieser Entscheidung. Darüber hinaus fordert Böling
Informationen über die Gründung der Krankenhaus Düren Service GmbH, die den
Reinigungsdienst im Krankenhaus übernommen hat.
Dürener
Nachrichten v. 30.06.2011
Anträge für den Stadtrat
Düren. Die Freie Liste im Stadtrat fordert, dass der Bürgermeister auch
Anträge auf die Tagesordnung setzt, die von zwei Ratsmitgliedern unterzeichnet
sind. Das geht bislang nicht. Nur Fraktionen (zwei Mitglieder) können Anträge
stellen, über die dann auch befunden werden muss. Dagegen wehren sich
insbesondere die Ratspolitiker, die allein im Stadtparlament sitzen. Heidi
Meier-Grass, Bürger für Düren, hatte deshalb vor dem Verwaltungsgericht Aachen
Klage geführt. Für die Freie Liste sitzt Lothar Böling im Dürener Stadtrat.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Eine Fraktion aus zwei
Ratsmitgliedern hat im Dürener Stadtrat volles Antragsrecht. Wenn bei einer
Fraktion zwei Personen ausreichen, dann müssen auch zwei Unterschriften
ausreichen damit ein einzelnes Ratsmitglied einen Antrag stellen kann, den der
Bürgermeister auf die Tagesordnung nehmen muss. Aktuell benötigt ein
Ratsmitglied jedoch 10 Unterschriften um einen Antrag auf die Tagesordnung einer
Ratssitzung zu bekommen. Von Chancengleichheit und Demokratie weit und breit
keine Spur. Den Fraktionen von CDU, SPD, FDP und GRÜNEN geht es auch in Düren
nur um die Ausschaltung der politischen Konkurrenz.
Super Sonntag,
13.02.2011, Seite 2
Von Sonntag zu Sonntag
Die Wählergruppe Freie Liste hat sich mit einer Anregung an den Rat der
Stadt Düren gewandt. "Um den Lernerfolg zu verbessern und den Verlauf des
Unterrichts ruhiger zu gestalten, wäre es sinnvoll, die Dauer der
Unterrichtsstunde von 45 Minuten auf 60Minuten zu verlängern", heißt es in dem
Schreiben an Bürgermeister Paul Larue. Im Gegensatz zu bisherigen Dauer
einer Unterrichtsstunde ständen Schülern und Lehrern 33 Prozent mehr
Unterrichtszeit zur Verfügung. Dies hätte den Vorteil, dass mehr Ruhe in den
Schulalltag einkehrt und die Schüler mehr beteiligt werden.
Rheinische Post v. 21.01.2011
Polizeigewerkschaft gegen Castor-Transport in NRW
Düsseldorf (RP). Der
geplante Transport von 152 Castor-Behältern vom Forschungszentrum Jülich
ins Atommüll-Zwischenlager Ahaus hat massive Kritik bei der Gewerkschaft der
Polizei (GdP) hervorgerufen. Bevor der abgebrannte Kernbrennstoff aus dem
stillgelegten Forschungsreaktor geplant werde, müsse geprüft werden, "ob er zum
jetzigen Zeitpunkt überhaupt notwendig ist", sagte Frank Richter, der
Vorsitzende der GdP in NRW, unserer Zeitung. Es gebe Rechtsgutachten, nach denen
die abgebrannten Brennelemente auch über 2013 hinaus in Jülich verbleiben
könnten.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Die Gewerkschaft der Polizei hat
natürlich recht! Was soll das hin und her Karren von Müll? In Ahaus wird der
Atom-Müll auch nicht anders gelagert wie in Jülich. Ahaus ist zudem auch nur ein
Zwischenlager und kein Endlager. Es gibt schon Mülltourismus genug. Die
Transporte und die geplanten Polizeieinsätze für den Schutz der Castoren sollte man sich sparen.
Sie verschlingen nur unnütz Steuergelder.
Dürener
Nachrichten v. 24.10.2010
Proteste gegen Atomtransporte in Jülich und Düren
Kreis Düren.
In einer friedlich
verlaufenden Demonstration haben rund 40 Atomkraftgegner, darunter
Parteimiglieder der Grünen und der Linken, am Samstag in Jülich gegen
Castor-Transporte ins Zwischenlager Ahaus/Münsterland protestiert. Auch in Düren
konnte man sich an einem Infostand in der Wirtelstraße zu den Castor-Transporten
informieren.
Aufgerufen worden war in Jülich zu einem
«Anti-Atom-Spaziergang» von der Haltestelle «Forschungszentrum» der Rurtalbahn
bis zum Gleisanschluss unmittelbar vor dem Zwischenlager, in dem 152
Transportbehälter des Typs Castor mit hochverstrahltem Abfall aus dem
Forschungsreaktor AVR lagern. «Von hier aus sollen die Transporte fahren», sagte
der Bundestagsabgeordnete des Bündnisses, Oliver Krischer (Düren). Ob
jemals in etlichen Einzeltransporten über die Gleise der Rurtalbahn nach Düren
und von dort über Köln der Atommüll nach Ahaus rollen wird, steht noch nicht
fest. Zurzeit wird ein Antrag von der zuständigen Atomaufsichtsbehörde geprüft,
eine Entscheidung steht noch aus.
1967 in Betrieb gegangen
«Atomkraftgegner, Grüne und die
NRW-Landesregierung lehnen diese Transporte als gefährlich, überflüssig, teuer
und gegenüber der Öffentlichkeit als nicht begründbar ab», sagte Krischer.
In Jülich hatten die Kernkraftgegner ein
baufälliges Atomkraftwerk aus Styropor mit Müllfässern aufgestellt. Das
Versuchskraftwerk, das 1967 mit einer elektrischen Leistung von 13 Megawatt in
Betrieb gegangen war, war nach 21 Betriebsjahren im Dezember 1988 abgeschaltet
worden. «Die Abbruchkosten haben bisher die Summe von 800 Millionen Euro
verschlungen», stellte Krischer fest. Diese Leistung «bringen heute sechs
Windräder», fügte er hinzu. Wie Krischer
verwies auch der Jülicher Stadtverordnete der Linken, Siegfried Faust, auf die
Altlasten des AVR-Reaktors. «Seine Hinterlassenschaftenm beschäftigen uns heute
mehr denn je.» Nach Krischers
Einschätzung ist das «kläglich gescheiterte» Projekt des Kugelhaufenreaktors der
AVR ein Beispiel für den «Irrsinn der Atomkraft». Auch für Faust ist die
Kugelhaufentechnologie «eine nachweisbar nicht beherrschbare Technologie». Laut
Krischer ist die Zerlegung des 26 Meter hohen und 2000 Tonnen schweren Reaktors
wegen extremer Verstrahlung «erst in Jahrzehnten möglich». Die bisherigen Kosten
des Rückbaus der Anlage lägen bereits bei 700 Millionen Euro, «aber noch unsere
Kinder und Enkel werden für das Atom-Abenteuer AVR Jülich zahlen müssen».
Endlagerung ungeklärt
Zugleich kritisierte Krischer, dass die Frage
der Endlagerung noch nicht geklärt sei, aber länger Atomstrom produziert werde.
«Durch die Verlängerung der Laufzeiten von 17 Atomkraftwerken wird noch ein
Drittel mehr an Atommüll produziert als wir jetzt schon haben.» Zudem arbeite
das FZJ weiterhin an der «Weiterentwicklung» des Kugelhaufenreaktors, und Faust
erinnerte daran, dass die AVR GmbH die Erstellung einer Kinderkrebsstudie
abgelehnt habe.
Dürener Zeitung v. 05.08.2010, S. 14
Böling fordert ein "Skater- Ticket"
Düren. Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) fordert die Einführungen
eines "Skater-Tickets" für Linienbusse. Anlass ist die Debatte über von Skatern
verursachte Ruhestörungen auf dem Ahrweilerplatz. "Es fehlt in der Innenstadt an
Spielplätzen und Freiräumen für Kinder und Jugendliche", sagt Böling. Deshalb
will er den jungen Leuten ermöglichen, kostenlos mit dem Bus zu Spiel- und
Skateanlagen im gesamten Stadtgebiet fahren zu können. "Ein ,Skater-Ticket'
verursacht keine Kosten", sagt Böling. "Ob die Busse in den Abendstunden fast
leer durch die Gegend fahren, oder ob einige Jugendliche mitfahren, spielt
meines Erachtens keine Rolle." (cl)
Dürener Zeitung v. 16.07.2010, S. 13
Lothar in der Tonne
Dem Philosophen Diogenes wird nachgesagt, in einer Tonne gelebt zu haben,
weil er äußerst geringe Ansprüche an die Welt hatte. Ach was, die Welt konnte
ihn mal gernhaben. Und das ließ er sie spüren. Kein Wunder, dass Diogenes öfters
aneckte. Ja, der alte Grieche war ein Teufelskerl. Gut möglich, dass er nun
Konkurrenz aus Düren bekommt. Lothar Böling, der als einziges Ratsmitglied der
Freien Liste einen Anspruch mehr auf ein Büro hat, harrt dennoch vor seinem
alten Zimmer im Rathaus aus, empfängt Besucher auf dem Flur. Kein Zustand. Doch
jetzt ist ihm die Idee gekommen, einen Container vor dem Rathaus aufzustellen.
Eine Art moderne Tonne. Von dort aus will er sein Mandat ausüben. Nah an den
Menschen, distanziert von der Obrigkeit - ein Diogenes des Nordens. Nicht ganz.
Während der alte Grieche die Unabhängigkeit von konventionellen Verhältnissen
forderte, formulierte Böling eine Wunschliste an die Verwaltung:
Wasserversorgung, Toilettennutzung, Schränke, Tisch, Stuhl, Internet, Fax. Die
Tonne braucht einen Anbau.
s.johnen@zeitungsverlag-aachen
Dürener Nachrichten v. 16.07.2010, S. 13
Held der Sparpolitik…
Manchmal zieht es Politiker ja in Container. Wir sagen nur: Guido
Westerwelle und "Big Brother". Und nun auch Lothar Böling. Der Mann ist
Ratsmitglied in Düren und fordert von der Stadt einen Container vor dem Rathaus,
um seine Büroarbeiten erledigen zu können. Als Einzelkämpfer der Freien Liste
hat er keinen Anspruch auf einen Raum in der Verwaltung. Der Wagen sollte mit
Strom und Wasser versorgt sein, außerdem fragt Böling nach ein paar
Aktenschränken. Gebrauchte natürlich, der Politiker ist bescheiden. Fleißig wie
er ist, hat er gleich nachgeforscht, dass Bürocontainer für 115 Euro im Monat
gemietet werden können. Weil die Stadt ja pleite ist, haben wir einen
Finanzierungsvorschlag. Böling wird bundesweit Schlagzeilen machen. Er lockt ein
privates TV- Team, dass aus seinem Container berichtet und verlangt ordentliches
Honorar dafür - das gibt er an die Stadt weiter. Dann wird ihn Bürgermeister
Larue mit dem Orden "Held der Spar-Politik" auszeichnen. Böling muss nur
aufpassen, dass die Opposition ihm nicht das Container-Standrecht vor dem
Rathaus entzieht und ihn stattdessen auf den Annakirmesplatz verbannt.
i.latotzki@zeitungsverlag-aachen.de
Dürener Nachrichten v. 12.07.2010, S. 9
"Späte Partei-Einsichten"
Anteilsrückkauf der
Stadtwerke unwahrscheinlich
Düren. Zum geforderten Rückkauf von Anteilen der Stadtwerke Düren verweist
Ratsherr Lothar Böling (Freie Liste) auf späte Einsicht der großen Parteien im
Rat. Es sei nur zu verständlich, dass die SPD mit dem Rückkauf von Anteilen der
Stadtwerke (SWD) die prekäre Haushaltslage verbessern wolle. Schließlich
erwirtschafteten die Stadtwerke ständig weiter wachsende Gewinne. Doch warum, so
Böling, komme die SPD erst jetzt zu dieser Einsicht? Schließlich seien 25
Prozent der Stadtwerkeanteile unter Bürgermeister Josef Vosen an .RWE verkauft
worden. Und die CDU habe vor acht Jahren weitere 50 Prozent der Anteile an RWE
verkauft. Es sei zu bezweifeln, so Böling, dass "RWE Anteile an einer Kuh
verkauft, die tüchtig Milch (Gewinne) abgibt." Würde die regierende CDU-Fraktion
doch außerdem damit eingestehen, dass der Verkauf der halben Stadtwerke an RWE
damals ein großer Fehler war.
Dürener Nachrichten v. 29.06.2010, S. 15
"Das ist reine Geldschneiderei»
Düren. Die Größe des Aufsichtsrates für das Dürener Krankenhaus kritisiert
der Dürener Stadtverordnete Lothar Böling (Freie liste). "Die Größe hat nichts
mit der Beteiligung der kleinen Fraktionen FDP und Grüne zu tun. Hier handelt es
sich um bloße Geldschneiderei. Die 18 Mitglieder (9 von der Stadt und 9 vom
Kreis) gebe es schließlich erst seit der letzten Kommunalwahl. Zuvor habe der
Aufsichtsrat nur 14 Mitglieder gehabt. Böling: "Nichts hätte dagegen gesprochen,
wenn CDU und SPD auf je einen Aufsichtsrat verzichtet hätten. Aber da weder bei
CDU noch bei SPD jemand auf seine 250 Euro Sitzungsgeld verzichten wollte, wurde
der Aufsichtsrat einfach vergrößert." Diese Kosten müssten nun vom Personal
extra erwirtschaftet werden.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Das der Aufsichtsrat des
Krankenhaus Düren 18 Mitglieder hat, hat nichts mit der Beteiligung kleiner
Fraktionen (FDP und GRÜNE) zu tun. Hier handelt es sich um bloße Geldschneiderei
der Fraktionen. Das wurde schon von mir in der Ratssitzung v. 04.11.2009
kritisiert. Denn die 18 Mitglieder (9 Ratsmitglieder und 9 Kreistagsabgeordnete)
gibt es erst seit der letzten Kommunalwahl. Zuvor hatte der Aufsichtsrat nur 14
Mitglieder. Nichts hätte dagegen gesprochen, wenn CDU und SPD auf je einen
Aufsichtsratssitz verzichtet hätten. Aber da offensichtlich weder bei der CDU
noch bei der SPD jemand auf seine 250 Euro Sitzungsgeld verzichten wollte, wurde
der Aufsichtsrat einfach vergrößert. Nachzulesen in der Beschlussvorlage
2009-0517. Weil der Aufsichtsrat sechs Mal pro Jahr tagt, macht das schlappe
6.000 Euro pro Jahr, die das Personal des Krankenhauses Düren für diesen
Wasserkopf zusätzlich erwirtschaften muss.
Dürener Zeitung v. 23.06.2010, S. 17
Böling: Larue muss bei der DGG handeln
Düren. Nachdem die IG Bau der städtischen Gebäudereinigungsgesellschaft DGG
vorgeworfen hat, die Gründung eines Betriebsrats verhindern zu wollen, hat
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) Bürgermeister Paul Larue aufgefordert,
sich für die Betriebsratsvorsitzende einzusetzen. Am Tag ihrer Wahl war ihr
mitgeteilt worden, dass ihr Zeitvertrag nicht verlängert wird. "Von dem
demokratischen Recht auf Mitwirkung der Beschäftigten ist man bei der Stadt
Düren noch meilenweit entfernt", urteilt Böling. Der Rücktritt eines weiteren
Betriebsratsmitglieds offenbare "dass die Belegschaft der DGG erfolgreich
eingeschüchtert wurde". Die Erklärung der Geschäftsleitung, die Neuwahl eines
Betriebsrats zu unterstützen, hält Böling für unglaubwürdig. (cl)
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Ich
finde die Gewerkschaft IG Bau erhebt völlig zu recht schwere Vorwürfe gegen den
Betriebsleiter der Dürener Gebäudereinigungsgesellschaft (DGG). Denn hier passen
Worte und Taten nicht überein. Hätte Richard Müllejans die Gründung eines
Betriebsrates tatsächlich „unterstützen“ wollen, hätte er der frisch gewählte
Betriebsratsvorsitzenden Brigitte Kreutz nicht noch am gleichen Tag die
Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses mitgeteilt. Meiner Meinung nach
handelt es sich hier um eine gezielte Gegenaktion der Geschäftsführung. Wenn es
Herrn Müllejans ernst wäre mit seiner Unterstützung, hätte er anders handeln
müssen. Dies aber hat er nicht getan. Das Ganze wirft zudem auch ein schlechtes
Licht auf die Stadt Düren: Demokratische Mitwirkung der Beschäftigten
unerwünscht! Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Stadt Düren künftig all
ihre Tochtergesellschaften zum Ausgleich des städtischen Haushaltes heran ziehen
will, ist ein Betriebsrat dringend erforderlich.
Radio
Rur, v. 25.02.2010, 7.12 Uhr
Ärger um Büros im Dürener Rathaus
Es gibt Themen, die klingen auf den ersten Blick verdammt langweilig, auf
den zweiten Blick schon gar nicht mehr. So ein Thema ist z. B. die Änderung der
Hauptsatzung der Stadt Düren. Nichts Besonderes werden Sie sagen und das zu
Recht. Aber es betrifft in diesem Fall die sogenannten politischen Einzelkämpfer
im Dürener Rat. Denn einerseits soll es nach dem Gesetz ermöglicht werden, das
mehr politische Gruppen in den Räten teilnehmen dürfen, doch andererseits können
damit auch extreme Gruppierungen in den Rat rein. Wenn auch nur mit einer
Person. Doch das erschien einigen schon zuviel zu sein in Düren. Also sieht die
Änderung der Hauptsatzung in Düren vor, dass die Einmannvertretungen kein Büro
mehr im Rathaus bekommen. Davon betroffen ist auch der ehemalige Vertreter der
Linken, Lothar Böling, unfreiwillig.
Marc Plätzer: Radio Rur Chefredakteur Dietrich Meier, was ist denn mit
dem Mann?
Dietrich Meier: Dem hat die Stadtverwaltung sein Büro gegen seinen Willen
leer geräumt. Und seine Habseligkeiten in den Katakomben des Rathauses verstaut,
bestätigte auch die Stadtverwaltung. Denn ein Gespräch mit dem Bürgermeister
soll bislang auch nicht möglich gewesen sein. Die Bürgersprechstunde führt
Lothar Böling dennoch im Rathaus-Foyer durch. Nicht mehr in seinem Büro, denn
das ist ja für ihn gesperrt. Böling bekommt neuerdings nach eigenen Angaben auch
Getränke von seinen Besuchern gespendet, aus Mitgefühl, wie ermeint. Denn Böling
klagt derzeit auch vor dem Verwaltungsgericht gegen die Stadt Düren. Ein
Gerichtsspruch in dieser Sache könnte aber noch länger auf sich warten lassen.
Vielleicht mit allen Instanzen sogar Jahre.
Marc Plätzer: Wie entwickelt sich die Lage sonst im Rathaus?
Dietrich Meier: Andere Einmann- und Einfrau-Gruppen, haben die Büros
bereits freiwillig geräumt. Es ist aber ein offenes Geheimnis, die
Satzungsänderung zielt auf den Vertreter der NPD ab. Die politischen Dürener
Mehrheiten wollen die NPD nicht mit einem Büro im Rathaus sehen. Der Vertreter
der NPD hatte bereits vor Monaten erklärt, dass er eine Unkostenpauschale der
Stadt vorzieht. Ein Büro fordert er bislang nicht. Bislang! Denn sollte ein
Gerichtsurteil Lothar Böling Recht geben, das er ein Büro - für wie es heißt,
angemessene Arbeit - zurück bekommt, dann sind womöglich auch alle anderen
bisherigen Wetten ungültig. Und könnte damit der NPD unfreiwillig in die Karten
spielen. Somit bleibt der fade Eindruck zurück, dass nur noch unliebsame
Minderheiten unterschiedlicher Couleur ausgeschaltet werden sollten. Allerdings
mit ungewissem Ausgang.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Was in Düren geschehen ist, ist lägst kein Einzelfall. Denn die Kommunen
haben sich abgesprochen, wie sie mit fraktionslosen Ratsmitgliedern verfahren
wollen. In Jülich erhält der Ratsvertreter der Linkspartei ebenfalls kein Büro.
Stattdessen erhält er 300 Euro im Jahr. Auch in der Stadt Euskirchen ist es
nicht anders. Statt eines Büros im Rathaus, erhält der Vertreter der Linkspartei
800 Euro im Jahr. Wie aber soll man von diesem Geld ein Büro anmieten, Büromöbel
und Kommunikationsmittel kaufen? Unter solch undemokratischen Bedingungen ist
eine nur annähernd gleichberechtigte Mitwirkung im Rat der Kommune nicht
möglich.
Super Sonntag v.
21.02.2010, S. 4
Von Sonntag zu Sonntag
Nachdem der Rat der Stadt Düren im November mit der Änderung a der
Hauptsatzung beschlossen hatte, fraktionslosen Ratsmitglieder kein eigenes Büro
mehr im Rathaus zur Verfügung zu stellen, musste auch Lothar Böling (Freie
Liste) seinen Raum räumen. Da dieser der Aufforderung nicht nachkam, wurden
kurzerhand seine Sachen entfernt und die Tür mittels eines Steckschlosses
verschlossen. Außerdem wurde die Zugangskarte zum Rathaus gesperrt. Gegen diese
"undemokratische Vorgehensweise" wehrt sich Böling nun mit einem offenen Brief
an Bürgermeister Paul Larue. "Eine nur annähernd gleichberechtigte Mitwirkung an
der Arbeit der Kommune ist mir unter solchen Bedingungen nicht möglich",
schreibt Böling und sieht in der Stadt Ratsmitglieder erster und zweiter Klasse.
Normalerweise würden Einwohner ihre Ratsmitglieder im Rathaus suchen und finden.
Daher will Böling trotz aller Umstände seine Einwohnersprechstunde Dienstag und
Donnerstag von 8 bis 12 Uhr vor der Tür seines ehemaligen Büros abhalten.
Dürener Nachrichten v. 11.02.2010, S. 15
Einzelkämpfer haben es schwer
Im Dürener Rathaus sind harte Zeiten für Einzelkämpfer angebrochen.
Fraktionslose Einzelabgeordnete können keine Anträge mehr stellen und haben
keinen Anspruch mehr auf ein Büro im Rathaus. Stattdessen gibt es eine
zusätzliche Aufwandsentschädigung für die politische Arbeit von zuhause aus.
Betroffen ist auch Lothar Böling (Freie Liste). Er musste sein Büro räumen. Die
Möbel wurden zunächst im Rathaus zwischengelagert. Doch dann überlegte Böling es
sich anders. Er will sein Büro behalten. Obwohl er mit einer einstweiligen
Verfügung scheiterte, verriegelte er die Tür zum leeren Raum mit einem
Steckschloss. Das Mitarbeiter der Verwaltung allerdings knackten und gegen ein
neues austauschten. Auch wenn es kaum jemand direkt zugibt: Die Neuregelung soll
verhindern, dass sich die rechtsradikale NPD (ein Abgeordneter) im Rathaus breit
macht. Ein verständlicher Wunsch, dem sich Bürger für Düren (BfD) und Freie
Liste derzeit wohl unterordnen müssen. o.hansen@zeitungsverlag-aachen.de
Dürener Zeitung v. 10.02.2010, S. 13
"Zwangsräumung" im Dürener Rathaus
Düren. Eine Posse im Rathaus hat gestern ihr vorläufiges Ende gefunden.
Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) ist aus seinem Büro ausgeschlossen
worden. Während der Ex PDS-Mann von "Zwangsräumung" sprach, sagte ein Sprecher
der Stadtverwaltung, Böling könne froh sein, dass die Stadt ihn nicht anzeigt.
Ihren Ursprung hat die Auseinandersetzung in der Ratsentscheidung, dass
fraktionslosen Einzelabgeordneten des Stadtrats kein Büro mehr im Rathaus zur
Verfügung gestellt wird. Sie erhalten stattdessen eine Pauschale. Dagegen hatte
Böling erfolglos versucht, eine einstweilige Verfügung zu erreichen. Dennoch
weigerte er sich sein Büro zu räumen. "Wir haben Ihm sogar Hilfe beim Ausräumen
angeboten", sagte: gestern Stadtsprecher Helmut. Göddertz. Böling habe das
Angebot nicht angenommen. Sondern vielmehr die Bürotür mit einem Steckschloss
versehen. Dies sei nun geknackt und durch ein Schloss der Stadt ersetzt worden.
Bölings Eigentum sei ausgelagert worden. Böling bestätigte diese Darstellung der
Ereignisse. Eine Gerichtsentscheidung, ob der Ratsbeschluss gegen Büros für
Einzelabgeordnete haltbar ist, stehe noch aus, betonte er. (cl)
Dürener Nachrichten v. 18.01.2010, S. 9
Kritik an Museumsvorplatz
Düren. Lothar Böling, Ratsmitglied der Freien Liste, kritisiert die
Neugestaltung des Museumsvorplatzes als "völlig unnötige Ausgabe". Knapp eine
Million Euro zu investieren, hält der Politiker in der "heutigen Zeit für
absolut verfehlt". Die Stadt habe "nicht das Notwendige im Blick", wie
Bürgermeister Larue auf dem Neujahrsempfang der Stadt sagte.
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Davon,
dass man in Düren das Notwendige im Blick hat, kann keine Rede sein. Trotz
Wirtschaftskrise will man im Umfeld des Leopold-Hoesch-Museums ca. 1 Million
Euro verschwenden. Und das nur für die Neugestaltung einer Grünanlage die
bereits seit vielen Jahren vorhanden ist. Allein die neue Eingangstreppe für das
Museum wird die Stadt 65.000 Euro kosten. Im Wesentlichen aber wird das Geld für
eine Fußgängerzone rund ums Museum ausgegeben. Und zwischen dieser Fußgängerzone
und der vorhandenen Rasenfläche am Parkplatz, soll noch ein breiter
Schotterplatz entstehen. Meiner Meinung nach ist die ganze Ausgabe vollkommen
unnötig. Was soll z.B. ein Veranstaltungsplatz an der viel befahrenen
August-Klotz-Straße? Eine vorhandene Grünanlage neu zu gestalten ist ohnehin
pure Geldverschwendung. Ich finde, ein Bürgermeister der „froh“ ist und ein
Stadtrat der „bereit war“ 1 Million Euro Steuergelder sinnlos zu verplempern,
haben den Blick fürs Notwendige längst verloren.
Dürener Zeitung / Dürener Nachrichten v. 11.12.2009, S. 18
Einspruch gegen Wahl zurückgewiesen
Kreis Düren. Der Wahlprüfungsausschuss des Kreises Düren hat den Einspruch
des Linken-Politikers Lothar Böling gegen die Gültigkeit der Kreistagswahl am
30. August einstimmig zurückgewiesen. Böling hatte angeführt, die Aufstellung
der Kandidaten bei der Partie "Die Linke" sei unrechtmäßig verlaufen. Ebenso
einstimmig empfiehlt der Ausschuss dem Kreistag die Gültigkeit von Landrats- und
Kommunalwahl festzustellen. Die NPD hatte ihren Einspruch gegen die Wahl vor der
Sitzung zurückgezogen. (ja)
Anmerkung von Ratsmitglied Lothar Böling
(FREIE LISTE) hierzu:
Wieder
einmal hat die Demokratie kläglich versagt; diesmal im Kreis Düren. Der
Wahlprüfungsausschuss ist seiner Bestimmung nicht gerecht geworden. Von Prüfung
im Sinne des Kommunalwahlgesetzes konnte am 09.12.2009 überhaupt keine Rede
sein. Lagen den Mitgliedern des Prüfungsausschusses doch nicht einmal die
eingereichten Beweise vor. Von Seiten der Verwaltung hatte man den
Ausschussmitgliedern nämlich sämtliche Beweise zu den Einsprüchen vorenthalten.
Wie soll ein Ausschuss da prüfen? Das befangene Ausschussmitglied
(Valentin Veithen, Kreissprecher DIE LINKE) durfte sogar zu seiner eigenen
Entlastung mit stimmen. Und nach nur wenigen Minuten war die Sitzung
beendet. Man könne ja vor dem Verwaltungsgericht klagen, erklärte Wahlleiter
Georg Beyß noch am 09.12.2009. Ich finde, das Verhalten des Wahlleiters diente
mehr der Verschleierung, denn der Wahrheitsfindung. Auch die vor Monaten
beantragte Akteneinsicht, hat Wahlleiter Georg Beyß bis heute abgelehnt.
Dürener Zeitung v. 09.12.2009, S. 13
Neu gezählt: Ein Patt in Merken
CDU und SPD bei
Kommunalwahl gleichauf. Los muss wohl entscheiden.
Düren. Im Wahlprüfungsausschuss ist gestern Abend der Stimmbezirk 10.0 der
Kommunalwahl (Merken Grundschule) neu ausgezählt worden. Grundlage war der
Einspruch dreier Wahlhelfer, die beim Auszählvorgang am Wahlabend Abweichungen
vom streng geregelten Verfahren beobachtet haben wollten. Und bei der neuen
Zählung ergab sich tatsächlich ein Unterschied zur alten: CDU-Kandidat
Wilfried Prescher, der in Merken mit einer Stimme Rückstand SPD-Kandidat Helmut
Sieger unterlegen war, hat nun genau diese eine Stimme mehr. Die Ergebnisse
aller anderen Parteien wurden bestätigt. Nun wird aller Voraussicht nach das Los
darüber entscheiden müssen, wer künftig als Merkener Direktkandidat im Stadtrat
sitzt. Der Ausschuss hatte zuvor Einsprüche gegen das Wahlergebnis, die auf
möglichen Unregelmäßigkeiten bei der Kandidatenaufstellung von FDP und Linken
beruhten, zurückgewiesen, Gegen die massive Kritik der Opposition" setzte die
CDU/FDP-Koalition da. gegen die Neuauszählung des Merkener Stimmbezirks durch.
Super Sonntag v. 06.12.2009, S. 4
Von Sonntag zu Sonntag
Als "unglaublichen Vorgang"
bezeichnet Stadtratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste) die
Beschlussvorlage der Stadt Düren, die finanziellen Zuwendungen für
Altersjubilare ab Vollendung des 100. Lebensjahres nicht mehr zu zahlen. Bis
jetzt wurden hierfür je Jubilar 50 Euro überreicht. Dies schlug im Jahr 2007 mit
750 Euro zu Buche, im Jahr 2008 waren es 850 Euro und in diesem Jahr werden es
1000 Euro sein. Bereits seit 2007 werden die Zuwendungen für Ehejubilare nicht
mehr gewährt. "Die Verwaltungsleitung nimmt im Rahmen der Haushaltssanierung
inzwischen alles aufs Korn, was sich kaum noch wehren kann", kritisiert Böling
und fordert Bürgermeister Paul Larue auf, die Vorlage sofort zurück zu ziehen.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied) hierzu:
Wenn die NRW-Landesregierung unter
Jürgen Rüttgers (CDU) seit 2007 keine Zuschüsse für Alterjubilare mehr gewährt,
so ist dies für die Kommunen noch lange kein Grund, das auch zu tun. Es ist
schon ein erbärmliches Zeichen, wenn die Gesellschaft, in diesem Fall die
Kommune, nicht einmal mehr 50 Euro für ein Geburtstagsgeschenk für 100-Jährige
übrig hat. Wer 100 Jahre und älter geworden ist, hat etwas geschafft, was nur
den wenigsten Menschen vorbehalten ist. Durch die Erstellung einer solchen
Sparvorlage offenbart sich in der Tat eine Missachtung vor der Lebensleistung
alter Menschen. An Arroganz und Ignoranz ist das kaum noch zu überbieten.
Dürener Zeitung v. 02.12.2009, S. 13
Stadt will bei 100-Jährigen sparen
Altersjubilare
sollen ab 2010 kein Geldgeschenk mehr erhalten
Düren. Dass auch die Menschen in Düren immer älter werden, kommt die Stadt
teuer zu stehen. Wobei die Definitionen des Begriffs «teuer» in diesem
Zusammenhang sicherlich unterschiedlich ausfallen werden. 750 Euro hat die Stadt
Düren im Jahr 2007 für Geburtstagsgeschenke an Menschen ausgegeben, die 100
Jahre oder älter geworden sind. 15 Personen erhielten die von der Stadt
obligatorisch überwiesenen 50 Euro. 2008 waren es 17 Altersjubilare, an diesem
Jahresende werden es 20 sein. Jetzt hat die klamme Stadt die Reißleine gezogen:
Ab dem kommenden Jahr gibt es, wenn es nach den Vorstellungen der
Stadtverwaltung geht, für die Dürener im Alter von 100 und mehr Jahren keine
Geschenke mehr. Die Politik soll über diesen Vorschlag in der kommenden
Ratssitzung entscheiden. Schon vor sechs Jahren war die Ehrengabe des
NRW-Ministerpräsidenten für Altersjubilare ersatzlos gestrichen worden. Düren
spart sich schon seit März 2007 die Geschenke an Ehejubilare. «Eine Sanierung
des Haushalts zu Lasten 100-Jähriger ist schon ein erbärmliches Zeichen»,
urteilte Stadtratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste).
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied) hierzu:
Mittels eines Offenen Briefes v. 01.12.2009 habe ich den Bürgermeister
aufgefordert die Vorlage zurück zu ziehen. Hier der Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Larue,
hiermit fordere ich Sie auf,
die Vorlage 2009-0555 sofort zurück zu ziehen.
Begründung:
Wie der Vorlage 2009-0555 zu
entnehmen ist, nimmt die Verwaltungsleitung im Rahmen der Haushaltssanierung
inzwischen alles aufs Korn, was sich kaum noch wehren kann. Plant man mit dieser
Vorlage 2009-0555 doch tatsächlich Einsparung bei den Hundertjährigen
vorzunehmen. Eine Sanierung des Haushaltes zu Lasten von Einwohnerinnen und
Einwohnern die 100 Jahre und älter sind, ist meines Erachtens ein unglaublicher
Vorgang. Als Ratsmitglied der FREIEN LISTE lehne ich diese Vorlage ab. Sich an
Alten, Kranken und Schwachen zu vergreifen ist keine Kunst, zeugt nicht von
Stärke, sondern vielmehr von Schwäche. Das Sie als Bürgermeister so eine Vorlage
zweimal unterzeichnen und damit überhaupt auf den Weg zu bringen, ist schon mehr
als geschmacklos.
Dürener Nachrichten v. 02.12.2009, S. 13
Hundertjährige ruinieren die Stadt
Verwaltungsvorgänge sind manchmal schwer zu verstehen. Da hat zum Beispiel
am 19. November ein städtischer Dezernent eine Beschlussvorlage unterzeichnet
und dann an den Bürgermeister weiter geleitet. Der Dezernent war sinnigerweise
Paul Larue. Er hat sich dann die Vorlage selbst zugeschickt und zehn Tage später
am 29. November als Bürgermeister gleich nochmal unterschrieben. Vermutlich
musste der Dezernent den Bürgermeister erst noch anrufen, damit die Vorlage
endlich unterschrieben wird. Das Zögern des Bürgermeisters kann man bei dem
Inhalt aber verstehen: Ab Januar nämlich will die Stadt. den Altersjubilaren das
Geldgeschenk in Höhe von 50 Euro streichen. Das trifft die Bürger, die das 100.
Lebensjahr vollendet haben. Damit die Heerscharen fideler Hundertjähriger der
Stadt nicht den finanziellen Todesstoß versetzen, soll das Geldgeschenk nun
endgültig gestrichen werden. Das ist bitter. Von dem Geld konnte man immerhin
rauschende Feste schmeißen und dazu auch noch Dezernent samt Bürgermeister
bewirten, die sich zum Gratulieren einfanden. Aber: Die Ausgaben der Stadt sind
von 750 Euro im Jahr 2007 auf 1000 Euro im Jahr 2009 gestiegen. Das ist eine
Kostenexplosion von geradezu unglaublichen 33,3 Prozent! Und das mitten in der
Wirtschaftskrise. Wahnsinn. Gut, dass da endlich die Kostenbremse gezogen wird!
b.giesen@zeitungsvertag-aachen.de
Dürener Zeitung v. 20.11.2009, S. 15
"Hinweise ignoriert"
Böling kritisiert
Entscheidung pro Hotelbau
Düren. Lothar Böling (Freie Liste) wirft den Entscheidungsträgem im Rathaus
im Zusammenhang mit dem geplanten Hotelbau an der alten Stadthalle Ignoranz vor.
"Die Ursache für die Probleme nur mit einem schlecht verfassten Vertrag abzutun,
ist mir zu billig", sagt Böling. Schon im Vorfeld habe es Hinweise gegeben, die
den Bau des Hotels deutlich in Frage stellten. Die Verlängerung der
Fertigstellungsfrist werde auch nicht weiter helfen, prognostiziert Böling.
Schließlich habe Projektentwickler Hermann-Josef Schneider schon drei Jahre
vergeblich nach einem Investor gesucht, der das gesamte Hotel finanziert. (cl)
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied) hierzu:
Die Ursache nur mit „einem schlecht
verfassten Vertrag“ abzutun, ist mir zu billig. Hier geht es vielmehr um
Ignoranz. Gab es doch schon im Vorfeld Hinweise die den Bau des Parkhotels
deutlich in Frage stellten. Jene, die damals zustimmten (CDU, SPD, FDP,
BfD
und BM), sind jetzt in der Verantwortung. Da nützt es wenig, wenn man
eingesteht, dass man „Ende des Jahres 2009 klüger sei als 2007“ (Zitat BM Paul
Larue) und ein Karl-Alber
Eßer
(CDU) gar den GRÜNEN dazu gratuliert, dass sie damals dagegen waren. Die
Verlängerung der Fertigstellungsfrist um ein Jahr wird meiner Meinung nach auch
nicht weiter helfen. Ist es dem Projektentwickler Hermann-Josef Schneider doch
schon in den letzten drei Jahren nicht gelungen einen Investor zu finden der das
gesamte Hotel finanziert. Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der
Wirtschaftkrise wird das Hotelprojekt zudem immer fragwürdiger. Bereits im
Januar 2009 hatte die Krise den deutschen Hotelmarkt erreicht. Hoteliers in
Deutschland müssen seitdem mit stark sinkenden Umsätzen zurechtkommen. Allein
seit September 2008 sind die Erlöse um 4,5 Prozent gesunken. Es kann also
passieren, dass Hotelprojekte, wie das in Düren, aufgrund der unsicheren
Marktsituation auch noch abgesagt werden.
Dürener Zeitung v. 07.11.2009, S. 7
Die Rache des kleinen Mannes
Nur einen Tag
nach der Kreishaus-Komödie ging es im Dürener Rathaus amüsant weiter. Zumindest für den neutralen Beobachter. Denn 49 von 50 Stadtverordneten war so gar
nicht nach Lachen zumute. Der Rat hatte die Mitglieder seiner Ausschüsse zu
wählen. Im Vorfeld hatten sich die Fraktionen auf gemeinsame Listen verständigt,
die jeden zu seinem Recht kommen ließen. So, das hoffte man zumindest, ließe
sich ein höchst kompliziertes Wahlverfahren vermeiden, das sich nur der deutsche
Gesetzgeber ausgedacht haben kann. Doch da hatte man die Rechnung ohne Lothar
Böling gemacht. Der Ex-PDS-Mann, der jetzt fraktionslos im Rat sitzt, nahm sich
das Recht heraus, die heile Welt zu torpedieren. Denn wenn nur einer gegen die
Listen stimmt, muss das Wahlverfahren in Gang gesetzt werden, das viel zu
kompliziert ist, um an dieser Stelle erklärt zu werden. Nur so viel: Ein
Wahlgang dauert rund eine halbe Stunde. Mit stoischer " Gelassenheit ignorierte
Böling zunächst die flehenden Bitten der anderen. Erst als es um den dritten
Ausschuss ging, lenkte er milde lächelnd ein. Zuvor hatte, ihm die große
Mehrheit per, Ratsbeschluss sein Rathausbüro weggenommen und durch eine
Sachkostenpauschale für die Einzelabgeordneten ersetzt. Was folgte, war wohl so
etwas wie die Rache des kleinen Mannes.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied) hierzu:
Ich habe lediglich von meinem Stimmrecht gebrauch gemacht. Und das ist ja
bekanntlich nicht verboten. Viel bedenklicher ist die Tatsache, dass die
Fraktionen bei der Wahl der Mitglieder des Hauptausschusses einmütig den
NPD-Kandidaten gleich mit gewählt haben. Bei der Wahl der Mitglieder für die
Bezirksausschüsse lief es dann ebenso ab. Auch hierbei wurde der NPD-Kandidat
von allen Fraktionen - CDU, FDP, SPD, GRÜNEN und DIE LINKE. - einstimmig mit
gewählt. Die Sorge um die eigenen Mandate hatte wieder einmal völlig den Blick
fürs Wesentliche getrübt.
Dies zeigt, wie es um die Demokratie bestellt ist. Von einem Dürener Bündnis
gegen Rechts war weit und breit keine Spur.
Dürener Zeitung v. 05.11.2009, S. 17
Fraktionslose ohne Büro im Rathaus
Düren. Den fraktionslosen Einzelabgeordneten im Dürener Stadtrat wird kein
Büro mehr im Rathaus zur Verfügung gestellt. Der Rat hat gestern Abend eine
Änderung der Hauptsatzung beschlossen, nach der ihnen nun ersatzweise 125 Euro
monatlich als Sachkostenpauschale zustehen. Betroffen sind im aktuellen: Rat
Heidi Meier-Graß (BfD), Lothar Böling (Freie Liste) und Rene Rothhanns (NPD).
Die Entscheidung ist als Reaktion auf den Einzug der NPD ins Kommunalparlament
zu werten. Alle Fraktionen stimmen darin überein, dass den Rechtsextremisten
kein Büro im Rathaus eingerichtet werden soll. Darunter leiden nun auch die
anderen Einzelkandidaten. Lothar Böling erkennt "den Trend der Etablierten,
unliebsame Konkurrenz klein zu halten"
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied) hierzu:
In der Tat, so ist es, dass Ganze hat System. In Jülich erhält der Mandatsträger
der Linkspartei statt eines Raums im Rathaus, einen Betrag von 25 Euro
monatlich. Und in Euskirchen ist das ebenso. Dort erhält der Mandatsträger der
Linkspartei statt eines Raums im Rathaus, einen Betrag von 66 Euro im Monat.
Wenn es darum geht unliebsame politische Konkurrenz aus dem Weg zu räumen, sind
sich alle etablierten Fraktionen einig, da ist einfach jedes Mittel recht.
Dürener Nachrichten v. 12.10.2009, S. 11
Jede Woche Lebensmittel für rund 2000 Menschen
Erntedankfest für
rund 2000 Menschen
Düren. Es gibt Erbsensuppe, einen kräftigen Eintopf. An dem langen Tisch,
der in der Kölnstraße steht, sitzen viele Menschen und genießen bei scheußlichem
Regenwetter und Wind diese warme Mahlzeit, zu der es auch noch ein knuspriges
Brötchen gibt. Da sitzen Männer und Frauen, Alte und Junge, solche, die viele
Einkaufstaschen dabei haben und teure Kleidung tragen, aber auch solche, die
offenbar nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Der Verein "Dürener Tafel"
hat zu seinem sechsten Erntedankfest in die Innenstadt eingeladen, und die
stellvertretende Tafel-Vorsitzende Edith Becker und ihre Mitstreiter wollen mit
diesem Fest ein Zeichen setzen. Ein Zeichen der Solidarität. "Wir haben jede
Woche zehn bis l5 neue Kunden“, sagt Edith Becker, die seit dem Tod von Jürgen
Osborg-Schmitz die Geschicke der Tafel führt, und auch bei den Vorstandswahlen
im Januar für den Posten der Vorsitzenden kandidieren möchte. "Es geht den
Menschen einfach schlechter. Das spüren wir." Die "Kunden" der Dürener Tafel,
das sind Menschen, die von Hartz IV leben öder aufgrund ihrer minimalen
Einkommensverhältnisse nicht mehr haben als den Arbeitslosengeld-II-Satz. Edith
Becker: "Wir versorgen jede Woche 2000 Menschen mit Lebensmitteln in Düren und
Merzenich." Jeden Tag sind die rund 40 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Dürener Tafel unterwegs. Sie holen Lebensmittel in Supermärkten,
Bäckereien und auf dem Wochenmarkt ab und verteilen sie an die Bedürftigen. Und
zwar direkt in deren Stadtteil. Wohnortnah. Edith Becker: "Was unsere Spenden
angeht, sind wir sehr zufrieden. Sowohl, was die, Lebensmittelspenden angeht,
als '" auch die Finanzzuwendungen. Was wir dringend brauchen, sind Mitarbeiter."
Jeden Tag und das sechs Tage in der Woche, so Becker, seien Mitarbeiter der
Tafel von 8 Uhr morgens bis mindestens 18.30 Uhr unterwegs. "Manche unserer
Helfer fahren aber nur ein Mal im Monat oder auch nur einen halben Tag. Deswegen
brauchen wir sehr viele aktive Ehrenamtler." Ob es da nicht sinnvoller wäre, ein
Ladenlokal in der Stadt einzurichten, wollte Edith Becker am Samstag nicht
bestätigen. "Eine solche Umstrukturierung wäre sehr, sehr aufwändig. Natürlich
gibt es solche Überlegungen immer mal wieder, aber es ist nichts konkret oder
gar spruchreif." Übrigens hatte die Dürener Tafel am Samstag prominente Hilfe
aus Berlin: Der parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel war zur Stelle, um
mit Suppe auszuteilen.
Anmerkung
von Lothar Böling (Ratsmitglied) hierzu:
Die Arbeit der Dürener Tafel ist ein wichtiger Beitrag zur Versorgung vieler
Dürener Einwohnerinnen und Einwohner, die von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld
II leben müssen. Haben viele von ihnen im Monat doch nicht einmal das
Existenzminimum was ihnen zusteht. Oft sind sie hoch verschuldet, oder ihnen
werden Gelder von der Verwaltung vorenthalten, bzw. sie müssen monatlich
Gelder von ihrer spärlichen Regelleistung abzweigen um Schulden (z.B. Heizkosten
aus dem vergangenen Jahr) zu begleichen. Wer bei dem Artikel nicht so recht ins
Bild passt ist daher der Mann mit der Suppenkelle. War es
doch Thomas Rachel, der 2004 im Bundestag der Einführung von Hartz IV
zugestimmt
und damit Millionen Arbeitslose der Verelendung preisgegeben hat. Herr Rachel ist kein Wohltäter mit Suppenkelle, sondern
mitverantwortlich für Hartz IV. Als Parlamentarischer Staatssekretär ist er ein
Spitzenverdiener. Er hat keine Ahnung davon, was es bedeutet am Rande der
Gesellschaft zu leben.
Deshalb halte ich den Dürener
Bundestagsabgeordneten der CDU, Thomas Rachel, als Verteiler von Erbsensuppe beim
Ernstdankfest der Dürener Tafel für völlig deplaziert und einen Widerspruch.
Aber so sind die Vertreter des Kapitals nun mal. In der Rolle des freundlichen
und wohltätigen Spenders, gefallen sie sich am Besten. Für ein Bild in der
Zeitung langt es auf jeden Fall immer.
Dürener Nachrichten v. 15.09.2009, S. 15
Dürener Ratsherr ficht Kommunalwahl-Ergebnis an
Lothar Böling (Freie
Liste) sieht "Unregelmäßigkeiten bei der Linken". Deren Kreissprecher weist
Vorwürfe weit von sich.
Düren. Der Dürener
Politiker Lothar Böling legt Widerspruch gegen die Kommunalwahl ein. Der Grund: Angeblich habe es im
Vorfeld Unregelmäßigkeiten auf dem Nominierungsparteitag der Partei «Die Linke»
gegeben.
Böling selbst gehört der Partei nicht an. Er kandidierte als Mitglied der Freien
Liste für den Dürener Stadtrat und zog ins Parlament ein. In der Vergangenheit
bildete er mit dem jetzigen Linken-Politiker Niko Theodoridis eine Fraktion im
Rat - bis es zum Zerwürfnis kam. Böling wirft der Linken auf Stadt- und
Kreisebene unter anderem vor, dass 30 Mitglieder beim Nominierungsparteitag ihr
Stimmrecht nicht hätten ausüben können, weil sie vom Kreissprecher der Linken,
Valentin Veithen, daran gehindert worden seien. Laut Böling haben sie für den
Parteitag keine Einladung erhalten. Das bestätigt Valentin Veithen gegenüber den
«DN». Er begründet: «Es handelt sich um neue Mitglieder, die noch nicht
ausreichend lange in der Partei sind. Deshalb dürfen sie noch nicht wählen. Das
sieht unsere Satzung nun mal so so vor.» Daher hätten diese Mitglieder auch
keine Einladung erhalten. «Ich habe mir nichts vorzuwerfen», sagt der
Kreis-Vorsitzende. Lothar Böling sagte den «DN», er wolle erreichen, dass die
Mandate der Linken auf Stadt- und Kreisebene aberkannt würden. «Je nach dem muss
es Neuwahlen geben», so Böling. Das sieht die Stadt Düren noch lange nicht. «Wir
werden den Sachverhalt prüfen», sagt Helmut Göddertz, Sprecher des Rathauses.
Der Wahlprüfungsausschuss, der sich im November konstituieren wird, würde sich
wohl mit dem Fall befassen. Der Wahlausschuss der Stadt hat das amtliche
Ergebnis der Kommunalwahl erst vor kurzem bestätigt.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied) hierzu:
Das ca. 30 Mitglieder keine
Einladung erhalten haben, ist nur eine Unregelmäßigkeit von vielen bei der
Kandidatenaufstellung. Mit allen anderen wird sich der Wahlprüfungsausschuss
noch im Detail befassen müssen. Allein der Tatbestand, dass man eine große Zahl
von Mitgliedern mittels künstlich erzeugter Einsprüche willkürlich ihrer
Mitgliedsrechte beraubt, ist schon ein Skandal. Mitglied wird man durch Eintritt
und nicht durch Gesinnungsprüfung. Für mich ist das ein klarer
Fall von Wahlmanipulation. Hat doch ein jedes Mitglied laut Satzung das Recht an der
Meinungs- und Willensbildung mitzuwirken; an Veranstaltungen, Wahlen und
Abstimmungen teilzunehmen. Wie aber soll es das tun, wenn es heimtückisch
ausgegrenzt wird. Zudem kann es nicht angehen, dass kritische
Mitglieder, die konkurrierend kandidieren wollten, schon im Vorfeld der Wahl bedroht,
genötigt und angezeigt werden. Genau das aber ist geschehen. Eine solche
Vorgehensweise ist unmöglich mit freien, gleichen und geheimen Wahlen vereinbar.
Gerade für eine Partei, die sich Gerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat,
ist das, was in Düren geschehen ist, ein unglaublicher Vorgang.
Dürener Zeitung v. 15.09.2009, S. 13
Böling zweifelt die Gültigkeit der Wahl an
"Kandidatenaufstellung der Linken nicht in Ordnung"
Düren. Lothar Böling
hat Einspruch gegen die Gültigkeit der Kommunalwahlen in Stadt und Kreis Düren
eingelegt. Der frühere Stadtratsvertreter der Linken-Vorgängerpartei PDS, der
mit der örtlichen Parteiführung der Linken seit zwei Jahren im Clinch liegt,
begründet dies mit Unregelmäßigkeiten rund um die Kandidatennominierung dieser
Partei in Stadt und Kreis. Etwa 30 Mitglieder der Linkspartei seien an ihrer
Kandidatur gehindert worden, indem gegen ihre Mitgliedschaft vom Kreissprecher
Valentin Veithen gezielt Widerspruch eingelegt worden sei, sagt Böling, der
inzwischen für die «Freie Liste» im Stadtrat sitzt. Mindestens sieben weitere
Mitglieder hätten keine Einladung erhalten. Zudem enthielten die Wahlvorschläge,
die schließlich an die Wahlleiter in Stadt und Kreis Düren gegangen sind,
weitere «Angaben, die nicht der Wahrheit entsprechen». «Diese Vorwürfe sind
nicht neu, bleiben aber komplett aus der Luft gegriffen», sagt der Kreissprecher
der Linken, Valentin Veithen. Die Partei habe es «mit großem Aufwand geschafft»,
Böling nicht aufnehmen zu müssen. Dies erkläre dessen Beweggründe. Das
Landesschiedsgericht der Partei habe sich bereits mit Bölings Vorwürfen befasst
und den Verantwortlichen im Kreis Düren bescheinigt, «dass alles okay war». Und
auch die Wahlleiter in Stadt und Kreis hätten keinen Grund gesehen, die
Wahlvorschläge der Linken zu beanstanden. Im Dürener Rathaus befassen sich
derzeit Juristen mit Bölings Einspruch. Da er fristgerecht eingegangen sei,
werde sich der neue Wahlprüfungsausschuss nach der Konstituierung des neuen
Stadtrats Ende Oktober inhaltlich mit dem Thema auseinandersetzen, sagt
Stadtsprecher Helmut Göddertz, der allerdings betont, dass die Wahlvorschläge im
Vorfeld sehr gewissenhaft geprüft worden seien.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied) hierzu:
Auf dem Nominierungsparteitag am 13.12.2008 waren nur 52 Mitglieder
stimmberechtigt. Zählt man allein ca. 30 Mitglieder hinzu, denen statt einer
Einladung ein Widerspruch zugeschickt wurde, wäre das Wahlergebnis auf jeden
Fall anders ausgefallen. 10 weitere Mitglieder erhielten keine Einladung, weil
die Briefe angeblich nicht zustellbar waren. Am 13.12.2008 wurden diese Briefe
vom Kreissprecher stolz der Versammlung präsentiert. Ich bin der Meinung, das die Taktik – Augen zu und
durch - und das Festhalten an frisch gewonnen Mandaten nicht zu Lasten der
Demokratie gehen darf. Angesichts des vorliegenden Wahlbetruges bleibt nur der
Weg die Wahlen anzufechten, wenn man ein reines Gewissen den Wählerinnen und
Wählern gegenüber behalten möchte. Um weiteren Schaden von der angesichts einer
historisch niedrigen Wahlbeteiligung ohnehin schon angeschlagenen kommunalen
Demokratie abzuwenden, bleibt nach meiner Ansicht nur der Weg die unrechtmäßig
erworbenen Mandate abzuerkennen und an die übrigen Parteien zu verteilen oder
aber Neuwahlen auszurufen.
Dürener Nachrichten v. 27.07.2009, S. 1
Scholz blitzt bei Union ab
Arbeitsminister:
Höhere Hartz-IV-Schonvermögen
Berlin. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) will noch vor der
Bundestagswahl das Schonvermögen für Hartz-IV-Empfänger erhöhen. "Wir müssen den
Hartz- IV-Empfängern die Sicherheit geben, dass ihre Altersvorsorge un-
angetastet bleibt", sagte Scholz. "Was als Altersvorsorge dient und zu einer
unwiderruflichen Zusatzrente führt, soll unbegrenzt zum Schonvermögen gehören."
Bisslang dürfen Hartz-IV-Bezieher 250 Euro pro Lebensjahr als Schonvermögen
behalten, der Freibetrag für die Altersvorsorge liegt bei 16.250 Euro. Der
arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Ralf Brauksiepe
(CDU), lehnte den Vorstoß des Arbeitsministers ab. Er sei "nicht sachgemäß." Die
Linke bezeichnete Scholz` Vorschlag als "Wahlkampfgag". Ihr stellvertretender
Vorsitzender, Klaus Ernst, wies darauf hin, dass die SPD im Bundestag noch am 2.
Juli gegen eine Erhöhung gestimmt habe. Scholz sprach sich ebenfalls dafür aus,
die Förderung der Alterteilszeit bis 2014 zu verlängern. "Altersteilzeit ist ein
Angebot für Menschen, die lange gearbeitet haben und vor der Rente einmal
halblang machen möchten ", sagte Scholz. "Ich bin dafür, dieses Angebot der
Bundesagentur noch einmal für fünf Jahre zu verlängern." Ein entsprechendes
Gesetz könne noch vor der Bundestagwahl auf den Weg gebracht werden. Doch auch
mit diesem Projekt biss Scholz bei der Union auf Granit. "Das wird es mit uns
nicht. geben", sagte Brauksiepe. Ziel der Politik müsse es sein, Menschen länger
in Arbeit zu halten und nicht ihren Ausstieg zu unterstützen. '(dpa/ddp)
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Kaum zu glauben ab wahr. Mittels billiger Wahlversprechen geht die SPD für
die Bundestagswahl auf Stimmenfang. Nach der Wahl wolle man den Betrag für das
Schonvermögen von Arbeitslosengeld II-Empfängern erhöhen, heißt es da. Für wie
dumm hält man eigentlich die arbeitslosen Wählerinnen und Wähler? Erst im
Bundestag gegen eine Erhöhung des ALG-II-Regelsatzes stimmen und dann mit
leeren Versprechen werben. Ein altes Sprichwort der Arbeiterbewegung sagt:
"Schaut Ihnen nicht auf den Mund, sondern auf die Finger. Da sieht man, was sie
tun." Schon die Stellungnahme der CDU macht deutlich, dass dieses
SPD-Versprechen in einer großen Koalition nicht umsetzbar sein wird. Und eine
absolute Mehrheit für die SPD dürfte für die nächste Bundestagswahl wohl kaum in
Sicht sein.
Dürener Zeitung v. 19.05.2009, S. 18
Antifa fordert Schließung
"Hürtgenwald 1944
und im Frieden" überarbeiten
Düren. Die Dürener Antifa fordert den Geschichtsverein Hürtgenwald
auf, das von ihm betriebene Museum "Hürtgenwald 1944 und im Frieden" grundlegend
zu überarbeiten und die Ausstellungsgegenstände kritisch-historisch einzuordnen.
Bis dies geschehen ist, soll das Museum aus Sicht der Antifa geschlossen werden.
"Das Sammelsurium von Weltkriegs schrott verträgt den Namen Museum nicht", sagte
Antifa-Sprecher Martin Graubenden. Eine Einordnung des Gezeigten in den Kontext
von Diktatur, Angriffskrieg und Holocaust finde im Museum nicht statt. "In der
jetzigen Form wird in Vossenack Geschichtsklitterung betrieben", bilanziert die
Dürener Antifa.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Die Tatsache, dass in dieser Waffenschau auch noch Dokumente der 116.
Panzerdivision (Windhund-Divison) ausgestellt werden, reicht als Grund für eine
sofortige Schließung schon aus. Hierbei handelt es sich um Dokumente, die vom
"heldenhaften" Kampf einer Elitedivision der Wehrmacht zeugen sollen. Dies dient
nur der Kriegsverherrlichung. Die deutsche Wehrmacht handelte nämlich im
Auftrage eines verbrecherischen Systems, dem des Hitlerfaschismus. Dieses
"Museum" ist nicht nur eine Pilgerstätte für Waffennarren und Militaristen,
sondern auch für alte und neue Faschisten.
Jülicher Nachrichten
v. 15.05.2009, Seite 16
15.05.2009, Unterstützung für ÖPNV-Erweiterung
Jülich.
"Die Linke" in Jülich begrüßt die Initiative von FDP und CDU, die Anbindung der
Rurtalbahn von Linnich nach Hückelhoven/Baal wieder herzustellen. "Sowohl aus
ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht gibt es zur Angliederung der Bahn
im Dürener Nordkreis an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) keine
Alternative", betont der Kandidat für den Jülicher Stadtrat, Manfred Penners.
"Unser Konzept für einen ausgewogenen ÖPNV im Jülicher Land beinhaltet auch die
Verbesserung der Bahnanbindung von Jülich", ergänzt Bürgermeisterkandidat
Siegfried Faust und sichert der CDU/ FDP-Forderung Unterstützung zu.
Stolberger Nachrichten, 17.03.2009
Gericht: Misthaufen vor NPD-Stand ist Aktionskunst
Stolberg/Eschweiler. Um
eine «anrüchige Geschichte» ging es am Montag vor dem Amtsgericht Eschweiler,
wie selbst der Richter mit einem ironischen Unterton feststellte. Angeklagt war
der sich als «Aktionskünstler» verstehende Christian Wagemann, der im August
2008 am Marktplatz in Mausbach eine Karre mit Schafsmist vor einen NPD-Infostand
gekippt hatte. Das Gericht sprach den Verursacher in der Sache vom Vorwurf der
Beleidigung frei, denn «Mist auskippen» sei eine «Meinungsäußerung» - solange
man dabei keine Person mit den Fäkalien gleichsetze. Doch genau jener Vorwurf
aber stand in dem nur 35 Minuten dauernden Prozess im Raum. Anmelder des
NPD-Infostandes war der Stolberger Ratsmann Willibert Kunkel. Der 58-Jährige
wollte gehört haben, dass Wagemann ihm vor der Tat zugerufen hatte: «Kunkel, du
bist braune Sch..., ich bringe dir braune Sch...!»
Dem widersprach Wagemann vehement. Er habe gerufen: «Braune Scheiße zu brauner
Scheiße!» Die ansonsten auch sehr deftige Tat an sich bestritt Wagemann, wie
schon bei ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit, nicht. Ihm sei es dabei um
die symbolische Aussage gegen die NPD gegangen. Er habe aber niemanden
persönlich beleidigen wollen. Deswegen mussten sechs Zeugen vor Gericht
aussagen. Kunkel blieb bei seiner Version - die allerdings seiner eigenen
Aussage gegenüber der Polizei widersprach, wonach er kurz nach der Tat zu
Protokoll gegeben hatte, Wagemann habe nur gerufen: «Kunkel, braune Sch...!»
Alle anderen Zeugen, vier Polizisten und ein Antifaschist, widersprachen Kunkel
jedoch. Die bestätigten in dem zuweilen von Gelächter begleiteten, unfreiwillig
komischen Prozess nicht, dass Wagemann Kunkel persönlich angesprochen habe.
Selbst Richter und Staatsanwalt konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen,
als ein Polizist den Vorfall beschrieb und aussagte, er habe nur gedacht: «Ach
du Sch...!» Und: «Schöne Bescherung!»
Die Polizisten hatten seinerzeit Wagemanns Personalien aufgenommen und einen
Platzverweis gegen den selbst in Mausbach wohnenden Mann für dessen Heimatort
ausgesprochen. Den Schafsmist - Wagemann sprach von seinem «Kunstwerk» - hatten
Mitarbeiter der Stadt entfernt. Deswegen hatte die Verwaltung dem Täter auch
eine Rechnung für die Reinigungskosten zugestellt, ihm diese aber letztlich
erlassen. Laut Wagemann mit der Begründung, dass man «braunen Mist» auf Straßen
und Bürgersteigen nun einmal nicht haben wolle.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Ich finde, hier handelt es sich im Großen und Ganzen im eine vortrefflich
gelungene Protestaktion die sich sicherlich andernorts wiederholen lässt.
Dürener Nachrichten v. 07.03.2009, S. 13
"Schulsystem muss reformiert werden"
Düren. "Obwohl sich Unternehmen seit Jahren über die mangelhafte
Schulbildung der Auszubildenden beklagen, verteidigt auch die Dürener CDU immer
noch ein völlig veraltetes Schulsystem", kritisiert das fraktionslose
Ratsmitglied Lothar Böling. Statt krampfhaft das lädierte Ansehen der
Hauptschulen verbessern zu wollen, solle man sich am Willen besorgter Eltern
orientieren, schließt sich Böling den Forderungen nach einer weiteren
Gesamtschule für Düren an. Der Blick über die Grenzen Deutschlands zeige, dass
eine Strukturreform unseres Schulsystems längst überfällig ist, sagt Böling:
"Nicht aussondern, sondern Chancengleichheit und Fördern müssen zur Regel
werden." (cl)
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Hier offenbart sich wieder einmal die ganze Rückständigkeit vieler
Unions-Politiker. „Es wäre geradezu töricht, unsere bewährte Schullandschaft zu
zerstören.“, erklärt da der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion Karl-Albert Eßer.
Obwohl sich Unternehmen seit Jahren über die mangelhafte Schulbildung der
Auszubildenden beklagen, verteidigt auch die
Dürener
CDU immer noch ein völlig veraltetes Schulsystem. Statt krampfhaft das lädierte
Ansehen der Hauptschulen verbessern zu wollen, sollte man sich besser am Willen
besorgter Eltern orientieren. Eine Gesamtschule ist allemal besser, wie eine
jede Hauptschule. Ich schlage vor, der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion wirft
mal einen Blick über die Grenze. Andere Länder sind da längst weiter. Denn dort
gibt es ein einheitliches Schulsystem. Während in Deutschland nur 37 von 100
Schülern die Hochschulreife erreichen, sind es in anderen europäischen Ländern
doppelt so viele. Allein dies macht deutlich, was alles möglich ist, wenn man
unser jetziges Schulsystem endlich durch ein besseres ersetzt. Es liegt also
nicht an den Schülerinnen und Schülern, sondern an den Politikern, wenn
Deutschland bei der PISA-Studie
immer wieder nur einen der hinteren Plätze belegt. Eine Strukturreform unseres
Schulsystems ist daher längst überfällig. Nicht aussondern, sondern
Chancengleichheit und fördern muss zur Regel werden.
Dürener Zeitung v. 07.02.2009, S. 13
Schmidt und Voß klagen über Täuschungsmanöver
Vor der Zustimmung
zu «Swap-Geschäfte» sei der Dürener Stadtrat vom Kämmerer nicht über die Risiken
aufgeklärt worden
Düren. Für die Zinswette, mit der die Stadt Düren nach aktuellem Stand im
Minus liegt, hat der damalige Kämmerer Johannes Geismann das Votum aller
Stadtratsfraktionen gehabt. Doch die Ratsmitglieder seien damals getäuscht
worden, sagen SPD-Fraktionschef Henner Schmidt und der grüne Fraktionsvize Bruno
Voß. Aus den Informationen der Kämmerei, auf deren Basis der Rat entschieden
hat, sei das Gefahrenpotenzial der sogenannten «Swap»-Geschäfte nicht
hervorgegangen. Legitimiert durch die Ratsentscheidung - nur PDS-Solist
Lothar Böling votierte mit Nein - hatte die Stadt Düren 2001 in Zusammenhang
mit der Abzahlung eines 4,8-Millionen-Euro-Kredits auf die künftige
Zinsentwicklung spekuliert. Als das Geschäft anfangs gut lief, gab der Rat noch
einmal grünes Licht für derartige Zinswetten, 2002 dann ein drittes Mal -
diesmal ohne zeitliche Begrenzung. An diesem Punkt stieg die SPD aus und sagte
Nein. Zu einem weiteren «Swap»-Geschäft kam es trotz der Legitimation durch den
Rat nicht mehr. Inzwischen hatten sich die Gewinnaussichten derartiger
Finanzaktionen deutlich verschlechtert. «Das hätte der Kämmerer von Beginn an
darstellen müssen», ärgert sich Henner Schmidt, der erst seit 2004 im Rat sitzt,
und betont: «Ich kann den damaligen Ratsmitgliedern keinen Vorwurf machen.» «Zu
dieser Zeit herrschte allgemein eine gewisse Euphorie, was Spekulationen am
Finanzmarkt anbelangt. Davon haben wir uns wohl anstecken lassen», bedauert
Bruno Voß seine Zustimmung zu den Zinswetten. Wie Schmidt ist er der Ansicht,
dass der Rat derartigen Geschäften jetzt einen Riegel vorschieben sollte.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Von Täuschung kann überhaupt keine Rede sein. Denn zum Poker mit Derivaten
gehören nicht nur satte Gewinne, sondern auch kräftige Verluste. Dies ist jedem
Spekulanten klar. Nach dem Motto: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.",
hätte man sich bei SPD und GRÜNEN über die Risiken vorher besser informieren sollen, statt nun mit einer
öffentlichen Schuldzuweisung das eigene Fell retten zu wollen. Gab es doch
insbesondere vor 2002 bei derivaten Geschäften keinen wirksamen Schutz vor
ruinösen Dispositionen.
Übrigens: Derivate sind Verträge die das Recht garantieren zu einem fixen Preis
zu kaufen oder zu verkaufen. Auch wenn einem derivaten (abgeleiteten) Geschäft
ein reales Geschäft zugrunde liegt, so handelt es sich dennoch immer um eine
Spekulation. Es ist wie beim Pferderennen: Nur wer aufs richtige Pferd setzt, der gewinnt.
Angesichts der Tatsache, dass man bei der Stadt Düren auf einen festen Zinssatz
von 6,6 % gesetzt hat, der variable aktuell jedoch bei 3 Prozent liegt, dürfte
sich der Verlust bis 2015 noch deutlich erhöhen.
Dürener Nachrichten v. 07.02.2009, S. 13
Ohne Moos nichts los
Wenn Städte und Gemeinden versuchen, ihr Kapital zu vermehren, kann das schief
gehen, muss aber nicht. Bei einer speziellen Art von Kreditgeschäften
meldet Düren
«Gewinne und Verluste»
Von Ingo
Latotzki
Düren. Haben Sie ihr Häuschen im Grünen bar bezahlt? Ja? Sie
Glücklicher! Nein? Dann sind Sie sicher auch darauf erpicht, einen guten Zins zu
erhalten, möglichst auf Jahre hinaus. Und wie werden Sie sich ärgern, wenn sie
in einer Hochzinsphase einen über Jahre laufenden Kreditvertrag mit abschließen
und genau in dieser Zeit der Zins sinkt und sinkt und sinkt. Darüber ärgern sich
auch Kommunen. Deshalb versuchen findige Kämmerer (das sind quasi die
Finanzminister), für ihre Stadt oder Gemeinde möglichst viel herauszuholen. Mal
gelingt das, mal gelingt das nicht. Der Bund der Steuerzahler, BdSt, hat unter
den 396 Kommunen in NRW jüngst nachgefragt, inwieweit sie so genannte
Swap-Geschäfte getätigt haben. 160 haben das getan, darunter die Stadt Düren.
Bei einem Swap wird - simpel ausgedrückt - ein bestehender Kredit gegen einen
anderen getauscht. Das kann gut gehen - oder auch nicht. Die Stadt Düren hat dem
Steuerzahlerbund geantwortet, bei ihrem Swap-Geschäft «Verlust und Gewinn»
gemacht zu haben. In Zahlen: 133.000 Euro Gewinn stehen 459.000 Euro
Verlust gegenüber, bis jetzt. Andere Städte, etwa Bocholt, Remscheid und Hagen
haben Miese eingefahren, zwischen 400.000 und 27 Millionen Euro, schreibt der
Bund der Steuerzahler. Es gibt verschiedene Arten von Swap-Geschäften, hoch
spekulative und weniger risikoreiche. Die Stadt Düren hat folgendes gemacht, um
weniger Zinsen zu zahlen: 2001 nimmt sie einen Kredit über 4,8 Millionen Euro
auf, zum damals marktüblichen Zins von 7,6 Prozent. Ab 2004 sollte diese feste
Zins auf einen variablen Zins umgestellt werden. So weit, so gut. Nun kommt das
Swap-Geschäft, eine dritte Bank betritt das Spielfeld. Die bietet der Stadt bei
gleicher Laufzeit (bis 2015) einen Zins, der konstant bei 6,6 Prozent liegt. Das
Rathaus greift zu. Bis 2004 zahlt sie also ein Prozent weniger Zinsen (statt 7,6
% bei der ersten Bank nur 6,6 % bei der zweiten Bank) - das ist der Gewinn von
133.000 Euro. Ab 2004 zahlt Düren dann weiter 6,6 %. Mittlerweile ist der Zins
aber gefallen. Zur Erinnerung: Wäre die Stadt bei der ersten Bank geblieben,
hätte sie davon profitiert - nun zahlt sie drauf; bis jetzt 459.000 Euro. «Wir
sind heute in einer bemerkenswert langen Niedrigzinsphase», sagt Dürener
Kämmerer Harald Sievers. 2001 sah das anders aus. Sein Vorgänger Johannes
Geismann hatte andere Voraussetzungen. Damals waren die abgeschlossenen 6,6
Prozent günstig, heute zahlt eine Kommune teils unter drei Prozent. In der
Dürener Politik ist nun ein Streit darüber entbrannt, ob die Entscheidungen von
damals richtig waren.
Fest steht: Dieses Geschäft ist vom Rat der Stadt Düren von allen Parteien
(bis auf die PDS) gebilligt worden. Harald Sievers bezeichnet den Dürener
Swap-Deal nicht als sehr risikobehaftet. Überhaupt spekuliere die Stadt weder an
der Börse noch über Fonds. Ab und an würde kurzfristig Festgeld angelegt. Viel
sei es nicht, bekanntlich ist die Stadt mehr als klamm
Dürener Nachrichten v. 07.02.2009, S. 13
SPD und Grüne fühlen sich getäuscht
Die Politiker sind
der Meinung, nicht ausgewogen über Swap-Geschäfte informiert worden zu sein
Düren. Henner Schmidt lässt aus seiner Sicht keinen Zweifel: "Eine Kommune
darf nicht mit dem Geld der Bürger spekulieren." Für den Fraktions-Chef der
Dürener SPD steht fest, dass das so genannte Swap-Geschäft, das die Stadt
getätigt hat, "mit viel Risiko behaftet war". Schmidt geht noch weiter: "Der Rat
ist getäuscht worden." Soll heißen: Als sich der damalige Kämmerer Johannes
Geismann im Jahr 2000 von der Politik die Ermächtigung holte,
Zinssicherungsgeschäfte abschließen zu dürfen, habe er dem Stadtrat nur "die
positiven Seiten eines solchen Geschäfts aufgezeigt". Wie Henner Schmidt ist
auch Grünen-Stadtrat Bruno Voss verärgert. Der Umweltpolitiker: "Uns wurde
erzählt, dass solche Swap-Geschäfte mittlerweile völlig normal seien, um Zinsen
abzusichern und möglichst wenig zu bezahlen."
"Geschönte
Ausführungen"
Die Stadt hat vor neun Jahren einen bis 2015 laufenden Kredit über
4,8 Millionen Euro gegen einen anders ausgestalteten Kredit getauscht (siehe
Bericht oben) und bislang damit einen Verlust von mehr als 300 000 Euro gemacht.
Auf Basis "geschönter Ausführungen" hätten SPD und Grüne seinerzeit für den Deal
gestimmt, so Schmidt und Voss. Lediglich die PDS lehnte das Geschäft ab.
Auch einen zweiten Beschluss beschieden die Parteien positiv; erst, als sich der
damalige Kämmerer 2002 mittels einer dritten Ratsvorlage eine weitere Zustimmung
für Swap-Aktivitäten holen wollte, lehnte die SPD ab. Geismann wollte für seine
Geschäfte keine zeitliche Befristung mehr. Die maximale Summe, die die Stadt
damals für Kredittauschgeschäfte hätte einsetzen dürfen, liegt bei 50 Millionen
Euro - bis heute. "Das muss sofort geändert werden ", forderten Schmidt und
Voss. Ihre Zustimmung hätten sie damals auch gegeben, weil "wir Johannes
Geismann als seriösen Finanzfachmann kennen gelernt haben". CDU-Fraktions-Chef
Karl-Albert Eßer kann die Aufregung nicht verstehen. "Die Stadt hat seriöse
Geschäfte gemacht." Dass derzeit ein Verlust zu verzeichnen sei, "kann man
niemandem vorwerfen". Das könne sich bis 2015 auch wieder ändern. (inla)
Dürener Zeitung v. 05.02.2009, S. 17
Mit der Zinswette in der Verlustzone
Die Stadt Düren hat
einmal spekuliert
Düren. 160 Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind mit dem Geld der
Steuerzahler Zinswetten eingegangen. Teilweise haben sie dabei Millionenverluste
gemacht. Auch die Verantwortlichen im Dürener Rathaus haben am Finanzmarkt
spekuliert. Genau einmal, wie Kämmerer Harald Sievers jetzt gegenüber der DZ
offen legte. Dabei geht es um einen 2001 aufgenommenen Kredit über 4,8 Millionen
Euro, der bis 2015 abbezahlt wird. Erst dann steht fest, ob die Stadt ihre Wette
gewonnen hat oder nicht. Die aktuelle Zwischenbilanz weist einen deutlichen
Verlust aus. Eine Prognose Zinswetten - diesen gängigen, Begriff für sogenannte
"Swap"-Geschäfte hält der Dürener Kämmerer für nicht ganz treffend. Er vermittle
den Eindruck, es handele sich um völlig unseriöses wirtschaftliches Handeln.
Sievers erklärt das "Swap"-Geschäft deshalb lieber als "Prognose zur künftigen
Zinsentwicklung". Sein Vorgänger Johannes Geismann sei 2001, um das Wort doch zu
benutzen, eine Wette auf die Entwicklung der Zinsen eingegangen. Mit Zustimmung
der Politik: Der Stadtrat hatte den Kämmerer damals mit einstimmigem
Beschluss dazu ermächtigt, derartige Geschäfte sogar bis zu einer
Kreditsumme von 100 Millionen D-Mark zu tätigen.
Muss eine
negative Zwischenbilanz der Zinswette ziehen: Kämmerer Harald Sievers.
Bei diesen vom Bund der Steuerzahler als "Glücksspiel" und "Zockerei"
gegeißelten Aktionen werden meist mit einem, dritten Finanzpartner variable
gegen feste Zinszahlungen getauscht. Während die Stadt Düren dabei bis 2003 auf
der Gewinnerseite stand und 132.000 Euro "verdiente", geriet sie zwischen 2004
und 2008 mit 460.000 Euro in die roten Zahlen. Jetzt hoffen die
Verantwortlichen, dass sich das Blatt bis 2015 wieder wendet.
Anmerkung von Lothar Böling
(Ratsmitglied DIE LINKE. Offene Liste Düren) hierzu:
Von einstimmigen Ratbeschlüssen kann keine Rede sein. Denn als Ratsvertreter
der PDS Offenen Liste habe ich damals gegen diese Zinsspekulation gestimmt.
Nachzulesen in den Ratsprotokollen v. 27.09.2000 (Vorlage 2000-0938), v.
11.12.2001 (Vorlage 2001-0987) und v. 13.11.2002 (Vorlage 2002-0699). Denn
dreimal hatte der Rat (CDU, Bürgermeister, FDP, Bürger für Düren, GRÜNE und SPD)
unter dem schönen Begriff "Zinsmanagement" die Verwaltung ermächtigt, für
100 Mio. "derivate Geschäfte" zu tätigen. Das Ganze übrigens mit Genehmigung der
Kommunalaufsicht (Kreis Düren). In den Vorlagen heißt es:
"Die Verwaltung wird grundsätzlich ermächtigt, zur Absicherung von
Zinsrisiken bestehender Darlehen mit einem Gesamtvolumen von bis zu 100 Mio. DM
derivate Geschäfte abzuschließen. Die Abschlüsse haben unter Wettbewerb zu
erfolgen und sind dem Haupt- und Finanzausschuss anzuzeigen. Dem Haupt- und
Finanzausschuss ist ein Erfahrungsbericht zu geben."
Fazit: Die Einwohner der Stadt Düren können froh sein, dass der
Kreditrahmen von 50 Mio. Euro nicht ausgeschöpft wurde. Läge der Verlust doch
sonst bereits bei 3,26 Mio. Euro. Angesichts der trüben, wirtschaftlichen
Aussichten dürfte bis 2015 wohl kaum mit einem Gewinn zu rechnen sein.
Dürener Nachrichten v. 05.02.2009, S. 19
NPD-Kreisvorsitzender steht in Düren vor Gericht
Verstöße gegen das
Versammlungsgesetz und Beleidigung eines Polizeibeamten. "Ausländer
raus"-Gebrüll hat ein Nachspiel
Von Michael Klarmann
Düren. Vor dem Amtgericht Düren hat am Mittwoch ein Prozess gegen den
Kreisvorsitzenden der rechtsextremen NPD, Ingo Haller, begonnen. Vorgeworfen
werden dem Mittdreißiger zwei Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und die
Beleidigung eines Polizeibeamten. Zugetragen haben sollen sich die Taten bei
drei Neonazi-Aufmärschen in Düren. In einem Fall wird Haller vorgeworfen, Leiter
einer nicht angemeldeten «Spontandemonstration» von rund 25 Neonazis am 24.
April 2007 gewesen zu sein. Seinerzeit waren die Rechtsextremisten mit
Transparenten vor dem Komm-Zentrum aufmarschiert und hatten gegen ein
Arbeitstreffen des Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt (BgR)
demonstriert. Laut Polizei sollen bei einem darauf folgenden Marsch durch die
Stadt Parolen wie «Ausländer raus» skandiert worden sein. Zudem wurden Losungen
wie «Nie wieder Israel» und «Hier marschiert der Nationale Widerstand» gerufen.
Beleidigung deutlich gehört
Ferner wird Haller vorgeworfen, im Vorfeld des Neonazi-Aufmarsches am
22. September 2007 von einer damaligen Gaststätte nahe dem Bahnhof mit 50 bis 60
Personen geschlossen zum eigentlichen Sammelpunkt der Demonstration marschiert
zu sein. So soll er, noch bevor der regulär genehmigte Aufmarsch am Bahnhof
begann, gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben. Zudem soll Haller kurz
nach einem NPD-Aufmarsch gegen die Jahresvollversammlung des BgR am 8. Februar
2008 einen Polizisten als «Scheiß Bulle» beleidigt haben. Haller selbst sagte
zu jenem Vorwurf nicht aus. Der Polizist aus Köln sagte, er habe die Beleidigung
deutlich gehört. Ein anderer Zeuge, ein Senior aus Gelsenkirchen, der damals in
Hallers Wagen gesessen hatte, konnte sich nur an den Begriff «Bulle» erinnern.
Flugblätter
in Briefkästen
Unterschiedlich blieben die Aussagen mehrerer Zeugen zu dem Vorfall
am 22. September 2007, als Neonazis in Düren aufmarschiert waren. Haller und
Zeugen sagten, ein Teil der «Kameraden» habe sich zuvor in und vor der
Gaststätte getroffen. Der Charakter eines Aufmarsches sei später unfreiwillig
entstanden. Im dritten Fall, dem «Spontanaufmarsch» gegen das BgR-Arbeitstreffen,
blieb die Lage unklar. Haller sagte, man habe sich am 24. April 2007 mit rund 25
Personen in einer Gaststätte getroffen, um danach NPD-Flugblätter in Briefkästen
zu verteilen. Kurzfristig habe man dann von dem BgR-Treffen erfahren und
«spontan» umdisponiert, um gegen das Treffen zu protestieren. Zeugen aus der
rechten Szene bestätigten die Version, wobei ein 20-jähriger Neonazi auch
anmerkte, die Idee zu einer solchen Demonstration habe als Reaktion auf Aktionen
des BgR und der Antifa-Düren schon einige Tage lang vage im Raum gestanden.
Insgesamt wurden am Mittwoch zehn Zeugen gehört. Der Prozess soll Mitte Februar
fortgesetzt werden.
Dürener Zeitung v. 28.01.2009, S. 4
Parteispenden
Trotz Finanzkrise haben die deutschen Parteien im vergangenen Jahr die
meisten Großspenden aus der Bankenbranche erhalten. Dies geht aus den gesetzlich
vorgeschriebenen Angaben der Parteien an den Bundestag hervor, die nun erstmals
für das gesamte Jahr vorliegen. Demnach überwies allein die Deutsche Bank
insgesamt mindestens 500 000 Euro an die Regierungsparteien CDU und SPD sowie an
die FDP. Zu den Förderern gehörten auch die Commerzbank, der Finanz- und
Versicherungskonzern Allianz sowie die Privatbanken Sal. Oppenheim und Berenberg.
Die Auflistung umfasst nur Spenden, die den Betrag von 50 000 Euro
überschreiten. Nach dem Parteiengesetz müssen solche Geldsummen "unverzüglich"
dem Präsidenten des Bundestags angezeigt werden. In der Regel werden sie dann im
Folgemonat vom Parlament veröffentlicht. Größere Parteispenden kamen im
vergangenen Jahr insbesondere auch aus der Metall- und Elektroindustrie. Unter
den Geldgebern waren auch Autokonzerne wie Daimler und BMW. Mit Abstand die
meisten Großspenden aus der Wirtschaft und von Privatleuten bekamen die
Unionsparteien. Nach den Bundestags-Zahlen erhielten CDU und CSU mehr als 3,5
Millionen Euro. Es folgen die FDP mit mehr als 930 000 Euro, die SPD mit mehr
als 650 000 Euro und die Grünen mit 60 000 Euro. Die Linke bekam demnach
keine Großspenden. Die Deutsche Bank überwies im letzten Quartal jeweils 200
000 Euro an die CDU und die FDP sowie 100 000 Euro an die SPD. Die Commerzbank
bedachte CDU und SPD bereits im März mit jeweils 100000 Euro. Vom Kölner
Bankhaus Sal. Oppenheim flossen je 100000 Euro an CDU und FDP. Das Hamburger
Bankhaus Berenberg spendete 100000 Euro an die CDU. Der Allianz-Konzern - zu dem
damals auch die Dresdner Bank gehörte - spendete im Juli je 60000 Euro an CDU,
CSU, SPD und Grüne. Die FDP bekam! 50 000 Euro. Die größte Einzelspende des
vergangenen Jahres ging an die CSU, die vom Verband der bayrischen Metall- und
Elektroindustrie 540 000 Euro erhielt. Der Autokonzern Daimler machte für SPD
und CDU jeweils 150000 Euro locker. BMW spendete insgesamt rund 400 000 Euro an
Union, SPD und FDP. Die Aktionärsfamilie Klatten/Quandt bedachte die CDU
nochmals mit insgesamt rund 225.000 Euro.
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken im Bundestag, Dagmar
Enkelmann, erklärte zu den Zahlen: "So sieht Dankbarkeit aus." Nachdem der
Bundestag mit den Stimmen von Union, SPD und FDP zulasten des Steuerzahlers
großzügige Hilfe für die Banken beschlossen habe, hätten diese sich umgehend
revanchiert. "Man darf gespannt sein, wie sich die deutsche Automobilindustrie
für das Konjunkturpaket II bedanken wird." (dpa)