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Düren |
08.11.2011, Streikrecht muss auf für Kirchen-Mitarbeiter gelten
Zum Abschluss der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
erklärt das Dürener
Ratsmitglied der Freien Liste, Lothar Böling:
Ihre Forderung nach weltweiter Gerechtigkeit, nach Liebe und
Wahrheit in der Welt hat die Synode der EKD bereits am Tag des Beschlusses ad
absurdum geführt. Mit dem Verbot des Streikrechts für die mehr als 435.000
Beschäftigten der Diakonie verankert die Evangelische Kirche das Gegenteil von
Gerechtigkeit im Kirchenrecht. Das Streikverbot nimmt den Diakonie-Mitarbeitern
das wichtigste Instrument im Arbeitskampf aus der Hand - und das in einer
Branche, die schon heute von Leiharbeit, Überstunden, Outsourcing und
Niedriglöhnen geprägt ist. Die EKD sollte einlenken, das Streikverbot
zurücknehmen und sich als guter Arbeitgeber präsentieren. Dazu gehört es, seinen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbstverständliche Rechte zu gewähren und
damit die meist aufopferungsvollen Leitungen der Beschäftigten in Kliniken und
sozialen Einrichtungen gebührenden Respekt entgegenzubringen. Und zwar nicht
erst im Himmelreich, sondern schon auf Erden.
27.10.2011, Verletzung von Menschenrechten weltweit und in Deutschland boomt die
Zahl der Millionäre
Zum Welternährungstag am 16. Oktober 2011 und zum Internationalen Tag für die
Überwindung der Armut am 17. Oktober 2011 erklärt das Dürener
Ratsmitglied der Freien Liste, Lothar Böling:
Der jüngst vorgestellte Welthungerindex zeigt, dass in 26 Länder der Erde die
Hungersituation sehr ernst ist. Über 925 Millionen Menschen auf der Erde leiden
an Hunger. Gleichzeitig steigen die Preise für Nahrungsmittel wegen den
Auswirkungen des Klimawandels, der Verwendung von Nahrungsmittel für
Agrartreibstoffe und Spekulationen an den Agrarmärkten.
In Deutschland verfestigt sich Armut: Ein Drittel der Armen war dauerhaft, also
über fünf Jahre, arm. Als arm galt im Jahr 2008 derjenige Alleinlebende, der ein
Nettoeinkommen unter 929 Euro hatte. 16 Prozent der armutsgefährdeten Personen
können ihre Wohnung nicht warm halten. Fast jeder dritte Armutsgefährdete kann
sich nicht einmal jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch
oder eine entsprechende vegetarische Mahlzeit leisten.
Dem gegenüber melden die Vermögensreporte, dass die Zahl der Millionäre auf
Rekordkurs ist. Allein in den Ländern Österreich, Deutschland und Schweiz
stiegen die Anzahl der Vermögensmillionäre von 2009 zu 2010 um 7 Prozent und die
Vermögen um 9,3 Prozent auf 2,8 Billionen Euro. Die Ursache für diese
Bereicherung wird schamlos genannt: die ungehemmte Spekulation an den Kapital-
und Rohstoffmärkten.
Hunger und Armut sind eklatante Menschenrechtsverletzungen. Der Vermögensboom
für Millionäre ist eine Unverschämtheit. Ursachen sind die Umverteilung von
unten nach oben, die Aneignung und Ausbeutung der allen gehörenden Natur und
Wissensgüter durch eine kleine Minderheit sowie die Ausbeutung menschlicher
Fähigkeiten für die Megamaschine Kapital.
11.10.2011, Frankreich: Arge-Mitarbeiter verweigern Sanktionen
Frankreichs Jobcenter-Mitarbeiter verweigern Sanktionen
Was in Deutschland undenkbar wäre, gehört in Frankreich zur politischen Sprache.
Zahlreiche französische Arbeitsagenturangestellte verweigern Sanktionen
gegenüber Erwerbslosen, sprechen sich gegen die sogenannte Sippenhaft aus und
zeigen sich solidarisch mit Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.
Obwohl zahlreiche Sachbearbeiter in den Hartz IV Behörden in Deutschland selbst
unter einem ständigem Druck arbeiten müssen, teilweise mit Zeitverträgen
ausgestattet sind und vielmals unter den Arbeitsbedingungen leiden, käme für die
meisten Jobcenter-Mitarbeiter ein Solidarisierung mit den Betroffenen nicht in
Frage. Zu groß ist die ideologische Verblendung im „Sinne des Steuerzahlers“
Erwerbslose zu schikanieren, obwohl das Grundgesetz und die Menschenwürde in
vielen Punkten in Deutschland offensichtlich mit Füßen getreten wird. Würde das
Grundgesetz beachtet werden, würde die freie Berufswahl, die freie Wahl des
Wohnortes und die Würde eines jeden Hilfesuchenden und der Angehörigen beachtet
werden. In Frankreich herrschen teilweise ähnliche Sozialgesetze, die ebenfalls
darauf abzielen, Arbeitslose mit Sanktionen und Schikanen zu drangsalieren.
Die Gewerkschaften in Deutschland begnügen sich allerdings damit, hier und da
einmal Hartz IV zu kritisieren. Tatsächliche Aktionen oder Streiks finden in den
Erklärungen der gewerkschaftlichen Organisationen keinen Widerhall. Die
Gewerkschaftsfunktionäre und Jobcenter-Mitarbeiter könnten von den Französischen
Kollegen einiges lernen, damit die Würde des Menschen auch in den Behörden
endlich Einzug hält. Hier nun die Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen
Ethik von Sud ANPE (Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit)
„Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitsuchenden zu helfen, eine
Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitsuchenden von uns. Aber es
gibt einfach keine Arbeit für alle. Die Zunahme von Gesprächen, die ständigen
Aufforderungen zum Besuch der Agentur werden keine Arbeit schaffen, sondern
erhöhen nur das Risiko für die Arbeitsuchenden, gezwungen, schikaniert und
abgestraft zu werden. Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, dass wir auf
keine Weise Menschen schaden wollen, die schon durch den Verlust der
Beschäftigung und des Einkommens verletzt sind.
Wir verweigern uns, sie auszugrenzen und wir werden keine Streichungen mehr
durchführen, ohne vorher die moralischen und menschlichen Folgen mit zu
beachten. Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir
werden die Arbeitsuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir
erpressen sie auch nicht mit Streichung.
Wir verweigern uns auch, der Wut der Arbeitsuchenden ausgesetzt zu werden. Wir
verweigern uns, eine soziale Polizei zu sein, angewiesen zur Unterdrückung,
anstatt als öffentlicher Ratgeber für Beschäftigung agieren zu können. Weder
Arbeitsuchende noch Beschäftigte der ANPE sind verantwortlich für den Zustand
des Arbeitsmarktes und für die wachsende Prekarisierung. Wir sind mit den
Arbeitsuchenden solidarisch. Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote
und leere Unterhaltungen zu produzieren und wir werden unsere beruflichen
Praktiken dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen, im vollen
Respekt ihrer bürgerlichen Rechte.” (sb)
25.08.2011, Energienetze gehören in öffentliche Hand
"Die Energiewende muss sozial sein. Es ist nicht hinnehmbar, dass
Stromversorger die Kosten für den Netzausbau auf die Stromkunden abwälzen. Die
Freie Liste Düren fordert, die Netze in öffentliche Hand zu überführen, um
notwendige Investitionen vorzunehmen und Preismanipulation zu verhindern. Es
muss einen Solidarfonds für den Netzausbau geben", so Lothar Böling, Dürener Ratsmitglied der Freien
Liste, anlässlich der Ankündigung des Energieversorgers EnviaM, dass vor allem
in Ostdeutschland mit steigenden Preisen zu rechnen sei.
Lothar Böling weiter:
Die Energieversorgung darf nicht dem privaten Markt überlassen werden. Es ist
die Aufgabe der Politik, bezahlbare Energiepreise für alle zu gewährleisten. Die
FREIE LISTE will die Energieversorgung demokratisieren. Das setzt öffentliche
Energienetze ebenso voraus wie die Rekommunalisierung der Energieversorgung und
Beiräte aus Verbraucherverbänden, Umweltorganisationen und Gewerkschaften. Hohe
Strompreise sind kein neues Problem. In den letzten zehn Jahren haben sich die
Preise fast verdoppelt. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen Jahr für Jahr 10
bis 15 Milliarden Euro zu viel. Das sind die offiziellen Zahlen des
Umweltbundesamtes. Ein Grund dafür ist die Abschaffung der Preisaufsicht.
Deshalb will die FREIE LISTE erstens die Preisaufsicht wiedereinführen. Bis die
Preisaufsicht arbeitsfähig ist, muss ein unmittelbares Strompreis-Moratorium
Preiserhöhungen ausschließen. Zweitens müssen die Energieversorger verpflichtet
werden, verbindliche Sozialtarife für einkommensschwache Haushalte anzubieten.
Belgien und Frankreich haben das erfolgreich umgesetzt. Drittens fordern wir:
Niemandem darf wegen Zahlungsschwierigkeiten der Strom abgestellt werden.
Energieversorgung ist für die FREIE LISTE ein existenzielles Grundrecht. Die
Bundestagsfraktion der Linkspartei hat in dieser Wahlperiode zwei Anträge
eingebracht (BT-Drs. 17/3671 BT-Drs. 17/5760), um die Energienetze in die
öffentliche Hand zu überführen und einen Schutzschirm für Stromkunden zu
schaffen.
20.07.2011, "Schulfrieden" in NRW: SPD und Grüne zementieren das gegliederte
Schulsystem
"Mit dem sogenannten Schulkonsens wird in NRW die Chance auf eine
bessere Schule weitgehend begraben. Das gegliederte Schulsystem
bleibtunangetastet", kommentiert Lothar Böling den vereinbarten schulpolitischen
Konsens der Koalition und der CDU in NRW. Das Dürener Ratsmitglied der Freien
Liste weiter:
Das Ganze ist ein ziemlich durchsichtiges Manöver der CDU zur Sicherung des
gegliederten Schulsystems, weil sie glaubt, damit die Exklusivität des
Gymnasiums bewahren zu können. Der Grundkritik am gegliederten Schulsystem kann
man aber so nichts Wirksames entgegensetzen. Was nützt es da, dass in der
vergangenen Woche ein hochdotiertes Symposium zur sozialen Gerechtigkeit im
Bildungssystem an der Bochumer Ruhr-Universität stattgefunden hat, auf dem die
frühe Entscheidung über den Bildungsweg als völlig überholt und falsch gegeißelt
worden ist, wenn zur gleichen Zeit die CDU mit der Koalition einen
rückwärtsgewandten Deal aushandelt. In Nordrhein-Westfalen hat die SPD mit
diesem sogenannten Kompromiss Fortschritte in der Bildungslandschaft verhindert
und die Zementierung eines überholtengegliederten Bildungssystems erfolgreich
betrieben. SPD und Grüne haben sich völlig ohne Not auf diesen Deal eingelassen
und einen "Markenkern" ihrer Koalitionsvereinbarung geopfert. Was der Preis sein
wird, werden Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern, aber auch Lehrerinnen und
Lehrer schnell merken.
29.06.2011, Gute Löhne müssen her!
Zur Situation auf dem Arbeitsmarkt im Monat Juni erklärt das Dürener
Ratsmitglied der Freien Liste, Lothar Böling:
Sommer, Sonne, Freiluftsaison: Naturgemäß sinken die Arbeitslosenzahlen in den
Sommermonaten. Das freut uns für alle, die eine Beschäftigung gefunden haben.
Doch Anlass zur Entwarnung in der Arbeitsmarktpolitik geben diese Zahlen nicht.
Die offiziellen Zahlen sind das Ergebnis massiver statistischer Tricks. Die
Freie Liste hat nachgerechnet: Von allen Tricks bereinigt liegt die tatsächliche
Arbeitslosigkeit bei 3,962.884 Millionen. Das sind über eine Million mehr, als
die Ministerin bereit ist zuzugeben! Auch die Struktur der Erwerbslosigkeit ist
besorgniserregend: Erstens ist die Sockelarbeitslosigkeit unverändert hoch.
Zweitens ist die Arbeitslosigkeit im Osten nahezu doppelt so hoch wie im Westen
des Landes. Drittens, und das ist mit der Situation im Sommer verbunden,
entstehen die neuen Jobs in der Zeit- und Leiharbeit, sind prekäre
Beschäftigungsverhältnisse zu Niedriglöhnen. Ein vermeintliches Jobwunder auf
Unsicherheit und niedrigen Löhnen zu begründen ist der grundfalsche Weg. Die
Linke fordert daher eine Arbeitsmarktpolitik, deren vordringliches Ziel es ist,
Menschen in sozialversicherungspflichtige, existenzsichernde Arbeit zu bringen –
zu guten Löhnen. Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können. Die Freie Liste
streitet weiter für einen flächendeckenden Mindestlohn von 10 Euro. Nur dieser
garantiert den Beschäftigten ein Auskommen und eine sichere Rente. Löhne hoch,
ist das Gebot der Stunde, zumal eine Ankurbelung der Binnenkonjunktur sichere
Arbeitsplätze schafft.
09.06.2011, Griechenland wird für die Banken
geopfert
Zur Absicht der Bundesregierung ihre gescheiterte
Griechenland-Politik einfach fortzusetzen, erklärt das Dürener Ratsmitglied
Lothar Böling (FREIE LISTE):
Der Bundesregierung ging es nie um die Rettung Griechenlands, sondern immer nur
um die Rettung der deutschen Banken, die Griechenland Kredite gewährt haben.
Eine Umschuldung der Griechenland-Schulden würde die deutschen Banken besonders
hart treffen. Das will der Bundesfinanzminister mit untauglichen Mitteln
verhindern. Doch offensichtlich ist die Umschuldung der einzige Weg, der die
Abwärtsspirale Griechenlands noch aufhalten kann. Die bisherige
Griechenland-Politik der Bundesregierung ist gescheitert. Sie hat den deutschen
Steuerzahlern und den Menschen in Griechenland geschadet. Weitere Kürzungspakete
werden die griechische Wirtschaft endgültig in den Ruin treiben. Die
Bundesregierung muss ihren Kurs endlich ändern. Ein erster Schritt wäre die
Beteiligung der Banken an der Finanzierung der Krise über eine Umschuldung. Doch
weitere Schritte müssen folgen. Die Ursachen der Krise sind überhaupt nicht
beseitigt. Deshalb muss die Finanztransaktionssteuer umgehend eingeführt und die
Unternehmenssteuern in den Euro-Ländern nach oben angeglichen werden.
06.06.2011, Drehtürwechsel müssen gesetzlich
unterbunden werden
Das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE LISTE), übt scharfe
Kritik am heute beschlossenen Wechsel des bisherigen Chefvolkswirts des
Finanzministeriums, Markus Kerber, an die Spitze des Bundesverbands der
Deutschen Industrie. Derartige "Drehtürwechsel von den Schaltstellen des Staates
in die Schaltstellen der Wirtschaft" müssen nach Bölings Ansicht gesetzlich
unterbunden werden. Böling erklärt: Wenn ein Spitzenbeamter aus dem
Finanzministerium unmittelbar an die Spitze eines Wirtschaftsverbands wechselt,
dann wird der Staat zur Beute von Wirtschaftsinteressen. Herr Kerber muss sofort
von seinen Aufgaben im Ministerium entbunden werden. Er verfügt als Chefökonom
über Regierungswissen, das nicht für den BDI bestimmt ist. Solche Drehtürwechsel
von den Schaltstellen des Staates in die Schaltstellen der Wirtschaft müssen
künftig gesetzlich unterbunden werden. Solch ein Postenwechsel reist riesige
Löcher in die Staatskasse. Denn das Insiderwissen des Herrn Kerber wird sich die
Industrie zu nutzte machen.
20.05.2011, Hartz IV: Klageflut
„Die Klageflut ist nur zu stoppen, wenn Hartz IV und Sanktionen
abgeschafft werden“, erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling (FREIE
LISTE). Die Justizminister der Länder plädieren für weitere Schritte zur
Eindämmung der Klageflut gegen die Hartz-IV-Reformen und wollen dazu
Gesetzesvorschläge erarbeiten. Ratsherr Böling weiter:
„Die so genannte Klageflut bei Hartz IV ist Ausdruck eines Gesetzes, was Armut
und Ausgrenzung verursacht, nicht verfassungskonform und außerdem auch
handwerklicher Pfusch ist. Darüber hinaus werden massenhaft rechtswidrige
Bescheide von den Hartz-IV-Behörden ausgestellt. Allein 2010 wurden 34,6 Prozent
der Widersprüche zumindest teilweise zugunsten der Hartz-IV-Beziehenden
entschieden. 45,3 Prozent der Klagen waren ein Erfolg für die Klägerinnen und
Kläger mit Hartz-IV-Bezug. Bei Widersprüchen gegen die Sanktionen bei
Hartz IV wurden 42,1 Prozent zumindest teilweise zugunsten der
Hartz-IV-Beziehenden entschieden. Klagen gegen die Sanktionen bei Hartz IV waren
sogar zu 60 Prozent für die Betroffenen erfolgreich. Die Klageflut bei Hartz IV
ist nur zu stoppen, wenn Hartz IV abgeschafft wird. Sanktionen sind
grundrechtswidrig und gehören sofort komplett gestrichen. Das entlastet Gerichte
und schützt Bedürftige vor existenziellen Gefährdungen.“
28.04.2011, Jobwunder entpuppt sich als schöner
Schein
Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat April erklärt
das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste):
So kurz vor dem 1. Mai soll die offizielle Arbeitslosenzahl wohl für Freude und
Entspannung sorgen. 3,078 Millionen Menschen waren im April ohne Arbeit – für
die politisch Verantwortlichen ein willkommener Anlass die Vokabel „Jobwunder“
massiv zu strapazieren. Doch nur durch massive Statistiktricks ließ sich die
Arbeitslosenzahl so weit drücken. Die FREIE LISTE hat nachgerechnet und kommt
trickbereinigt auf 4,085 Millionen Menschen ohne Arbeit, darunter Arbeitslose
über 58 oder 1-Euro-Jobber, d.h. über eine Millionen Menschen wurden aus der
offiziellen Statistik herausgerechnet. Und selbst Volkswirte geben zu, was die
FREIE LISTE seit Jahren sagt. Das vermeintliche Jobwunder beruht im Wesentlichen
auf Leiharbeit, Minijobs und schlecht bezahlter Arbeit. Prekäre Beschäftigung
und ein rasant wachsender Niedriglohnbereich sind das, was sich hinter dem
„Aufschwung“ verbirgt. Das sind Millionen Schicksale von Menschen, die von ihrer
Arbeit nicht leben können, Unsicherheit und Erpressbarkeit. Die Einführung der
Arbeitnehmerfreizügigkeit zum 1. Mai ist ein richtiger Schritt in ein
vereinigtes Europa, aber sie muss sozial abgesichert werden. Die FREIE LISTE
fordert seit Jahren einen flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn: Nur er
verhindert, dass Arbeitgeber den Konkurrenzkampf auf dem Rücken der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer austragen, nur er verhindert Lohndumping.
Gerade zum 1. Mai sagt die FREIE LISTE: Mindestlohn ist das Mindeste. Nur ein
existenzsichernder, flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn stärkt die
Binnennachfrage und schafft Arbeitsplätze, gute Arbeitsplätze.
20.04.2011, Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Eine Leiharbeiterin hat vom Krefelder Arbeitsgericht 13.200 Euro
Lohn-Nachzahlung zugesprochen bekommen. Die 39-jährige war 15 Jahre bei einer
Leiharbeitsfirma angestellt und wurde als ungelernte Kraft an zahlreiche Firmen
ausgeliehen. Ihre fest angestellten Kollegen dort hatten für die gleiche Arbeit
bis zu einem Drittel mehr verdient als sie, argumentierte ihr Anwalt. So habe
sie bis Mai 2008 pro Stunde 6,66 Euro bekommen und erst danach einen Euro pro
Stunde mehr. Die fest angestellte Belegschaft der Firmen brachte es dagegen auf
Stundenlöhne zwischen 8,50 und 10,34 Euro. Das verstoße gegen das seit 2003 im
Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz verankerte "Equal-Pay"-Gebot, also das Recht auf
gleiche Bezahlung für vergleichbare Arbeit. So sah es auch das Gericht und
sprach der Frau die Nachzahlung rückwirkend für vier Jahre zu (Az.: Arb G KRAZ:
4 Ca 3074/10).
Ratsmitglied Lothar Böling hierzu: „Wer
gegen die Niedriglöhne der Ausbeuter vorgeht, bekommt vor Gericht Recht und den
vorenthaltenen Lohn nachgezahlt. Das ist gerecht.“ Böling weiter: „Hier wird
deutlich mit welch illegalen Methoden auch die
Dürener
job-com
arbeitet. Unter Androhung einer 30-prozentigen Leistungskürzung treibt man
Arbeitsuchende bewusst in Leiharbeitsfirmen, wohl wissend, dass die dort
gezahlten Löhne zu niedrig und damit rechtswidrig sind. Das ist meiner Meinung
nach Nötigung und Beihilfe zu einer kriminellen Handlung. Hinzu kommt, dass für
die gezahlten Dumpinglöhne auch weniger Beiträge für die Krankenkassen, Renten-
und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Die Leiharbeitsfirmen untergraben
also mit Hilfe der Arbeitsagentur und der
Job-com
eindeutig unser Sozialsystem.“
07.04.2011, Aufschwung der miesen Jobs
Die Bundesregierung feiert eitel Sonnenschein, aber auf dem
Arbeitsmarkt herrscht Eiszeit. Der Aufschwung kühlt ab und hat zudem keine
langfristige Perspektive, kommentiert Lothar Böling das Frühjahrsgutachten der
Wirtschaftsforschungsinstitute. Das Mitglied des Dürener Stadtrates (Freie
Liste) weiter:
Das neue Jobwunder ist ein Mix aus statistischen Taschenspielertricks und miesen
Jobs. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit läge etwa um 1 Million höher, allein die
Bereinigung der Statistik um Arbeitnehmer/innen über 58 in der Arbeitslosigkeit
versteckt über 360.000 Menschen ohne Job. Der Aufschwung ist ein Aufschwung der
Leiharbeit und mieser Jobs. Das Vorkrisenniveau beim Bruttoinlandsprodukt (BIP)
ist noch nicht wieder erreicht und das Wachstumstempo lässt mit 2,8 Prozent
bereits deutlich gegenüber dem Vorjahr nach. Die europaweiten Kürzungspakete
werden den Exportmotor zudem abwürgen. Die Schwellenländer können den
europäischen Markt noch nicht hinreichend kompensieren. Die Freie Liste fordert
daher einen Aufschwung für Alle: Dies erfordert eine Ausweitung der öffentlichen
Investitionen auf den europäischen Durchschnitt, eine Anhebung von Hartz IV auf
500 Euro und den gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro. Dies wäre u.a. über eine
fünfprozentige Millionärssteuer auf Vermögen über 1 Million Euro finanzierbar.
Diese Steuer brächte den öffentlichen Kassen jährliche Einnahmen von 80
Milliarden Euro.
25.03.2011, Equal Pay Day: 84 Tage
mehr Arbeit sind 84 Tage zu viel
"In Deutschland müssen Frauen 84 Tage länger arbeiten, um im Schnitt das gleiche
Einkommen zu erzielen, das Männer am 31. Dezember verdient haben", kritisiert
das Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste). Anlässlich des heutigen
Equal-Pay-Days erklärt er:
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen hier endlich gegensteuern. Es ist
nicht länger hinnehmbar, dass Frauen in Deutschland bei gleicher Qualifikation
im Schnitt 23 Prozent weniger Einkommen haben als Männer. Die eklatanten
Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen wurden von den letzten
Bundesregierungen forciert. Der Ausbau des Niedriglohnsektors und die
Möglichkeit zur Umwandlung versicherungspflichtiger Arbeitsplätze in Minijobs
haben die Einkommenssituation vieler Frauen deutlich verschärft. Neben
Lippenbekenntnissen wurde nichts dafür getan, die Tarifparteien durch
gesetzliche Vorgaben zur Lohnangleichung zu bewegen. In Frankreich und Luxemburg
haben die Gesetzgeber die Tarifparteien zu geschlechtspezifischen
Tarifverhandlungen verpflichtet. Dort ist es Vorschrift, dass alle
Tarifvereinbarungen die gleiche Vergütung von Männern und Frauen gewährleisten
müssen. Auch in Deutschland muss es das Ziel sein, die Frauenlöhne deutlich
anzuheben. Deshalb fordert die FREIE LISTE gleichen Lohn für gleiche und
gleichwertige Arbeit sowie eine bessere Bewertung von sogenannter weiblicher
Arbeit. Wesentliche Voraussetzungen dafür sind der flächendeckende gesetzliche
Mindestlohn von 10 Euro, die Beendigung der geringfügigen Beschäftigung und die
Umwandlung von Mini-Jobs in sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsverhältnisse. Wir brauchen eine radikale Arbeitszeitverkürzung mit
Lohnausgleich und die Förderung einer familienfreundlichen Arbeitswelt. Nur,
wenn aus den Sonntagsreden konkrete Maßnahmen erwachsen und die Gesellschaft
bereit ist, die Leistungen zum Beispiel von Erzieherinnen und Pflegekräften
angemessen und damit besser zu bezahlen, werden wir die enorme
Gerechtigkeitslücke bei der Entlohnung zwischen Männern und Frauen schließen
können.
01.03.2011, Optimismus ist
verantwortungslos
Zur Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat Februar
erklärt das Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste):
Mit ungebrochenem Optimismus wird lautstark vom Aufschwung gesprochen. Die
Fakten zeigen: Belastbar ist das nicht. Der vermeintliche Aufschwung kommt bei
den Menschen nach wie vor nicht an. 3,317 Millionen Menschen waren im Februar
offiziell arbeitslos – sagt die Bundesagentur und freut sich Frau von der Leyen.
Die Freie Liste hat auch in diesem Monat nachgerechnet: Alle statistischen
Tricks beiseite gelassen, sind 4,337 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die
entstehenden Jobs sind in der Mehrzahl keine sozialversicherungspflichtigen,
existenzsichernden Arbeitsplätze, sondern prekäre Arbeitsverhältnisse im
Niedriglohnbereich, befristete Stellen oder Minijobs. Selbst der
Beschäftigungsindex der Bundesagentur, der die Entwicklung auf dem Stellenmarkt
abbildet, zeigt Bedenkliches: Jede dritte offene Stelle wird in der
Leiharbeitsbranche angeboten. Diese Entwicklung als positiv und als Erfolg zu
verkaufen, ist verantwortungslos. Für die Freie Liste ist daher auch der
Hartz-IV-Kompromiss mit der Mindestlohnregelung für Leiharbeiter nicht tragbar.
Mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung einen in Ost und West
unterschiedlichen Mindestlohn anzustreben, ist nicht akzeptabel. Ein Skandal ist
es, dass der vorgesehene Mindestlohn im Osten dazu führen wird, dass die
Betroffenen mit Hartz IV aufstocken müssen. Dieser Mindestlohn verdient seinen
Namen nicht. Er geht zu Lasten der Steuerzahler. Wir fordern gleichen Lohn für
die gleiche Arbeit, die Gleichstellung von Leiharbeitern mit der
Stammbelegschaft. Nicht prekäre Arbeitsverhältnisse, sondern gute Arbeit und
gute Löhne sind gefordert. Ein gesetzlicher flächendeckender Mindestlohn stoppt
nicht nur die Lohnspirale nach unten, er sichert auch die Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben und verhindert Armut im Alter. Es braucht eine aktive
Arbeitsmarktpolitik, die Menschen Chancen bietet statt Arbeitslose zu verwalten
und eine hohe Sockelarbeitslosigkeit zu akzeptieren. Hier ist Ministerin von der
Leyen in der Pflicht.
21.02.2011, Das Hartz-IV-Ergebnis ist
empörend und verfassungswidrig
Zur Einigung der Hartz-IV-Parteien im Streit um höhere Regelsätze
erklärt das Ratsmitglied Lothar Böling (Freie Liste):
Das Arbeitslosengeld II für derzeit etwa 4,7 Millionen Hartz-IV-Beziehende
steigt rückwirkend um fünf auf 364 Euro im Monat. Selbst die für 2012 avisierten
drei Euro mehr, sind lediglich ein Inflationsausgleich und keine Erhöhung.
Dieses Ergebnis ist ein Hohn. Alle Hartz-IV-Parteien haben sich mit den
statistischen Fälschungen der Arbeitsministerin abgefunden und die Vorgaben des
Urteils des Bundesverfassungsgerichts ignoriert. Die willkürliche Veränderung
der Berechnungsgrundlagen, um den Sparvorgaben des Finanzministers gerecht zu
werden, ist verfassungswidrig. Es ist ein Skandal, dass die Hartz-IV-Parteien
acht Wochen verhandeln mussten, um eine Erhöhung des Regelsatzes um insgesamt 8
Euro zu erreichen. Die gleichen Parteien haben nur eine Woche gebraucht, um mit
480 Mrd. Euro die Banken zu retten. Die Freie Liste fordert einen monatlichen
Regelsatz von 500 Euro. Dieser Regelsatz ist finanzierbar, wenn wir in dieser
Gesellschaft endlich auch wieder die Menschen zur Kasse bitten, die die Krise
verursacht und an ihr verdient haben. Das Bildungspaket ist nur ein
Bildungspäckchen. Es löst nicht die gravierenden Bildungsfinanzierungsprobleme
in unserem Land. Es trägt nur dazu bei, die Kinder von Arbeitslosen zu
stigmatisieren und zu demütigen. Besonders perfide ist es, Kürzungen bei der
Berechnung des Regelsatzes für Kinder mit dem Bildungspaket zu begründen. Der
anvisierte Mindestlohn in der Zeitarbeit, im Bewachungsgewerbe und der
Weiterbildung ist völlig unzureichend. Wir brauchen einen flächendeckenden
gesetzlichen Mindestlohn, wie es ihn in den meisten Ländern der Europäischen
Union gibt, und Equal pay in der Zeitarbeit vom ersten Tage an. Die Übernahme
der Kosten der Grundsicherung im Alter durch den Bund ist real eine Übernahme
durch die Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
werden mit ihren Versicherungsbeiträgen zur Arbeitslosenversicherung zusätzlich
zur Kasse gebeten. Von der Koalition war nichts anderes zu erwarten. Dass die
SPD diesen oberfaulen Kompromiss zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer, Arbeitslosen und Kinder mitträgt, liegt in ihrer Hartz IV-Logik,
von der sie bis heute nicht Abstand genommen hat. Die Freie Liste lehnt die
Hartz-IV-Regelung ab.
02.02.2011 Landtag debattiert über
Stopp der Atomtransporte von Jülich nach Ahaus
Wissenschaftsministerin Svenja Schulze: Wir wollen keinen
Castor-Wanderzirkus in Nordrhein-Westfalen
Wissenschaftsministerin Svenja Schulze stellte bei der heutigen Plenardebatte im
Landtag klar: „Die Landesregierung lehnt den Transport der Brennelemente aus
Jülich nach Ahaus ab. Der Transport ist unnötig, er stellt ein Sicherheitsrisiko
dar und er ist mit übermäßigen Belastungen für die Polizisten im Land
verbunden.“
Hintergrund ist der beabsichtigte Transport von 152 Castoren mit 300.000
hochradioaktiven Brennelementekugeln vom Forschungszentrum Jülich in das
Zwischenlager Ahaus. „Mit dem Wechsel des Lagerungsortes innerhalb von
Nordrhein-Westfalen lösen wir kein Problem. Das Risiko und die Belastung für die
Bevölkerung werden lediglich um ein paar hundert Kilometer innerhalb des Landes
verlagert“, so die Wissenschaftsministerin. „Nordrhein-Westfalen braucht eine
Lösung, die die Castoren nicht zu einem hochbrisanten und teuren Wanderzirkus
macht. Die Brennelemente aus Jülich dürfen nur noch einmal transportiert werden
– auf dem Weg ins Endlager.“
Die Landesregierung will gegenüber dem Bund den Verbleib der Castoren im
Forschungszentrum Jülich durchsetzen. Im Dezember 2010 hatte das für Lagerung
und Transport zuständige Bundesamt für Strahlenschutz einen Zeitplan für die
rechtzeitige bauliche Nachrüstung in Jülich erstellt und war zu dem Schluss
gekommen, dass eine über 2013 hinausgehende Lagerung in Jülich möglich ist, wenn
alle Beteiligten an einem Strang ziehen.
Mit Blick auf die derzeit kursierenden Kostenschätzungen sagte die
Wissenschaftsministerin: „Zurzeit sind alle Kostenschätzungen noch spekulativ.
Sie können erst vorgenommen werden, wenn das Bundesamt für Strahlenschutz
konkret die notwendigen Maßnahmen für eine längere Lagerung in Jülich formuliert
hat.“ Schulze appellierte in ihrer Plenumsrede nachdrücklich an den zuständigen
Bundesumweltminister Röttgen, den Weg frei zu machen, damit es „in ganz
Nordrhein-Westfalen keinen Atommüll mehr gibt und ein Endlager gefunden wird,
das eine verantwortungsvolle Nutzung erlaubt“.
27.01.2011, Der Holocaust mahnt
Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des
Nationalsozialismus am 27. Januar erklären das Dürener Ratsmitglied Lothar
Böling, Freie Liste:
Die einzige Versicherung gegen Völkerhass, Faschismus und Nationalsozialismus
ist und bleibt die lebendige Erinnerung an den Holocaust und die aktive
Auseinandersetzung mit der Geschichte. Deshalb muss dieses grausamste Verbrechen
der deutschen Geschichte endlich ohne Tabus aufgearbeitet werden.
Rechtsextremistisches und antisemitistisches Gedankengut sowie rechte
Gewalttaten bewegen sich auf einem erschreckend hohen Niveau in Deutschland und
in Europa. Linke Politiker werden sich traditionell in vielfältiger Weise an den
zahlreichen Holocaust-Gedenkveranstaltungen beteiligen. Im Bündnis mit allen
antifaschistischen und demokratischen Kräften werd linke Politiker am 19.
Februar 2011 den europaweit größten Aufmarsch der Neonazis in Dresden
verhindern. Rechtsextremistische Ideen und Gewalttaten dürfen keinen Platz in
unserer Demokratie haben.
18.01.2011, Antragsregelung bei
Hartz-IV ist bürokratisch und überflüssig
Zum heutigen Urteil des Bundessozialgerichts, dass
Hartz-IV-Beziehende nur mit einem Folgeantrag zum Ende des Bewilligungszeitraums
weiterhin Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen hätten, andernfalls drohe der Verlust
von Ansprüchen, das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Diese Regelung ist bürokratisch und überflüssig. Statt die Bürokratie auf die
Spitze zu treiben, sollten die Fachkräfte zur Beratung der Betroffenen über ihre
Rechte, zur Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche und zur zeitnahen
Bearbeitung von Widersprüchen eingesetzt werden. Überflüssig ist diese Regelung,
weil Hartz-IV-Beziehende sowieso mögliche Veränderungen ihrer
Einkommenssituation melden müssen.
14.01.2011, DIE LINKE und der
Kommunismus
Das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, erklärt zum
Thema Verbrechen des Kommunismus:
Angesichts die Vielzahl der in diesem Jahr anstehenden Wahlen, kann es nicht
verwundern, wenn die Interessenvertreter des Kapitals, allen voran die CDU, mal
wieder eine Hetzkampagne gegen die Linkspartei starten. Gesine Lötsch solle sich
für die Verbrechen entschuldigen, die im Namen des Kommunismus begangen wurden,
heißt es da. Und in der Linkspartei entbrennt eine Debatte, ob man sich
entschuldigen soll oder nicht? Statt sich von gewöhnlichen Antikommunisten eine
Diskussion aufdrängen zu lassen, sollten sich die Mitglieder der Linkspartei besser um die heutigen Probleme
kümmern! Millionen Arbeitslose, Rente mit 67, fehlende Ausbildungsplätze,
gleiche Bildungschancen für alle, runter mit den Rüstungsausgaben, mehr
Umweltschutz usw. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Wofür aber soll sich die Vorsitzende der Linkspartei eigentlich entschuldigen?
Sie selbst hat niemanden umgebracht. Und sie hat auch nicht aufgerufen jemanden
umzubringen. Und im kommunistischen Manifest steht auch nichts von einem
Völkermord, welcher im Namen des Kommunismus durchgeführt werden soll. Im
Gegenteil, der letzte Satz lautet: "Proletarier aller Länder vereinigt Euch!"
Weltweit Frieden ist das Ziel.
Wer aber bitteschön hat sich bis zum heutigen Tag für die Verbrechen
entschuldigt, die im Namen des Kapitalismus begangen wurden und immer noch
werden? Was ist mit den unzähligen Kriegen die von den Ausbeutern aller Herren
Länder bis zum heutigen Tage angezettelt wurden? Hat sich die USA, Frankreich,
Großbritannien, oder Deutschland oder eines der anderen kapitalistischen Länder
für die Millionen toten Zivilisten und Soldaten entschuldigt? Hat man etwa den
ersten und zweiten Weltkrieg vergessen? Was ist mit dem Vietnamkrieg? Bedrohten
die Vietnamesen etwa die gesamte zivilisierte Welt? War es etwa die Schuld der
Sowjetunion das sie von Hitlerdeutland überfallen wurde? Entschuldigen sich die
Industrienationen für die Verhungerten die durch ihre ausbeuterische Politik
tagtäglich weltweit den Hungertod sterben oder verdursten?
Für Kriegseinsätze gibt man in jedem Land jedes Jahr Milliarden, für die
unzähligen Hungerkatastrophen in anderen Ländern bettelt man vor allem zu
Weihnachten mit der Sammelbüchse. Welch ein Hohn! Was hat uns die afghanische
Bevölkerung denn getan, dass deutschen Soldaten im Auftrage der Bundesregierung dort
morden dürfen? Hat sich etwa jemand von der CDU, der SPD oder den GRÜNEN gar
dafür entschuldigt? Nein! Die CDU hat sich z.B. bis heute nicht von den
unzähligen Faschisten distanziert, die in ihren Reihen nach 1945 untergetaucht
sind. Dabei hatte die Zentrumspartei, als eine der beiden Vorläuferparteien der
CDU, maßgeblich zur Machtergreifung Hitlers beigetragen.
Unabhängig davon ist es natürlich schwierig über Kommunismus zu diskutieren.
Denn wer hat schon das Kommunistische Manifest gelesen?
Nicht einmal das Christentum hat es in 2.000 Jahren geschafft die Welt zu
befrieden. Und Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass sich das
Christentum jemals für die vielen Kreuzzüge entschuldigt hätte. Im Namen Gottes
zogen christliche Heere in andere Länder um diese von anderen Religionen zu "befreien" und für
das Christentum zu erobern.
10.01.2011, Das Superwahljahr 2011
Wenn nur noch die Hälfte der Wahlberechtigten wählen geht und die CDU
die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhält, dann ist das nur noch ein Viertel
aller Wahlberechtigten. Angesichts der Vielzahl der Wahlen, die in diesem Jahr
anstehen, kann es nicht verwundern, wenn sich die CDU ihrer rechten
Vorfeldorganisationen ("Opfer des Stalinismus") bedient. Es ist also kein
Zufall, wenn die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) unter Führung
einiger CDU-Abgeordneter am vergangenen Wochenende eine Podiumsdiskussion
der Linkspartei zu stören versuchte. Erst recht nicht, wenn man hört, dass die
VOS dort mit 60 Mitgliedern aufgetaucht ist. Die Auseinandersetzung war also
nichts anderes als eine gewöhnliche Provokation. Linke Politiker tun also gut
daran sich nicht verunsichern zu lassen; erst recht nicht von Mitgliedern einer
Organisation die lediglich der Verbreitung antikommunistischer Hetze
verschrieben hat.
04.01.2011, Die Herren vom Spiegel
verlieren völlig die Fassung!
"Spiegel-Hass-Artikel ist ein Armutszeugnis",
erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, zum Artikel "Linke-Chefin erklärt
Kommunismus zum Ziel der Partei". Lothar Böling weiter:
Der wutschnaubende Verriss des junge-Welt-Beitrages durch den Spiegel zeigt,
wie allergisch die Vertreter des Kapitals reagieren, wenn es um Alternativen zum
bestehenden kapitalistischen Wirtschaftsystem geht. Sie sind sich ihrer Sache nach der verheerenden
Finanzkrise nicht mehr sicher und reagieren deshalb hysterisch auf jegliche Überlegung,
wie eine gerechte Gesellschaft aussehen könnte. Offensichtlich darf man nicht
einmal mehr laut denken in diesem Deutschland.
Wem aber soll denn die Zukunft gehören? Etwa jenen Spekulanten und
Bankrotteuren, die den Wirtschaftskarren alle paar Jahre gegen die Wand
setzen? Wer bitte schön hat denn dafür gezahlt, dass die Banken aus ihrer
hausgemachten Finanzkrise wieder heraus gekommen sind? Waren es nicht die vielen
unzähligen Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, mit ihrer brav
entrichteten Lohnsteuer in Milliardenhöhe? Das Jammertal in das sich der
Kapitalismus mit seinen Banken befand, war doch das Ergebnis einer korrupten
Spekulanten-Politik.
Könnte es da nicht etwa zufällig so sein, dass dem Sozialismus die Zukunft gehört?
War es doch die Lohnsteuer der Werktätigen, die dem Kapitalismus einmal mehr aus
der Sackgasse verhalf, in die er sich selbstherrlich manövriert hatte. Und wenn
die Arbeitnehmer letztlich immer die Rechnung zahlen müssen, warum sollen sie
dann nicht auch regieren und die Macht ausüben? Im Kommunistischen Manifest
heißt es jedenfalls zum Schluss: "Proletarier aller Länder vereinigt Euch!"
Meiner Meinung ist dieser Satz demokratischer als unsere jetzige Demokratie in
der finanziell abhängige "Volksvertreter" lediglich die Interessen des Kapitals
vertreten.
15.12.2010, Leiharbeitsurteil muss
gesetzliche Konsequenzen haben
Das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, fordert nach dem
Bundesarbeitsgerichtsurteil zur Tarifunfähigkeit der CGZP gesetzliche
Konsequenzen von der Bundesregierung. Der Tarifvorbehalt im
Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, der das Unterlaufen des Equal-Pay-Prinzips
ermögliche, müsse ersatzlos gestrichen werden. Von den
Sozialversicherungsträgern fordert Böling die unverzügliche Einforderung
ausstehender Beiträge. Böling erklärt:
Dieses Urteil ist ein Meilenstein und eine nachträgliche höchstrichterliche
Ohrfeige für die alte rot-grüne Bundesregierung, die dem Missbrauch der
Leiharbeit Tür und Tor geöffnet hat. Bund und Sozialversicherungen müssen jetzt
schnell handeln. Frau von der Leyen muss die gesetzlichen Konsequenzen ziehen.
Der missbrauchsanfällige Tarifvorbehalt im Leiharbeitsgesetz muss schnell
gestrichen werden. Das ist im laufenden Gesetzgebungsverfahren möglich. Dann
gilt für die Leiharbeit immer und überall die Regel, dass es für gleiche Arbeit
auch gleiches Geld gibt. Die Sozialversicherungsträger müssen jetzt schnell
handeln. Es ist viel Zeit ins Land gegangen. Drei Milliarden Euro stehen an
Beiträgen aus. Die müssen jetzt von den Firmen, die mit der CGZP
Dumpingtarifverträge abgeschlossen haben, eingefordert werden. Das macht allein
für die Rentenversicherung 0,5 Beitragspunkte. Damit könnte die Rente ab 67
rückgängig gemacht werden.
25.11.2010, Von der Leyen bleibt
Lohndrückerin
Das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, fordert
angesichts von Meldungen zu einer Einigung in der schwarz-gelben Koalition über
die Einführung eines Mindestlohns für Zeitarbeiter erneut einen allgemeinen
gesetzlichen Mindestlohn. Um die "Lohndrückerei in der Leiharbeit" zu beenden,
müsse das Prinzip gelten, dass für gleiche Arbeit der gleiche Lohn gezahlt wird.
Böling erklärt:
Endlich gibt es ein wenig Bewegung in der schwarz-gelben Bundesregierung. Der
Mindestlohn für Leiharbeiter ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung,
aber noch lange kein Allheilmittel gegen Lohndumping. Ursula von der Leyen
bleibt eine Lohndrückerin, solange sie ihre Blockade gegen einen gesetzlichen
Mindestlohn nicht aufgibt. Der Schutz vor Lohndumping muss für alle
Beschäftigten gelten. In der Leiharbeit brauchen wir eine einfache Regel: Für
gleiche Arbeit muss es gleichen Lohn geben und dazu wie in Frankreich für
Leiharbeiter einen Zuschlag für ihre Flexibilität. Deutschland muss bei der
Bezahlung von Leiharbeitern endlich Anschluss an die europäische Normalität
kriegen.
04.11.2010, Rassistischer Mord in
Leipzig: Schluss mit der Hetze gegen Migranten!
Neonazis ermordeten den 19jährigen Iraker Kamal K. am vergangenen
Sonntag in Leipzig. Zur heutigen Demonstration gegen Rassismus in Leipzig
erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Unsere Solidarität gilt der Familie und den Freunden von Kamal. Die heutige
Demonstration gegen Rassismus ist ein wichtiger und richtiger Protest. Die
Neonazis ermordeten Kamal, nachdem viele Medien wochenlang die rassistischen,
islamfeindlichen Thesen eines Thilo Sarrazin verbreiteten. Zu diesem Klima
trugen auch Unions-Politiker wie Horst Seehofer bei, der Öl ins Feuer der Hetze
gegen Migranten goss, indem er einen Zuwanderungsstopp für Migranten aus
muslimischen Ländern forderte. Schon die Wortwahl "muslimische Länder" verrät,
dass die Beweggründe von Herrn Seehofer einen religiösen Hintergrund haben. Laut
Grundgesetz aber darf niemand wegen seiner Religionszugehörigkeit benachteiligt
werden.
Die unsägliche, so genannte "Integrationsdebatte" ist nichts anderes als ein
Ablenkungsmanöver, um Sozialabbau und Politik für Konzerne besser durchsetzen zu
können. Die rassistische Debatte muss sofort beendet werden, bevor noch mehr
Menschen aufgrund ihrer Herkunft ermordet werden. Die Mehrheit der Bevölkerung
kann den Nazis zeigen, dass sie ihren Terror ablehnt. Die FREIE LINKE ruft dazu
auf, den europaweit größten Naziaufmarsch im Februar 2011 in Dresden zu
verhindern. Dieses Jahr ist es durch den Protest von zehntausenden Menschen
gelungen, den Naziaufmarsch in Dresden zu blockieren.
28.10.2010, Statstiktricks verdienen
keine Lorbeeren
Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat Oktober erklärt
das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Ministerin von der Leyen konnte ihre Freude über das Unterschreiten der
3-Millionengrenze in der Arbeitslosenstatistik nicht zurückhalten und preschte
bereits gestern vor. Die 2,945 Millionen offiziell Arbeitslosen und ihre
Familien haben vom Wettlauf der Ministerin um die öffentlichen Lorbeeren
zunächst nichts. Eine Arbeitsmarktpolitik, die ihnen Arbeit verschafft, ist
nicht in Sicht. Einer näheren Betrachtung halten die Zahlen ohnehin nicht Stand:
Ohne statistische Tricks läge die Arbeitslosigkeit mit 4,09 Millionen sogar über
der 4-Millionengrenze. Weitere 328.000 Arbeitslose sind z. Zt. als
1-Euro-Jobber tätig und werden hierdurch nicht in der Statistik erfasst. Der
beschworene Aufschwung basiert zu einem übergroßen Teil auf prekärer
Beschäftigung, auf Mini- und Midi-Jobs, die zusätzlich mit Hartz-IV-Leistungen
gestützt werden müssen, und auf Leiharbeit. Mit der Weigerung, die gesetzlichen
Rahmenbedingungen für eine gleiche Bezahlung von Leih- und Stammarbeitern zu
schaffen, leistet die Bundesregierung der Lohndrückerei Vorschub. Die FREIE
LINKE fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Wir fordern die Einführung eines
gesetzlichen Mindestlohns - zum einen stoppt dies die Lohnspirale nach unten und
zweitens werden durch die Ankurbelung der Binnennachfrage Arbeitsplätze
geschaffen. Wer arbeitsmarktpolitische Instrumente zusammenstreicht, Lohndumping
unterstützt und Zahlen frisiert, verdient keine Lorbeeren als Arbeitsministerin.
Die abnehmende Arbeitslosigkeit gibt es nicht wegen, sondern trotz der Politik
der Bundesregierung, die sich lediglich auf den Wirkungen des
Wirtschaftswachstums in Asien ausruht.
21.10.2010, Gleicher Lohn für gleiche
Arbeit
„Leiharbeiter müssen die selbe Bezahlung erhalten wie Stammkräfte“,
fordert das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste. Er erklärt:
Leiharbeit wird seit Jahren von Unternehmen genutzt, um Tariflöhne zu
unterlaufen und die Lohnkosten zu drücken. Das darf die Bundesregierung nicht
länger dulden. Leiharbeiter müssen als ersten Schritt mindestens die Bezahlung
erhalten wie die Stammbelegschaft. Der jüngste Abschluss für die Stahlindustrie
hat gezeigt, dass es geht. Die FREIE LINKE fordert darüber hinaus einen
Flexibilitätszuschlag von 10 Prozent.
12.10.2010, Die Kanzlerin muss Herrn
Seehofer zum Rücktritt bewegen
"Herr Seehofer sollte wie Herr Sarrazin auf seinen Job verzichten",
erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, zu den
unchristlichen Äußerungen von Ministerpräsident Seehofer. Lothar Böling weiter:
Wenn es einen Konsens in dieser Gesellschaft gibt, dann diesen: Der Zweck darf
nie wieder die Mittel heiligen. Herr Seehofer ist aber bereit, jedes Mittel
einzusetzen, um seinen politischen Niedergang aufzuhalten. Die Worte Seehofers
werden von Rechtsradikalen dankbar aufgegriffen. Es ist nur eine Frage der Zeit,
dass Häuser von Muslimen brennen. Die FREIE LINKE fordert die Kanzlerin auf,
ihrem Koalitionspartner Seehofer den Rücktritt nahe zu legen. Herr Seehofer ist
ein verbaler Brandstifter, der in einer christlich-liberalen Koalition nichts zu
suchen hat.
02.09.2010, Leiharbeit muss ein Ende
haben
"Der Erfolg der IG Metall in den Tarifverhandlungen ist ein wichtiger
Schritt zur Bekämpfung der Leiharbeit. Entscheidend ist jetzt, dass die
Bundesregierung handelt und endlich die unter rot-grün beschlossenen Regelungen
zurücknimmt, die für die katastrophale Situation von Leiharbeitern
verantwortlich sind", kommentiert das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie
Liste, den Verhandlungsausgang in der Stahlbranche zur Leiharbeit. Lothar Böling
weiter:
Die unerträgliche Ausbeutung von Leiharbeitern muss ein Ende haben. Es darf
nicht sein, dass Beschäftigte mit zweierlei Maß gemessen werden, je nachdem ob
sie zur regulären Belegschaft gehören oder als Leiharbeiter beschäftigt sind.
Nur wenn das Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" in allen Branchen gilt,
wird es gelingen, das Verdrängen regulärer Arbeitsplätze durch schlecht bezahlte
und ungeschützte Leiharbeiter zu verhindern. Dafür bedarf es klarer gesetzlicher
Vorgaben, wie sie die FREIE LINKE schon seit langem fordert.
20.09.2010, Mövenpick-Partei will
Armut im Land vergrößern
Zum Vorschlag von FDP-Generalsekretär Lindner, die Bezugsdauer des
Arbeitslosengeldes für ältere Arbeitslose zu halbieren, erklärt das Dürener
Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Der Generalsekretär der Mövenpickpartei (FDP) hat jeglichen Sinn für Realitäten
verloren. Er sollte am oberen Ende der Einkommensskala über Einsparungen
nachdenken. Mein Vorschlag lautet, hohe Einkommen, Millionäre und
Spekulationsgewinne gerechter zu besteuern. Statt über
Hinzuverdienstmöglichkeiten bei Hartz-IV-Beziehenden nachzudenken, sollte die
FDP endlich dem gesetzlichen Mindestlohn zustimmen. Satt Armut in Deutschland zu
vergrößern, müssen Privilegien der Superreichen abgeschafft werden.
17.09.2010, Steinbach keine politische Gesprächspartnerin
Zu den jüngsten Äußerungen der Bundesvorsitzenden des BdV, erklärt
das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste: Er erklärt:
Die heutigen Äußerungen von Frau Steinbach haben das Fass zum Überlaufen
gebracht. Sie hat den Boden verlassen, auf dem Demokraten miteinander
diskutieren können. Eine öffentliche Debatte, in der sie Gelegenheit erhält,
ihre inakzeptablen Behauptungen zu wiederholen, lehne ich ab. Zu einem Menschen,
der ein Opfer des KZ-Systems der Nazis in derartiger Weise beleidigt, habe ich
keinen Gesprächsfaden mehr. Frau Steinbach schadet den deutsch-polnischen
Beziehungen und dem Ansehen der Bundesrepublik. Bundeskanzlerin Merkel ist jetzt
in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Frau Steinbach ihr Unwesen nicht mehr
unter dem Dach der Union treiben darf. Wenn Frau Steinbach nicht von selbst
bereit ist, von der Spitze der Unionsfraktion zurücktreten, dann müssen
demokratische Mittel und Wege gefunden werden, sie zu einem Rückzug zu zwingen.
Als politische Gesprächspartnerin hat sich Frau Steinbach unwiderruflich
disqualifiziert.
31.08.2010, Aufschwung auf dem Rücken
der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat August erklärt
das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Alle reden vom Aufschwung. Die Zahl von 3,188 Millionen Erwerbslosen scheint
kaum noch jemanden zu stören. Ohne die üblichen statistischen Mauscheleien liegt
die Arbeitslosigkeit allerdings bei 4,291 Millionen. Im Osten sind prozentual
fast doppelt so viele Menschen ohne Arbeit wie in den alten Bundesländern. Die
neu geschaffenen Arbeitsplätze liegen nachweislich überwiegend im Bereich der
atypischen Beschäftigung, also schlecht bezahlt, befristet und prekär. Die
Lohnspirale nach unten dreht sich weiter. Das wirkt sich in der Folge auch auf
die Renten aus. Das Risiko der Altersarmut steigt. Mit unsicheren Arbeitsplätzen
und sinkenden Löhnen zahlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Preis für den
vermeintlichen Aufschwung. Eine Sockelarbeitslosigkeit von mehr als drei
Millionen führt zu einem Anstieg an Hartz-IV-Beziehenden. Das bedeutet Armut und
Unsicherheit für Millionen Menschen und deren Familien. Die Chancenlosigkeit im
Osten lässt junge Menschen ohne Perspektive. Sie wandern ab in den Westen und
ganze Regionen veröden. Die FREIE LINKE steht für den Dreiklang "Gute Arbeit –
Gute Löhnen – Gute Rente". Wir brauchen existenzsichernde,
sozialversicherungspflichtige Arbeit zu vernünftigen Löhnen. Wir wollen einen
flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn, der Nachfrage und Arbeit schafft. So
kann perspektivisch auch Armut im Alter verhindert werden. Die FREIE LINKE
fordert ein Investitionsprogramm für Ostdeutschland, Chancen und Perspektiven
für junge Menschen. Und wir brauchen endlich eine Arbeitsmarktpolitik, die
diesen Namen verdient, die Menschen in Arbeit bringt statt Arbeitslose zu
verwalten. Mit einer millionenfachen Sockelarbeitslosigkeit wird sich die FREIE
LINKE nicht abfinden.
30.08.2010, Rassenwahn pur: Sarrazins „Juden-Gen“
In seinem „Welt am Sonntag“-Interview hat sich das
noch-Bundesbankvorstands- und SPD-Mitglied Thilo Sarrazin völlig dem Rassenwahn
hingegeben. "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene,
die sie von anderen unterscheiden", antwortete er auf die Frage nach der
"kulturellen Eigenart" von Völkern. Dazu erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar
Böling, Freie Liste:
„Sarrazins Missbrauch der Genetik als pseudowissenschaftliche "Begründung" für
die Diskriminierung ganzer Bevölkerungsgruppen kennt offenbar keine Grenzen.
Nach seiner perversen genetischen Diffamierung von sogenannten
"Unterschicht"-Kindern schwingt er sich nun auch noch zum Genetikpapst auf, der
selbstherrlich Juden "ein bestimmtes Gen" und Basken mehrere "bestimmte Gene"
zuspricht. Als nächstes (er-)findet er wahrscheinlich die Blutgruppe "deutsch".
Seine Gengespinste sind Spinnerei aber leider keine harmlose. Er beschwört mit
seinem angeblichen Juden-Gen wohl kaum ungewollt den antisemitischen Mythos vom
"ewigen Juden" herauf. Dass er mit seiner Gen-Variante, die noch nicht einmal
die rassistische Differenzierung in halb- und viertel-"jüdisch" zulässt, den
Rassenwahn der Nazis noch überbietet, mag er nicht bedacht haben. Aber das
entschuldigt nichts!“
Kaum zu Glauben was sich in der SPD so alles für Leute herumtreiben. Und
unglaublich, was so mancher für Probleme hat. Fragt man sich doch, wie Herr
Sarrazin überhaupt in den Vorstand der Bundesbank gelangen konnte. Die SPD tut
gut daran sich schleunigst von Herrn Sarrazin zu trennen. Sonst kommt die SPD
noch in den Verdacht der NPD nahe zu stehen. Schon schlimm genug, dass sich die
NPD durch solch einen Unsinn auch noch bestätigt sieht.
20.08.2010, Sozialtarife statt Abzocke
bei Energiepreisen
"Die Entwicklung der Strompreise zeigt, dass die Bundesregierung nach
der Pfeife der Stromkonzerne tanzt," erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar
Böling, Freie Liste, in Reaktion auf die PR-Energie-Reise der Kanzlerin. Lothar
Böling weiter:
In Leipzig und vielen anderen Städten explodieren die Strompreise. Doch die
Kanzlerin informiert sich nicht auf ihrer PR-Energie-Reise über die Situation
der Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Stromrechnung bezahlen sollen.
Der Strommarkt ist in der Hand von vier Konzernen, die die Bürgerinnen und
Bürger abzocken. Die Bundesregierung schaut diesem Treiben tatenlos zu, anstatt
die Konzerne in die Schranken zu weisen. Die FREIE LINKE fordert die
Stromkonzerne auf, Sozialtarife für Haushalte mit geringem Einkommen anzubieten.
Die Sozialtarife sollen mindestens 50 Prozent unter dem günstigsten Tarif des
jeweiligen Stromanbieters liegen. Die FREIE LINKE fordert die Bundesregierung
auf, die Preisaufsicht wieder einzuführen und die Stromnetze in die öffentliche
Hand zu übergeben. Die FREIE LINKE unterstützt Kommunen, die die
Energieversorgung in die eigenen Hände nehmen. In zahlreichen Städten und
Gemeinden wurde erfolgreich nachgewiesen, dass die Energieversorgung in
kommunaler Regie effizienter, preisgünstiger und ökologischer erfolgen kann.
19.08.2010, Existenzminimum darf nicht
vom Gutdünken der Wirtschaft abhängen
Zu den Überlegungen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, in das
geplante Chipkarten-System zur Förderung von "Hartz-IV-Kindern" die lokale
Wirtschaft und Sponsoren einzubinden, erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar
Böling, Freie Liste:
Das Bundesverfassungsgericht hat die Bundesregierung beauftragt, bei der
Neuberechnung der Regelsätze, sicherzustellen, dass jedes Kind und jeder
Erwachsen ein menschenwürdiges Existenzminimum bekommt. In der Debatte der
letzten Wochen ist zu beobachten, wie dieser verfassungsrechtliche Auftrag
Schritt für Schritt in der Öffentlichkeit heruntergehandelt wird. Zuerst wurde
die Neuberechnung der Regelsätze für Erwachsene ausgeblendet, dann die Leistung
für Kinder allein auf Sachleistung reduziert. Nun soll die Ausgestaltung der
Chipkarte mittels privater Sponsoren aufgewertet werden. Doch die Garantie des
Existenzminimums darf nicht vom Gutdünken der Wirtschaft abhängen. Eine solche
Regelung hätte zudem zur Folge, dass Kinder in ärmeren Regionen, in denen
finanzkräftige Sponsoren kaum vorhanden sind, Chipkarten mit deutlich geringerem
Angebot bekämen als Kinder in reichen Gegenden. Wenn es um das
verfassungsrechtlich gebotene Existenzminimum geht, darf ein Kind in Zittau
nicht schlechter gestellt sein, als ein Kind in München. Die FREIE LINKE setzt
sich deswegen für eine Kindergrundsicherung in Höhe von 420 Euro ein.
18.08.2010, Humanitäre Hilfe statt
Kriegseinsätze
Zum Welttag der humanitären Hilfe der Vereinten Nationen am 19.
August erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Die humanitäre Hilfe der Bundesregierung für Pakistan sind Peanuts im Vergleich
zu den Ausgaben für den Krieg in Afghanistan. Die Bundesregierung hat Pakistan
Soforthilfe erst von einer Million Euro, dann 15 Millionen Euro versprochen.
Allein der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr kostete letztes Jahr eine
Milliarde Euro. Angesicht der drohenden humanitären Katastrophe in Pakistan
gilt es, dieses Missverhältnis zu beseitigen. Hunderttausende Menschen in den
pakistanischen Grenzregionen waren bereits auf der Flucht vor den
Bombardierungen durch die USA. Nun wird diese Region durch den Monsunregen
überschwemmt. Ein langfristiges Hilfsangebot gegen sozialen Missstände und die
Folgen des Klimawandels muss aufgelegt, der NATO-Krieg und militärische
Aufrüstung beendet werden. Zudem wird angesichts der Überschwemmungskatastrophe
zum wiederholten Mal deutlich, wie unentbehrlich ein internationales
Klimaschutz-Abkommen ist. Die Industrienationen müssen den klimapolitischen
Stillstand vor dem Klimagipfel in Cancun am Jahresende überwinden.
11.08.2010, Die Forderung einer Rente
ab 70 ist eine ausgemachte Schweinerei
„Aussetzen statt anheben muss angesichts der Arbeitsmarktlage Älterer
die Sofortmaßnahme lauten. Angesichts der absehbaren schlimmen Folgen der Rente
erst ab 67 die Altersgrenze noch weiter anheben zu wollen, ist eine unverschämte
Schweinerei. Wer das fordert muss schon besonders rücksichtslos sein“,
kommentiert das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, die Forderung
des Direktors des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW),
Prof. Dr. Michael Hüther, das Rentenalter auf 70 anzuheben.
„Die Situation der Menschen unmittelbar vor der Regelaltersgrenze von derzeit 65
Jahren ist vollkommen unsicher. Nicht einmal zehn Prozent der 64-Jährigen sind
sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Lediglich 7,5 Prozent aller, die sich
tatsächlich bis 65 am Arbeitsmarkt halten, hatten unmittelbar vor dem Eintritt
in den Ruhestand einen sozialversicherungspflichtigen Job. Wer kurz vor der
Rente erwerbslos wird, ist nahezu chancenlos, wieder einen Job zu erhalten.
Gerade ein Fünftel der 60-Jährigen und weniger als zehn Prozent der 64-Jährigen
schaffen den Übergang aus der Erwerbslosigkeit in Erwerbstätigkeit.
Durchschnittlich gehen die Menschen mit rund 63 Jahren in Rente“ erläutert
Böling zentrale Ergebnisse aus der Antwort der Bundesregierung auf die Große
Anfrage der Fraktion DIE LINKE zur Beschäftigungssituation Älterer.
„Der Topökonom verhöhnt die Betroffenen, wenn er feststellt, dass die Menschen
ja vor dem 70. Lebensjahr mit Abschlägen in Rente gehen könnten. Bereits heute
muss fast jeder Zweite, in Ostdeutschland sogar mehr als zwei Drittel, Abschläge
von der Rente in Kauf nehmen. Durchschnittlich betragen die Abschläge 115 Euro
im Monat. Sie summieren sich während der durchschnittlichen gesamten Dauer einer
Rentenphase auf 25.000 Euro.“
04.08.2010, Brüderle beim
Fachkräftemangel auf den Hundt gekommen
"Nachdem Wirtschaftsminister Brüderle zur Linderung des angeblich
vorhandenen Fachkräftemangels bereits ein Begrüßungsgeld aus der Mottenkiste
geholt hat, möchte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher
Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, gleich die ganze Zuwanderung
flexibilisieren. Beide verschweigen: Wer Fachkräfte haben will, der muss sie
ausbilden und gemäß ihrer Qualifikation bezahlen", kommentiert das Dürener
Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, die aktuelle Debatte über das angeblich
große Problem des Fachkräftemangels. Lothar Böling weiter:
Seit Jahren wird von arbeitgebernahen Verbänden und Personen der angebliche
Fachkräftemangel beklagt. Die Unternehmen und jeweiligen Regierungen hatten
Zeit, entsprechend zu handeln. Stattdessen gibt Deutschland seit Jahren weniger
Geld für Bildung aus als der Durchschnitt der anderen OECD-Länder. Außerdem sind
2008 erstmalig mehr Menschen aus Deutschland aus- als eingewandert. Das Institut
für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat ermittelt, dass die deutschen
Auswanderer höher qualifiziert sind als der Durchschnitt. Offensichtlich sind
die deutschen Arbeitgeber nicht gewillt den hier ausgebildeten Fachkräften
ausreichende Vergütungen und Arbeitsbedingungen zu zahlen. Das zeigt, dass der
Fachkräftemangel nicht sehr groß sein kann. Die Diskussion ist stattdessen ein
durchsichtiges Manöver, mit dem die Unternehmen durch den Zugriff auf ein
höheres Arbeitskräftepotential den Druck auf die inländischen Löhne und Gehälter
verstärken wollen. Die Einwanderung nach Deutschland nach den Profitinteressen
der Unternehmen auszurichten, während regelmäßig Flüchtlinge bei dem Versuch
sterben nach Europa zu gelangen, ist unmenschlich und pervers.
29.07.2010, Vermeintlicher Aufschwung
beruht auf unsicherer und schlecht bezahlter Arbeit
Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat Juli erklärt
das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt lässt sich mit drei Worten
zusammenfassen: Kurzarbeit, Leiharbeit, Zeitarbeit. Die FREIE LISTE hat auch in
diesem Monat nachgerechnet: die tatsächliche Arbeitslosigkeit liegt bei 4,328
Millionen Menschen ohne Arbeit. Nur durch statistische Tricks kommt die
Bundesagentur auf die offizielle Zahl von 3,191 Millionen. Ein tatsächlicher
Aufschwung ist nicht in Sicht. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden immer
stärker in befristete, unsichere und schlecht bezahlte Jobs gedrängt. Mehr als
ein Drittel der offen gemeldeten Stellen sind Leiharbeitsplätze. Leih- und
Zeitarbeitsverträge halten Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen und
befördern die Lohnspirale nach unten. Damit bezahlen Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer die Zeche für die Krise. Kurzarbeit ist die einzige
arbeitsmarktpolitische Maßnahme der Bundesregierung. Was als Instrument zur
Jobsicherung in der Krise gedacht war, hat sich immer deutlicher als Sparbüchse
für viele Unternehmen entpuppt. Die FREIE LISTE fordert einen flächendeckenden
gesetzlichen Mindestlohn, der Nachfrage und somit Arbeit schafft. Statt ihren
Haushalt zu kürzen, muss Ministerin von der Leyen arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen schaffen, die Menschen in existenzsichernde,
sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeit bringen. Leih- und Zeitarbeit darf
nicht weiter zum Niedriglohnbereich verkommen – dort Beschäftigte müssen der
Stammbelegschaft an Bezahlung gleichgestellt sein.
28.07.2010, Mindestlohn von 10 Euro
sofort!
"Die aktuellen Forschungsergebnisse zum Niedriglohnsektor bestätigen,
was die FREIE LISTE, wie der DGB, seit langem fordert: die Einführung eines
flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland", erklärt das Dürener
Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, zu der nach Veröffentlichung des
IAQ-Reports neu aufgeflammten Debatte über einen Mindestlohn. Lothar Böling
weiter:
Die FREIE LISTE fordert einen Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde, denn wer Vollzeit
arbeitet, muss von seinem Gehalt leben können. Es ist unerträglich, dass in
Deutschland knapp sieben Millionen Menschen und damit doppelt so viele wie in
Frankreich zu Niedriglöhnen arbeiten müssen. Vollends skandalös ist, dass von
diesen Arbeitnehmern im letzten Jahr allein 1,3 Millionen dazu gezwungen waren,
sich zur Existenzsicherung die Hungerlöhne durch Hartz-IV-Leistungen aufstocken
lassen zu müssen. Dies ist nichts anderes als Lohnsubvention zum Vorteil von
Unternehmen, die den Staat allein 11 Milliarden Euro kostet. Die Einführung
eines Mindestlohns ist hingegen mit keinen unmittelbaren Kosten für den Haushalt
verbunden. Im Gegenteil: Ein Mindestlohn reduziert die Ausgaben und erhöht die
staatlichen Einnahmen, insbesondere bei den Sozialbeiträgen. Außerdem sorgt er
für eine Erhöhung der Binnennachfrage und reduziert damit die bestehenden
Handelsungleichgewichte in der Eurozone. Auch die Wirtschaft profitiert von
seiner Einführung, weil es damit zu mehr Innovation und Produktivitätssteigerung
kommt.
26.07.2010, Wer sich nicht wehrt, lebt
verkehrt
Grundsicherungsämter haben im vergangenen Jahr massenhaft wegen
fehlerhafter Arbeit falsche Hartz-IV-Bescheide erlassen. Das hat die
Bundesagentur für Arbeit (BA) laut «Bild»-Zeitung in einem neuen
Statistikbericht eingeräumt. Insgesamt wurde in 805.200 Fällen Widerspruch gegen
Bescheide eingelegt. 301.500 Widersprüche oder mehr als 37 Prozent seien
erfolgreich gewesen. Außerdem hätten 142.700 Hartz-IV-Beziehende gegen ihre
Bescheide geklagt. 55.800, also 38 Prozent, haben vor Gericht recht bekommen.
Dazu erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Der Ämterpfusch bei Hartz IV hält weiter an. Wer angesichts der massenhaft
rechtswidrigen Arbeit der Ämter, Debatten über die Einschränkung und
Gebührenerhöhung bei der rechtlichen Wehr gegen Amtsbescheide führt, sägt am Ast
der Bürgerrechte. Stattdessen sollte die Wehrhaftigkeit der betroffenen
Bürgerinnen und Bürger erhöht werden durch die Finanzierung unabhängiger
Beratungsstellen. Der Druck auf die Mitarbeiter zur Senkung der
Auszahlleistungen muss aufhören. Dafür sind Qualifizierungen der Mitarbeiter
erforderlich. Die hohe Anzahl der erfolgreichen Widersprüche und Klagen
bestätigt auch den Satz: Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Nur ein Beispiel:
Die Versicherungspauschale von 30 Euro monatlich, fehlt in den
Bewilligungsbescheiden vieler Arbeitslosengeld II-Empfänger. Wer mindestens 18
Jahre alt und nicht erwerbstätig ist, dem steht diese Pauschale z.B. zu. Aber
auch minderjährigen Kindern mit Kindergeld kann diese Versicherungspauschale
zustehen. Wenn das nicht geschehen ist, sollten Sie auf jeden Fall einen
Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X stellen.
26.07.2010, Mythos Fachkräftemangel
Zur Forderung der Bundesbildungsministerin Annette Schavan mehr
ausländische Fachkräfte nach Deutschland zu holen, erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Bundesbildungsministerin Schavan scheint die Jahre 2000 – 2004 vergessen zu
haben. Damals versuchte man qualifizierte ausländische Kräfte der Informations-
und Kommunikationstechnologie nach Deutschland zu holen. Mit der Einführung des
Zuwanderungsgesetzes durch die Große Koalition, wurde diese "Greencard-Regelung"
in die Beschäftigungsverordnung aufgenommen. Seitdem besteht die Möglichkeit
IT-Fachkräfte bei Bedarf im Ausland anzuwerben, ohne dass dabei eine
zahlenmäßige Begrenzung besteht. Seit dem 1. Januar 2009 wurde diese Regelung
auf alle akademischen Berufe ausgeweitet. Was also die Ministerin Schavan
fordert, ist schon lange Gesetz und wurde von linken Politikern von Beginn an
kritisiert. Es ist nämlich nichts anderes, als der Versuch einer Neuauflage der
gescheiterten Gastarbeiterpolitik. Es ist eine Politik die sich der
Verwertungslogik des Kapitals verschrieben hat, und Versagen im Inland durch
Gastarbeiter zu kompensieren versucht. Fragwürdig ist auch das Argument des
Fachkräftemangels. Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, die 13.500 Betriebe einbezogen
hat, ergab, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel gibt. Gäbe es
diesen, so hätte man schon längst den unhaltbaren Zustand aufgehoben, dass sich
500.000 Akademikerinnen und Akademiker mit einfachsten Tätigkeiten abfinden
müssen, weil ihre im Ausland erworbenen Abschlüsse nicht anerkannt werden. Die
FREIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, sich und die Wirtschaft in die
Verantwortung zu nehmen. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass 1,3 Millionen
Menschen zwischen 20 und 30 ohne Berufsabschluss dastehen. Wir fordern die
Verankerung des Rechts auf Ausbildung im Grundgesetz. Betriebe, die nicht
ausbilden und somit ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nicht
nachkommen, sollen eine Ausbildungsplatzabgabe zahlen.
23.07.2010, Diskriminierende
Elterngeld-Kürzungen zurücknehmen!
"Die Pläne von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder,
Hartz-IV-Empfängerinnen sowie Aufstockern und Geringverdienen das Elterngeld zu
kürzen oder gar zu streichen, sind hochgradig diskriminierend", sagt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
"Wer solche Kürzungspläne vorlegt, kann nur als sozial zynisch bezeichnet
werden." Mit der Streichung des Elterngeldes für Hartz-IV-Beziehende betreibt
die Bundesregierung aktive Armutsvermehrungspolitik. Schon jetzt lebe jedes
fünfte Kind in Deutschland in Armut – diese Zahl könne sich durch weitere
Kürzungen durchaus noch steigern lassen. Wer bei Hartz-IV-Familien 400 Millionen
Euro sparen wolle, weil das 500-Milliarden-Euro-Rettungs-Paket für die Banken
rückfinanziert werden müsse, habe jegliches soziale Augenmaß verloren. In
Sonntagsreden würden auch CDU-Politiker gerne darauf hinweisen, dass die Armut
und insbesondere die Kinderarmut in Deutschland bekämpft werden müsse. Die
Politik der Bundesregierung laufe aber eher darauf hinaus, die Armen selbst zu
bekämpfen und ihnen mit ihren Kürzungsplänen zu verdeutlichen, welche Kinder
erwünscht und welche als Belastung empfunden würden. Die FREIE LINKE Düren
fordert die Rücknahme der asozialen Kürzungsplanungen und eine sozial
ausgewogene Politik, die Bankenmanager und Finanzmarktspekulateure nicht besser
behandelt als Minijobber und Harz-IV-Empfängerinnen. Nicht die Hartz-IV-Familien
sind verantwortlich für Finanzmarktkrise und Staatsverschuldung. Die
Banken sollen zahlen, sie haben den Schuldenberg gewaltig ansteigen lassen,
nicht die Bezieher von Arbeitslosengeld II und ihre Kinder.
17.07.2010, Bespitzelung der Partei
DIE LINKE muss enden
Mit einem bundesweiten Aufruf setzen sich 51 Prominente für die
Beendigung der Beobachtung durch den Verfassungsschutz ein. Die
Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erinnern an die breite parlamentarische
Verankerung der LINKEN in Bund, Ländern und Kommunen. Die Bespitzelung der
LINKEN bezeichnen sie als undemokratisch und verfassungswidrig. Der
Verfassungsschutz mache sich durch die Bespitzelungspraxis zum Handlanger von
Parteiinteressen. Das begrüßt den Aufruf und kündigen juristische Schritte gegen
die Beobachtung der LINKEN sowie ihrer Mandatsträgerinnen und Mandatsträger an.
Sie erklären:
Die Beobachtung der Linken durch den Verfassungsschutz ist ein Skandal. Das ist
eine politische Instrumentalisierung des Geheimdienstes. Wir sind Demokraten und
haben oft genug vor dem Verfassungsgericht gegen verfassungswidrige Gesetze der
Regierung gestritten. Die Beobachtung muss im Bund und in allen Ländern beendet
werden. Wir freuen uns über jede Unterstützung aus Politik und Gesellschaft für
dieses Anliegen. Die in der nächsten Woche anstehende Verhandlung vor dem
Bundesverwaltungsgericht über die Bespitzelung von Bodo Ramelow hat für uns
Signalcharakter. Wir wollen und werden alle politischen und juristischen Mittel
ausschöpfen, um gegen die Beobachtung unserer Partei und unserer Mandatsträger
vorzugehen.
16.07.2010, Kein Gnadenakt, sondern
internationale Selbstverständlichkeit
Zur nun uneingeschränkt geltenden UN-Kinderrechtskonvention in
Deutschland, erklärt das Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste:
Die Freie Liste begrüßt die Aufgabe der jahrelangen Weigerungshaltung
Deutschlands, die UN-Kinderrechtskonvention vollständig umzusetzen. Die bisher
von Deutschland vorgebrachten Einwände betrafen vor allem die Behandlung von
minderjährigen Flüchtlingen. So bestand die BRD darauf minderjährige Flüchtlinge
wie Erwachsene zu behandeln. Es war bisher gängige Praxis, dass minderjährige
Flüchtlinge in Unterkünften für Erwachsene untergebracht wurden oder in
Abschiebehaft genommen wurden.
Was uns die Bundesregierung nun allerdings als humanen Gnadenakt verkaufen
möchte, ist nichts anderes als eine internationale Selbstverständlichkeit und
nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn weiterhin müssen Flüchtlinge über
Jahre in Sammelunterkünften (oft Baracken) oder als Illegalisierte ohne
Perspektiven ihr Dasein fristen. Dass die Bundesjustizministerin die
Abschiebehaft für die kürzeste noch angemessene Zeit reduzieren möchte,
verdeutlicht den Irrweg den die BRD in Sachen Flüchtlingspolitik weiterhin
beschreitet. Die Freie Liste lehnt die inhumane Abschiebepraxis ab.
Abschiebehaft ist die einzige Haft welche ohne richterliche Anordnung vollzogen
werden kann und ist schon deshalb nicht mit rechtsstaatlichen Prinzipien zu
vereinbaren. Wir wollen eine humane Flüchtlingspolitik und die
Wiederherstellung des im Jahre 1993 faktisch abgeschafften Grundrechts auf Asyl
und die sofortige Abkehr von der erniedrigenden und menschenverachtenden Politik
gegenüber Flüchtlingen.
16.07.2010, Rente von Hartz
IV-Betroffenen: Regierung nimmt das letzte Hemd
„Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der LINKEN zur
‚Streichung von Rentenversicherungsbeiträgen für ALG II-Beziehende im Rahmen des
Kürzungspakets’ (BT-Drucksache 17/2347) macht deutlich: Denen, die kaum etwas
haben, wird auch noch das letzte Hemd genommen“, so Ratsmitglied Lothar Böling,
Freie Liste Düren. Weiter erklärt er:
Arbeitslosengeld-II-Beziehende erwerben künftig gar keine Rentenanwartschaften
mehr. Auch Ansprüche auf Erwerbsminderungsrenten können nicht mehr aufgebaut
werden. Nachdem rot-grüne und schwarz-rote Regierungen die Beiträge für
Langzeiterwerbslose in den vergangenen Jahren schon soweit zusammen gekürzt
haben, dass die Ansprüche fast nur noch symbolischen Wert haben, wird
Schwarz-gelb diese nun vollständig abschaffen. 2,09 Euro pro Jahr seien so
gering, dass die Betroffenen später vielfach ohnehin in der Grundsicherung
landeten, lautet die Begründung der Bundesregierung. Da könne man ihre Ansprüche
auch gleich auf Null setzen. Das ist zynisch, entwürdigend und gnadenlos
unverfroren! Langzeiterwerbslose dürfen nicht auf die Grundsicherung im Alter
verwiesen werden. Im Gegenteil: Sie brauchen wieder einen wirksamen Schutz vor
Altersarmut. DIE LINKE und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordern darum
zurecht, die Rentenbeiträge von SGB-II-Betroffenen auf die Hälfte des
Durchschnittsentgelts (siehe BT-Drs. 17/1735) anzuheben. Dann würde die Rente
von Langzeiterwerbslosen um bis zu 13,60 Euro im Monat steigen. Statt
Altersarmut zu produzieren und Erwerbslose zu drangsalieren, sollte die
Bundesregierung endlich eine gerechte Steuerpolitik machen. Schon mit der
Einführung einer moderaten Millionärssteuer wäre das ganze Kürzungspaket
überflüssig.“
30.06.2010, NATO-General Petraeus
nimmt mehr tote Zivilisten in Kauf
Die NATO befindet sich in Afghanistan in einem Krieg, den sie nicht
gewinnen kann, und der täglich mehr Menschenleben kostet. Die neuen
Einsatzregeln des neuen US-Oberbefehlshaber General David Petraeus werden zu
mehr zivilen Opfern führen und den Krieg verschärfen, meint das Dürener
Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste dazu:
Mit bisher 100 toten Soldaten ist der Juni der mit Abstand verlustreichste Monat
für die NATO. Petraeus rechnet mit härteren Gefechten in den kommenden Monaten.
Um die eigenen Verluste niedrig zu halten, hat er eine Überarbeitung der
Einsatzregeln angekündigt. General Stanley McChrystal hatte den Schutz von
Zivilisten an oberste Stelle gesetzt. Das will Petraeus zurück nehmen. Die Folge
werden mehr tote Afghanen sein - und ein Anwachsen des Widerstandes. Diese
Politik ist verantwortungslos gegenüber den NATO-Soldaten wie gegenüber der
afghanischen Bevölkerung. Nur ein sofortiger Abzug kann weitere Verluste
verhindern. Stattdessen kündigt Petraeus an, noch über Jahre eine massiv
Truppenpräsenz in Afghanistan behalten zu wollen. Die Abzugsperspektive, die
US-Präsidenten Barack Obama angekündigt hatte, wird dadurch zur Farce.
11.06.2010, Hartz IV: Ferienjobs nicht anrechnen
Den Antrag der Linken, endlich zu handeln und Schluss zu machen mit
der Anrechnung der Ferienjobs auf Hartz IV, lehnte die große Koalition in Berlin
schlicht ab. Nach der Bundestagswahl wurde das Thema wieder aufgegriffen und
erneut in den Bundestag getragen. Und was ist passiert? Die Unionsparteien und
FDP haben den Antrag abgelehnt und die SPD hat sich enthalten. Das ist
angesichts des Problems nichts anderes als billige Parteipolitik auf dem Rücken
von Jugendlichen aus armen Familien und das ist nicht akzeptabel! Das Dürener
Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, erklärt dazu:
Jetzt endlich will die Bundesregierung auf dem Wege einer Verordnung Einkommen
aus Ferienjobs teilweise freistellen. Zwei Ziele müssen jedoch mit einer
Ferienjob-Regelung für Jugendliche erreicht werden, deren Familien von Hartz IV
betroffen sind: Schutz und Motivation. Man darf die Jugendlichen nicht
entmutigen, sondern muss sie ermuntern, ihr eigenes Geld zu verdienen. Wir
brauchen einen Sozialstaat, der es den Einzelnen ermöglicht, eigene
Entscheidungen zu treffen. Denn nur wer tatsächlich etwas zu entscheiden hat,
kann Verantwortung übernehmen. Im System Hartz IV gibt es für die Betroffenen
nichts zu entscheiden – weder für die Eltern, noch für die Kinder. Motivation
ist das eine, der Schutz aber gerade bei Kindern und Jugendlichen muss das
andere Ziel sein. Deswegen ist es sehr wichtig, nicht über das Ziel hinaus zu
schießen und die Balance zu halten: Der Jugendschutz muss eingehalten werden,
denn eine reguläre Schulbildung ist wichtiger als der schnell und früh verdiente
Euro. Deswegen ist es richtig, die Verdienstmöglichkeiten von Schülerinnen und
Schülern strikt nach Alter der Schülerinnen und Schüler und Dauer des Jobs zu
begrenzen. Vier Wochen im Jahr, wie es das Jugendarbeitsschutzgesetz vorsieht
reichen. Wozu also zusätzlich die Einkommenshöhe beschränken? Die
Bundesregierung schlägt nun vor, dass Schülerinnen und Schüler innerhalb der
vier Wochen maximal 1200 Euro verdienen dürfen und beispielsweise bei einem
Stundenlohn von 10 Euro 30 Stunden pro Woche arbeiten sollen. Diese
Verdienstbegrenzung auf 1200 Euro lehnen wir ab! Wir müssen einen Mindestlohn
festlegen – da sind Ihre 10 Euro genau richtig - aber doch keinen Durchschnitts-
oder Höchstlohn! Böling fordert: Die Verdienstgrenze für jobbende Schülerinnen
und Schüler, die im Hartz-IV-System stecken, muss gestrichen werden! Schutz und
Motivation brauchen eine Arbeitszeitbegrenzung, aber keine Verdienstgrenze!
07.06.2010,
Schwarz-gelbe Sparorgie ist Anschlag auf sozialen Frieden und Demokratie
„Die Regierung Merkel/Westerwelle verübt mit ihren Streichvorhaben einen
Anschlag auf den sozialen Frieden und die Demokratie im Land“, erklärt das
Dürener Ratsmitglied Lothar Böling, Freie Liste, zu den Ergebnissen der
Kürzungs-Klausur der Bundesregierung. „Dagegen kann es nur eines geben: breiten
öffentlichen Widerstand. Eine solche Kürzungs- und Umverteilungskoalition können
wir uns sparen.“ Böling weiter:
„CDU/CSU und FDP lassen Rentnerinnen und Rentner, Arbeitslose, sozial
Benachteiligte und Familien für die Zockerei der Banken und Spekulanten bluten.
Das ist nicht nur grob ungerecht, sondern offenbart das wahre Gesicht dieser
Koalition der sozialen Kälte und der politischen Geisterfahrerei. Wie befürchtet
werden nun nach der NRW-Wahl die Pläne für den massiven Sozialabbau aus der
Schublade geholt. Schwarz-gelb vertieft die soziale Spaltung und lässt die
Binnennachfrage auch durch den geplanten Stellenabbau weiter austrocknen. Der
Stellenabbau wird dazu führen, dass statt Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten
teure britische Anwaltskanzleien die Gesetzentwürfe für die Regierung und den
Bundestag schreiben. Bei den Schwächsten werden Milliarden gekürzt, die
Reichsten bleiben unbehelligt. Ohne Steuergerechtigkeit durch Steuererhöhungen
für die Krisenverursacher und –gewinnler spart die Koalition das Land ins Koma.
Wenn SPD und Grüne ihre Kritik an der Bundesregierung ernst meinen, müssen sie
die Kraftmeierei in NRW beenden. Wer im größten Bundesland ausgerechnet mit der
FDP ins Koalitionsbett will, führt seine hehren Worte in Berlin selbst ad
absurdum.“
06.06.2010, Wer
Grundsatz der Tarifeinheit in Frage stellt, öffnet Lohndumping Tür und Tor
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, begrüßt die
Initiative der DGB-Gewerkschaften zur Stärkung des Tarifrechts. Böling erklärt:
"Das Bundesarbeitsgericht will einen Grundpfeiler des deutschen Tarifrechts
kippen. Die Initiative der DGB-Gewerkschaften kommt daher zum richtigen
Zeitpunkt." Das Bundesarbeitsgericht beabsichtigt, die bislang gültige
Rechtsprechung grundsätzlich zu revidieren. Nach der Ankündigung des Gerichts
soll es zukünftig gestattet sein, dass in einem Betrieb mehrere Tarifverträge
unterschiedlicher Gewerkschaften für gleiche Berufsgruppen zur Anwendung kommen
können. Die Initiative des DGB sieht dagegen vor, dass nur der Tarifvertrag der
mitgliederstärkeren Gewerkschaft zur Geltung kommt. Lothar Böling weiter: "Wer
den Grundsatz der Tarifeinheit in Frage stellt, der öffnet gewollt oder
ungewollt, dem Lohndumping Tür und Tor. Wie das funktioniert, konnte man in der
Vergangenheit schon mehrfach beobachten. Da schließen so genannte christliche
Gewerkschaften mit Unternehmen Tarifverträge ab, die deutlich niedriger Löhne
und schlechtere Arbeitsbedingungen vorsehen als vergleichbare Vereinbarungen der
DGB-Gewerkschaften. Die so genannten christlichen Gewerkschaften sind also weder
christlich noch sind sie überhaupt Gewerkschaften, weil sie nicht die Interessen
der Beschäftigten sondern der Unternehmen vertreten." Und weiter: "Wir hatten
einen ähnlichen Fall mit der so genannten Gewerkschaft der Brief- und
Zustelldienste. Die wurde, mit dem Geld von Dumpingfirmen gegründet und hatte
nur einen Zweck: Dumpinglöhne durchzudrücken. Das wurde von einem Gericht im
Nachhinein festgestellt. Wenn jetzt das Bundesarbeitsgericht versucht, den
Grundsatz der Tarifeinheit auszuhebeln, macht es sich zum Handlanger der
Lohndrücker.“
02.06.2010,
Widerstandsbündnis gegen Röslers Kopfpauschale
Das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, ist gegen das Kopfpauschalen-Konzept
von Gesundheitsminister Rösler. Die Pläne aus dem Gesundheitsministerium seien
ungerecht und belasteten die Mitte der Gesellschaft. Böling erklärt:
Röslers Kopfpauschale ist nicht weniger als der Einstieg in den Ausstieg aus der
solidarischen Gesundheitsfinanzierung. Die vorliegenden Pläne bedeuten gerade
für die Mitte der Gesellschaft gewaltige Belastungen. Das Konzept ist so
angelegt, dass die Kopfpauschale von 30 Euro mittelfristig zwangsläufig immer
mehr ansteigt und so das solidarische Krankenkassen-System aushebelt. In Zukunft
hätten die Menschen dann nur noch die Wahl, ob die Pauschale steigt oder die
Gesundheitsversorgung immer schlechter wird. Rentner, Niedriglohn-Beschäftigte
und Durchschnittsverdiener sind die Verlierer des Rösler-Konzepts. Wir brauchen
jetzt ein Widerstandsbündnis gegen die Kopfpauschale. Die Linke wird eine
Kampagne gegen die Rösler-Pläne starten. Alle Oppositionsparteien müssen
gemeinsam mit Parteien und Sozialverbänden gegen die Kopfpauschale mobilisieren.
Röslers Pläne bedrohen Millionen.
31.05.2010,
Lohngefälle gesetzlich bekämpfen
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, fordert nach
den neuesten Zahlung zur Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen
erneut ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft mit verbindlichen
Vorgaben zur Gleichstellung der Geschlechter in den Betrieben sowie einen
gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde. Böling erklärt:
Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern in Deutschland ist eine
Bankrott-Erklärung für die Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahrzehnte.
Verglichen mit männlichen Beschäftigten arbeiten Frauen im Schnitt immer noch
ein Viertel des Jahres umsonst. Es ist deshalb dringend an der Zeit, dass den
vielen Sonntagsreden zur Gleichstellung der Geschlechter endlich konkrete
Maßnahmen folgen. Wir brauchen keine unverbindlichen Absichtserklärungen mehr,
sondern ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft. Ziel eines solchen
Gesetzes sollte sein, dass in jedem Betrieb ebenso viele Frauen wie Männer
beschäftigt sind, dass der Durchschnittsverdienst von Frauen und Männern gleich
ist oder Frauen und Männer in allen Entgeltgruppen sowie auf allen Stufen der
betrieblichen Hierarchie zur Hälfte vertreten sind. Jeder Betrieb müsste
verpflichtet werden, jährlich eine Bestandsaufnahme und einen Maßnahmenplan zur
Förderung der Gleichstellung vorlegen. Außerdem brauchen wir endlich einen
gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde, damit die Einkommen im
Niedriglohnbereich, wo Frauen besonders häufig beschäftigt sind, deutlich
steigen.
28.05.2010,
Rentenvorschlag der EU bedeutet Altersarmut
„Totsparen heißt das Rezept der EU-Kommission für die Rentnerinnen
und Rentner in Europa“, kommentiert das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling,
FREIE LISTE, die Pläne der EU-Kommission, drastische Erhöhungen des
Renteneintrittsalters in der EU vorzunehmen. Böling erklärt:
Die Pläne der EU-Kommission, das Renteneintrittsalter automatisch so anzuheben,
dass nicht mehr als ein Drittel des Erwachsenenlebens im Ruhestand verbracht
wird, sind reinster Zynismus. Die EU-Kommission weiß sehr genau, dass das
Problem nicht das Renteneintrittsalter ist, sondern der Mangel an
Arbeitsplätzen, von dem insbesondere ältere Menschen betroffen sind. Bereits
heute wird das offizielle Renteneintrittsalter nur von wenigen Menschen
erreicht. Die Pläne der EU-Kommission kommen deshalb einer massiven
Rentenkürzung gleich. Profitieren werden einzig die Versicherungskonzerne in
Europa, die private Rentenversicherungen anbieten. Private Vorsorge können sich
bei Massenarbeitslosigkeit, prekärer Beschäftigung und sinkenden Löhnen aber
immer weniger Menschen leisten. Statt Vorschläge zu erarbeiten, die tiefe
Einschnitte in der Sozialpolitik der Mitgliedstaaten vorsehen, sollte die
EU-Kommission europaweite Standards für eine solidarische Finanzierung der
Alterssicherung festlegen und sich auf Untergrenzen für die Absicherung von
Altersarmut einigen. Was die EU jetzt plant, ist das Gegenteil: ein
Verarmungsprogramm für die Rentnerinnen und Rentner in Europa. Wer jedoch die
Krise in Europa überwinden will, indem er die Lasten den Schwächsten aufbürdet,
braucht sich nicht zu wundern, wenn die Ablehnung der EU in der Bevölkerung
immer weiter steigt. Hier zeigt sich wieder einmal, wie wenig ausgeprägt das
Sozialverhalten bei den Mitgliedern der EU-Kommission ist. Eine EU die mit den
Schwächsten (u. a. Rentnerinnen und Rentnern) so um geht, ist zutiefst asozial.
20.05.2010, Der
Tag des Grundgesetzes: 23. Mai
Der KPD-Vorsitzende Max Reimann, zugleich
Mitglied des Parlamentarischen Rates, sagte in der Geburtsstunde des GG am
23.5.1949:
"Sie, meine Damen und Herren, haben diesem Grundgesetz, mit dem die Spaltung
Deutschlands festgelegt ist, zugestimmt. Wir unterschreiben nicht. Es wird
jedoch der Tag kommen, da wir Kommunisten dieses Grundgesetz gegen die
verteidigen werden, die es angenommen haben."
Parlamentarischer Rat
Auf der Grundlage der binnen zwei Wochen durch den Verfassungskonvent
entwickelten Grundsätze eines föderalen und demokratischen Rechtsstaats
arbeitete der Parlamentarische Rat die neue Verfassung aus. Grundsatz der
Mitglieder des Parlamentarischen Rates war die so genannte „Verfassung in
Kurzform“, nämlich, dass Bonn nicht Weimar sei und die Verfassung einen zeitlich
und räumlich provisorischen Charakter erhalten sollte. Als Verfassung sollte
erst eine für ganz Deutschland geltende Konstitution bezeichnet werden. Die
Wiedervereinigung wurde in der Präambel des Grundgesetzes als Verfassungsziel
festgeschrieben (_ Wiedervereinigungsgebot) und in Artikel 23 geregelt (heute
enthält der Artikel Normen über das Verhältnis zur EG/EU). Die eigentlich für
den Fall der Wiedervereinigung vorgesehene Abstimmung über eine neue Verfassung
fand jedoch angesichts des Beitritts der Deutschen Demokratischen Republik zum
Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland nicht statt.
Die Mitglieder dieses Gremiums (insgesamt 65) wurden häufig auch als „Väter des
Grundgesetzes“ bezeichnet; erst später erinnerte man sich an die Beteiligung der
vier „Mütter des Grundgesetzes“ Elisabeth Selbert, Friederike Nadig, Helene
Wessel und Helene Weber. Elisabeth Selbert hatte dabei gegen heftige Widerstände
die Gleichberechtigung von Männern und Frauen (Art. 3 Abs. 2) durchgesetzt.
Genehmigung und Ratifikation des Grundgesetzes
Nach zum Teil heftigen Debatten über die Lehren, die aus dem
Scheitern der Weimarer Republik, dem Dritten Reich und dem Zweiten Weltkrieg zu
ziehen seien, wurde das Grundgesetz am 8. Mai 1949 vom Parlamentarischen Rat,
der seit September 1948 in Bonn tagte, mehrheitlich, gegen die Stimmen u. a. der
CSU und KPD, angenommen. Am 12. Mai 1949 wurde es von den Militärgouverneuren
der britischen, französischen und amerikanischen Besatzungszone genehmigt,
allerdings mit einigen Vorbehalten. Gemäß Art. 144 Abs. 1 GG bedurfte die
Verfassung der Annahme durch die Volksvertretungen in zwei Dritteln der
deutschen Länder, in denen es zunächst gelten sollte. Als einzige
Volksvertretung stimmte der Bayerische Landtag in einer Sitzung in der Nacht vom
19. auf den 20. Mai 1949 mit 101 zu 63 Stimmen gegen das Grundgesetz. Die über
die Mehrheit im bayerischen Landtag verfügende CSU lehnte im Unterschied zur SPD
und FDP das Grundgesetz ab. Sie fürchtete zu viel Einfluss des Bundes und
forderte eine stärkere föderale Prägung, beispielsweise eine Gleichberechtigung
des Bundesrates bei der Gesetzgebung. Die Verbindlichkeit des Grundgesetzes für
den Freistaat Bayern, falls bundesweit zwei Drittel der Länder das Grundgesetz
ratifizieren würden, wurde aber in einem gesonderten Beschluss mit 97 von 180
Stimmen bei 70 Enthaltungen und 6 Gegenstimmen akzeptiert. Nach der
Ratifizierung durch alle anderen Bundesländer wurde das Grundgesetz am 23. Mai
1949 in einer feierlichen Sitzung des Parlamentarischen Rates durch den
Präsident und die Vizepräsidenten ausgefertigt und verkündet (Art. 145 Abs. 1
GG). Das Grundgesetz trat nach Art. 145 Abs. 2 GG mit Ablauf dieses Tages in
Kraft (je nach juristischer Sichtweise der 23. Mai, 24:00 Uhr, oder der 24. Mai,
0:00 Uhr). Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Dieses Ereignis
ist in der Eingangsformel beurkundet. Das Grundgesetz wurde gemäß Art. 145 Abs.
3 GG in der Nummer 1 des Bundesgesetzblattes veröffentlicht. Das Original des
Grundgesetzes befindet sich heute beim Deutschen Bundestag. Seit Inkrafttreten
wurde das Grundgesetz schon über 50 Mal (also etwa jährlich) geändert.
(Quelle: u.a. Wikipedia)
18.05.2010, Die Kleinen für die Großen bluten lassen
"Hemmungsloser geht es nicht", so das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling,
FREIE LISTE, zum Vorschlag von DIW-Präsident Zimmermann, die Mehrwertsteuer von
19 auf 25 Prozent heraufzusetzen. Sie erklärt weiter:
Die Milliarden, die zur Rettung der Banken und Vermögenden eingesetzt werden,
sollen den kleinen Leuten aufgebrummt werden. Wie die wirtschaftliche Erholung
erreicht werden soll, wenn man die Binnennachfrage weiter abwürgt, bleibt das
Geheimnis von Herrn Zimmermann. Und die sozialen Auswirkungen einer Erhöhung des
Mehrwertsteuersatzes um ein Drittel des bisherigen Satzes spielen in seinen
Überlegungen ohnehin keine Rolle. Offenbar wünscht sich Herr Zimmermann auch in
diesem Land Proteste wie in Griechenland. Es ist blanker Zynismus, nach der
Privatisierungspolitik und dem Sozialabbau der vergangenen Jahre nun diejenigen
die Haushaltslöcher stopfen lassen zu wollen, die ohnehin bereits die Opfer der
Politik sind. Nicht die Mehrwertsteuerschraube darf weiter gedreht werden,
sondern es gilt, endlich die Profiteure zur Kasse zu bitten. Anstatt mit dem
sozialen Frieden zu spielen, sollte Herr Zimmermann sich für die Einführung der
Millionärsteuer, die Finanztransaktionssteuer und die Bekämpfung der Spekulation
einsetzen.
17.05.2010, Kanzlerin allein in Europa
Zur Forderung des österreichischen Finanzministers Josef Pröll, dass Frau
Merkel den Weg für eine Transaktionssteuer frei machen soll, erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Frau Merkel muss ihrem Finanzminister für das Treffen der Finanzminister der
Eurogruppe grünes Licht für eine europäische Finanztransaktionssteuer geben. Die
Kanzlerin hat sich wieder ins europäische Abseits begeben. Sie verhindert mit
ihrem Veto eine Regulierung der Finanzmärkte. Frau Merkel darf sich nicht länger
für den Deutschen-Bank-Chef Ackermann als Prellbock missbrauchen lassen. Die
FREIE LINKE erwartet schnelle Beschlüsse zu einer Finanztransaktionssteuer in
Europa. Das wäre ein erster Schritt zur Regulierung der Finanzmärkte. In einem
2. Schritt müssen gefährliche Finanzinstrumente und Hedgefonds verboten und
Steueroasen geschlossen werden.
08.05.2010, Bund soll Staatsgarantie für Leistungen der
Arbeitslosenversicherung abgeben
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE warnt nach Berichten
über neue Defizite bei der Bundesagentur für Arbeit vor einem
"Leistungskahlschlag für Arbeitslose" nach der NRW-Wahl. Die Beitragsbasis der
Bundesagentur sei durch politische Entscheidungen beschnitten worden. Böling
fordert eine "Staatsgarantie für die Leistungen der Arbeitslosenversicherung".
Er erklärt:
Die Haushaltskennzahlen der Bundesagentur sind ein Warnsignal. Die Beitragsbasis
der Arbeitslosenversicherung wurde durch politische Entscheidungen so sehr
beschnitten, dass die Bundesagentur dauerhaft am Steuermitteltropf hängt. In
Zeiten maroder Staatsfinanzen entsteht so ein gefährliches Gemisch. Es ist zu
befürchten, dass die Bundesregierung darauf nach der NRW-Wahl mit einem
Leistungskahlschlag für Arbeitslose antwortet. Wir wollen einen anderen Weg. Es
darf nicht der Eindruck entstehen, dass der Bund Banken mit Milliarden rettet
und die Arbeitslosen im Regen stehen lässt. Wir brauchen eine Staatsgarantie für
die Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Die Bundesregierung muss sich
öffentlich zur Begleichung aller anfallenden Defizite der Bundesagentur und zu
einem verbindlichen Verzicht auf Leistungskürzungen verpflichten. In der Krise
müssen die Leistungen ausgeweitet werden. Wir wollen eine befristete
Verlängerung des Arbeitslosengelds I für alle Anspruchsberechtigten auf 24
Monate.
06.05.2010, Die rückhaltlose Aufarbeitung der
NS-Vergangenheit ist zentral für unsere Demokratie
"Vom diesjährigen Tag der Befreiung sollte ein entschiedenes Zeichen des
Widerstandes gegen geschichtsrevisionistische Tendenzen und das unterschiedslose
Gedenken, das Opfer und Täter gleich behandelt, ausgehen", fordert das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE anlässlich des 65. Jahrestages der
Befreiung vom NS-Faschismus. Er erklärt:
Der Tag der Befreiung ist von jeher für Linke ein Tag des ehrenden Gedenkens an
die Opfer rassistischer, antisemitischer und politischer Verfolgung und an den
antifaschistischen Widerstand. Am 8. Mai 1945 endete mit dem militärischen Sieg
der Alliierten über die faschistische deutsche Wehrmacht und beendete auch die industrielle
Vernichtung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden. In diesen größten Massenmord
aller Zeiten waren viele, sehr viele verwickelt und noch mehr wussten, was
geschieht. In der Bundesrepublik dauerte es 40 Jahre, bis mit der
eindrucksvollen Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker vor
dem Deutschen Bundestag erstmals staatlicherseits nicht mehr von Kapitulation
und Niederlage, sondern von einem "Tag der Befreiung vom menschenverachtenden
System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" gesprochen wurde. Erstmals
würdigte darin ein deutsches Staatsoberhaupt den Beitrag von Kommunistinnen und
Kommunisten im Widerstand der Arbeiterbewegung gegen den Faschismus. Das
jahrzehntelange Verschweigen dieses Beitrags zum Widerstand und die
vorherrschende Perspektive der Niederlage verhinderte die Einsicht, dass erst
der gemeinsame Kampf der Antihitlerkoalition die größte globale Bedrohung von
Liberalität, Humanität und Demokratie beendete. Erst durch immer neue Debatten
und gesellschaftliche Auseinandersetzungen, wie z.B. um die
Wehrmachtsausstellung oder die Kämpfe zur Rehabilitierung von Deserteuren und
sogenannten Kriegsverrätern, wurde eine Veränderung im Geschichtsbild der
Deutschen erreicht. Wir brauchen 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
endlich eine offene kritische Auseinandersetzung über den Umgang mit der
NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik Deutschland. Weiße Flecken in der
Geschichtsschreibung müssen getilgt, geschlossene Archive und geheim gehaltene
Akten umgehend geöffnet werden. Den immer neuen Versuchen einer Gleichsetzung
von Nationalsozialismus und DDR-Vergangenheit muss entgegen getreten werden. Die
Hauptlast bei der Niederringung des Hitlerfaschismus hat die Sowjetunion
getragen. 20 Million Sowjetbürger haben hierbei ihr Leben gelassen.
05.05.2010, Griechenland retten, Märkte regulieren!
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, lehnt das
Rettungspaket der Bundesregierung für Griechenland ab, weil es den Griechen
nicht hilft. Stattdessen wird es die griechische Wirtschaft in eine
fürchterliche Rezession stürzen und sehr viel Armut produzieren. Der Vorschlag
von Union und FDP hat drei grundsätzliche Konstruktionsfehler: 1) Es wird nicht
Griechenland gerettet, sondern es fließt in die Taschen der Banken. Die Zeche
wird wie bei der Bankenkrise 2008 auf die Allgemeinheit abgewälzt. Die Menschen,
die am wenigsten haben, werden am meisten darunter zu leiden haben. 2) Die
Probleme Griechenlands werden nicht gelöst. Durch das Sanierungsprogramm wird
der Arbeitsmarkt völlig zerstört und die Binnenkonjunktur abgewürgt. 3) Die
Eurozone wird nicht stabilisiert
05.05.2010,Nur gute Arbeit bedeutet auch eine gute Rente
"Immer mehr und vor allem jüngerer Menschen haben unsichere und
schlechtbezahlte Arbeitsplätze. Kein Wunder also, dass am Ende des Erwerbsleben
keine vernünftigen Rentenleistungen zu erwarten sind", erklärt, das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE. Nach einer Studie der
Hans-Böckler-Stiftung steigt in Zukunft die Gefahr von Altersarmut, weil die
Erwerbsverläufe immer unsicherer werden. Böling weiter:
Schuld an dieser Situation sind die Arbeitsmarkt- und Rentenreformen von
Schröder bis Merkel. Erst wurde die Rentenformel zerstört und die Rente mit 67
eingeführt, dann wurden im Schatten von Hartz IV der Kündigungsschutz
ausgehebelt und mit Billigjobs und Leiharbeit Lohndumping salonfähig gemacht.
Jetzt dürfen vor allem die jüngeren Beschäftigten doppelt die Zeche zahlen:
Armutslöhnen folgen Armutsrenten. Die FREIE LINKE will diesen Irrsinn stoppen:
Wir brauchen endlich einen gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn von 10
Euro. Der massenhafte Missbrauch von Leiharbeit sowie sachgrundlose Befristungen
von Arbeitsverträgen gehören verboten. Gleichzeitig muss die Rentenformel wieder
hergestellt und die Rente mit 67 abgeschafft werden. Nur so erreichen wir über
gute Arbeit eine gute Rente.
04.05.2010, Leiharbeitssumpf endlich trocken legen
Als "unverantwortlich und destruktiv" kritisiert das Dürener Ratsmitglied,
Lothar Böling, FREIE LISTE, die massive Ausweitung von Leiharbeit nach der
Krise. Zugleich lobte er die heute von der IG Metall gestartete "Initiative
faire Leiharbeit". Es sei richtig, dass gerade jetzt die Gewerkschaften den
Druck verstärkten. Böling erklärt:
Während die Wirtschaft massiv auf Ausweitung von Leiharbeit setzt, bleibt die
Bundesregierung untätig. Seit Wochen tönt Bundesarbeitsministerin Ursula von der
Leyen, dass sie rigoros gegen den Missbrauch von Leiharbeit vorgehen wird.
Passiert ist nichts. Damit wird der Missbrauch von Billig-Jobs, schlechten
Arbeitsbedingungen und die Spaltung ganzer Belegschaften wissentlich von ihr in
Kauf genommen. Frau von der Leyen bestätigt damit ihren Ruf als
Ankündigungsministerin. Wenn vier von fünf Wahlberechtigten aller Parteien nach
einer Umfrage der IG Metall Leiharbeit als moderne Form der Ausbietung
beurteilen, dann ist das auch ein klares Signal gegen CDU und FDP für die
Landtagswahlen in NRW. Der Leiharbeitssumpf muss endlich trocken gelegt werden.
Die FREIE LINKE fordert deshalb gleicher Lohn für gleiche Arbeit, mehr
Mitbestimmungsrecht für Betriebsräte bei Leiharbeit sowie die Begrenzung der
Überlassungshöchstdauer auf drei Monate.
04.05.2010, Empörende "Entsorgung" antifaschistischer
Geschichte
Trotz zahlreicher nationaler und internationaler Proteste wird die
Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals bei Berlin abgerissen. Dazu erklärt
das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Die am Montag begonnene Beseitigung der Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals ist
empörend. Nur wenige Tage vor dem Tag der Befreiung widerspiegelt der Abriss
jener Tagungsstätte, in der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands,
Ernst Thälmann im Februar 1933, kurz vor seiner Verhaftung, im Kreis der
KPD-Führung zum Kampf gegen die Nazi-Diktatur aufrief, einen mehr als
fragwürdigen Umgang mit der deutschen Vergangenheit und dem antifaschistischen
Widerstand. Missachtet wird zugleich der Wille vieler Bürgerinnen und Bürger
über Parteigrenzen hinweg, einen Ort des Gedenkens an den von den Faschisten
eingekerkerten und im KZ Buchenwald ermordeten Führer der deutschen
Arbeiterbewegung zu erhalten. Die "Entsorgung" antifaschistischer Geschichte und
der Traditionen der Arbeiterbewegung ist ein verheerendes politisches Signal.
19.04.2010, Fördern statt Grundrechte aushebeln
Zum Vorhaben der Bundesregierung den Arbeitszwang für Jugendliche
Hartz-BezieherInnen konsequenter durchzusetzen, erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Verpflichtende Arbeits- und Fortbildungsangebote unter Sanktionsandrohung
widersprechen dem Menschenrecht auf eine frei gewählte Erwerbsarbeit und dem
Verbot von Zwangsarbeit, der freien Berufswahl, wie sie im Grundgesetz steht und
dem Grundrecht auf Existenz- und Teilhabesicherung. Gegen eine Förderung für
Ausbildung und Erwerbsarbeit junger Menschen ist nichts einzuwenden, wohl aber
gegen eine schwarz-gelbe Pädagogik, die Menschen- und Bürgerrechte mit den Füßen
tritt. Die FREIE LINKE fordert daher die Abschaffung der Sanktionen bei Hartz
IV.
08.04.2010, Hire und Fire in der Leiharbeit
Die Ergebnisse einer DGB-Studie, wonach Leiharbeitnehmer einem deutlich
höheren Entlassungsrisiko unterliegen, kommentiert das Dürener Ratsmitglied,
Lothar Böling, FREIE LISTE, als "bitteres Zeugnis schwarz-gelber und rot-grüner
Arbeitsmarktpolitik". Böling weiter:
Landein, landab feiern Arbeitgeber und Koalition die Leiharbeit als flexibles
Instrument. Was das praktisch heißt, wird durch die Studie deutlich: in der
Leiharbeitsbranchen wird mehr befristet und schneller gefeuert. Die Zahlen sind
das bittere Zeugnis schwarz-gelber und rot-grüner Arbeitsmarktpolitik. Mit der
befristeten Einstellung und schnellen Kündigung wälzen die Firmen das
unternehmerische Risiko zunehmend auf die Beschäftigten ab. Es ist ein Schlag
ins Gesicht der Betroffenen, wenn die Bundesregierung ankündigt, Befristungen
ausweiten zu wollen. Sie befördert damit die Verlagerung von Arbeitsplätzen
dorthin, wo am billigsten eingestellt und am schnellsten rausgeschmissen werden
kann. Dieser Form von Lohndumping muss endlich ein Ende gesetzt werden: Die
FREIE LINKE fordert eine massive Einschränkung der Leiharbeit, den Ausbau des
Kündigungsschutzes und die Einschränkung von Befristungsmöglichkeiten. Hinzu
kommt, dass die Leiharbeiter im Kreis Düren, wenn sie arbeitslos werden,
Leistungen vom Arbeitsamt (Arbeitslosengeld I) und von der Kommune
(Arbeitslosengeld II) erhalten. Da sie von zwei Stellen Geld erhalten, müssen
sie auch die damit jeweils verbundenen Auflagen erfüllen. Sie müssen auf zwei
Stellen einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen, Nachweise vorlegen,
Einladungen zu Terminen folge leisten, an Lehrgängen teilnehmen, Bewerbungen
schreiben usw. Weil sich Termine überschneiden, muss der Arbeitslose oft klären
welche Sache Vorrang hat. Dabei sollte gerade dieser Unsinn durch Hartz IV
beseitigt werden. Nach wie vor müssen Arbeitslose also weiterhin zwei Herren
dienen.
07.04.2010, Anlässlich des 50. Jahrestages der
Verurteilung der Führung des "Friedenskomitees der Bundesrepublik Deutschland"
erklärt das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Wer unter Adenauer gegen die Wiederbewaffnung und gegen jeglichen
Militarismus war, geriet schnell ins Visier der Staatsanwaltschaften. Schon in
den 50er Jahren bekamen die Bewegungen gegen die Wiederaufrüstung und gegen die
Atombewaffnung die volle Wucht der westdeutschen Justiz zu spüren. Obwohl sich
in Umfragen 73-75% der Bevölkerung gegen eine Wiederbewaffnung aussprachen wurde
mit den §§ 88ff im Strafgesetzbuch ein Gesinnungsstrafrecht eingeführt, das sich
anfangs meist gegen Kommunisten, bald auch gegen andere Teile der
Friedensbewegung richtete. Alleine im Zuge der Kriminalisierung der
Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung wurden über 7.000 Helfer der
Volksbefragungsaktionen für kürzere oder längere Zeit in Untersuchungshaft
genommen, was oft zu beruflichen Nachteilen bis zum Verlust von Arbeitsplatz
oder Werkswohnung führte.
Am 8. April 1960 wurden schließlich führende Persönlichkeiten des
Friedenskomitees der Bundesrepublik Deutschland, denen die Staatsanwaltschaft
vorwarf, sich als "Rädelsführer in einer verfassungsfeindlichen Organisation"
betätigt zu haben, nach einem fünf Monate dauernden Großverfahren zu Haft- und
Bewährungsstrafen verurteilt. Der Prozess gegen den Pastor Johannes Oberhof, den
früheren KPD-Funktionär und ehemaligen Pfarrer Erwin Eckert, den Dolmetscher
Walter Diehl, den Verlagsleiter Gerhard Wohlrath, den Arbeiter Gustav Tiefes,
den Versicherungsangestellten Erich Kompalla und die ehemalige SPD-Stadträtin
Edith Hoereth-Menge erregte auch im Ausland großes Aufsehen. Die Tatsache, dass
es außer dem damals faschistisch beherrschten Spanien nur die Bundesrepublik
war, die die weltweit agierenden Sektionen des Friedenskomitees als angebliche
kommunistische Tarnorganisation verfolgten, sagt viel über den herrschenden
Zeitgeist der Adenauer-Ära aus. Heinrich Hannover analysierte zutreffend, dass
"die Angst der Herrschenden vor einer Revolutionierung der Köpfe [...] eine
spezifisch deutsche Justiztradition hervorgebracht" hat. Diese und andere
Aspekte der Geschichte des Kalten Krieges in der BRD müssen endlich
aufgearbeitet werden.
07.04.2010, Was haben Hartz IV und Hundekot gemeinsam?
Zu den Äußerungen der Berliner Grünen-Politikerin Claudia Hämmerling, ALG
II-Empfänger könnten als Kotmelder eingesetzt werden, erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
So lange ist es nicht her, dass Guido Westerwelle ALG II-Empfänger zum Schnee
schaufeln zwangsrekrutieren wollte. Nachdem sich das Schneeproblem über die
Temperaturen geregelt hat, ist Frau Hämmerling von den Grünen also mit dem
Hundekot ein weiteres Ärgernis auf der Straße in die Nase gefahren. Arbeitslose
sollen "gewonnen, ausgebildet und auf die Straße geschickt" werden, um die
Besitzer von unsachgemäß kotenden Hunden zur Rede zu stellen, sowie herrenlose
Häufchen an die Zentrale zu melden. Mir stellt sich hier die Frage, ob es nun
künftig zur Regel wird, dass die Lösung aller Probleme der Welt – und davon gibt
es einige – in den Zuständigkeitsbereich von ALG II-Empfängern fallen, nur weil
profilierungssüchtigen Politikerinnen und Politikern nichts besseres einfällt,
um mit den von ihnen selbst geschaffenen, unsinnigen Gesetzen klar zu kommen.
Und wie lange werden Menschen, die zum Großteil ohne eigenes Verschulden
arbeitslos wurden, die Abfälligkeiten der Politik ihnen gegenüber noch
aushalten? Eines allerdings muss ich gestehen: Rein geistig ist ein Zusammenhang
zwischen Hartz IV und Hundekot nicht zu leugnen.
01.04.2010, Grüne Orientierungslosigkeit ist Wahlbetrug
auf Raten
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, kritisiert die jüngsten
Äußerungen der Grünen zu einem schwarz-grünen Bündnis in NRW. Die Weigerung, ein
solches Bündnis auszuschließen, sei ein "Wahlbetrug auf Raten" und stärke nur
die CDU. Böling erklärt:
Die Grünen sind orientierungslos. Sie wissen selbst nicht, wo sie stehen, und
die Menschen wissen nicht, wofür sie stehen. Man kann nicht in Berlin gegen den
schwarz-gelben Sozialabbau wettern und in Düsseldorf mit einer schwarz-grünen
Regierung liebäugeln. Das ist unglaubwürdig. Die Grünen müssen mit diesem
Wahlbetrug auf Raten aufhören. Das stärkt am Ende nur Rüttgers und die CDU. Es
kann doch niemand mehr übersehen, dass die Grünen in NRW keinen harten Wahlkampf
gegen Rüttgers mehr machen. Die Grünen müssen offen legen, ob sie ein Bündnis
mit Rüttgers planen, und ob es schon entsprechende Gespräche hinter den Kulissen
gab. Im Moment sind die Grünen eine Lotto-Partei. Niemand weiß, was sie nach dem
Wahltag machen. Wer ihnen die Stimme gibt, wählt womöglich die
Unterstützertruppen für Rüttgers von morgen. Fazit: Wer bei der Landtagswahl
GRÜNE wählt, wird sich hinterher SCHWARZ ärgern!
31.03.2010, Regierung schmückt sich mit fremden Federn
Zur Situation auf dem Arbeitsmarkt im Monat März erklärt das Dürener Ratsmitglied,
Lothar Böling, FREIE LISTE:
Die Selbstbeweihräucherung der Bundesregierung ist die völlig falsche Reaktion
auf die Arbeitsmarktzahlen vom Monat März. Zwar ist die offizielle Zahl aum
einige Tausend auf 3,568 Millionen gesunken und ich freue mich für alle, die
einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben. Der Anteil, den die Regierung am
Rückgang der Arbeitslosigkeit hat, aber geht gegen Null. Die reale
Arbeitslosigkeit liegt nach Berechnungen der FREIEN LINKEN mit 4,78 Millionen
deutlich höher und im Osten ist die Arbeitslosigkeit weiterhin nahezu doppelt so
hoch, wie in den westlichen Ländern. Das ist inakzeptabel und bedarf besonderer
Maßnahmen. Deutschland darf sich nicht an latent 4 Millionen Arbeitslose
gewöhnen. Mehr als das Ausruhen auf der Verlängerung der Kurzarbeiterregelung
kommt nicht aus dem Ministerium von Frau von der Leyen. Gerade jetzt wäre
Handeln gefragt. Das Wetter wird nicht alle Probleme lösen. Wir brauchen
dringend Maßnahmen, um die Erholung am Arbeitsmarkt nicht abzuwürgen,
arbeitsmarktpolitische Angebote zur Schaffung existenzsichernder Arbeit müssen
her. Wir brauchen einen Mindestlohn von 10 Euro, mehr Arbeit im öffentlich
geförderten Beschäftigungssektor und nicht zuletzt dringend notwendige
Investitionsprogramme, besonders für Ostdeutschland. Darüber hinaus sind
Investitionen in die Bildung gefordert, um allen jungen Menschen die Chance auf
einen guten Start in die Ausbildung zu ermöglichen.
30.03.2010, FREIE LINKE ruft zu Ostermärschen auf: Stoppt
den Krieg in Afghanistan!
Zu den diesjährigen Ostermärschen erklärt das Dürener Ratsmitglied, Lothar
Böling, FREIE LISTE:
Der von US-Präsident Obama und der Bundesregierung angeblich angestrebte Abzug
aus Afghanistan ist ein Witz. Sie erwecken den Eindruck, im Sommer 2011 den
Truppenabzug zu beginnen. In Wirklichkeit aber schicken die USA 30.000
zusätzliche Soldaten, die Bundesregierung erhöht ihre Truppen auf 5.350.
US-Außenministerin Clinton macht Druck auf Kanada, die Soldaten nicht wie
geplant nächsten Sommer abzuziehen. Die NATO-Staaten eskalieren den Krieg. Die
laufende Offensive in Helmand und die angekündigte Offensive in Kandahar zeigen,
worum es wirklich geht: Um den militärischen Sieg über die Aufständischen. Die
Zahl der Opfer wird steigen. Die Bombardierung von Kunduz im Auftrag der
Bundeswehr kostete über 140 Menschen das Leben, darunter 26 Jugendlichen. Der
Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist der deutlichste Ausdruck für die
zunehmende Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Weitere Elemente dieser
Militarisierung sind der steigende Waffenexport und die Teilhabe an den
US-Atomwaffen in Deutschland. Deshalb ruft die FREIE LINKE auf, die Ostermärsche
und ihre Forderungen zu unterstützen: Bundeswehr raus aus Afghanistan,
Rüstungsexporte stoppen und die Stationierungsverträge für die Atomwaffen mit
den USA kündigen. Dies wird es nur mit massivem Druck der Friedensbewegungen
geben.
25.03.2010, SPD sorgt mit faulem Jobcenter-Kompromiss für
Zersplitterung der Arbeitsverwaltung
"Die Profilierungssucht der SPD kennt keine Grenzen.", kritisiert
das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, das zwischen den
Unions-Parteien, FDP und SPD ausgehandelte Jobcenter-Reform scharf. "Es ist ein
Skandal, das sich die SPD für diesen faulen Kompromiss auch noch selbst auf die
Schultern klopft." Böling weiter:
Endlich darf die SPD wieder mitregieren: Ganz im Stil als ehemalige
Regierungspartei hat die SPD in den Verhandlungen um die Jobcenter-Reform ihr
wahres Gesicht gezeigt: Ihr ging es weder um die Interessen der Erwerbslosen
noch um die Stärkung der Arbeitsvermittlung durch eine bundesweit einheitliche
Lösung. Stattdessen wurde mit Hilfe der Sozialdemokraten die weitere
Zerschlagung der Arbeitsverwaltung durch Ausweitung der Optionskommunen weiter
vorangetrieben. Mit der Grundgesetzänderung wird die bisher schon katastrophale
Betreuung der Erwerbslosen endgültig zementiert. Steinmeier und Co. müssen sich
endlich darüber klar werden, was sie wollen: Entweder Politik im Interesse der
Betroffenen - dann darf sie diesem Kompromiss nicht zustimmen. Oder die
Fortführung von Schröders Agenda-Politik - dann würde sie sich endgültig
überflüssig machen. Ein Regierungsanhängsel kann das Land nicht gebrauchen. Für
die FREIE LINKE ist klar: Wir brauchen eine bundesweit einheitliche Vermittlung,
Betreuung und Förderung aller Erwerbslosen. Eine reformierte und demokratisierte
Bundesagentur für Arbeit, die ihren sozialpolitischen Auftrag wieder wahrnimmt,
muss dabei die Kommunen systematisch einbeziehen. Das setzt aber eine
einheitliche Organisationstruktur voraus. Außerdem könnte so der Bund die Kosten
der Unterkunft komplett übernehmen und so die Kommunen finanziell entlasten.
25.03.2010, Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Zum Tag der Entgeltgleichheit (Equal Pay Day) am 26. März erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Von der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt ist
Deutschland immer noch weit entfernt. Die Löhne der Frauen liegen hierzulande
immer noch gut 23 Prozent unter denen ihrer männlichen Kollegen. Damit ist
Deutschland an fünftschlechtester Position unter den 27 EU-Ländern. Am Equal Pay
Day müssen wir die politisch Verantwortlichen nachdrücklich an ihre Aufgaben zu
erinnern. Angesichts des Stillstands in dieser Frage weiter auf die
Selbstregulierungskräfte der Wirtschaft in Sachen Gleichberechtigung zu hoffen,
wie Kristina Schröder und die Bundesregierung es tun, ist Augenwischerei. Wir
brauchen gleichen Lohn für gleiche Arbeit! Die Experten des WSI bestätigen die
Forderungen der FREIEN LINKEN. Wir fordern ein Gleichstellungsgesetz für die
private Wirtschaft, das die Quotierung der Vorstände beinhaltet. Außerdem
fordern wir die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns, da besonders
Frauen vom Niedriglohnsektor betroffen sind.
22.03.2010, Kommunismus-Keule ist billiges und
durchsichtiges Wahlkampfmanöver
Nach Aussagen des Innenministers von NRW, Ingo Wolf, bleibt die Partei DIE
LINKE in Nordrhein-Westfalen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Dazu
erklärt das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Die Beobachtung der Partei DIE LINKE durch den nordrhein-westfälischen
Verfassungsschutz ist im Allgemeinen wie im Speziellen ein Skandal. Dass
Innenminister Wolf die weitere Beobachtung gerade jetzt bekannt gibt, entlarvt
das Ganze als billiges Wahlkampfmanöver. Aus purer Angst vor dem Verlust der
Mehrheit wird jetzt die Angst vor "kommunistischen Staatsfeinden" geschürt. Das
glaubt mittlerweile niemand mehr und zeigt nur, wie hoch bei der FDP bereits das
Wasser steht. Solange er es noch kann, sollte sich NRW-Innenminister Wolf mit
seinen Länderkollegen unterhalten: 10 Bundesländer haben die Beobachtung der
LINKEN bereits beendet. Sie sind an zwei Landesregierungen beteiligt, sind in 12
Landtagen vertreten, stellen bundesweit über 5500 kommunale Abgeordnete. Sie
stehen auf dem Boden des Grundgesetzes – für eine Beobachtung gibt es keinen
Grund. Keinen. Wenn man dann noch weis, dass die Linkspartei vor allem aus
ehemaligen Sozialdemokraten, Grünen, Gewerkschaftern und Parteilosen besteht,
dann gibt es doch wirklich keinen Grund sich ängstigen. Viele Mitglieder der
Linkspartei wollen um jeden Preis mitregieren. Für diese ist gesellschaftliche
Veränderung ohnehin ein Fremdwort. Und mit Kommunismus hat dies erst Recht
nichts zu tun.
22.03.2010, Recht auf Wasser: Millenniumsziel nicht zu
erreichen kostet Menschenleben
"Eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Alle
zwanzig Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an Erkrankungen verursacht
durch schmutziges Wasser. Noch gravierender sind die fehlenden Sanitäranlagen
für mehr als ein Drittel der Menschheit. Sie haben fatalen Folgen für die
Gesundheit, die Ausbildung, Arbeit und Ernährung." so das Dürener Ratsmitglied,
Lothar Böling, FREIE LISTE anlässlich des Weltwassertages am 22. März. Böling
erklärt:
Trotz der dramatischen Folgen gerade für Frauen und Kinder sind Erfolge auf
diesem Gebiet kaum zu verzeichnen. Das Millenniumsziel sieht vor, die Anzahl der
Menschen ohne Zugang zu Wasser und Toiletten bis 2015 zu halbieren. Vor allem in
ländlichen Gebieten steht häufig sowohl mengenmäßig als auch qualitativ weit
weniger als das absolut nötige Minimum zur Verfügung. Mehr finanzielles
Engagement ist nötig. Von der Seite der deutschen Regierung ist davon nichts zu
spüren. Das Geschäft von Siemens und anderen Konzernen mit der Wasser- und
Abwasseraufbereitung hingegen wächst rasant. Private Firmen versorgen hingegen
nur Gebiete, in denen sich die Menschen eine Versorgung leisten können. Die
Ärmsten der Armen bleiben außen vor. Dabei gibt es keinen Mangel an Wasser,
sondern einen Mangel an politischem Willen bei der Umsetzung des Rechts auf
Wasser. Hier zeigt sich wieder einmal das Wesen des Kapitalismus: Nur wo Gewinne
winken, da wird investiert. Ansonsten können die Menschen weiterhin verhungern
und verdursten.
18.03.2010, Von der Leyen macht Politik gegen junge
Familien
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, wirft
Arbeitsministerium von der Leyen nach Bekanntwerden ihrer Pläne zur
Erleichterung befristeter Arbeitsverträge einen Abschied von früheren
familienpolitischen Positionen vor. Die Ausweitung befristeter Jobs sei nicht
vereinbar mit der Förderung von Familiengründungen. Böling erklärt:
Frau von der Leyen will heute von ihren früheren familienpolitischen Prioritäten
offenbar nichts mehr wissen. Die Ausweitung befristeter Jobs ist einfach nicht
vereinbar mit der Förderung von Familiengründungen. Das sieht man ja im Osten
deutlich. Dort ist nicht nur die Arbeitslosigkeit hoch sondern auch der Anteil
der befristeten Jobs. Es ist nicht zu leugnen, dass der Absturz der
Geburtenzahlen auch mit der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt zu tun hat. Es
kann ja von jungen Menschen niemand ernsthaft erwarten, dass sie eine Familie
gründen, wenn sie nicht wissen, ob sie in zwei Jahren noch einen Job haben.
Schon jetzt ist jeder zweite neue Vertrag befristet. Wenn das noch mehr
gefördert wird, dann wird der unbefristete Vertrag künftig zur Ausnahme. Das
ist eine Politik gegen die Menschen und vor allem gegen Familien. Von der
Leyen beschädigt damit rückwirkend die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen
familienpolitischen Positionen. Wir brauchen das genaue Gegenteil. Die
Möglichkeit zur sachgrundlosen Befristung muss gänzlich abgeschafft werden, um
die grassierende Unsicherheit bei den Beschäftigten zurückzudrängen.
17.03.2010, Gesundheitskommission ist Instrument des
Wahlbetrugs
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, hält die heute
zusammentretende Gesundheitsreform-Kommission der Bundesregierung für ein
"Instrument des Wahlbetrugs". Er vermutet, dass die Kommission vor der NRW-Wahl
zu überhaupt keinem Ergebnis kommen solle. Die schwarz-gelben Gesundheitspläne
laufen nach Ernsts Ansicht auf "Hartz IV im Gesundheitswesen" hinaus. Er
erklärt:
Die Gesundheitskommission ist ein Instrument des Wahlbetrugs. Da sitzen acht
Minister an einem Tisch und quatschen herum, obwohl vor der NRW-Wahl gar nichts
herauskommen soll. Die Menschen sollen nämlich bis dahin hingehalten werden.
Erst danach soll der soziale Kahlschlag eingeleitet werden. Die schwarz-gelben
Gesundheitspläne laufen auf eine Abschaffung der Solidarität im Gesundheitswesen
hinaus. Die Rösler-Pauschale ist unsozial. Ist sie zu hoch, können sich sozial
Schwache Gesundheit nicht mehr leisten. Ist sie zu niedrig, dann reicht das Geld
nicht mehr für eine ordentliche Gesundheitsversorgung. Der angebliche
Sozialausgleich macht Millionen unverschuldet zu Bittstellern des Staates. Wenn
die Pauschale 140 Euro beträgt, dann werden über 90 Prozent der Rentner zu
Sozialfällen, wenn sie netto nicht weniger als vor der Umstellung haben
wollen. Das heißt, dass Einkommen und Vermögen offen gelegt werden muss. Das ist
Hartz IV im Gesundheitswesen. Die genauen Pläne müssen unbedingt vor der
NRW-Wahl offen gelegt werden, damit die Menschen wissen, was nach der Wahl auf
sie zu kommt.
17.03.2010, Demokratischer Sozialismus ist konsequenter
Humanismus
Zum 30. Todestag von Erich Fromm erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Der Philosoph und Sozialpsychologe Erich Fromm konnte sich nicht mit
Sozialismus-Theorien und -Praktiken anfreunden, die den humanistischen Ansatz
von Karl Marx ignorierten. Seine Kritik galt sowohl dem autoritären
"Sozialismus" als auch ökonomistischen Verkürzungen des emanzipatorischen
Ansatzes von Marx. Für Fromm stand der entfremdete Mensch im Kapitalismus im
Mittelpunkt der Analyse. Wege aus der kranken produktivistischen und
konsumistischen Gesellschaft wurden vorgeschlagen: Eine radikale
Demokratisierung aller Produktions- und Lebensbereiche, eine Umwandlung der
ökologisch destruktiven Produktion für Konsumtion zu einer Produktion für das
schöpferische und solidarische Leben aller. Die Garantie der individuellen
Freiheit durch ein Grundeinkommen gehörte genauso zu seinen Vorschlägen wie die
Verkürzung der Erwerbsarbeitszeit und die konsequente Ablehnung aller
partriarchalischen Herrschaftsformen im Öffentlichen wie im Privaten. Wenn wir
heute Erich Fromm gedenken, können wir dies am besten, in dem wir den
demokratischen Sozialismus als konsequenten Humanismus diskutieren und
begreifen.
16.03.2010, Fall für den Verfassungsschutz
Zu dem heute über die BILD-Zeitung verbreiteten Vorschlag, Hartz IV nur noch
für fünf Jahre auszuzahlen, erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Diese Forderung ist ein Aufruf zum Verfassungsbruch. Schließlich sieht das
Grundgesetz das Sozialstaatsgebot vor, und dieses ist durch die Ewigkeitsklausel
geschützt. Aus dem Sozialstaatsgebot ergibt sich in Verbindung mit dem Schutz
der Menschenwürde aus Artikel 1 die Pflicht des Staates, allen Bedürftigen ein
menschenwürdige Existenzminimum zu garantieren. Wie das Bundesverfassungsgericht
erst kürzlich in seinem Urteil zu den Hartz-IV-Regelsätzen eindeutig
herausgearbeitet hat, ist dieses Grundrecht "dem Grunde nach unverfügbar und
muss eingelöst werden." Insofern stellt sich die Frage, ob nicht wer solche
unsozialen Forderungen macht, ein Fall für den Verfassungsschutz ist?
15.03.2010, Zum Tode von Josef (Jupp) Angenfort
Zum Tode des Kommunisten und Ehrenvorsitzenden des Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) in Nordrhein-Westfalen, erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Tief betroffen haben wir die Nachricht über den Tod von Jupp Angenfort
aufgenommen. Jupp Angenfort war eine Persönlichkeit, die sich über die
Parteigrenzen hinweg um die Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte der
Bundesrepublik sowie um die Auseinandersetzung mit dem Antikommunismus und der
politischen Justiz der 50er Jahre bemühten. Auch die Fraktion DIE LINKE im
Bundestag stand mit Jupp Angenfort in einem intensiven und produktiven Kontakt,
besonders im Vorfeld der von der Linksfraktion 2006 durchgeführten Anhörung zum
60. Jahrestags des KPD-Verbots. Die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels des
kalten Krieges in Deutschland und der Kampf gegen alte und neue Nazis sowie für
eine gerechte Welt war bis zu seinem Tode am vergangenen Samstag Triebfeder des
Handelns von Jupp Angenfort. Mit ihm ist eines der letzten prominenten Opfer des
Antikommunismus und des KPD-Verbotes nun gestorben. Wir trauern um den
Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund
der Antifaschisten) in NRW und sprechen seinen Verwandten, Freunden
und Weggefährten unser tiefes Mitgefühl aus. Mit Jupp Angenfort verliert die
politische Linke in Deutschland eine herausragende Persönlichkeit.
15.03.2010, Keine Alternative zu verbindlichen
Quotenregelungen in der Wirtschaft
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, wiederholt nach der
Ankündigung der Telekom AG, eine Frauenquote für Führungskräfte im Unternehmen
einzuführen, die Forderung nach gesetzlichen Gleichstellungsregeln. Die Praxis
zeige, dass es nicht ausreiche, auf freiwillige Verpflichtungen von Unternehmen
zu setzen. Böling erklärt:
Was die Telekom da ankündigt, ist ein erstes kleines Schrittchen in die richtige
Richtung. Nötig wären Siebenmeilenstiefel. Die Praxis zeigt, dass es nicht
ausreicht, auf Selbstverpflichtungen von Unternehmen zu setzen. Gleichstellung
in Unternehmen ist keine Frage der Freiwilligkeit. Es muss durch gesetzliche
Regelungen sichergestellt sein, dass Frauen auf allen Ebenen gleichberechtigt
vertreten sind. Frauen stellen mehr als die Hälfte der Menschheit. Warum soll
ihnen dann nur ein Drittel des beruflichen Erfolgs zustehen? Wir brauchen
deshalb endlich ein Gleichstellungsgesetz für die private Wirtschaft, das die
50-Prozent-Mindestquote festschreibt.
13.03.2010, 90 Jahre Kapp-Putsch
Das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE erklärt: Vor 90 Jahren,
am 13. März 1920, putschten Reichswehr- und Freikorpseinheiten unter Führung der
Reaktionäre Kapp und Lüttwitz in Berlin gegen die Ergebnisse der
Novemberrevolution (1918/19) und die junge Weimarer Republik. Während die
Reichsregierung vor den braunen Truppen flüchtete, riefen Gewerkschaften, SPD,
USPD und KPD zur Verteidigung der Republik und der ersten parlamentarischen
Demokratie in der deutschen Geschichte zum Generalstreik auf. Ab 15. März 1920
befanden sich über 12 Millionen Arbeiter, Angestellte und Beamte im Streik.
In vielen Teilen Deutschlands, besonders aber im Ruhrgebiet, wo sich eine
100Tausend-Mann starke >Rote Ruhrarmee< gebildet hatte, lieferten sich die
Arbeiter mit der äußerst brutal vorgehenden Militaristen erbitterte und
opferreiche Kämpfe. Zunächst war der Generalstreik erfolgreich. Sie Reichswehr-
und Freikorpseinheiten wurden zurückgeschlagen oder zur Kapitulation gezwungen.
Die demokratische Republik war durch den einheitlichen Widerstand der Arbeiter-
und Gewerkschaftsbewegung gerettet. Nach Beendigung des Generalstreiks nahmen
die verrohten Militaristen aber blutige Rache. Ihr wütender Terror überzog die
Arbeiterviertel vieler Städt. Viele Arbeiter und ihre Familienangehörigen
mussten ihren Einsatz mit dem Leben bezahlen. Ihr Andenken und ihre Ideale
bleiben unvergessen und sind uns heute Mahnung und Verpflichtung als
Gewerkschafter und Demokraten.
11.03.2010, Banken vergesellschaften statt den
Kredithandel staatlich absichern
Zum heutigen Spitzentreffen von Politik, Wirtschaft und Banken zur Abwehr
einer drohenden Kreditklemme erklärt das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling,
FREIE LISTE:
Statt die privaten Großbanken endlich an die Kandare zu nehmen, reicht die
Bundesregierung ihnen auf Samthandschuhen weiteres Zuckerbrot. Durch staatliche
Garantien soll den Banken die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen
schmackhaft gemacht werden. Für Risiken und Verluste haften dann wieder einmal
die Steuerzahler. Dabei ist es die ureigenste Aufgabe des Bankensektors, die
Wirtschaft mit Krediten zu versorgen. Banken, die sich dieser Aufgabe
verweigern, da sie sich von riskanten Spekulationsgeschäften höhere Renditen
versprechen, sollten vom Staat übernommen und strikten Regeln unterworfen
werden. Hingegen denkt die Bundesregierung sogar darüber nach, den Markt für
Kreditverbriefungen durch staatliche Garantien wieder in Gang zu bringen. Dabei
haben strukturierte Kreditverbriefungen und Kreditderivate zur aktuellen Krise
wesentlich beigetragen. Statt den Banken die Risiken aus den Geschäften mit
Kreditverbriefungen abzunehmen, müssen sowohl strukturierte Kreditverbriefungen
(CDOs) als auch Kreditausfallversicherungen endlich verboten werden.
10.03.2010, Vatikan muss Karten auf den Tisch legen
Mehr Transparenz fordert das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE
LISTE, von der katholischen Kirche beim Umgang mit kirchenintern bekannt
gewordenen Missbrauchsfällen. Ramelow erwartet auch von der Bundesregierung mehr
Druck zur Offenlegung von Missbrauchsfällen. Sie müsse deutlich machen, dass es
keinen "rechtsfreien Raum durch päpstliche Dekrete" geben dürfe. Ramelow
erklärt:
Der Vatikan muss endlich seine Kenntnisse über Missbrauchsfälle in Deutschland
umfassend öffentlich machen. Die beinahe täglichen Enthüllungen über weitere
Fälle von Missbrauch und Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen lassen
befürchten, dass es der katholischen Kirche in den vergangenen Jahren deutlich
an Aufklärungswillen gefehlt hat. Der Vatikan muss endlich auf die Opfer
zugehen, indem er den Mantel des Schweigens lüftet. Die Bundesregierung sollte
dem Nuntius der katholischen Kirche in Berlin deutlich machen, dass es keinen
rechtsfreien Raum durch päpstliche Dekrete geben kann. Die Ermittlung und
Strafverfolgung von sexuellem Missbrauch und Gewalt an Kindern und Jugendlichen
kann nicht von innerkirchlichen Entscheidungen abhängen. Im Interesse und im
Sinne der Opfer muss die katholische Kirche jetzt ihre Abwarteposition aufgeben.
Viel zu lange wurden die Opfer mit ihren Nöten und Verletzungen von der Kirche
allein gelassen. Bis heute kommt die übergroße Mehrheit der Fälle nur durch die
Opfer zur Sprache. Wenn der Vatikan seit Jahren Kenntnis von den Verfehlungen
und Verbrechen hat und dies nicht den zuständigen Behörden offenbart hat, macht
er sich mitschuldig. Die Ermittlung in den Missbrauchsfällen ist Sache der
Behörden und kein innerkirchlicher Vorgang. Es ist auch nicht das
Beichtgeheimnis tangiert, sondern es betrifft Rechte Schutzbefohlener. Die
Wahrheit muss jetzt auf den Tisch.
08.03.2010, Anlässlich des Internationalen Frauentages am
8. März erklärt Katja Kipping, stellvertretende Parteivorsitzende der LINKEN:
Das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE erklärt dazu:
Am 8. März findet zum 99. Mal der Internationale Frauentag statt. Der Frauentag
entstand einst in den Kämpfen von Frauen um bessere Arbeitsbedingungen. Trotz
aller Fortschritte müssen auch heute noch Frauen um bessere Arbeitsbedingungen
kämpfen, denn Lohnarbeit wird zunehmend prekär. Doch die Kämpfe dagegen haben
begonnen. Nicht nur die Reinigungskräfte und die Beschäftigten von Schlecker
wehren sich. Die Kämpfe um Frauenrechte sind jedoch mehr als reine Abwehrkämpfe.
Sie sind verbunden mit einem Aufbruch ins Leben im Vier-Viertel-Takt – einer
Vision für Männer und Frauen gleichermaßen. Darunter verstehen wir, dass eine
Arbeitswoche sich für beide Geschlechter in vier gleichberechtigte
Tätigkeitsbereiche gleichermaßen aufteilt: ein Viertel Erwerbsarbeit, ein
Viertel Reproduktionsarbeit, ein Viertel Selbstentwicklung und um das Ganze
komplett zu machen ein Viertel Politik. Noch sind wir weit entfernt von
wirklicher Geschlechtergerechtigkeit. So sind zwei Drittel aller Jugendlichen,
die keinen Ausbildungsplatz bekommen, Frauen, und das bei gleichen bis besseren
Schulabschlüssen. Dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zufolge
gehen zwei Drittel aller Mütter mit einem Kind unter drei Jahren keinerlei
Arbeit nach. Immer noch wird ein Großteil der Hausarbeit der Zeitbudgeterhebung
des Statistischen Bundesamtes zufolge von den Frauen erledigt; 75 Prozent der
Putzarbeit tragen die Frauen weg. Jede siebte Frau in der BRD ist Opfer
sexueller Gewalt. Die FREIE LINKE fordert deswegen nicht nur am Frauentag:
- die sichere finanzielle Ausstattung von Frauenhäusern.
- die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, weil Lohndumping
überproportional Frauen betrifft.
- die Abschaffung des Ehegattensplittings, weil dieses die klassische Einteilung
in Haupternährer und Hinzuverdienerin innerhalb der Familien zementiert.
- die Einführung von wirklich verbindlichen Vorgaben für die Wirtschaft in
punkto Geschlechtergerechtigkeit, weil das Warten auf das freiwillige Engagement
der Konzerne schnell zum Warten auf Godot werden kann, der bekanntlich nie kam.
- die Förderung der allgemeinen Arbeitszeitverkürzung, weil das die Umverteilung
der Tätigkeiten zwischen den Geschlechtern erleichtert und eine wichtige
Voraussetzung für das Leben im Vier-Viertel-Takt ist.
05.03.2010, Unerträglicher Zustand
Der Stundenlohn bei Frauen liegt knapp ein Viertel unter dem ihrer
männlichen Kollegen – damit ist Deutschland beinahe Schlusslicht in Europa. Das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE erklärt dazu:
Der kleine Unterschied zwischen Männern und Frauen wird zunehmend größer:
Verdienten Frauen vor zwei Jahren ein Fünftel weniger als ihre männlichen
Kollegen, ist es jetzt bereits knapp ein Viertel. Nur wenige Länder in Europa
stehen noch schlechter da. Dieser Zustand ist unhaltbar und unerträglich. Frauen
sind damit doppelte Verliererinnen. Sie arbeiten überproportional oft in
prekären Beschäftigungsverhältnissen und im wachsenden Niedriglohnsektor. Diese
Bereiche sind von Entlassungen zuerst betroffen und die ohnehin miesen Löhne
steigen nicht. Generell haben Frauen schlechtere Aufstiegschancen, sind in
Führungsetagen kaum präsent. DIE FREIE LINKE fordert: Gleiche Arbeit, gleicher
Lohn und gleiche Chancen. Wir fordern ein Gleichstellungsgesetz für die private
Wirtschaft. Unternehmen, in welchen Frauen oder Männer bei Bezahlung, Aufstieg
und Verantwortung benachteiligt sind, sollen verbindlich
Gleichstellungsmaßnahmen einführen. Eine weitere Maßnahme wäre ein gesetzlicher
Mindestlohn von 10 Euro, dieser würde insbesondere Frauen zu Gute kommen, da sie
vor allem in Niedriglohnbereich tätig sind.
03.03.2010, Westerwelle warnt vor "spätrömischer Dekadenz"
und verdreht die Tatsachen.
Dazu erklärt das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Für die Römer war „luxuria“ der Inbegriff von Schwelgerei, Prunkliebe, Genuss-
und Vergnügungssucht – ermöglicht durch die hohen Steuereinnahmen aus den
Provinzen. Sie flossen in die Kassen der Machthaber, nachdem Rom seit dem 1.
Jahrhundert vor Christus immer mächtiger geworden war. Mit dem wachsenden
Einfluss und der Zurschaustellung des Reichtums meldeten sich im alten Rom immer
mehr Kritiker zu Wort. Sie berichteten von der Dekadenz der kleinen, extrem
reichen Oberschicht, die sich immer weiter von den traditionellen römischen
Werten entfernte. Statt sich um das Gemeinwohl zu kümmern, investierten die
Machthaber in ihren eigenen Luxus. Mehr als zweitausend Jahre später spricht
der Vorsitzende der FDP, Guido Westerwelle, im Zusammenhang mit Hartz IV von
spätrömischer Dekadenz, als würden die Betroffenen in Völlerei und Luxus leben.
Seine Aussage „Wer arbeitet muss mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet“
blendet aus, dass insbesondere die FDP für Lohndumping und gegen einen
gesetzlichen Mindestlohn steht. Der FDP-Vergleich Hartz IV-Betroffener mit jenen
Reichen der römischen Dekadenz ist eine Lüge und jede Wiederholung unerträglich.
Damit soll nur abgelenkt werden von dem unermesslichen Reichtum in den Händen
von 10 Prozent der Bevölkerung. Die Deppen der Nation sind doch diejenigen, die
für den Reichtum dieser Oberschicht schuften und von der FDP zu Melkkühen für
diese feine Gesellschaft gemacht werden. Unabhängig hiervon sollte Herr
Westerwelle besser vor der eigenen Tür kehren. Denn eine Partei die sich vom
Kapital aushalten lässt - 1,1 Mio. Euro Spende von einem Mitinhaber der Mövenpick-Hotelgruppe -
kann niemals die Interessen der Bevölkerung vertreten. Fazit: Dekadent sind
Westerwelle und seine käufliche FDP.
02.03.2010, Gute Arbeit, gute Löhne! Fairer Verdienst,
fairer Wettbewerb! Amen.
Mehrere Arbeitgeber, die direkt oder indirekt zur evangelischen Kirche
gehören, klagen vor dem Arbeitsgericht Bielefeld gegen ver.di. Der Gewerkschaft
soll untersagt werden, in Einrichtungen, die direkt oder indirekt im Eigentum
der Kirche stehen, zu Arbeitskampfmaßnahmen aufzurufen. Dazu erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Das Vorhaben dieser kirchennahen Arbeitgeber, Arbeitskampfmaßnahmen der
Gewerkschaften unter ihrem Dach gerichtlich verbieten zu lassen, zeugt nicht von
Nächstenliebe für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aber auch von keinem
modernen Arbeitsrechts- und schon gar nicht von einem zeitgemäßen
Wettbewerbsverständnis. Die Kirche muss sich fragen lassen, wie sie es mit
Arbeitnehmerrechten hält. Sie muss sich aber auch fragen lassen, ob sie
Wettbewerb über niedrige und niedrigste Löhne betreiben will. Statt im Kampf um
bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Arbeitnehmerrechte an der Seite
aller Beschäftigten zu stehen, gliedert sie Betriebe aus, benutzt sie eigene
Leiharbeitsfirmen, beteiligt sich an der Lohnspirale nach unten und zieht sogar
vor Gericht, um sich Schutzrechte zu erkämpfen, die eigentlich nur als
grundgesetzliches Privileg für den innerkirchlichen Bereich gelten sollten.
Dieser Schutz darf nicht zur Wettbewerbsverzerrung benutzt werden Das
Streikrecht und das Recht auf Arbeitskampfmaßnahmen müssen für alle gelten - da
kann die Kirche keinen Bogen herum machen. Das Eigentumsrecht an einem Betrieb,
macht diesen Betrieb nicht zur Kirche. Die FREIE LINKE erklärt sich solidarisch
mit den Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern. Ich hoffe auf eine Entscheidung des Gerichts, die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützt und ihre Rechte wahrt.
22.02.2010, Dumpingpreise beim Politikdienstleister
NRW-CDU
"Die NRW-CDU verkauft sich zum Dumpingpreis – jedenfalls wenn man die 6.000
Euro pro Termin am Rande des Parteitags mit der Millionenspende an die
Mövenpick-Partei FDP vergleicht", so das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling,
FREIE LISTE zu den bekannt gewordenen Preisen für Gespräche mit dem noch
amtierenden Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers. Böling
weiter:
Für den kommenden Wahlkampf in NRW sind Wählerinnen und Wähler nun gewarnt: Vor
dem Shake-Hands mit dem noch amtierenden Ministerpräsidenten besser erst einmal
nach dem Preis fragen. Auch für Autogrammjäger gilt: Um unnötige Kosten zu
vermeiden sollte für Widmungen nur der Vorname angegeben werden, damit man für
die Finanzer der CDU fast so anonym bleibt wie Kohls Millionenspender. Das nun
bekannt gewordene Sponsorenangebot der NRW-CDU illustriert besonders deutlich,
wie sich Unternehmen rechtzeitig vor den Wahlen noch einmal in Erinnerung rufen
können. Die "sizilianischen Verhältnisse" bei den Saar-Grünen, die
Mövenpick-Million an die FDP und nun der käufliche Zugang zur NRW-Regierung
beweisen, dass im bürgerlichen Lager nicht alle Macht vom Volk ausgeht.
18.02.2010, Deutsche Zustände: Armut und Ausgrenzung
Zum 2. Welttag der sozialen Gerechtigkeit am morgigen Freitag erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Der 19. Februar ist der Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Eine von
neoliberalen Kreisen gern benutzte Auslegung des Begriffes soziale Gerechtigkeit
ist, dass nur diejenigen Menschen, welche einer Erwerbsarbeit nachgehen,
Anspruch auf gerechte, soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben.
Aktuell stellt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fest, dass
Armut in Deutschland in den letzten zehn Jahren um ein Drittel zugenommen hat.
Die Bestimmung der Regelleistungen für Bedürftige ist verfassungswidrig, mit
Sanktionen werden grundrechtswidrig die Armutstransfers sogar bis auf null
gekürzt. Die durchschnittliche Transferhöhe bei Hartz IV liegt bei 649 Euro,
damit deutlich unter der Armutsrisikogrenze von 925 Euro, die das DIW benannte.
Die geringe Umverteilung in Deutschland zeigt Gründe von Armut und Ausgrenzung
von gesellschaftlicher Teilhabe: Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung
verfügten über mehr als 60 Prozent des gesamten Vermögens, so der
Sachverständigenrat im Jahresgutachten 2009/2010. Die unteren 60 Prozent in der
Bevölkerung hatten kein oder lediglich ein geringes Vermögen beziehungsweise
hatten sogar Schulden. Die obersten zehn Prozent in der Einkommenshierarchie
verfügten in etwa über genauso viel Nettoeinkommen wie die untersten vierzig
Prozent, nämlich zwanzig Prozent des Gesamtnettoeinkommens. Auch die
Ost-West-Schere klafft weiterhin eklatant auseinander. Im Jahr 2007 erreichte
das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen lediglich 77,8 Prozent des
Westniveaus. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch die Zunahme von
Nützlichkeitsrassismus und Feindlichkeit gegenüber benachteiligten
Menschengruppen. Die Angst und Sorge um die eigene Existenzsicherheit und vor
dem sozialen Abstieg lässt einen Kältestrom durch Deutschland ziehen. Wer im
Turbokapitalismus nicht mithalten kann oder will, wird zum Überflüssigen und
ökonomisch Unnützen abgestempelt. Wir als FREIE LINKE lehnen eine derartige
Sichtweise ab. Menschen, die arbeiten, müssen von dieser Arbeit leben können.
Menschen, die keine Arbeit haben, dürfen weder in unwürdige Arbeitsbedingungen
gezwungen werden, noch dafür bestraft werden, wenn sie sich einem solchen
Ansinnen verweigern. Repressionen gegen Erwerbslose sind einer Gesellschaft, die
sich dem Sozialstaatsprinzip verpflichtet fühlt, unwürdig. Soziale Gerechtigkeit
heißt für uns, jedem Menschen die Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen,
unabhängig davon, ob er einer Erwerbsarbeit nachgeht, oder nicht. Die FREIE
LINKE setzt dem eine konsequente Politik für mehr Teilhabe- und
Verteilungsgerechtigkeit entgegen. Nur ein demokratischer Sozialstaat, der allen
Menschen die Grundrechte garantiert, führt zur sozialen Gerechtigkeit. Dazu
bedarf es des politischen Kampfes der sozialen Bewegungen, Gewerkschaften und
aller Linken in den Parteien.
12.02.2010, Westerwelle, der Klassenkampftraditionalist
Zu den Äußerungen des FDP-Vorsitzenden Westerwelle, erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Wie schlecht muss es um die FDP stehen, dass sich ihr Vorsitzender Westerwelle
so dermaßen im Ton vergreift. Kaum brechen die Umfragewerte der FDP zu Recht
ein, keilt und tritt Westerwelle nach den Schwächsten in der Gesellschaft. Um
die Steuervorteile für Hoteliers und reiche Erben zu sichern, schlägt er auf die
von staatlichen Transfers Abhängigen ein. Westerwelle, der
Klassenkampftraditionalist. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil zu
den Hartz IV-Regelsätzen in ungekannter Deutlichkeit das Sozialstaatsgebot des
Grundgesetzes ausformuliert. Wenn Herr Westerwelle darin "sozialistische Züge"
entdeckt, ist ihm schwerlich noch zu helfen. Im Übrigen: Wenn er beklagt, dass
eine arbeitende Verkäuferin mit zwei Kindern weniger verdient, als sie über
Hartz IV bekommen würde, liegt das an der Niedriglohnpolitik, für die die FDP
wie kaum eine andere Partei in Deutschland steht. Arm trotz Arbeit ist eine
direkte Folge neoliberalen Denkens. Die FREIE LINKE setzt dem "Gute Arbeit, gute
Löhne" entgegen und fordert einen Mindestlohn von 10 Euro. Die Regelsätze für
Hartz IV-Empfänger müssen auf 500 Euro steigen. Der kostenfreie Zugang für
Öffentliche Dienstleistungen wie Bildung, Betreuung und Freizeitangeboten würde
zudem Hartz IV-Bezieher und Menschen mit geringem Einkommen entlasten. Das ist
zwar kein Sozialismus, das ist ein Stück Gerechtigkeit.
10.02.2010, Union tritt Urteil des
Bundesverfassungsgerichts mit Füßen
"Die Hartz IV Regelsätze zu kürzen und Kinder und deren Familien mit bloßen
Sachleistungen abzuspeisen ist eine Offenbarungseid der Union gegenüber den
Betroffenen und ein offener Affront gegenüber dem Bundesverfassungsgericht",
kritisiert des Dürener Ratsmitglieds, Lothar Böling, FREIE LISTE. Böling weiter:
Die Regelleistungen sowohl für Kinder als auch für Erwachsenen verstoßen gegen
das Grundrecht auf die Gewährleistung eines menschwürdigen Existenzminimums.
Mehr Sachleistungen, wie ein neuer Kühlschrank, bedeutet nicht automatisch, dass
dieser auch gefüllt ist. Die Regelsätze müssen deshalb nicht gekürzt, sondern
erhöht werden. Wer innerhalb weniger Tage mit hunderten Milliarden Euro
Banken retten kann, der darf jetzt nicht darüber jammern, es sei kein Geld da.
Mit der schludrigen, schlampigen und einer desinteressierte Gesetzgebung, die an
den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeht, muss endlich Schluss sein. Statt das
Verfassungsgerichtsurteil mit Füßen zu treten und über die Interpretation des
Urteils zu schwadronieren, sollte sich Bundesministerin von der Leyen
schleunigst an die Arbeit machen. Die FREIE LINKE fordert eine Totalüberprüfung
von Hartz IV. Die Konstruktionsfehler von Hartz IV und die Austrocknung des von
Rot-Grün im Zuge der Hartz-Gesetzgebung geschaffenen Niedriglohnsektors, sind
nur durch eine bedarfsdeckende Mindestsicherung in Höhe von 500 Euro als
Regelleistung für Erwachsene, eine eigenständige Kindergrundsicherung und einen
flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro zu überwinden.
09.2.2010, Jetzt amtlich: Hartz IV menschenunwürdig und
verfassungswidrig
Erklärung des Dürener Ratsmitglieds, Lothar Böling, FREIE LISTE:
"Was die FREIE LINKE seit Jahren fortwährend kritisiert und angeklagt hatte,
wurde heute vom Bundesverfassungsgericht bestätigt: Die Hartz-IV-Regelsätze sind
schlichtweg verfassungswidrig", so Lothar Böling. Böling weiter:
"Fünf Jahre lang hat sich die Existenzsicherung für Arbeitslose außerhalb des
grundgesetzlichen Rahmens bewegt. Dass das Verfassungsgericht die Rechts- und
Realitätswidrigkeit des SGB II endlich bestätigt, lässt ein Stück weit aufatmen.
Hartz IV ist ein Willkürsystem, das Menschen mit Almosen abspeist anstatt ihnen,
wie vorgesehen, ein ‚menschenwürdiges Existenzminimum‘ zu gewähren. Die von der
rot-grünen Bundesregierung unter Zustimmung der CDU vorgenommene Bedarfstabelle
war eine reine Sozialkostenminimierungstabelle! Mit lebensnahen, ausreichenden
Zuwendungen hatten die praktizierten Regelsätze insbesondere für Kinder nichts
zu tun. Mit dieser Armutsmaschinerie muss endlich Schluss sein." Böling begrüßte
am heutigen Urteil, dass die so genannten ‚Kinderzuschläge‘ kurzfristig zum
nächsten Jahr wirksam korrigiert werden müssen, und die sieben Millionen
Betroffene bis dahin ergänzende Leistungen beantragen können. Böling erklärt,
dass die FREIE LINKE sich in dieser Sache konsequent engagiert hätte. "Obwohl
wir in unserem Kampf gegen Hartz IV von anderen heftig verpönt wurden, sind wir
bei unserer strikten Ablehnung gegenüber den menschenunwürdigen Regelsätzen
nicht leise geworden. Denn Hartz IV ist und bleibt Armut per Gesetz", so Böling.
Das heutige Urteil orientiere sich wieder an der individuellen Bedarfsdeckung
als Prinzip für Sozialleistungen und "verbannt das praktizierte
Pauschalierungsmodell hoffentlich in die Mottenkiste der neoliberalen
Grausamkeiten", unterstreicht Böling. Es müsse alles dafür getan werden, dass
diese Unrechtspraxis nicht auf Umwegen und versteckt wiederbelebt werde. Das
Urteil sei eine deutliche Aufforderung, die gesellschaftspolitische Debatte um
neue und praktikable Modelle einer menschenwürdigen, existenzsichernden sozialen
Grundsicherung voranzutreiben.
09.02.2010, Betroffene haben sich zur Wehr gesetzt –
erfolgreich!
Zum heutigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Die Regierungsparteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen, CDU/CSU und FDP haben immer
wieder behauptet, die Regelleistungen seien okay. Der heutige Tag ist ein
Festtag für soziale Teilhabe. Das Bundesverfassungsgericht hat die politischen
Forderungen der Linken und den sozialen Bewegungen verfassungsrechtlich
untermauert. Hartz IV ist eben nicht nur Armut und Ausgrenzung per Gesetz,
sondern auch als Gesetz grottenschlecht zusammengeschustert worden. Die
Bestimmung der Regelleistungen für Kinder und Erwachsene entspricht nicht dem
verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen
Existenzminimums. Die Regelleistungen wurden vorher politisch festgelegt, dann
erst rechnerisch abgeleitet – eine blanke Manipulation. Das
Bundesverfassungsgericht verpflichtet den Gesetzgeber zur Bemessung des
Regelsatzes am tatsächlichen Bedarf und auf Basis einer schlüssigen und
nachvollziehbaren Berechnung. Ausdrücklich wurde die Gewährleistung eines
menschenwürdigen Existenzminimums, welches ein Mindestmaß an Teilhabe am
sozialen, politischen und kulturellen Leben einschließt, als ein Grundrecht
bezeichnet. Sanktionen bzw. Leistungskürzungen schließen sich daher aus. Für die
Kinder wurde ein völliger Ermittlungsausfall des kindgerechten Bedarfs
konstatiert. Ohne dessen Deckung drohe aber ein Ausschluss von Lebenschancen.
Das heißt, die Regierungsparteien haben diesen Ausschluss billigend in Kauf
genommen. Außerdem wurde festgestellt, dass bei Hartz IV keine Öffnung für
Härtefälle erfolgt sei. Die FREIE LINKE fordert in Übereinstimmung mit den
sozialen Bewegungen und Erwerbsloseninitiativen sowohl die Erhöhung der
Regelsätze für Erwachsene auf 500 Euro, die sofortige Abschaffung der
Sanktionsparagrafen bei Hartz IV als auch die Abschaffung der Konstruktion der
Bedarfsgemeinschaften bei den Grundsicherungen. Kinder und Jugendliche brauchen
eine eigenständige Absicherung, die deren Bedarfe sichert.
09.02.2010, Hartz IV gehört auf den Müllhaufen der
Geschichte
"Endlich hat das Bundesverfassungsgericht die Bundesregierung in die
Schranken gewiesen. Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung jahrelang
untätig geblieben ist, jegliche Kritik an den Hartz IV Regelsätzen vom Tisch
gewischt hat und es einen höchstrichterlichen Beschluss gebraucht hat, um
festzustellen, dass Hartz IV nichts anderes ist, als Armut per Gesetz",
kommentiert das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE, das
Bundesverfassungsgerichtsurteil. Er erklärt weiter: Das höchste deutsche Gericht
hat in seiner Urteilsbegründung festgestellt, dass "die Regelleistungen sowohl
des Arbeitslosengeldes II für Erwachsene als auch des Sozialgeldes für Kinder
bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres dem Grundrecht auf Gewährleistung eines
menschenwürdigen Existenzminimums nicht genügen." Allerdings löst eine
Neuberechnung der Regelsätze noch lange nicht die grundlegenden
Konstruktionsmängel der Hartz-Gesetze. Solange Erwerbslose von ihren Jobcentern
malträtiert werden und solange Hartz IV das Einfalltor für Lohndumping auf dem
Arbeitsmarkt einlädt, gehört Hartz IV endlich auf den Müllhaufen der Geschichte.
Die FREIE LINKE fordert stattdessen eine sanktionsfreie, bedarfsdeckende
Mindestsicherung, flankiert mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro.
03.02.2010, Chance auf wirkliche Reform nicht verpassen
Zur dramatischen Finanzlage der Kommunen erklärt der Bundesgeschäftsführer
das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Die Folgen der Wirtschaftskrise treffen die Kommunen hart. Städte und Gemeinden
stehen am Ende einer langen Kette und gehören doch zu den ersten Betroffenen.
Ohnehin finanziell nicht üppig ausgestattet, brechen die Steuereinnahmen aus
Gewerbesteuer und Unternehmensgewinnen ein. Die Erfüllung der gesetzlichen
Pflichtaufgaben ist kaum noch gewährleistet, Kürzungen bei Kinderbetreuung, bei
Kultur oder Sport- und Freizeitangeboten werden die Folge sein. Die Ursache
dieser Situation ist in der überstarken Abhängigkeit der Kommunalfinanzen von
der Konjunkturlage zu sehen. Die finanzielle Ausstattung der Kommunen muss von
der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden, die Finanzierung komplett
umgestellt werden. Alles andere wäre ein ungenügendes Klein-Klein und ein
Wettlauf, der nicht zu gewinnen wäre. Die Bundesregierung hat die Chance, eine
wirkliche Reform auf den Weg zu bringen, die die Kommunen dauerhaft
handlungsfähig macht. Die FREIE LINKE setzt sich für eine stabile und
aufgabengerechte Finanzierung der Kommunen ein. Stabilität in kommunalen
Haushalten wird geschaffen, wenn Kommunen keine Anteile an den Bund mehr
abführen müssen. Die Gewerbesteuer soll daher in eine Gemeindewirtschaftssteuer
umgewandelt werden. Besserverdienende sind mit einzubeziehen.
02.02.2010, Das letzte Aufgebot für Hartz IV
Zu den jüngsten Vorschlägen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und
Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn sowie den veröffentlichten Missbrauchsquoten
bei Hartz IV erklärt das Dürener Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
Umbenennung von Hartz IV, regional unterschiedliche Hartz IV-Regelsätze und
Debatten um Missbrauchsquoten - das ist das letzte und abstruse Aufgebot für
eine Politik, die mit dem Namen Hartz IV verbunden ist. Hartz IV bedeutet Armut,
Ausgrenzung und Diskriminierung von Leistungsbezieherinnen und das Schüren von
Abstiegsängsten bei den Erwerbstätigen, um sie gefügig für mieseste
Arbeitsbedingungen zu machen. Während einige Großverdiener Zeter und Mordio
gegen den Erwerb der sogenannte Steuersünder-CD schreien, welche eventuell ihre
betrügerischen Finanzgebaren offen legen könnte, wird kräftig Stimmung gegen
jene Menschen gemacht, die den Behörden ungehinderten Einblick in ihre
Einkommens- und Vermögensverhältnisse gewähren müssen, um überhaupt
anspruchsberechtigt auf Hartz-IV-Leistungen zu sein. Wer für eine
grundrechtskonforme Sozialpolitik steht, kann Hartz IV getrost zu Grabe tragen.
Stattdessen fordert die FREIE LINKE eine sanktionsfreie, bedarfsdeckende und
individuell garantierte Mindestsicherung und einen gesetzlichen Mindestlohn in
Höhe von 10 Euro. Hartz IV muss weg - ohne Wenn und Aber!
01.02.2010, Ein NPD-Verbot allein bekämpft nicht
Rechtsextremismus – Zivilcourage ist nötig
Zu den erneuten Forderungen nach einem NPD-Verbot erklärt das Dürener
Ratsmitglied, Lothar Böling, FREIE LISTE:
In immer neuen Abständen wird ein NPD-Verbot gefordert. Mittlerweile ist
glücklicherweise die Erkenntnis durchgedrungen, dass ein solches Verbot den
Abzug des Verfassungsschutzes voraussetzt. Die Bundes- und Landesregierungen
haben es in der Hand, einen solchen Abzug sofort durchzusetzen. So richtig die
Forderung nach einem NPD-Verbot ist, sie allein reicht nicht aus. Nötig ist die
die Unterstützung zivilgesellschaftlichen Widerstandes und die Regelfinanzierung
der Projekte die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. All jene, die jetzt
ein NPD-Verbot fordern können ihr Engagement gegen Faschismus und Rassismus auch
ganz konkret unter Beweis stellen – durch die Teilnahme an der Demonstration
gegen den Nazi-Aufmarsch am 13.Dezember 2010 in Dresden. Die FREIE LINKE ruft
alle Mitglieder, Sympathisanteninnen und Sympathisanten auf, sich an der
Demonstration zu beteiligen.